Kate­go­rien

Erfolg­reich sein im Jour­na­lismus — Erfah­rungs­be­richt von Marco Glas

Published On: 25. Juni 2010Cate­go­ries: Führung

Erfolg­reich sein im Jour­na­lismus – das ist in Zeiten der Medi­en­krise nicht leicht. Doch mit den rich­tigen Konzepten und einer klaren Nische geht auch das. Marco Glas hat sich als Jour­na­list mit seinem Unter­nehmen „paper­dogs“ auf Artikel, Online-Texte und Pres­se­ar­beit rund um Hund und Tier spezia­li­siert. Als Marke­ting­in­stru­ment dient ihm seine Webseite, ein Blog und syste­ma­ti­sches Empfeh­lungs­mar­ke­ting.

Sein Erfah­rungs­be­richt: „Um als freier Jour­na­list, Texter und Online-Texter erfolg­reich zu sein, brau­chen Sie meiner Erfah­rung nach ein klares Konzept, ein gutes Netz­werk und mehr Flexi­bi­lität denn je. Sich Hals über Kopf in die Arbeit zu stürzen, zeugt zwar von einer gesunden Arbeits­ein­stel­lung. Das gewünschte Ergebnis werden Sie in den meisten Fällen aber nur erzielen, wenn Sie in allen Berei­chen Ihres unter­neh­me­ri­schen Handelns struk­tu­riert vorgehen. Über­legen Sie sich genau, wie Sie sich als Frei­schaf­fender posi­tio­nieren: Was sind Ihre Stärken? Gibt es eine Nische, die Sie besetzen können? Wie machen Sie Ihren Namen zu einer Marke, die sich verkauft? Das Gleiche gilt für die Akquise. Tele­fo­nieren Sie nicht in der Hoff­nung, es wird schon jemand anbeißen, einfach drauflos und verzichten Sie auf Rund­mails. Über­legen Sie sich statt­dessen vorab ganz genau, wen Sie anrufen und legen Sie sich Argu­mente zurecht, die auch Sie über­zeugen würden. Und ganz wichtig: Geben Sie nicht auf. Gerade im Gespräch werden Sie es immer wieder mit gestressten Redak­teuren zu tun bekommen, die vor lauter Arbeit nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht. Lassen Sie sich von der einen oder anderen Abfuhr nicht entmu­tigen, sondern versu­chen Sie es in ein paar Wochen mit einem anderen Thema. Nur weil ein Redak­teur Ihr Thema ablehnt, muss das nicht heißen, dass es schlecht ist. Manchmal passt ein Thema gerade einfach nicht ins Blatt. Versu­chen Sie es bei einer anderen Redak­tion und Sie werden fest­stellen, vieles hängt von den Vorlieben des verant­wort­li­chen Redak­teurs, seiner Tages­form und natür­lich auch vom vorhan­denen und häufig leider nicht mehr vorhan­denen Budgets für “Freie” ab.

Da die Budgets für “Freie” in den letzten Jahren immer weiter geschrumpft sind, gehört ein gutes Netz­werk, über das Sie Aufträge gene­rieren können, zu den wich­tigsten Erfolgs­fak­toren eines Jour­na­listen. Gut ist ein Netz­werk vor allem dann, wenn es aktiv ist und wenn jeder etwas einbringt. Seien Sie nicht nur auf Ihren eigenen Vorteil aus, sondern gestalten Sie den regel­mä­ßigen Austausch so, dass möglichst alle Betei­ligten davon profi­tieren. Gehen Sie auch mal in Vorleis­tung, ohne sich dabei ausnutzen zu lassen. Sie werden bald merken, dass man sich tatsäch­lich immer zweimal oder sogar mehr­mals im Leben trifft. Unver­zichtbar ist für Jour­na­listen das welt­weit größte Netz­werk, das Internet. Online-Netz­­werke wie “Face­book” und “Xing” bieten Ihnen ein Forum zum Austausch. Sie finden Menschen und werden gefunden. Einige meiner Artikel sind aus Themen­vor­schlägen entstanden, die  über Xing an mich heran­ge­tragen wurden. Aber auch eine eigene Inter­net­prä­senz bietet Ihnen viele Vorteile. Mit einer Website oder einem Blog schärfen Sie Ihr Profil. Arbeits­proben müssen nicht mehr mühe­voll per E‑Mail versandt werden und auch Ihre Refe­renzen sind mit einem Maus­klick für poten­zi­elle Kunden ersicht­lich. Zudem schaffen Sie sich mit einem Inter­net­auf­tritt eine kosten­güns­tige Werbe­platt­form, über die Sie Kunden akqui­rieren können.

Fast am Wich­tigsten erscheint mir heute aber eine Eigen­schaft, die Sie als ange­hender Jour­na­list unbe­dingt mitbringen sollten: Flexi­bi­lität. Versteifen Sie sich nicht auf ein Themen­ge­biet, für das es keine Nach­frage gibt oder auf dem sich bereits Tausende von Jour­na­listen tummeln. Nach Themen, die Ihnen Redak­tionen vor einem Jahr noch aus der Hand gerissen haben, kann ein Jahr später schon wieder kein Hahn mehr krähen. Schaffen Sie sich deshalb möglichst ein über­schau­bares, aber ausge­wo­genes Port­folio an Themen und Tätig­keiten. Als gelernter Jour­na­list sollten Sie mehr als Berichte und Repor­tagen schreiben können. Wenn die Redak­tionen für Ihre Themen gerade partout nicht zu begeis­tern sind oder schlicht und einfach kein Budget dafür vorhanden ist, dann bieten Sie Ihre sprach­li­chen Fertig­keiten doch einer Online- oder Werbe­agentur an. Viele Unter­nehmen veröf­fent­li­chen Kunden­ma­ga­zine, Image­bro­schüren und Geschäfts­be­richte. Nicht jedes Unter­nehmen kann sich eine eigene Marke­­ting- und PR-Abtei­­lung leisten und die meisten Studenten geben ihre Abschluss­ar­beit vor der Abgabe noch mal in die Hände eines Lektors. Also bleiben Sie flexibel — und die Arbeit wird Ihnen so schnell nicht ausgehen.“

Da ich täglich Anfragen von SEO-Leuten bekomme, hier ein vorbeu­gender Hinweis: Gast­bei­träge in meinem Blog stammen ausschließ­lich von Personen, die ich persön­lich kenne, die aus meiner Sicht etwas “richtig” machen und die ich selbst um einen Beitrag gebeten habe.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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