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Ein Muss für Karrie­re­coachs – die Top-Five der besten Tools

Published On: 6. Juli 2014Cate­go­ries: Aktuell

Was Coachs wissen und lernen, zeigte kürz­lich ein schönes Special von Trai­ning aktuell, zu dem Abon­nenten ein E‑Book bekamen. Trans­ak­ti­ons­ana­lyse, NLP, Carl Rogers – Methoden und Ansätze, die allge­mein sehr verbreitet sind, lagen vorn. Bei den Test­ver­fahren waren MBTI und Reiss führend.

toolsAber wie ist es bei den Karrie­re­coachs und Karrie­re­be­ra­tern? Als spezia­li­sierte Coachs sind das Menschen, die sich über die syste­mi­sche Ausbil­dung oder ein Studium hinaus bera­tend und coachend auf berufs­be­zo­gene Themen fokus­sieren. Welche Tools sollten diese Job‑, Berufs- und Lauf­bahn­ex­perten eigent­lich über das grund­le­gende Hand­werks­zeug aus Coaching und Coun­seling kennen?

Meine persön­liche Top-Five:

  • Karrie­re­anker nach Ed Schein. Der groß­ar­tige Orga­ni­sa­ti­ons­psy­cho­loge Schein erkannte die beruf­li­chen Präfe­renzen, die die moderne west­liche Arbeits­welt domi­nieren. Er fand Idea­listen (Dienst für die Sache), Unab­hän­gige (Intra­pre­neure) und Lebens­stil­in­te­grie­rende (denen Frei­zeit wichtig ist) – sowie fünf weitere. Der Karrie­re­anker war Ende der 1990er Jahre eines der ersten Tools, das ich kennen­ge­lernt habe. Ich wende ihn heute kaum noch an, da ich inzwi­schen z.B. mit den Workli­fe­styles eigene Tools entwi­ckelt habe auch weil ich mich u.a. mit Schein beschäf­tigt habe!). Bleibt empfeh­lens­wert.
  • Belbin Team­rollen. Wie auch der Karrie­re­anker von Ed Schein handelt es sich hier nicht um einen validen Test, sondern „nur“ um ein System, eine Einord­nungs­hilfe. Meredith Belbin, ein Mann, ermit­telte acht und später neun Team­rollen, die Gruppen optimal arbeits­fähig machen. Über die Rollen im Team lernt auch der Einzelne eine Menge über sich selbst. Ich wende den Test heute kaum noch an, aber im Hinter­kopf habe ich die Team­prä­fe­renzen und ‑rollen nach wie vor. Das Wissen darum hilft beim struk­tu­rierten Fragen.
  • Biogra­fie­ar­beit – ob Berg-Tal-Lebens­­lauf, emotional Life Line oder Job-Linie: Ähnli­ches ist unter verschie­denen Namen bekannt. Ich nenne es Berg-Tal-Lebens­­lauf, doch Systeme, die den beruf­li­chen und auch privaten Lebens­lauf aufar­beiten helfen, haben auch unab­hängig von mir andere gefunden. Mein Berg-Tal-Lebens­­lauf, über den Karrie­re­ex­perte Jens Jann­asch am Freitag in seinem Blog berichtet hat, ist eine Linie mit Plus und Minus-Skala, anhand der der Klient sein bishe­riges Berufs­leben beschreiben kann. Dies ist super zur Bestands­auf­nahme und auch hervor­ra­gend als Basis für eine Karrie­re­pla­nung oder Bewer­bungs­op­ti­mie­rung.
  • T‑Shape und Karrie­re­qua­drat (hier mehr dazu): In meinem Karrie­­re­ex­­perten-Profes­­sional-Seminar betone ich gern, dass Karrie­re­pla­nung ein unter­schätzter Bereich ist. Viele Coachs stürzen sich auf „weiche“ Themen, dabei ist die Nach­frage nach konkreter Unter­stüt­zung und Exper­ten­feed­back höher. Menschen wollen erkennen, wo sie stehen. Sie wollen Szena­rios entwi­ckeln! Sie suchen jemand, der Ihnen ein Feed­back geben kann und will. Sie suchen niemand, der sie fragt, was sie selbst nicht wissen… Ich habe dazu jahre­lang mit dem T‑Shaping gear­beitet, das einst von IBM erfunden wurde. Als ich merkte, dass das zu einseitig wird, habe ich mein Karrie­re­qua­drat daraus gemacht – und dem ganzen zwei Seiten hinzu­ge­fügt. Wunderbar zu Bestands­auf­nahme und um Weiter­bil­dungs­be­darf sichtbar zu machen.
  • Soll-Ist-Analysen: Was ist jetzt und was soll kommen? Wie viel Zeit liegt dazwi­schen? Auch die Methode der Soll-Ist-Analyse ist ideal für die Karrie­re­pla­nung am Über­gang zur Karrie­re­ent­wick­lung. Was möchte ich errei­chen? Und welche Schritte sind dafür nötig? Wo muss ich an mir arbeiten? Wo auch fach­lich nach­bes­sern? Mit einer Soll-Ist-Analyse, ich nenne das ganze Start-Ziel­­straße, lassen sich Standort und Ziel, aber auch ganz konkrete Meilen­steine entwi­ckeln.

