Kate­go­rien

Akade­mi­sche oder betrieb­liche Ausbil­dung: Was braucht die Zukunft?

Published On: 8. Oktober 2014Cate­go­ries: Führung

Vor einiger Zeit habe ich einen Bürokaufmann/frau gesucht. Ich ließ mir Lebens­läufe von einem Vermittler senden. Es war eine Kata­strophe. Etwa 20 Frauen, kein Mann. Mehr als die Hälfte hatten studiert, viele BWL. Mein Joban­gebot beinhal­tete Ablage, Excel­ta­bellen und Vorbe­rei­tung für den Steu­er­be­rater. „Ich will keine Studierte, um Gottes willen!“ rief ich beim Lesen der Unter­lagen. Nicht, dass ich etwas gegen Akade­miker habe, Gott oder wer auch immer bewahre. Aber so ein Job ist keine Perspek­tive für jemand, der mehr leisten könnte. Ich bin doch kein Ausbeuter, dachte ich.…

Wenn alle Akade­miker sind, wer hält dann noch Hände?

Szenen­wechsel. In Spanien studieren Kran­ken­pfleger. Jetzt kommen sie, oft hoch spezia­li­siert, nach Deutsch­land. Dort sind sie den Ärzten klar unter­ge­ordnet. Hier dürfen sie keine kleinen Ärzte sein wie in Spanien, hier sind es Zuar­beiter, weiter unten in der Hack­ord­nung, die in Deutsch­land offen­sicht­lich ausge­prägter ist als woan­ders. Während in Spanien, so erzählte mir eine Perso­nal­ver­mitt­lerin, Spezia­li­sie­rung ange­sagt ist, versorgt in Deutsch­land ein Kran­ken­pfleger einen Pati­enten rundum. Was für den Menschen besser ist, will ist ein anderes Thema (das arbeits­psy­cho­lo­gi­sche Prinzip der „voll­stän­digen Aufgabe“ spräche für unser System), mir geht es mehr darum, den Unter­schied im akade­mi­schen und nicht-akade­­mi­­schen Ausbil­dungs­system aufzu­zeigen. Und die Sache, die dahin­ter­steckt: Wer entweder mehr kann oder sich zu Höherem berufen fühlt — das zu unter­scheiden ist nur im Einzel­fall möglich, wenn über­haupt -, der geht nicht dauer­haft zurück in die… „Buckelei“. Wenn ich Schach auf höchstem Niveau zu spielen gelernt habe, lang­weilt mich das Match mit dem Einsteiger.

Deutsch­land auf dem abstei­genden Ast — weil Akade­miker fehlen und zu wenig arbeiten?

Eigent­lich sollte das eine Rezen­sion werden. Ich wollte über meine Wochen­end­lek­türe „Die Deutsch­land Blase. Das letzte Hurra einer großen Wirt­schafts­na­tion“ von Olaf Gerse­mann schreiben. Ich dachte, das Buch hätte mir neue Lösungen aufge­zeigt, aber im Grunde hat es mich nur darauf hinge­wiesen, dass es Leute gibt, die gekonnt mit Zahlen umgehen können, oft Volks­wirte. Kombi­nieren sie ihr Metier mit Jour­na­lismus, können sie auch Worte um ihre Zahlen­ge­bäude bauen.

Ich bewun­dere Herrn Gerse­mann für sein analy­ti­sches Schach­spiel auf dem Brett der Volks­wirt­schaft. Dort ist die Kette seiner Argu­men­ta­tion lückenlos. Das Buch ist für meinen Geschmack etwas kalt geschrieben, aber das ist wohl analy­tisch in der Inter­pre­ta­tion des Algo­ri­th­­misch-Logi­­schen. Dafür hätte er von mir bei Amazon vier Sterne bekommen. Ich habe nach­ge­schaut, auch die anderen Rezen­senten gaben bisher nicht volle Punkt­zahl. Vier Sterne sind gerecht, eine “zwei” über­setzt in Schul­noten. Das ist fair in der Logik eines Noten­sys­tems: Wenn jemand eine Mathe­ar­beit schreibt, bekommt er schließ­lich eine Mathe­note und keine für Deutsch.

Bis 2020 das Arbeits­pa­ra­dies kommt, Däum­chen drehen?

