Kate­go­rien

Evolu­tionär wachsen: Der Weg von der grünen Wiese zum eigenen Feld

Published On: 8. März 2012Cate­go­ries: Führung

Über meine Idee des expe­ri­men­tellen Grün­dens, Wach­sens und des spie­le­ri­schen Marke­tings habe ich hier bereits öfter geschrieben. Heute möchte einen kleinen Ausschnitt aus meinem Vortrag bei Lehmann´s gestern aufgreifen und näher darauf eingehen. Es geht um zwei Schritte, die jeden Selbst­stän­digen, aber auch jeden Berufs­ein­steiger im Bereich der wissens­in­ten­siven Bran­chen unmit­telbar betreffen: Die Entwick­lung vom 3. in den 4. Sektor. Wir erin­nern uns an den theo­re­ti­schen Hinter­grund, die meine Abbil­dung die 4 Sektoren verdeut­licht.

Jeder, der ein sicheres Einkommen jenseits der Hartz-IV-Linie produ­zieren möchte, muss das bei seiner Karrie­re­ent­wick­lung beachten: Er braucht oft den Start auf der grünen Wiese (und damit eben häufig im 3. Sektor), um sich von da aus weiter­ent­wi­ckeln zu können und — langsam und Schritt für Schritt — ein eigenes Feld zu besetzen.

  1. Die grüne Wiese

Sie ist der Anfang. Auf ihr ist alles erlaubt. Sie dürfen und müssen expe­ri­men­tieren. Sie dürfen scheinbar falsche Entschei­dungen bei der Ausbil­­dungs- und Studi­en­wahl treffen. Sie dürfen Erfah­rungen machen, die sicb negativ anfühlen, aber in eine posi­tive Konse­quenz leiten. Sie erkennen dann viel­leicht plötz­lich, dass seltsam anmu­tende Kombi­na­tionen im Berufsweg – zum Beispiel — aus Alten­pflege, Biolo­gie­stu­dium und BWL  oft erst im Nach­hinein Sinn machen. In dieser Zeit sollten Sie besser nicht auf die Karrie­re­pro­pheten der alten Welt hören, die sie nervös machen und vom für Sie rich­tigen Weg abbringen. Bei Selbst­stän­digen und Ange­stellten docken sich Chancen an zufällig gewon­nenen Erfah­rungen an.

Ich sage in meienm Slow-Grow-Prinzip: Probiert aus. Gönnen Sie sich Jahre, in denen Sie dem Inter­esse folgen und in denen Sie danach greifen, was sich an-bietet. Sortieren Sie einmal im Jahr. Misten Sie aus, lernen Sie dazu. Das ist die grüne Wiese. Sie dürfen wild wachsen. Lassen Sie nicht beschneiden, wenn es noch keinen Sinn macht.

  1. Das eigene Feld

Der Zeit­punkt, um sich ein eigenes Feld zu suchen, gern auch – das ist koope­ra­tives Arbeiten und auch Co-Working – mit anderen zusammen, ist indi­vi­duell. Das eigene Feld kann nur auf der Basis von Erfah­rungen entstehen und nicht auf dem Papier oder im Busi­ness Plan.

Um das eigene Feld zu entde­cken, gilt es Erfah­rungen sinn­voll zu bewerten und Schlüsse daraus zu ziehen. Jetzt gibt es vor allem zwei Fragen:

  • Was sind meine wich­tigsten Kompe­tenzen, was ist einfach mein Ding?
  • Wo gibt es keine oder sehr wenig Wett­be­werb?

In meinem Slow-Growing-Konzept denke ich in dieser zweiten Stufe persön­­lich­keits- und markt­ori­en­tiert, aber ich fange bei der Persön­lich­keit an. Es macht keinen Sinn, sich diesen Bereich zu erschließen, wenn das inhalt­liche Inter­esse gering ist. Das ist der Unter­schied zu einer Entre­pre­­neur-Geschäfts­­idee: Diese kann jeder reali­sieren, der die persön­li­chen Fähig­keiten mitbringt.  Eine selbst­stän­dige Wissens­kar­riere dagegen ist nicht für jeden kompa­tibel. Das eigene Feld kann jeder entde­cken, auch hier wiederum sehe ich keinerlei Unter­schied zwischen Ange­stellten und Selbst­stän­digen, außer dem größeren finan­zi­ellen Druck von Selbst­stän­digen. Danke für das Beispiel „Reden­straf­ferin“ an Katja Kersch­gens, die im Zuge Ihrer “Felder­obe­rung” ein wunder­bares Buch geschrieben hat “Reden straffen statt Zuhörer strafen”.

 

 

 

 

Fotos: © Fotolia

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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