Und Tests? Je länger ich diesen Job mache, desto weniger brauche ich Tests. Dennoch halte ich diese nach wie vor für wichtig – mitunter ist die psycho­lo­gi­sche Funk­tion für den Kunden sogar rele­vanter als das Ergebnis an sich. Dass man irgendwie ist oder von irgend­etwas mehr hat als andere, dient letzt­end­lich auch der Iden­ti­fi­ka­tion „so bin ich“ und fördert das Selbst­bild. Das spricht für den Einsatz nicht-(be-)wertender Test­ver­fahren – oder eben für die Nutzung von Tools wie eben Karrie­re­anker und Belbin.

In meinem Buch „Meine 100 besten Tools für Coaching und Bera­tung“ sind alle diese Tools mit konkreten Beschrei­bungen enthalten. Sie können es hier bei Amazon bestellen. Dort finden sich auch von mir selbst erstelle Kurz­ver­sionen Karrie­re­anker und Belbin.

 

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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2 Kommen­tare

  1. Roland Kopp-Wich­mann 6. Juli 2014 at 12:45 — Reply

    Liebe Frau Hofert,
    Sie schreiben: “Sie suchen niemand, der sie fragt, was sie selbst nicht wissen… ”
    Na ja, manchmal doch. Nämlich dann, wenn trotz aller Tools und Planung die Karriere stockt oder einem immer dasselbe im Job passiert.
    Ich arbeite dann auch nicht mit Tests, sondern versuche mit dem Coachee jenen inneren Konflikt zu iden­ti­fi­zieren, der sich durch das Leben zieht. Das ist harte Arbeit.
    Es stimmt, dass der Gefragte die Antwort nicht weiß, weil solche Konflikte immer unbe­wusst sind. Aber mit der nötigen Erfah­rung und Intui­tion kommt man gemeinsam doch zum Ziel.
    Leider lässt sich das nicht so leicht lehren oder in einer Ausbil­dung vermit­teln.

    • Svenja Hofert 6. Juli 2014 at 22:41 — Reply

      Lieber Herr Kopp-Wich­­mann, Sie haben natür­lich recht. Ich glaube, das hat mit Lebens­phasen zu tun und wo man gerade steht. Sucht man sich, das wir und den Sinn, kann ein Berater nur den Rahmen schaffen. Hier können sich die Betrof­fenen nur selbst finden. Ganz schön schwer manchmal (auch für den Coach). Planen ist leichter und ganz ehrlich freue ich mich manchmal über prag­ma­ti­sche Kunden, die einfach nur den nächsten Schritt wollen und nix Proble­ma­ti­sches dahinter 😉 Mit der Ausbil­dung ist das so eine Sache. Erfah­rung kann man nur machen, kann man nicht lernen. Ich sehe viele Ausge­bil­dete, die wenig können und viele nicht ausge­bil­dete, die viel können, z.B. weil sie tausend Kurse belegt habe, unend­lich viel gelesen haben und sich mensch­lich rein­knien. Sagt am Ende wenig. Danke für Ihr State­ment jeden­falls und nette Grüße Svenja Hofert

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