Kate­go­rien

Fach­kräf­te­mangel: Akade­miker = gesucht? Vergesst es! Werdet lieber Tech­niker und Hand­werker

Published On: 25. Februar 2014Cate­go­ries: Führung, Mensch & Orga­ni­sa­tion

Gestern sprach ich mit einem Kunden, der mitt­ler­weile 180 Bewer­bungen draußen hat, ein Akade­miker mit fundiertem betriebs­wirt­schaft­li­cher Studium und inter­na­tio­naler Erfah­rung. Der Mensch ist intel­li­gent und eloquent, es gibt keinen Grund für die vielen Absagen außer den, dass die vorhe­rige Berufs­er­fah­rung etwas speziell war und das sie gerade am Markt nicht exakt abge­bildet ist. Er hat auch keinen tech­ni­schen Hinter­grund. Wirt­schafts­in­ge­nieur würde besser laufen. So, nur mit BWL, beträgt die Einla­dungs­quote kaum 5%.

engpassWenn Menschen meine Einschät­zung zu Lebens­läufen wissen wollen, klafft diese manchmal ausein­ander mit dem, was überall zu lesen ist. „Ich bin doch eine Fach­kraft! Ich habe doch studiert!“ Ja, aber leider oft das Falsche mit Blick auf den Arbeits­markt. Es werden nur bestimmte Fach­kräfte gesucht – und man höre und staune: Das sind über­wie­gend keine Akade­miker. Der Fach­kräf­te­mangel ist eine rela­tive Erschei­nung entlang sehr weniger Engpass­be­rufe, die weit über­wie­gend NICHT akade­misch sind. Ja, richtig gehört! Gesucht werden nicht noch mehr Bache­lors und Masters, gesucht werden Hand­werker und Tech­niker sowie Kran­ken­schwes­tern und Alten­pfleger, am liebsten mit Zusatz­qua­li­fi­ka­tionen. Bei den Akade­mi­kern erscheinen ausschließ­lich Inge­nieure, Ärzte und Verwal­tungs­fach­kräfte in der Liste der Engpass­be­rufe, die das Bundes­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft ermit­telt – das sind Berufe/Jobs mit weniger als einem Bewerber pro Stelle. DAS, was sie auf diesen Grafiken in meinem Artikel sehen, ist das, was  mit Fach­kraft gemeint ist. Wie konnte dieser falsche Eindruck entstehen, dass es alles ist, was mit akade­mi­scher Ausbil­dung zu tun hat außer Geistes- und Sozi­al­wis­sen­schaften?

engpassfachIch glaube, es hat viel damit zu tun, dass ganz viele ihre Haus­auf­gaben nicht gemacht haben. Ange­stellte Berufs­be­rater beraten an diesen Statis­tiken vorbei, längst nicht alle kennen die Möglich­keiten und kaum jemand ist ausrei­chend geschult. Ganz krass ist das Beispiel, das Martin Gaedt von der Younect GmbH in seinem tollen Buch „Mythos Fach­kräf­te­mangel“ bringt. Wer zu einer Bera­tung der Arbeits­agentur geht, kommt immer dann mit einer Empfeh­lung „Gärtner“ heraus, wenn er ange­kreuzt, er arbeite gern im Freien. Das größte Berufs­be­ra­tungs­in­stitut arbeitet mit völlig unzu­rei­chender Soft­ware! Und die Berater glei­chen das nicht durch Know-how und Empa­thie aus, im Gegen­teil.

Die Coaching­welle spült aus meiner Sicht weitere gefähr­liche Entwick­lungen mit sich. Privat aktive Coachs über­tragen nämlich den konstruk­ti­vis­ti­schen Grund-Gedanken, dass „die Wahr­heit in jedem liegt“ und man sich den Beruf selbst erschließen muss auf junge Leute, die anders als 40jährige noch keine feste Persön­lich­keit sind. Diese Berater postu­lieren die Suche nach Berufen entlang von Inter­essen. Damit sind die jungen Leute erstens voll­kommen über­for­dert und zwei­tens kommen sie mit unzu­rei­chenden Ergeb­nissen zurück. Sie werden auf Recherche geschickt und kommen mit Berufs­ideen wieder, die verfügbar sind, weil man sie kennt und sieht und weil sie mit schönen Dingen zu tun haben. Natür­lich kann man Inter­essen nicht außen vorlassen – aber wie wäre es mit einem Zwischen­ding? Kein Berater kann alles wissen und kennen, aber er muss die metho­di­sche Kompe­tenz haben, jemand zu einer Lösung zu führen, die ihm eine gute Basis bietet. Und er muss sich bewusst sein, dass uns Heuris­tiken wie die der Verfüg­bar­keit steuern und nicht der reine Sach­ver­stand und System 2 (weshalb Berufs­ent­schei­dungen aus meiner Sicht immer aus System 2 erfolgen müssen).

