Kate­go­rien

Die Top-Flos­keln in Inter­net­pro­filen

Published On: 21. Dezember 2010Cate­go­ries: Führung

Was schreibe ich da eigent­lich auf meine Profil­seite? Nicht wenige Menschen hemmt die Schreib­blo­ckade an dieser Stelle so, dass sie das “Ich suche/Ich biete” und andere Felder lieber komplett leer lassen. Eine Lösung ist das  nicht. Aber viel­leicht doch noch besser als sich der belieb­testen Floseln zu bedienen? Die hat Linkedin.com gerade für eine Pres­se­mel­dung zusammen gestellt. Und ich muss sagen: Die Liste erin­nert mich gefähr­lich an Bewer­bungs­un­ter­lagen. Da drauf sind die Wörter, die auch auf meiner persön­li­chen Bewer­­bungs-No-Go-Liste stehen, weil sie einfach über­stra­pa­ziert sind. Und was über­stra­pa­ziert ist, kann nicht inno­vativ sein. Apropos Inno­vativ: Dieses Wort steht auf der Linkedin-Liste oben an, doch könnte es sich hier viel­leicht um eine ameri­ka­ni­sche Spezia­lität handeln? Inno­vativ sehe ich in deut­schen Profilen eher selten, viel­leicht weil wir Deut­sche uns anders als der Rest der Welt nicht so inno­vativ finden?

Wie auch immer — Die Floskel-Top-10 sieht so aus:

  1. Inno­vativ
  2. Dyna­misch
  3. Moti­viert
  4. Umfang­reiche Erfah­rungen
  5. Proaktiv
  6. Team­player
  7. Erfolgs­bi­lanz
  8. Mehr­wert
  9. Ergeb­nis­ori­en­tiert
  10. Problem­löser

PS: Proaktiv schreibe ich jetzt mal, dass dies eines der schlimmsten Wörter ist, die ich jemals gelesen oder gehört habe. Was bitte ist proaktiv anders als aktiv? Wer das erklären kann, bitte melden 🙂

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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11 Kommen­tare

  1. Renate Brokel­mann 21. Dezember 2010 at 21:20 — Reply

    uups, da mir die Begriffe wohl auch aus früheren Bewer­bungen bekannt vorkamen, hab ich mir erschro­cken & schnell mal mein Xing-Profil gecheckt: Glück gehabt, darin kommt keine der gelis­teten Flos­keln vor ;-)))

    Der Begriff “proaktiv” ist mir in meinem vorhe­rigen Arbeits­um­feld häufiger begegnet, ob man dort “voraus­han­delnd” war oder gar Handeln an und für sich beson­ders bejaht hat, sei mal dahin gestellt…

    Wiki­pedia sagt zu proaktiv:
    “Proak­ti­vität (bzw. proaktiv) ist ein Neolo­gismus, dessen einzelne Bestand­teile aus dem Latei­ni­schen stammen (pro lat. vor, für; activus lat. tätig); wört­lich über­tragen bedeutet proaktiv voraus­han­delnd. Gemeint ist meist ein früh­zei­tiges initia­tives im Gegen­satz zu einem abwar­tenden reak­tiven Handeln bzw. teil­weise auch eine beson­dere Beja­hung des Handelns als innere Einstel­lung. Der Frem­d­­wörter-Duden („Das große Fremd­wör­ter­buch“) erfasst das Wort seit der 3. Auflage, 2003. Im angel­säch­si­schen Sprach­raum ist der Begriff deut­lich weiter verbreitet.”

  2. Svenja Hofert 21. Dezember 2010 at 21:42 — Reply

    Hallo zusammen, aha Neolo­gismus.… und da haben wir auch den Übel­täter gleich: den angel­säch­si­schen Sprach­raum! Ich wußte es einfach. Und endlich ist mir klar, woher Püttjer/Schnierda, \wohn­haft\ (auch ein schlimmes Wort) in einem kleinen Dorf Schleswig-Holsteins, ihre \Erfolgs­bi­lanz\ haben, mit der sie ihren Muster­be­wer­bungen ein indi­vi­du­elles Allein­stel­lungs­merkmal geben wollen — dorther, aus den USA, wo die Sache success state­ment heißt. Denn das findet sich als german Erfolgs­bi­lanz by the way auch nicht so oft in den deut­schen Profilen. Mann, Frau: diese Meldung hat uns alle klüger gemacht 😉
    proak­tive Grüße Svenja Hofert