Genau das ist der Punkt. Kommen wir zum Anfang: Meinem vermissten-gesuchten Büro­kauf­mann und den spani­schen Kran­ken­pfle­gern. Gerse­mann schreibt auch über den Arbeits­markt, immerhin gehört dieser zur Wirt­schafts­po­litik. Und er hat die Tipps parat, die jeder aus den Taschen zieht, der nur aus einer Diszi­plin heraus und mit Zahlen in der Hand auf das Thema schaut: demo­gra­fi­scher Wandel, klar, zack, 2020, da dreht sich der Markt. Ach, bis dahin können die Leute, die studiert haben, ja ruhig etwas arbeitslos bleiben und sich auf Stellen bewerben, die unter ihrem Niveau sind. Dann aber dann, dreht sich alles. Passt in eine Rechen­logik, ist aber für die Menschen im Moment wenig hilf­reich. Gerade haben wir in unserem Büro wieder viel mehr zu tun mit Entlas­sungen, ein Wirt­schafts­um­schwung kündigt sich an, Airbus entlässt, Gruner & Jahr, manche kleinen auch… es fühlt sich an wie vor wenigen Jahren… Erzähl diesen Leuten was von 2020 – das sind sechs Jahre!

Gerse­mann rechnet uns vor, wie Schweizer länger arbeiten als wir faulen Deut­schen und dass wir das auch müssten, Volks­wirt­schaft­liche Notwen­dig­keit eben, um zumin­dest ein mode­rates Wachstum zu erhalten, lässt außer Acht, dass das Arbeits­leben in der Schweiz ganz offen­sicht­lich ange­nehmer ist (Herr Buck­mann! Ist doch so?). Es igno­riert, dass Arbeits­ein­satz nicht in Stunden gemessen werden sollte, zumal akade­mi­scher Arbeits­ein­satz nicht, der ja krea­tiver sein sollte (auch Gerse­mann glaubt, dass das Krea­tive des Menschen im digi­talen Zeit­alter über­lebt). Wenig inno­vativ ist Herr Gerse­mann auch in anderen Zahlen-Dingen. Das BIP – Brut­to­so­zi­al­pro­dukt — sei ja umstritten, schreibt er kurz, weil es ja auch dadurch erhöht würde, dass ein Radfahrer in Hamburg umge­fahren wird und dieser sich ein neues Fahrrad kaufen muss. Weshalb man zwecks Erhö­hung des BIPs doch einfach mehr Rowdytum einführen  könnte…. Optimal sei das natür­lich alles nicht. Aber eine Idee, was man anders machen könnte mit diesem BIP: auch nicht. Also da gefällt mir der Glück­s­index aus der Psychoecke schon wesent­lich besser, aber so was nehmen Zahlen­men­schen ja nicht ernst.

Speziell ist nicht gleich spezia­li­siert

Zurück zu meinem Büro­kauf­mann und dem Kran­ken­pfleger: Er, Gerse­mann, propa­giert die akade­mi­sche Ausbil­dung, wahr­schein­lich weil er sich nicht vorstellen kann, dass sich bei mir Promo­vierte auf den Job eines Beleg­sor­tie­rers bewerben. Er nimmt ein zuge­geben prägnantes Beispiel: Den Tank­wart — immer noch ein Lehr­beruf. Braucht man wohl wirk­lich nicht. Aber dass das alle Ausbil­dungs­be­rufe in Frage stellt? Bei Ikea hier um die Ecke, in der großen Berg­straße, passiert gerade das, was ich in „Am besten wirst du Arzt“ 2012 für den Beruf des Einzel­han­dels­kauf­manns vorher­ge­sehen habe: Man scannt sich seine Einkäufe selbst, man braucht eine Hand­voll tech­nisch versierter Leute, aber keine Kassen­kräfte mehr. Gerse­mann war wohl noch nicht bei Ikea, aber auch er verweist darauf, dass der Einzel­han­dels­kauf­mann zu den bedrohten Berufen gehört. Der Mathe­ma­tiker etwa nicht? Der Lite­ra­tur­wis­sen­schaftler? Mögli­cher­weise auch… das grenzt an Blasphemie…der Volks­wirt? Die Berech­nungen und Tabellen unter die Gerse­mann „Berech­nungen selbst“ geschrieben hat – die kann auch der Computer. War er das über­haupt? Oder war es Excel, Stata oder SPSS?

Was bleibt, nachdem ich dieses Buch an einem wunder­baren Sonntag an einem wunder­baren See gelesen habe? Vor allem das sichere Gefühl, dass unser Problem am Arbeits­markt nicht die fehlende Akade­mi­sie­rung ist oder das inter­na­tional unver­gleich­liche (positiv wie negativ!) Ausbil­dungs­system sind. Der Tank­wart kann nun wirk­lich abge­schafft werden; er ist speziell und nicht spezia­li­siert. Aber es ist nach wie vor auch so, dass Menschen in und nach Ausbil­dung viel leichter in Jobs kommen — und nach drei Jahren Lehre ist man eben­so­wenig wie nach drei Jahren Studium in irgend­etwas Experte. Man hat sich selbst kennen­ge­lernt, Stärken gefunden und neue Ansätze. Man arbeitet an seiner Mosa­ik­kar­riere.