Die meisten jungen Frauen werden den Beruf des Maschi­nen­bau­tech­ni­kers auf den ersten Blick für sich ablehnen, aber auf dem zweiten und dritten? Mein Sohn hatte gerade Projekt­woche „Mode“ – warum kann man sowas nicht für tech­ni­sche Berufe machen und zwar sehr früh und auch bei Gymna­si­asten. Denn es ist doch ein Schmarrn bei dem alten Gedanken zu bleiben: Haupt­schule = Moto­riker mit unter­ent­wi­ckelter Kogni­tion, also poten­zi­elle Hand­werker. Real­schule = Kognitiv nur mittel­fähig, also kauf­män­ni­sche Zuar­beiter. Und Gymna­sium = kogni­tive Elite, also künf­tige Akade­miker und Führungs­kräfte.

engpassakaAuch Gymna­si­asten würden viel­leicht viel glück­li­cher werden als Elek­tro­in­stal­la­teur, wenn sie nicht ihr Schul­leben lang auf andere Berufe und andere Zukunfts­per­spek­tiven getrimmt würden und Status­denken bei diesen Dingen eine so starke Rolle spielte. Wenn ich sehe, was studierte Menschen in Nicht-Engpas­s­­be­­rufen verdienen, ist diese Perspek­tive doch weitaus attrak­tiver. Klar, geht es nicht (nur) um Geld? Aber was ist das für eine Zukunft, in der man mit Studium 1.600 brutto verdient (nicht unge­wöhn­lich heute als Illus­trator, Redak­teur, Mode­de­si­gner, in der Kultur…) und sich damit schlechter steht als ein Friseur­meister, der seine Nische gefunden hat? Was nutzt Leiden­schaft, wenn man in einem Haifisch­be­cken schwimmt und nicht von seiner Arbeit leben kann. Schon gar nicht in der Groß­stadt.

Ich habe auch Machi­nen­bau­tech­niker und Maschi­nen­bau­tech­ni­ke­rinnen beraten. Die sind z.B. ins Marke­ting oder in den Vertrieb gegangen, weil sie eigent­lich lieber „was mit Menschen“ zu tun hatten. Sie hatten viel weniger Probleme Jobs zu finden und waren auch regional gut vermit­telbar, was ein weithin unter­schätzter Fakt ist. Was nutzt es mir, wenn ich nur Jobs in Berlin finde, aber irgend­wann im bayri­schen Hinter­land leben möchte? (was ich im Zweifel mit 20 noch nicht weiß).

In meinem Buch „Am besten wirst du Arzt“ habe ich mal die These aufge­stellt, dass kauf­män­ni­sche Berufe sich komplett akade­mi­sieren werden und der Abschluss nicht mehr viel Wert sein wird. Das war vor drei Jahren. Die These würde ich heute doppelt unter­strei­chen. Aber ich würde noch viel mehr auf die tech­ni­schen und hand­werk­li­chen Berufe hinweisen, als ich es damals getan habe.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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78 Kommen­tare

  1. Marc Mertens 25. Februar 2014 at 13:57 — Reply

    Hallo Frau Hofert und vielen Dank für diesen weiteren Artikel, der mich als Recruiter sehr inter­es­siert und auch ange­regt hat zum Nach­denken.

    Auf das Buch zum Thema “Mythos Fach­kräft­mangel” bzw. Ihre Rezen­sion bin ich schon mal gespannt. Kann auch einzelne Aspekte sehr gut nach­voll­ziehen, da ich derzeit aus der Praxis komme und eben tatsäch­lich ziem­lich spezi­elle und eng verfüg­bare Experten suche.

