Kate­go­rien

Bewer­bungen: Wie viel Design muss sein?

Published On: 1. Juli 2008Cate­go­ries: Führung

Zwischen Desi­gner­mappe und schwarz­weißer Ödnis liegt das Ideal. Eine indi­vi­du­elle Optik und wohl dosierte Gestal­tungs­ele­mente unter­strei­chen den Inhalt und domi­nieren ihn nicht. Puzzle­steine, bunte Kollagen und Produkt­in­for­ma­tionen mit Urlaubs­fotos: Bewerber lassen sich einiges einfallen, um optisch aus der Masse heraus­zu­ste­chen. Ein Groß­teil der sich bewer­benden Bevöl­ke­rung habe aller­dings Schwie­rig­keiten, Design richtig zu dosieren. Sie gestalten entweder zu viel oder sind zu vorsichtig: Krea­tive Berufs­gruppen neigen dazu, die Gestal­tung über zu betonen. Nicht­krea­tive Berufs­gruppen tendieren dahin, entweder sehr schlicht zu gestalten, mit den Fotos zu privat zu werden oder fertige Muster aus Bewer­bungs­bü­chern zu über­nehmen.

Letz­teres ist keine gute Idee. Für Perso­nal­ver­ant­wort­liche wirkt das x‑te Muster ähnlich lang­weilig wie die hundertste Bewer­bung, die mit „hiermit bewerbe ich mich als…“ beginnt.

Statt­dessen sollten auch Nicht­krea­tive eine eigene und indi­vi­du­elle Gestal­tung wählen. Denn wer sagt etwa, dass ein Buch­halter oder Program­mierer seine Aussagen nicht dezent farb­lich, mit Fett oder zarter blauer Linie unter­strei­chen darf? Ein seit­li­cher Strich  in dunkel­grau, der Name in einer anderen Schrift oder ein schat­tierter Kasten mit den wich­tigsten Infor­ma­tionen: Solche dezenten Verschö­ne­rungs­maß­nahmen sind Buch­hal­tern, Program­mie­rern wie auch allen anderen Berufs­gruppen erlaubt. Sie werden aller­dings keine Bewer­bungs­wunder bewirken und dem unge­eig­neten Kandi­daten die Einla­dung bescheren. Was sie dagegen können: positiv auffallen und Bewer­bern aus dem Mittel­feld den Weg an die Spitze ebnen.

Dabei dürfen Bewer­bungen auf Einstiegs­po­si­tionen, bei klei­neren Unter­nehmen und Gene­ra­lis­ten­po­si­tionen ruhig etwas krea­tiver ausfallen – entscheidet hier doch oft der Sympa­thie­funke, der von der Bewer­bung über­springt. Auch die ange­strebte Posi­tion bestimmt das Maß an Krea­ti­vität. Ein Abtei­lungs­leiter braucht ein klares, persön­li­ches Design und profi­tiert – wie alle anderen — vom eigenen Brief­kopf. Spie­le­reien sind für ihn aber kontra­pro­duktiv.

Für Kandi­daten aus krea­tiven Bran­chen gehört eine krea­tive Mappe zum Pflicht­pro­gramm. Ein Archi­tekt mit Times New Roman in DIN-A4? Kaum denkbar! Auch Werber, zumal jene aus dem Design-Bereich, liefern mit ihrer Bewer­bung letzt­end­lich auch eine Kost­probe ihres Könnens. Da domi­niert dann nicht selten die Form den Inhalt – obwohl jeder Desi­gner schon während seiner Ausbil­dung den Satz „form follows func­tion“ („die Form folgt der Funk­tion“) gelernt hat. Doch was nützt die schönste Bewer­bung, wenn die Argu­mente nicht über­zeugen? Wenn die Moti­va­tion, aus dem genau dieser Job faszi­niert, nicht rüber­kommt? Oder die Bewer­bung dem Perso­nal­ver­ant­wort­li­chen sogar Aufwand bereitet? Puzzle­steine sind deshalb für die Bewer­bung ebenso wenig geeignet wie bunte Kollagen, auf denen keine Aussagen mehr erkennbar ist. Außerdem ist es zwar gut, eine Bewer­bung als Produkt­in­for­ma­tion mit erläu­ternden Fotos zu betrachten. Private Fotos haben darin dennoch nichts zu suchen.

Svenja Hofert

Tipps von Svenja Hofert

Design einfach mit Word selbst­ge­macht

·         Mit FETT lässt sich eine Benut­zer­füh­rung in Texte einbauen, die die Aufmerk­sam­keit gezielt auf gewünschte Passagen lenkt.

·         Unter Format/Rahmen und Schat­tie­rungen können Sie Linien auswählen, die eine Bewer­bung schöner machen. Diese Linien sind wahl­weise durch­ge­zogen, gestri­chelt oder gepunktet, etwas dicker oder ganz zart.

·         Neben Schwarz sind auch Grau, Blau oder Weinrot sehr dezent, im Beau­ty­be­reich kann sogar Rosa einmal hübsch aussehen. Nie mehr als zwei Farben kombi­nieren.

·         Kleine Symbole wie Pfeile oder Kreise, die den Brief­kopf oder Über­schriften aufhüb­schen, finden sich unter Einfügen/Symbol.

·         GROSS geschrie­bene Worte lenken auf den Inhalt.

·         Aufmerk­sam­keit errei­chen Sie auch mit grauen Unter­le­gungen.

·         Möchten Sie einen seit­li­chen, farb­li­chen Strich zeichnen, arbeiten Sie mit einer Tabelle, in der oben, unten und eine Seite sowie die Mitte trans­pa­rent sind.

·         Ein Brief­kopf in der Kopf­zeile oder auch in der Kopf- und Fußzeile sorgt für einheit­liche Gestal­tung.

·         Wenn Anschreiben und Lebens­lauf im glei­chen Design gestaltet sind, sorgt das für Ruhe und einen profes­sio­nellen Eindruck.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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