Das Studium kann ein weiterer Baustein sein, einer der später oft mehr Sinn macht als früher. Ich sehe derzeit vor allem den riesen­großen Gap zwischen den Erwar­tungen Jung Studierter und den Möglich­keiten am Arbeits­markt. Mir fehlt der Glaube, dass sich das 2020 schlag­artig anders wird. Vor allem in den Groß­städten nicht, wo alle hinwollen und kaum jemand weggeht, ist er/sie einmal da…

Der Vorteil eines ausge­bil­deten Büro­kauf­manns ist, dass dieser oder diese wirk­lich kann, was er/sie tut. Ich hab das erlebt, es ist sensa­tio­nell. Eine Studentin hatte vorher Büro­kauf­frau gelernt – ich werde ewig dankbar sein für das, was sie in meinem Büro einge­führt und geordnet hat. Unser Ausbil­dungs­system ist auch keine Einbahn­straße: Der spani­sche Kran­ken­pfleger kann sich hier mit Weiter­bil­dungen entwi­ckeln, Stich­wort Study Nurse, aber auch viele andere. Es ist sehr eindi­men­sional, eine Akade­mi­sie­rung zu fordern und außer Acht zu lassen, dass betrieb­liche Ausbil­dungen auch erheb­liche Vorteile haben.

Viele unserer Ausbil­dungen waren ohnehin schon halb akade­misch, vergleicht man Lehr­in­halte mit Bache­lor­themen — da fehlte nur das Etikett. Und vieles was derzeit in oft teuren Studi­en­gängen vermit­telt wird, ist am Arbeits­markt viel weniger Wert als das Wissen aus einer Lehre.

Im Grunde gibt es nur ein Problem: Wenn der wind of change die Verhält­nisse in Europa mal umdreht, was sicher passiert, ist das deut­sche Ausbil­dungs­system ein Hemmnis, jetzt zumin­dest. Könnte man das aber nicht anders lösen – durch inter­na­tio­nale Aner­ken­nung auch deut­scher Abschlüsse und nicht durch… noch ein Studium. Das Studium löst die Grund­pro­bleme nicht, den großen Gap zwischen den Quali­fi­ka­tionen, der in Schulen und Eltern­häu­sern entsteht.

Lieber in der Schule mehr lernen. MS Office

Lieber in der Schule mehr lernen. MS Office

Unter den Bewer­bungen zum Büro­kauf­mann waren auch nicht-akade­­mi­­sche. Da waren in jedem zweiten Wort Fehler. Das ist das eigent­liche Thema. Diese Leute muss man fördern –  nicht die Studier­quote in dem Maße, wie es gerade passiert. Wir können doch nicht im Ernst glauben, mit schlechten PIACC-Erge­b­­nissen und Compu­ter­kennt­nissen im Abstei­ger­be­reich der IT-Bundes­­liga dauer­haft Europas Über­flieger zu bleiben – ange­sichts der fraglos anhal­tenden digi­talen Revo­lu­tion? Und ange­sichts der glas­klaren Tatsache, dass die Auto­mo­bil­in­dus­trie vor einem Umbruch steht, was funda­men­tale Folgen für den Standort haben wird? (der dann nicht fit genug für krea­tive Berufe ist!)

Ein Studium schützt nicht vor eindi­men­sio­nalem Denken

Gerse­mann schreibt auch, dass wir zu Spezia­lis­ten­ori­en­tiert denken – so inter­pre­tiert er die Ausbil­dungen, siehe Tank­wart. Es ist richtig, die Gefahr seinen Job zu verlieren steigt stetig. Und dann ist es ein Problem, wenn man nur Spezi­al­wissen aus nur einem Betrieb mitbringt. Doch ein Studium schützt nicht vor Spezia­lis­tentum.

Auch unter den Akade­mi­kern denkt, schreibt und redet jeder nur aus seiner Ecke. Die Psycho­logen aus ihrer, die Volks­wirt­schaftler aus ihrer, die Medi­ziner aus ihrer. Das hat zwar nicht so starke Auswir­kungen auf den Arbeits­markt, aber auf das krea­tive Denken! Das Buch ist für mich das beste Beispiel dafür. Inso­fern begrüße ich die neuen inter­dis­zi­pli­nären Studi­en­gänge, so lange sie nicht zu einer starken Wissens­zer­stü­cke­lung führen. Aber bitte, bevor ihr euch jetzt zum Mix-Studi­en­­gang einschreibt – denkt daran: Wer kreativ verbinden will, muss wissen was. Prak­ti­sche Erfah­rung, etwa gewonnen in einer Lehre, ist da oft nicht die schlech­teste Basis.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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11 Kommen­tare

