Kate­go­rien

Deutsch­land­radio: Verbrau­cher­tipp Online-Bewer­­bung

Published On: 30. Januar 2008Cate­go­ries: Führung

Ich gebe zu: Niemand hat soviel über Online-Bewer­­bungen geschrieben, mein Lieb­lings­thema sind sie aber nicht. Aus einen einfa­chen Grund: Seit 1998 mein erstes Buch zu dem Thema bei Humboldt erschien (das in neuer Auflage immer noch auf dem Markt ist — kein anderes Konkur­renz­werk hat das geschafft), ist es ein über all die Jahre so oft nach­ge­fragtes Inter­view­thema, dass es bei mir ein Gähnen auslöst. Mich plagt der Sätti­gungs­ef­fekt zu häufiger Wieder­ho­lung.… Anja Lueg von Campus & Karriere hat mich auch befragt, aber ein bißchen diffe­ren­zierter. Und das Ergebnis kam gestern in “Campus und Karriere” — und heute als geschrie­bener Verbrau­cher­tipp ins Internet.

Svenja Hofert

“Das Internet bietet gleich mehrere Möglich­keiten, sich zu bewerben und Infor­ma­tionen für die Bewer­bung zu sammeln. Die meisten großen Konzerne bevor­zugen inzwi­schen Jobsu­chende, die sich online bewerben. Damit ist dann aber in der Regel nicht mehr die E‑Mail-Bewer­­bung gemeint, sondern die Firmen stellen eigene Formu­lare online, die die Bewerber ausfüllen müssen, erklärt Karrie­re­coach Svenja Hofert:

“Das heißt, es wird nur noch eine Bewer­bung möglich sein über die Online-Soft­­ware. Das ist der Weg, und das wird auch ganz sicher­lich die Zukunft sein bei den größeren Unter­nehmen.”

Die persön­li­chen Daten und Quali­fi­ka­tionen der Bewerber werden in solchen Formu­laren Schritt für Schritt abge­fragt. Ein Compu­ter­pro­gramm sortiert dann nach Schlüs­sel­be­griffen die unge­eig­neten Bewerber aus. Für die Unter­nehmen spart das eine Menge Arbeit. Für Bewerber heißt es: äußerste Sorg­falt bei der Bewer­bung.

“Ein nicht ausge­fülltes Feld oder die Angabe an der falschen Stelle kann bedeuten, dass Sie sofort durch diese Raster fallen. Oder es ist zum Beispiel defi­niert: Wir nehmen nur Bewer­bungen an, wenn Englisch ‘flie­ßend’ ange­kreuzt wird. Der Bewerber schätzt sich selbst aber nur als ‘gut’ ein. Und das könnte beispiels­weise auch bedeuten, dass das schon das Aus ist. Also schon gut über­legen: Was mache ich da eigent­lich?”

Es empfiehlt sich, das Formular in aller Ruhe durch­zu­gehen — und vor allem ernst zu nehmen, bevor man es ausfüllt:

“Es gibt sehr häufig freie Text­felder: Warum wollen Sie bei uns arbeiten, was moti­viert Sie? Solche Dinge kann man schon mal vorfor­mu­lieren, als Text­bau­stein schon mal abspei­chern und dann einsetzen.”

Denn das ist in solchen Programmen meist die einzige Möglich­keit, sich mit inter­es­santen Texten zu empfehlen. Hüten sollte man sich davor, Text­bau­steine aus dem Internet in das Formular zu kopieren. Perso­nal­chefs klagen häufig über die immer ähnli­cher werdenden Bewer­bungs­texte.

Lebens­lauf und Zeug­nisse sollte man als Doku­mente für den Upload parat haben. In der Regel ist das pdf ‑Format gefragt, hin und wieder auch doc-Doku­­mente. Selbst­ver­ständ­lich müssen Ortho­grafie und Gram­matik im Online-Formular ebenso perfekt sein wie in jeder anderen Bewer­bung. Das gilt auch für E‑Mail-Bewer­­bungen, die inzwi­schen auch bei mittel­stän­di­schen Unter­nehmen üblich sind und die sich kaum von einer Bewer­bung per Post unter­scheiden:

“Da ist eigent­lich nur der tech­ni­sche Unter­schied. Es hat sich da eindeutig das pdf-Format durch­ge­setzt, und beim pdf ist es in der Regel so eine Bewer­bungs­mappe: Das heißt, das erste Doku­ment ist das Anschreiben, wie wir das kennen in der Post­be­wer­bung, das zweite ist der Lebens­lauf, kennen wir auch. Und dann kommen die Zeug­nisse, eine gute Auswahl. Das ist eins zu eins das, was Sie auch per Post raus­schi­cken, auch in der glei­chen Gestal­tung.”

Weiter lesen? Gerne: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/verbrauchertipp/731463/

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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2 Kommen­tare

  1. Svenja Hofert 31. Januar 2008 at 13:20 — Reply

    Man muss das diffe­ren­ziert sehen: Bei den großen Unter­nehmen: eindeutig ja. Ich bin auch über­zeugt, dass dank XML über kurz oder lang Profile auch nicht mehr mühsam und händisch ausge­füllt werden müssen, sondern dass es eine zentrale Sammel­stelle geben könnte… Bei klei­neren und mitt­leren Unter­nehmen erlaubt ein gerin­geres Bewer­bungs­auf­kommen weiterhin die Auswahl per Post und E‑Mail. Zudem werden hier nicht die Inves­ti­tionen getä­tigt werden können.

  2. Karrie­re­bibel 31. Januar 2008 at 12:23 — Reply

    Habe ich das richtig verstanden? Sie sagen, künftig wird es nur noch Online-Bewer­­bungen geben? Das glaube ich nun gar nicht. Zumal der hapti­sche Eindruck, den etwa eine geschrie­bene Initia­tiv­be­wer­bung hinter­lässt, online nicht zu substi­tu­ieren ist. Mag sein, dass die Bewerber das dann durch Online-Doku­­mente flan­kieren. Aber ganz verschwinden wird eine Print-Bewer­­bung nie — allein schon, um die Ausnahme von der Regel zu sein…

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