    Ergänzen möchte ich an dieser Stelle aber auch, dass es immer auf den ganzen Charakter, den Typen, also den Menschen ankommt. Ich glaube, dass auch viele HR-Abtei­­lungen sich zum Teil einen zu engen Ziel­fokus setzen und zu wenig auf die grund­sätz­liche Exper­tise schauen. Auch in unseren Reihen befinden sich Planungs­spe­zia­listen, die eher aus der prak­ti­schen Ecke stammen und daher aber einen teil­weise sehr gewinn­brin­genden Blick für Details besitzen. Ob dies auch unsere Kunden so gesehen hätten, muss aber manchmal bezwei­felt werden.

    • Svenja Hofert 25. Februar 2014 at 14:12 — Reply

      Danke, Herr Mertens für Ihren Kommentar. Ich würde mir wirk­lich wünschen, dass einer mal auf persön­liche Kompe­tenzen schaut. Ich sehe das einfach nicht. Sagen Sie mir, wo die Unter­nehmen sind, die es tun? Verein­zelt höre ich von guten und ermu­ti­genden Gesprä­chen mit Recrui­tern. Da gibt es diese schreck­li­chen Urge­steine, die jemand ins Gesicht sagen “wenn Sie ein Jahr arbeitslos sind, sind Sie tot (was für ein unglaub­li­cher Quatsch, ganz abge­sehen von der psycho­lo­gi­schen Wirkung). Und nette, fort­schritt­liche — wie vermut­lich Sie einer sind, Aber die führen gute Gespräche und dann kommt: “Der Kunde wollte sie nicht.” Das ist einfach nur schade. LG Svenja Hofert

      • Witte 25. Februar 2014 at 19:38 — Reply

        Hallo Frau Hofert, ich habe fest­ge­stellt, dass es wichtig ist, wo man wohnt. In Süddeutsch­land (dyna­mi­sche Regionen beson­ders) ist es in allen Berufen leichter Arbeit zu finden, weil quasi überall Voll­be­schäf­ti­gung. Kauf­män­ni­sche Berufe (BWL oder auch Ökonomie) im Control­ling mit vielen Kennt­nissen in Daten­banken, EDV und betriebs­wirt­schaft­li­chen Struk­turen sowie zahlen­affin mit guten Kennt­nissen in Statistik geht hier immer und können in der Regel nur Akade­miker ausüben. Werden in der Regel auch über­durch­schnitt­lich bezahlt! Erst recht mit entspre­chender Berufs­er­fah­rung die über­tragbar auf unter­schied­liche Bran­chen ist.

      • witte 13. April 2015 at 13:01 — Reply

        Liebe Frau Hofert,

        ich bin vorhin zufaellig auf diese Seite gestossen und habe mit sehr viel Anteil­nahme den Artikel “Fach­kraef­te­mangel” gelesen. Ich muss Ihnen einfach persoen­lich danken, weil Sie in allen Aspekten Punkte beruehren, die mich, meinen Werde­gang, meine Erfah­rung, meine Einstel­lung und meine persoen­liche aktu­elle Situa­tion betreffen. Leider finden sich in den Medien so gut wie nie Artikel, die das Thema Bildung, Arbeits­lo­sig­keit, Einstel­lungen, Fach­kraft, Studium naeher beleuchten und in ihren Wider­sprue­chen und Maen­geln so gut beleuchten wie Sie es thema­ti­siert haben. Hier ein paar Gedan­ken­fetzen von meiner Seite und bitte gleich­zeitig um Entschul­di­gung fuer meine fehler­hafte Recht­schrei­bung, die sich im Laufe des Tempos sicher­lich einschlei­chen werden zumal ich der engli­schen Sprache sehr verhaftet bin.

