Kate­go­rien

Brücken­bauen: Wie Sie Ihr eigener Lebens­­lauf-Archi­­tekt werden

Published On: 21. September 2011Cate­go­ries: Führung

Neulich bekam ich nach zwei Jahren eine Dankes­mail von einem Kunden. Unser Konzept des Brücken­bauens hätte geklappt, freute er sich. Mit etwas Geduld sei er über einem kleinen Umweg jetzt da ange­kommen, wo er hinwollte.

Wie komme ich von A nach B?

Diese Frage stellt sich jeder, der sich beruf­lich verän­dern möchte – ob er nun aus der Selbst­stän­dig­keit heraus, von einer in die andere Branche springen oder einen Funk­­tions- und Bereichs­wechsel vornehmen möchte.

Je größer die Verän­de­rung, desto schwie­riger wird sie. Ist ja klar: Sie werden für Ihre Erfah­rung einge­kauft, oft auch für Kontakte und Netz­werke inner­halb einer Branche. Wenn Sie diese in die nächste Posi­tion nicht mehr einbringen können, sind Sie schlicht weniger wert. Je größer die Verän­de­rung, desto weniger funk­tio­niert sie außerdem über Bewer­bungen. Viel­leicht geht es auch erst einmal eine Nummer kleiner?

Brücke, wo bist du?

Wer lieber in kleinen Schritten denkt, ist mit meinem Brücken­prinzip gut beraten. Es geht darum zu analy­sieren, was in meinem Lebens­lauf mich in einen anderen Job führen könnte.  Es geht darum, Brücken zu suchen. Viel­fach sieht man sie selbst gar nicht. Ein Kunde war völlig über­rascht, dass eine uralte Ausbil­dung zum Spedi­ti­ons­kauf­mann ihm 20 Jahre später zum Traumjob verholfen hat. Ein anderer merkte erst in Gesprä­chen, dass seine hand­werk­liche Neben­tä­tig­keit entschei­dend für eine Tätig­keit als Ausbil­dungs­be­treuer in einem produ­zie­renden Unter­nehmen war.

Was kann ich tun?

„Auf welche Stellen in Fest­an­stel­lung könnte ich mich nach 11 Jahren als Unter­neh­merin bewerben?“ fragte ich diese Woche Kollegen mehr zum Spaß. Im Ernst: Es fällt mir selbst nicht viel ein, außer dass ich vermut­lich nicht so gut geeignet bin für die meisten ange­stellten Jobs. Es gab eine Menge Ideen, Firmen­kun­den­be­rater bei der Bank zum Beispiel. Warum? Die Brücke sind meine Kontakte zu Selbst­stän­digen. Ein Banker hat mir bestä­tigt, dass es gar nicht unrea­lis­tisch sei, fach­fremd in solche Bereiche zu kommen. Ehrlich, darauf wäre ich selbst nie gekommen. Und genau darum geht es. Sie kommen selbst oft nicht auf das Nahe­lie­gende.

Ich habe Ihnen hier zwei Beispiele vorbe­reitet, wie man in Brücken denken kann. Auf Face­book können Sie diese Woche außerdem meinen Brücken­bauer in Word herun­ter­laden. Dabei ist es wichtig, neben Brücken auch sein Ziel zu kennen. Je klarer das Ziel, desto einfa­cher lässt sich ein Pfeiler ans andere Ufer schlagen. Natür­lich können zwischen Brücke und Ziel auch viele hunderte Kilo­meter liegen. So viele Kilo­meter, dass der Sprung zu groß ist, um ihn zu „über­brü­cken“. Dann könnte es Sinn machen einen Zwischen­schritt einzu­bauen.

Ange­nommen, ich wollte Vorstand bei einer Bank werden (keine Sorge, reine Fantasie): Dann wäre es doch schlau von mir, erst einmal über­haupt in die Branche zu kommen und mich dort zu beweisen. Wenn ich dann merke, dass mir Grund­lagen über Wert­pa­pier­ge­schäfte fehlen, eigne ich sie mir an und schaffe dadurch die  nächste Brücke.

Eigent­lich ganz einfach, oder? Ich freue mich über Beispiele von anderen Brücken­bauern!

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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5 Kommen­tare

  1. Lars Hahn 21. September 2011 at 19:35 — Reply

    Mir fällt dazu eine Weis­heit einer Freundin ein:
    Du kannst nicht von A nach B reisen, wenn Du in C bist.

    Soll heißen: Zuerst einmal den Standort genau bestimmen…

  2. Svenja Hofert 21. September 2011 at 22:47 — Reply

    Der Spruch gefällt mir 🙂

  3. Oscar Schreyer 27. November 2011 at 1:24 — Reply

    Das ist ein wirk­lich inter­es­santer Artikel und ich persön­lich kann wirk­lich aus eigener Erfah­rung bestä­tigen, dass sogar die vermeind­lich unwich­tigste Station des Lebens­laufs z.B. ein kurz­zei­tiger Neben­sjob den Perso­naler letzt­end­lich über­zeugen kann. Auf meiner Webseite http://www.lebenslaufmuster.de habe ich es etwas allge­meiner Formu­liert. Man sollte den Lebens­lauf auf die Vakanz pass­genau zuschneiden.

  4. […] z.B. bei forschungs­in­ten­siven Bran­chen. Inter­es­sant für Sie? Wenn ja: Gut wäre es, wenn weitere Brücken im Lebens­lauf da sind, die den Wechsel unter­strei­chen, z.B. eine frühere Station im Rese­arch & Deve­lo­p­ment […]

  5. […] noch mal in meine Tool-Tüte, zuletzt hatte ich Ihnen meinen Bran­chen­kreis vorge­stellt, davor den Brücken­bauer. Heute hole ich mein Jobschlüssel-Tool hervor. Es ist nütz­lich, wenn Sie sich beruf­lich […]

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