  1. Jörg Buck­mann 8. Oktober 2014 at 23:33 — Reply

    Grüezi Frau Hofert, ich habe Ihren Zuruf gehört. Hmm… die Schweiz ein Para­dies? Ich habe kürz­lich über die Schweiz gelesen: Die Berge sind hoch und die Hier­ar­chien flach. Ich glaube schon, dass das was hat. Dies trägt sicher dazu bei, dass das Arbeiten bei uns in der Schweiz trotz hoher Wochen­ar­beits­zeit (41.7 h im Schnitt, jaja, wir sind wirk­lich ein fleis­siges Völk­chen) als ange­nehm empfunden wird — zumal in Verbin­dung mit der guten Lebens­qua­lität und der viel­leicht doch um einen Tick gemäch­li­cheren Gangart hier. Das bestä­tigen mir auch viele unserer deut­schen Arbeit­neh­me­rinnen und Arbeit­nehmer bei den Verkehrs­be­trieben Zürich, aber auch im Bekann­ten­kreis. Oder kürz­lich mehrere Pfle­­ger/-innen und Ärzte, die ich im Rahmen eines Work­shops kennen gelernt habe. Scheint also was dran zu sein.

    In diesem Sinne — ganz herz­liche Grüsse aus Züri, wie wir hier sagen.

    Jörg Buck­mann

    • Svenja Hofert 9. Oktober 2014 at 18:26 — Reply

      Grüezi Herr Buck­mann, wäre ich Arbeit­nehmer, ich würde versu­chen einen Job in der Schweiz zu bekommen — aber so Chef­frei und mit selbst­be­stimmten Hier­ar­chien geht’s auch in Hamburg 😉 LG Svenja Hofert

  2. Damoun 10. Oktober 2014 at 12:18 — Reply

    Witt­gen­stein hat dies seiner­zeit sehr tref­fend formu­liert: „Auf seinen Lorbeeren auszu­ruhen ist so gefähr­lich wie auf einer Schnee­wan­de­rung ausruhen. Du nickst ein und stirbst im Schlaf.” In einer perfor­mance getrie­benen Gesell­schaft, sollte stets über den Teller­rand hinaus geschaut werden. Eine Spezia­li­sie­rung auf wenige Bran­chen ist natür­lich stark. Aber in einer Zeit in der sich Politik und Gesell­schaft im Wandel befinden ist ein flächen­de­ckendes Branchen/Marktwissen natür­lich förder­lich.

  3. […] es hinsicht­lich des gegen­sei­tigen Verständ­nisses und Achtens. Vorur­teile müssen abge­baut werden. Ein Studium schützt nicht vor eindi­men­sio­nalem Denken, formu­lierte Svenja Hofert. „[V]ieles was derzeit in oft teuren Studi­en­gängen vermit­telt wird, […]

  4. der große Zampano 13. Oktober 2014 at 11:53 — Reply

    Aus dem Alltag in “meiner Umge­bung”:

    Ihr Zitat:
    “Aber es ist nach wie vor auch so, dass Menschen in und nach Ausbil­dung viel leichter in Jobs kommen — und nach drei Jahren Lehre ist man eben­so­wenig wie nach drei Jahren Studium in irgend­etwas Experte. Man hat sich selbst kennen­ge­lernt, Stärken gefunden und neue Ansätze.”

    An dieser Stelle kann ich Ihnen nicht zustimmen.

    Zur Vorge­schichte:
    Ich entsinne mich noch sehr gut an die 40 Bewer­bungen und unzäh­ligen Gespräche bei Unter­neh­mern nach 3 1/2 Jahren Ausbil­dung und dem Ende einer befris­teten 2 Jahres­über­nahme als Helfer. Ja, ich war auch auf einem guten Weg ein Experte zu werden, da ich die ganze Zeit Fach­ar­beit verrichten durfte trotz mieser Helfer­be­zah­lung. Während dieser Zeit wurden auch meine inten­siven Weiter­bil­dungs­an­stren­gungen aktiv verhin­dert, weil ich, wie ich später heraus­fand, die Hier­ar­chie der Vettern­wirt­schaft im Unter­nehmen gefährdet hätte. Aus diesem Grunde durfte ich auch nicht früher meine Ausbil­dung beenden.

    Resultat der folgenden Bewer­bungen und persön­li­chen Gespräche mit Unter­neh­mern .…. ausschließ­lich Ableh­nungen, weil den Damen und Herren meine schu­li­schen Leis­tungen nicht passten. Ich hatte mir nämlich erlaubt ein Abitur zu haben und meine Ausbil­dung hervor­ra­gend abzu­schließen. So etwas brauche man nicht. “Sie werden mit ihrer Beno­tung nie eine normale Anstel­lung im erlernten Beruf bekommen. Sie sind zu gut. So jemand wie sie macht im Unter­nehmen nur Probleme.” (ehrliche Worte eines Unter­neh­mers vor Ort)

    Das Drama setzte sich auch fort, als ich versuchte während der folgenden Arbeits­lo­sig­keit den Meister bzw. Tech­niker zu erlangen. Dies wurde durch eine “bestimmte öffent­liche Insti­tu­tion” aktiv verhin­dert.