        Ich Deut­sche 42 Jahre war die letzten 10 Jahre im Ausland (die letzten Jahre in Asien davor Oester­reich, Schweiz-direkt nach Doktor­ar­beit Deutsch­land verlassen). Ich hatte bereits vor ueber 10 Jahren als Geis­tes­wis­sen­schaft­lerin (Diplom Sowi) grosse Schwie­rig­keiten eine Posi­tion in der Wirt­schaft zu bekommen. ich hatte es nach prak­tikum bei einem grossen it konzern geschafft dort noch bezahlte Promo­tion zu bekommen und mich in dem unter­nehmen auf feste stelle im ausland weiter­zu­ent­wi­ckeln. nach insge­samt acht jahren mit dieser firma im ausland wurde es mir zu eng und ich habe gekuen­digt (ohne anderen job zu haben!!!). getreu nach dem motto da wartet noch besseres auf mich. das kann nicht alles gewesen sein. ich wollte nicht das auf meinem grab­stein steht: 50 jahre siemens oder telekom oder vw-ich hoffe sie verstehen wie ich das meine. aufgrund meiner bis dato inter­na­tio­nalen taetig­keit, mit firmen­wagen und pipapo-war fuer mich klar die welt da draussen hat noch mehr und besseres mit mir vor.das war im rueck­blick mein groesster fehler!!!!naiv und dumm!! danach wurde mir also die letzten jahre die ganze trag­weite vorge­fuehrt, wie schwierig es ist erneut einen passenden job in einem passenden unter­nehmen mit passenden kondi­tionen zu finden!!!!es gab zwei weitere firmen im ausland, die also eine totale verschlech­te­rung darstellten. nichts hat sich nach dieser kuen­di­gung vor vielen jahren zum vorteil veraen­dert und damit alles zum nachteil!!!nach ueber 10 jahren im ausland bin ich also 2014 zurueck nach deutsch­land im festen glauben dass es in diesem wirt­schafts­wun­der­land alles besser geworden waere. jetzt bin ich seit ca. 9 monaten mit 42 jahren auf der suche nach einer passenden manage­ment­po­si­tion im inter­na­tio­nalen umfeld. meine inter­na­tio­nale erfah­rung hat mir bislang nicht die vorteile beschert die ich und andere vermutet hatten. ich hatte zwar inter­views mit namhaften firmen wie bertels­mann, basf, voda­fone etc. aber bisher ist nichts in einen vertrag gemuendet. anfaeng­lich dachte ich noch wow deutsch­land ist in den letzten jahren viel offener, flexi­bler und inter­na­tio­naler geworden–aber die inter­views mit den team­mit­glie­dern waren zum teil wirk­lich erschreckend—eine beschraenkt­heit, inkom­pe­tenz, fehlende profes­sio­na­li­taet, unsach­liche interviewfuehrung—-unglaublich! es war danach klar das eine zusam­men­ar­beit nicht funk­tio­nieren wuerde—zumal sicher­lich auch fuer viele mitar­beiter meine inter­na­tio­na­li­taet eine totale bedro­hung darstellt.
        ich kann daher ihrem artikel “fach­kraef­te­mangel” nur aus vollster ueber­zeu­gung und erfah­rung in allen aspekten recht geben!!!! es ist wirk­lich frus­trie­rend dass sich nach ueber zehn jahren nicht viel an der starren und beengten sicht­weise in deut­schen unter­nehmen geaen­dert hat!!!trotz doktor­ar­beit, inter­na­tio­naler manage­men­t­er­fah­rung, auslands­er­fah­rung steh ich im grunde genau da wie nach been­di­gung meines studiums. der schweizer arbeits­markt ist im uebrigen nicht weniger starr und eng aufge­baut. auch dort ist es besser wenn sie zu 99% ein profil erfuellen oder wie ueberall sehr gute persoen­liche kontakte haben.
        fuer mich gibt es aktuell wieder hoff­nung mit weiteren posi­tionen die im ausland liegen. mein fazit ist dennoch das es wahn­sinnig, wahn­sinnig schwierig ist fuer akade­miker mit inter­na­tio­naler manage­ment erfah­rung einen neuan­fang zu finden. huerden und ableh­nungen kommen aus den fach­ab­tei­lungen, hr abtei­lungen oder der leitung und natuer­lich koennen auch fehlende sympa­thie ausschlag­ge­bend sein. ich wuerde dem nach­wuchs heute nicht mehr auto­ma­tisch zum studium raten-zumin­­dest nicht mehr als einstieg in das berufs­leben. meiner ansicht nach hat sich auch in ueber 10 jahren die lage am deut­schen arbeits­markt fuer akade­miker nicht wirk­lich verbes­sert. ein trau­riges und erschre­ckendes fazit!!!

        schlimm finde ich gegen­waertig auch noch das einem durch die medien vorge­gau­kelt wird, dass die arbeits­lo­sig­keit so niedrig ist wie seit der verei­ni­gung schon nicht mehr also die eigene arbeits­lo­sig­keit nicht sein kann oder in der person begruendet sein muss. verkehrte welt!!!!

        ich hoffe frau hofert sie finden einen weg mit ihren stand­punkten noch mehr oeffent­lich­keit zu errei­chen. diese heuchelei, verschleie­rung und verzer­rung der wirk­lich­keit auf diesem arbeits­markt muss ein ende finden und verdient eine weitaus lautere stimme!!!