  3. Lars Hahn 21. Dezember 2010 at 20:58 — Reply

    Proaktiv ist viel­leicht einer der nur Pro ist, also dafür, aktiv zu sein, aber eben selbst nicht aktiv ist. Hä?!
    Ein Programm ist doch auch etwas anderes als ein Gramm?!
    😉

    …fessio­nell wie immer grüßt
    Lars Hahn

  4. R K 21. Dezember 2010 at 23:38 — Reply

    …in unserer Branche wird der Begriff Proak­ti­vität im Zusam­men­hang mit der Service­qua­lität verwendet: noch bevor ein Kunde einen Fehler in seinem tech­ni­schen System bemerkt, wird er von seinem Service­pro­vider auf diesen aufmerksam gemacht. Schonmal ein schönes Weih­nachts­fest in die Runde.

  5. Svenja Hofert 21. Dezember 2010 at 23:43 — Reply

    das macht dann auch ausnahms­weise mal Sinn — den Gruß gebe ich gern zurück

  6. Michael W. Felser 22. Dezember 2010 at 9:35 — Reply

    ist das nicht einer dieser Zusätze in Multi­vit­amin­ge­tränken?

    😉

    Fröh­li­ches Fest!

  7. Markus Nix 22. Dezember 2010 at 14:25 — Reply

    Aktiv heißt handelnd, nicht reagie­rend, klar. Proaktiv meint selbst­in­i­tiertes Handeln, also ohne dass der Chef sagt: \Mensch, nun komm’ doch mal in die Pötte!\ Im nächsten Jahr ist sicher auch mein persön­li­cher Favorit in der Liste, der aus dem schwei­ze­ri­schen Sprach­raum langsam aber sicher hinüber­dif­fun­diert: \spedi­tive Arbeits­weise\…

  8. Thomas Empt 23. Dezember 2010 at 9:58 — Reply

    Hi Svenja, Danke für Deine klaren Worte. Ich habe auch beharr­lich versucht, mir das Wort ‘proak­tive’ nicht ‘aufok­tru­ieren’ zu lassen.
    Ein erfolg­rei­ches und dyna­mi­sches Fest mit Mehr­wert im Kreise Deines Teams wünscht,
    Thomas

  9. Svenja Hofert 23. Dezember 2010 at 11:15 — Reply

    Hi Thomas, dann lass uns doch mal proaktiv an Weih­nachten denken und uns Weih­nachts­ein­käufe aufok­troieren.… oder aktiv…oder wie? herz­liche Grüße und ein problem­lö­sungs­ori­en­tiertes Weih­nachten im Kreise echt fami­liärer Team­player

  10. Thomas Grüske 26. Dezember 2010 at 4:43 — Reply

    Hi Svenja, wo wir gerade dabei sind, hast du dir schon einen Sinn­ma­cher besorgt? 😉
    http://www.sinn-macher.de/

  11. Erich Feld­meier 3. Januar 2011 at 15:41 — Reply

    Floskel Nummer 0: Bei uns steht der MA im Mittel­punkt…
    und die Vorge­setzten sitzen fest im Sattel.
    Vorge­setzte stehen auf und werden Führungs­kräfte!

    Top-Leis­­tungs-Nach­­weis:
    http://ed.iiQii.de/gallery/ValueCreation/ChristianScholz_uni_sb_de

    Hoch moti­viert:
    http://ed.iiQii.de/gallery/Die-iiQii-Philosophie/MarcoNink_bpm_de

    Promoted not punished:
    http://ed.iiQii.de/gallery/VictimsOfGroupThink/BenShaw_bond_edu_au

    Punished not Promoted:
    http://ed.iiQii.de/gallery/Science-TheOnlyNews/Ernst_Mach_wikipedia_org

    Magister mit Hofze­re­mo­niell:
    http://ed.iiQii.de/gallery/VictimsOfGroupThink/HansWuethrich_unibw_de

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