    Nein Danke, habe ich dann gesagt und mich in Anbe­tracht solchen Wahn­sinns bei der Uni einge­schrieben. Die beste Entschei­dung meines Lebens.

    Meine Erfah­rungen! sagen, dass die meisten Unter­nehmer keine moti­vierten und hervor­ra­gend ausge­bil­deten Fach­ar­beiter und Co. suchen. Es geht nur um das liebe Geld. Erfah­rungen aus meinem Umfeld zeigen, dass man statt eines neuen Fach­ar­bei­ters lieber einen Leih­ar­beiter holt. Der kann zwar zunächst nicht “das Rich­tige” , ist unge­lernt oder muss teuer ange­lernt werden. Aber der ist billig. Das damit die gesamte Arbeits­moral im Unter­nehmen nach unten gedrückt wird, würden “viele Unter­nehmer” nicht einmal reali­sieren, wenn diese Tatsache ihnen mit Schmerz behaftet ins Gesicht springen würde.

    Zitat:
    “Unter den Bewer­bungen zum Büro­kauf­mann waren auch nicht-akade­­mi­­sche. Da waren in jedem zweiten Wort Fehler. Das ist das eigent­liche Thema. Diese Leute muss man fördern – nicht die Studier­quote in dem Maße, wie es gerade passiert. ”

    Das hier beschrie­bene Phänomen kenne ich auch. Ein Groß­teil der Azubis in meiner Berufs­schule und Klasse war nicht einmal in der Lage eine simple Formel in Mathe­matik umzu­stellen, geschweige denn sinn­volle Berech­nungen durch­zu­führen. Der Stand der Mathe­ma­tik­kennt­nisse war bei den 10. Klasse Azubis mit Real­schul­ab­schluss unge­fähr der eines Gymna­si­asten beim Beginn der 7. Klasse. Bei den Fächern Deutsch, Englisch sah es entspre­chend düsterer aus.

    Dementspre­chend verhielten sich zum Teil auch diese Schüler. Das bedrohen von Lehrern und das Mobbing waren an der Tages­ord­nung. Ich rede nicht nur von aktu­ellen Zuständen, sondern begin­nend im Jahre 1999. Diese setzen sich bis in die Gegen­wart fort. (guter Kontakt zu ehema­ligen Berufs­schul­leh­rern)

    Was an dieser Stelle jedoch bemer­kens­wert ist, ist die Tatsache, dass nicht die sehr guten und guten Azubis einen Arbeits­platz ergat­tern durften. Nein, diese wurden zum Groß­teil von den Ausbil­dungs­be­trieben nach der Frei­spre­chung sofort “entsorgt”, da man ja nun nicht mehr “kostenlos” mit den glän­zenden Leis­tungen der Azubis in der Öffent­lich­keit angeben konnte. Auch durch eigene Erfah­rungen kann ich sagen, dass Bildung und Leis­tungs­wille bestraft werden. Es geht nur darum gestellte Aufgaben abzu­ar­beiten. Wer über den Teller­rand hinaus denkt und es dann auch noch wagt diese Gedanken auszu­spre­chen, wie dies gebil­dete Menschen zu tun pflegen, wird aus der arbei­tenden Gesell­schaft ausge­son­dert. Diese Erfah­rungen mache ich auch nach meinem Studium trotz gutem Abschluss.

    Die “begehrten” Arbeits­plätze bekamen dann die Fach­ar­beiter, welche ihre Ausbil­dung gerade so oder im 2. Anlauf bzw. befrie­di­gend abge­schlossen hatten. Deren Mängel in Recht­schrei­bung etc. stellen und stellten offen­sicht­lich keinen Mangel dar, denn diese Personen Arbeiten viel ohne etwas zu hinter­fragen. An dieser Stelle wäre Verstand nur hinder­lich.

    Ich sag es mal etwas sarkas­tisch. Offen­sicht­lich ist eine Förde­rung der Bildung der Arbeiter, im Sinne Ihres Zitates, uner­heb­lich für deren Funk­tion und Nutzen als Zahnrad in der “großen Arbeits­ma­schine”, sowie für deren Mehr­wert­pro­duk­tion zur Gewinn­ma­xi­mie­rung des Unter­neh­mens.

    Ich lasse mich hinsicht­lich einer posi­tiven Förde­rung von Bildung und Leis­tungs­wille in der Arbeits­welt gerne eines besseren belehren, doch seit über 150 erfolg­losen Bewer­bungen, Prak­tika, Probe­ar­beiten ohne das ich Lohn erhielt, persön­liche Belei­di­gungen auf Unter­neh­mer­treffen, etc. habe ich nichts abwei­chendes finden können.

