Kate­go­rien

Die wich­tigsten Lear­nings: Mein E‑Book-Expe­ri­­ment Teil 2

Published On: 24. August 2013Cate­go­ries: Führung

cover_ebook_ITSeit Anfang dieses Jahres expe­ri­men­tiere ich mit E‑Books, hier der erste Teil. Dieser Artikel fasst meine bishe­rigen Erfah­rungen zusammen. Für alle, die es noch nicht nach­ge­lesen haben, sei erwähnt, dass ich seit 1998 – damals aufgrund meiner Fest­an­stel­lung bis Ende ´99 noch unter Pseud­onym – Ratgeber und Sach­bü­cher in Publi­­kums- und Wirt­schafts­ver­lagen veröf­fent­liche. Von daher kann ich sagen, dass DAS GEDRUCKTE BUCH weite Teile meiner Karriere begleitet hat — und mehr noch: es hat sie ermög­licht. Sowohl im Priva­t­­kunden- als auch im Unter­neh­mens­be­reich waren sie immer der mitent­schei­dende Kompe­tenz­aus­weis.

Aufgrund dieser engen Bindung fällt mir der Print-Abschied schwer — und er fällt auch nicht komplett und konse­quent aus: Ich werde mit den Coaching- und Bera­ter­tools – eine Art Lebens­werk, das so aufwändig war wie nichts zuvor und einfach wunder­schön wird! — in diesem Oktober für Gabal und mit dem Buch “Karrie­re­künstler” im Januar 2014 für Campus auch wieder gedruckte Werke heraus­bringen.

Ohne einen großen Verlag im Rücken habe ich zwei verschie­dene E‑Book-Stränge aufge­baut und mitein­ander verzahnt:

  1. Ehemals bei Eich­born erschie­nene Bücher aktua­li­siere und digi­ta­li­siere ich nach und nach in meinem eigenen Verlag Kexpa.de, der zugleich eine Marke ist. Bisher sind es fünf E‑Books:
    1. Diese Woche Online ging, bisher nur als PDF in meinem Shop das ehema­lige Praxis­buch IT-Karriere rundum erneuert als „Erfolg­reich in der IT“ in meinen Shop.  EBUP und MOBIPOCKET folgen. Die Umwand­lung, die eine Grafi­kerin macht, ist knifflig, weil ich sehr viele Tabellen und Bilder in allen Büchern habe. Ständig meldet der Dienst­leister Book­wire Fehler­mel­dungen. Mein Lear­ning bezogen auf die Formate: Nur ganz einfache Text-E-Books sind auch einfach zu erstellen. Sobald man wie ich viel mit Bildern und Tabellen arbeitet, haben selbst Profis viel zu tun. Allein könnte ich es nicht.
    2. Die „Praxis­mappe für die krea­tive Bewer­bung“, einst ein Best­seller über Jahre, ist jetzt „Praxis­buch kreativ bewerben“. Hier habe ich mit einer langen und einer kurzen Version expe­ri­men­tiert. Das war wohl gut: Beide Versionen verkaufen sich etwa gleich und von allen E‑Books bisher am besten (wobei es natür­lich auch sein könnte, dass ich von der Lang­ver­sion mehr verkauft hätte ohne die kurze… Dinge, die man nie erfahren wird). Lear­ning: Es macht Sinn verschie­dene Lese­ver­sionen anzu­bieten. Tatsäch­lich gibt es Leute, die knackige Infos den detail­lierten vorziehen.
    3. Mein ehema­liges Karrie­re­ma­cher­buch wurde zu “Erfolg­reich in der Jobwelt der Zukunft”. Es verkauft sich OK, aber eigent­lich nicht so wie der Inhalt es — finde ich ganz unbe­scheiden 😉 — verdient hätte. Mein Lear­ning: Mögli­cher­weise spreche ich mit dem Titel (Erfolg = in Spiral Dyna­mics ein oranger Wert… für die Insider ;-)) zu sehr die tradi­tio­nellen Denker an. Ich werde es noch mal anders versu­chen.
    4. Mit „Wirk­same Selbst­prä­sen­ta­tion in Social Media“ habe ich das erste Web 2.0‑Jobbuch im deut­schen Sprach­raum (2006 bei Eich­born erschienen) komplett umge­deutet. Mein Lear­ning: Der von mir verge­bene Titel zieht nicht so. Es kann auch sein, dass die Zeit vorüber ist, in der man solche Bücher brauchte. Oder dass Einsteiger in Social Media älteren Semes­ters sind, solche Bücher im Buch­handel kaufen würden und ein E‑Book, das eher Basics enthält, nicht die inter­net­af­fine Ziel­gruppe anspricht, die E‑Books kauft.
    5. Mein „Social Media Expe­ri­ment 2011–2012“ ist eine Zusam­men­stel­lung von Erfah­rungs­be­richten aus diesem Blog. Ich habe es für 99 Cent verkauft und vor allem via Twitter viele tolle Feed­backs bekommen.  Ich habe aber billi­gend in Kauf genommen, dass ein paar Fehler drin sind, wie im Blog auch. Ein Korrek­torat hätte 150–200 EUR gekostet  –  habe ich mir gespart. Klar eine Frage meiner Perspek­tive (ich bin penibel bei Inhalten, aber nicht bei Sachen, die ich für nach­rangig halte, das letzte rich­tige Komma etwa).  Lear­ning: Ich musste fest­stellen, dass der Preis offenbar in meinem Fall unwichtig ist (mögli­cher­weise weil der Name etabliert ist). Von allen E‑Books ging das “Praxis­buch krea­tive Bewer­bung” bis jetzt mit weitem Abstand am besten weg und das Social Media-Expe­ri­­ment am schlech­testen. Wenn ich die bishe­rigen Verkäufe für das IT-Buch hoch­rechne, müsste es das Kreativ-Buch indes schlagen. Das kann daran liegen, dass es sehr umfas­send ist, sehr spezi­fi­sche Infos und ungleich mehr Know-how enthält, zudem eine Nische bedient (meines Wissens haben andere Bücher in dem Segment nicht so sehr Aus- und Weiter­bil­dung sowie Karrie­re­pla­nung im Blick als viel­mehr Bewerben). Oder auch damit, dass ich einen Vertrau­ens­vor­schuss bei ITlern habe… Oder: Das Opera­tio­na­li­sieren bei diesen Dingen ist schwer. Es kann so sein .… und so.
    So sieht das aus mit den Verkäufen bei Bookwire - jeden Monat auch anders, mal mehr Mobi, mal Epub, mal Thalia mal... unberechenbar