  5. Jenny 5. November 2014 at 16:37 — Reply

    das duale Ausbil­dungs­wesen hat massive Schwä­chen und ist in vielen Berei­chen nicht inno­vativ genug, es hängt tw. in manchen Zweigen hinter aktu­ellen Entwick­lungen hinterher.

    Das sie so viele BWLer haben die sich auf Büro­kauf­frau­stellen bewerben, hat mehrere Gründe. Es ist mir tatsäch­lich schon begegnet, das manche frei­willig einen solchen Job machen wollen, weil sie keinen so stres­sigen Job im Manage­ment wollen, gerade wenn sie z.B. nur Teil­zeit arbeiten wollen.
    Nichts desto­trotz liegt es an der Aufspal­tung des deut­schen Bildungs­we­sens in beruf­lich und akade­misch, eine künst­liche Tren­nung, die es so stark anderswo kaum gibt. Es wachsen in DE oft 200 verschie­dene Manage­ment und BWL-Studi­en­­gänge, aber da, wo es richtig wäre, wird kaum ein neuer inno­va­tiver Studi­en­gang entwi­ckelt. Es macht z.B. mehr Sinn die Fach­hoch­schulen auszu­bauen und medi­zi­ni­sche Berufe dort anzu­sie­deln als den 200. BWL-Studi­en­­gang aus dem Boden zu stampfen.

    ich möchte das an einem Beispiel verdeut­li­chen, wo DE weniger inno­vativ ist als andere Länder — das Bsp. heißt Respi­ra­tory Therapy, ein Studium, dass von Kanada und den USA nun auch von China und Vietnam über­nommen wird.

    wir verglei­chen es mit der Situa­tion in DE, wo man NUR über Fort­bil­dungen nach bereits erfolgter Ausbil­dung diesen Beruf lernen kann. Verdeut­li­chen muss man sich dabei den Fakt, dass in Kanada NUR Personen mit Studium und LIZENZ in dem Bereich arbeiten dürfen, die Beschäf­ti­gungs­rate liegt bei nahe 100%, das Einkommen ist gut und tw. mehr als bei manchen anderen akade­mi­schen Beruf. Der Beruf: http://bit.ly/1okstQn

    die Situa­tion in DE:

    http://bit.ly/1okssMm

    und so sieht das in Kanada aus:

    http://bit.ly/1okssMr

    ich hinter­frage die Qualität des Ausbil­dungs­we­sens, weil es meiner Auffas­sung nach nicht in der Lage ist, den Fach­kräf­te­mangel zu besei­tigen. Es fehlt auch die Möglich­keit Berufe leichter wech­seln zu können, die Flexi­bi­lität. die Colleges anderswo sind da sehr fair, was das angeht: es ist immer auch veröf­fent­licht, wie die Arbeits­lo­sig­keit ist, die Jobchancen, welche Aufstiegs­mög­lich­keit, Gehälter, Statis­tiken zum Beruf

    und was wichtig ist ist die Flexi­bi­lität — die fehlt in DE nämlich. Stellen sie sich vor, das in DE nur derje­nige ausge­bildet wird im Wunsch­beruf, der einen Ausbil­dungs­ver­trag erhält, dann wird den jungen leuten noch erzählt, wenn Du im wunsch­beruf nichts findest, dann musst du halt einen anderen nehmen, den du nicht willst.

    in anderen Ländern gibts am College einen gigan­ti­schen Katalog zzgl. allen Jobin­for­ma­tionen — und dann wähl mal aus, was DU willst — da fragt keiner nach nem Ausbil­dungs­ver­trag — in DE erhalten ja viele keinen.

    und dann bleibt das Weiter­bil­dungs­system — in Kanada kann doch jeder leicht in eine andere Branche wech­seln, dann schreibt der sich einfach am College ein — das ist ein Vorteil!!! Allein die Quer­ein­steiger, die gewonnen werden können. Es ist doch viel flexi­bler.

  6. Jenny 5. November 2014 at 16:50 — Reply

    ein weiteres nega­tives unfle­xi­bles Beispiel, welches mir spontan einfällt ist der Fach­wirt Steuern, wo gerade ein Fach­kräf­te­mangel ist.
    ich möchte nur mal verdeut­li­chen, wo Schwä­chen sind. Stellen sie sich vor, sie haben irgend­einen Büro­beruf gelernt, z.b. büro­kauf­frau oder irgendwas und haben nun die Idee Steuern gut zu finden und lernen zu wollen, auch weil sie wissen, dass DA ja ein Mangel ist und sie mit dem über­lau­fenen Büro­kauf­mann nix finden.

    Nun wollen sie den fach­wirt Steuern machen, da das natür­lich ein tolles “nicht konse­ku­tives”! Angebot wäre. Aber was lesen sie da bei dem Bildungs­träger, der das anbietet: SIE dürfen gar nicht rein!!!! Nur wenn sie Steu­er­fach­an­ge­stellter sind ODER mindes­tens 5 Jahre bereits in einem Steu­er­un­ter­nehmen gear­beitet hätten, dann wären sie rein­ge­kommen. Und wenn sie als Büro­kauf­frau nicht zufäl­li­ger­weise in einem Steu­er­büro saßen, dann haben sie Pech gehabt! Sie müssten dann statt dessen einen Ausbil­dungs­be­trieb suchen und dann den Büro­beruf Steu­er­fach­an­ge­stellter erst lernen, dann wieder 3–4 Jahre Berufs­er­fah­rung sammeln und erst DANN kann der Fach­wirt kommen.

    Verstehen sie, was ich mit unfle­xibel meine? Wollen Sie noch ein Beispiel aus der Realität hören.

    Es gibt den hoch — und über­spe­zia­li­sierten Beruf “Fach­an­ge­stellte für Infor­ma­ti­ons­dienste” — ein Beruf der zu 95% nur einen Arbeit­geber kennt, nämlich die öffent­liche Biblio­thek. Ich kenn eine, die war mit dem Beruf Aufsto­ckerin, weil sie nur eine Teil­zeit­stelle fand — die Arbeits­agentur zwang sie dann für befris­tete Stellen anderswo zur deutsch­land­weiten Bewer­bung, für den Beruf sind selbst in Groß­städten oft nur 10 Stellen pro Jahr ausge­schrieben.
    die Person wollte beim Arbeit­geber (Univer­sität) dann eigent­lich gern als Verwal­tungs­kraft allge­mein noch arbeiten oder einige Stunden so dazu­be­kommen — eigent­lich ist es ja egal , ob ich Bücher und Daten verwalte, oder Perso­nal­akten — aber nicht so in DE — das wurde ihr nicht möglich gemacht, da sie ja Fach­an­ge­stellte für Infor­ma­ti­ons­dienste ist, nicht allg. Büro­kauf­frau — im Endef­fekt sind diese über­spe­zia­li­sierten Ausbil­dungen aber doch so gut wie iden­tisch!

    keine Ahnung, ob ich Ihnen das Bsp verständ­lich vermit­teln konnte, aber ich denke, DE ist da zu über­spe­zia­li­siert. Das wäre ja nicht weiter schlimm, wenn wenigs­tens das Umschu­lungs­system als Notfall­me­cha­nismus flexibel wäre, aber auch da hapert es.

    Um Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit zu verhin­dern sollte einBil­dungs­system auf allen Ebenen flexibel sein — das gilt auch für Akade­miker, weshalb Ich ein großer Fan von nicht konse­ku­tiven Studi­en­gängen bin!! Ich z.B. wollte bald nicht konse­kutiv Umwelt­technik studieren, andere finden z.B. eine Stelle erfolg­reich nach Studi­en­gängen wie Infor­matik für Geis­tes­wis­sen­schaftler, nach dem die lange mit Geschichte keine Stelle fanden.

    Flexi­bi­lität wäre für alle eine gute Sache! Das seh ich aber im dualen Ausbil­dungs­system nicht.

  7. Jenny 5. November 2014 at 17:05 — Reply

    und um noch mal auf die Pflege und ihre Fort­bil­dungen zurück­zu­kommen. Herr Alt von der Bundes­ar­beits­lo­sen­agentur hat gerade wieder erklärt, dass schon wieder Ausbil­dungs­plätze in der Pflege und Alten­pflege fehlen, ebenso steht es im Bildungs­be­richt.
    Wenn nicht genug ausge­bildet wird, dann fehlen noch mehr auch jene mit den Fort­bil­dungen. Also fehlen mit den Fach­kräften auch die Spezia­listen. Das ist mir als großer Vorteil bei dem System in Ländern wie Kanada und Austra­lien aufge­fallen — wenn da jeder auch als Quer­ein­steiger ohne Ausbil­dungs­ver­trag überall rein­kann, so wird es doch leichter Fach­kräfte ausbilden zu können.
    Das Unter­an­gebot an Ausbil­dungs­plätzen gibt es in DE seit den 1980ern. Und wenn man in die Liste der belieb­testen oder am häufigsten ange­bo­tenen Berufe blickt, findet man ausge­rechnet sowas wie Verkäufer/Einzelhandelskaufmann, also Berufe, wo meiner Meinung nach eigent­lich gar nicht so wich­tiger Fach­kräf­te­be­darf ist, da das auch viele Aushilfen, Mini­jobber, Studenten etc machen.

    keine Ahnung, ob sie das verstehen, was ich damit sagen will. Ich befürchte manchmal, dass DE in unwich­tigen Berei­chen zu viel ausbildet, in wich­tigen Berei­chen zu wenig.