    So sieht das aus mit den Verkäufen bei Book­wire — jeden Monat auch anders, mal mehr Mobi, mal Epub, mal Thalia mal… unbe­re­chenbar

2. Als zweites Produkt habe ich digi­tale Selbst­lern­kurse entwi­ckelt, die als Ziel immer ein fertiges Projekt haben: Da soll eine Bewer­bung erstellt werden, ein Buch, ein IT-Profil, ein Blog. Hier habe ich meine didak­ti­sche Erfah­rung einfließen lassen. Ich habe nicht nur als Trai­nerin gear­beitet, sondern sehr früh, als E‑Learning gerade entstand, in diesem Bereich auch gear­beitet und zudem später Selbst­lern­hefte für Ausbil­dungs­gänge entwi­ckelt, etwa für die Fach­jour­na­lis­ten­schule und das Jour­na­lis­ten­kolleg. Idee für Kexpa war, dass die Kurse sich im platt­form­über­grei­fenden Format Adobe Reader beschreiben lassen, auch mobil. Alle Kurse haben bild­ori­en­tierte Zusam­men­fas­sungen für die bessere Merk­bar­keit. Und es gibt über­wie­gend zusätz­liche Doku­mente wie Muster – für einen Preis bis 30 EUR. Zusätz­lich lässt sich Bera­tung zum Kurs bzw. der damit ausge­ar­bei­teten Lösung buchen. Das wird derzeit noch wenig wahr­ge­nommen. Wir versu­chen mit unter­schied­li­chen Ansätzen Hemm­schwellen zu senken. Dass es funk­tio­nieren kann, bin ich mir sehr sicher, da ich vor Jahren bereits einen funk­tio­nie­renden Shop für Bera­tungs­leis­tungen hatte, den mitt­ler­weile abge­schal­teten Karrie­re­shop.

Fazit: Die Verkäufe sind insge­samt bisher deut­lich nied­riger als die Verkäufe gut laufender Bücher wie “Praxis­buch für Frei­be­rufler” im Print­be­reich. Aller­dings laufen meine E‑Books besser als die E‑Books, die Publi­kums­ver­lage von mir heraus­ge­bracht haben. Es hat sich insge­samt so entwi­ckelt wie ich das geplant habe — als lang­samen Aufbau ohne jede offen­sive Werbung. Der Shop Kexpa wird wahr­schein­lich schon nach 12–14 Monaten den ROI über­schreiten. Um das mit den E‑Books wird immer inter­es­santer werden — da bin ich sehr zuver­sicht­lich. Auch wenn die Heraus­for­de­rung darin liegen dürfte, in der Flut der Publi­ka­tionen die wirk­lich guten heraus­zu­fil­tern.

 

 

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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