    Es ist immer wichtig, dass ein Gesamt­bil­dungs­system flexibel Wechsel! ermög­licht, es sollte immer möglichst leicht sein, sich weiter­zu­bilden, umzu­schulen oder wech­seln zu können — und zwar auch auf eigene Veran­las­sung hin. Wo man in Austra­lien oder Kanada oder auch anderswo einfach sagen kann — “ich will das lernen und setz mich ins College” — da fehlt sowas in DE — quasi fehlen uns “nieder­schwel­lige Lern­an­ge­bote” — weil man ja immer wieder bei der Ausbil­dung dual mit ausbil­dungs­ver­trag neu anfangen muss oftmals, oder man benö­tigt das Grüne Licht und Geld der Arbeits­agentur, die das aber oft verwei­gert.

    viel­leicht bin ich die einzige Person, die es toll findet, wenn es offene Systeme gibt, wo man auf jeder Stufe nicht konse­kutiv lernen kann. Wieso soll eine Büro­kauf­frau nicht ohne Ausbil­dungs­ver­trag direkt was zum Thema Steuern lernen dürfen z.B. — v.a. wenn da ein Fach­kräf­te­mangel ist. Selbst ihre BWLe­rinnen hätten evtl. Probleme, in den Steu­er­fach­wirt rein­zu­kommen, weil sie ja nicht jahre­lang da gear­beitet haben. Könnte ich mir vorstellen.

  8. Jenny 5. November 2014 at 17:14 — Reply

    negativ fallen mir auch die stän­digen Doppel­aus­bil­dungen in total ähnli­chen Berufen auf! Es macht z.B. gar keinen Sinn, dass eine Büro­kauf­frau als erneute Ausbil­dung dann noch mal sowas wie Fach­an­ge­stellte für Infor­ma­ti­ons­dienste lernt — es ist doch egal, ob man Perso­nal­akten oder Bücher­listen verwaltet. Auch sollten Bildungs­sys­teme stufen­weise aufein­ander aufbauen, so das es schnell voran­geht — also auch anre­chenbar für die nächste Stufe sein — aber auch das ist oft nicht der Fall! Es geht doch darum, möglichst Zeit und damit Geld zu sparen — auch das man z.B. erst 5 Jahre irgendwo arbeiten muss, um sich weiter­bilden zu können, finde ich hinder­lich.

    DE hat übri­gens viel mehr Lang­zeit­ar­beits­lose als andere Bildungs­sys­teme die schu­li­scher ausbilden. Ich denke, dass liegt oft an der mangelnden Flexi­bi­lität. Auch mancher Mini­jobber müsste mal eine neue Ausbil­dung erhalten. Als Haus­frau aber oft nicht so leicht. Die haben ja auch kein Recht auf Bildungs­gut­schein und Co.

  9. Jenny 5. November 2014 at 17:39 — Reply

    ich kann immer nach­voll­ziehen wie schreck­lich das ist, wenn man irgend­wann mal eine Ausbil­dung gelernt hat, dann arbeitslos ist und gern was Neues lernen möchte. Dann aber keine Möglich­keit dazu bekommt.

    Wie gesagt, finde ich es bemer­kens­wert, wenn man sich in anderen ländern einfach sagen kann “dann geh ich noch mal ins College und suche mir einfach was Neues aus” — ich denke, in DE ist das wesent­lich schwerer. Naja, Arbeits­lose bekommen evtl manchmal eine Umschu­lung, aber für andere ist es evtl. schwer.

    Online­stu­di­en­gänge sind da auch hilf­reich. Das wären alles leicht erreich­bare Ange­bote.

  10. Jenny 7. November 2014 at 5:37 — Reply

    mir ist noch ein Nach­teil beim dualen Ausbil­dungs­wesen einge­fallen, der einen nur auffällt, wenn man selbst mal eine solche absol­viert hat. Die geringe Stel­len­fluk­tua­tion. Ich hab z.B. eine Ausbil­dung für die es auf dem freien Arbeits­markt kaum Stellen gibt. Das liegt daran, weil jeder einfach selber ausbildet, diesen dann über­nimmt — soweit, so gut — aber dadurch ist der Arbeits­markt total verschlossen — die guten Stellen werden intern besetzt, falls mal doch selte­ner­weise eine Stelle auf dem freien Arbeits­markt landet, was lange Jahre kaum der Fall war, dann sind es nur sehr wenige, schlechte Stellen.

    ich finde den Arbeits­markt in DE sehr verschlossen für jene, die nicht über­nommen wurden, weil ja jeder selber ausbildet.

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