        Alles Gute fuer Sie,

        • Bavaria 10. Dezember 2016 at 11:29 — Reply

          Dem kann ich voll­kommen zustimmen. Auch ich habe nach 30 Jahren Berufs­er­fah­rung in Deutsch­land immer wieder die erschre­ckenden Erleb­nisse mit dem unqua­li­fi­zierten HR-Personal ! Teil­weise werden für den Bewer­bungs­pro­zess sogar Prak­ti­kanten oder Zeit­ar­beiter einge­setzt. Ich denke die Mitar­beiter der Perso­nal­ab­tei­lungen sind das Problem ! Dort müssten mehr “Fach­kräfte” arbeiten .….….…..

      • Tabea 6. September 2015 at 20:44 — Reply

        Dass Inge­nieu­rinnen gesucht werden ist eine abso­lute Lüge. Ich habe selbst 160 Bewer­bungen geschrieben (Master Medi­zin­technik mit Auslands­er­fah­rung) bis ich eine Stelle hatte und ich verdiene defi­nitiv nicht mehr als was dort als so schlechtes Gehalt ange­geben wird.
        Kommi­li­to­ninnen geht es genauso. Eine macht jetzt eine Lehre, damit kommt sie besser und kann in der Heimat bleiben.

    • Stefan 6. Februar 2015 at 2:55 — Reply

      Ich kann Ihren Aussagen voll und ganz zustimmen, möchte aber noch hinzu­fügen, dass dieser Engpass genauso bei Infor­ma­ti­kern bzw. Natur­wis­sen­schaft­lern vorhanden ist. Chemiker ebenso.
      Ich kann Ihnen sehr viele konkrete Beipiele nennen, in denen selbst Manager, wenn Sie einmal arbeitslos waren, den Einstieg leider nicht wieder geschafft haben.

      Ich weiß nicht, was mir mit meiner Infor­ma­tik­aus­bil­dung noch bleiben wird oder nicht, daher lebe ich bis jetzt mit Absagen!

  2. Carolin 25. Februar 2014 at 19:49 — Reply

    Oh ja, eine anstän­dige Berufs­be­ra­tung hätte ich auf dem Gymna­sium auch gern gehabt. Wir hatten zwar “Tage der beruf­li­chen Orien­tie­rung” — aber die waren auch von der Schul­lei­tung nicht beson­ders durch­dacht und luden zum Schwänzen ein.
    Eine Freundin von mir hat Maschi­nenbau studiert und ist damit unglaub­lich gut gefahren — und mir hätte im Nach­hinein viel­leicht auch ein anderes Studium oder eine Ausbil­dung gut gestanden? Wer weiß …

    Viele Grüße,
    Carolin

    • Stefanie 26. Februar 2014 at 10:26 — Reply

      Bei mir sieht es genauso aus. Beruf­liche Orien­tie­rung an der Schule war nicht durch­dacht und für die Schüler nicht hilf­reich. Mit meinem Wissen und meinen Erfah­rungen, die ich jetzt Ende 20 habe, hätte ich wahr­schein­lich vieles anders gemacht…

      • Svenja Hofert 27. Februar 2014 at 11:37 — Reply

        Mit Ende 20 ist es noch nicht zu spät, den Kurs zu korri­gieren. LG SH

        • Stefan Nette 10. Juli 2014 at 17:39 — Reply

          Für einen Kurs­wandel ist es im Prinzip nie zu spät. Das Alter ist dabei nicht sonder­lich entschei­dend, sondern die Lebens­um­stände und ob man sich ggf. noch­mals in Verzicht üben will und kann.…

          LG
          Stefan

    • Svenja Hofert 27. Februar 2014 at 11:44 — Reply

      Könnte sein, liebe Carolin, danke für die Ergän­zung. manchmal muss man die Dinge einfach mal entde­cken. LG SH

      • Carolin 1. März 2014 at 20:19 — Reply

        Und schön ist ja auch, wenn man die eigenen Erfah­rungen weiter­geben kann. Liebe Grüße und schönes Rest­wo­chen­ende!

  3. Lars Hahn 25. Februar 2014 at 21:12 — Reply

    Wichtig ist doch, dass Menschen etwas mit Leiden­schaft tun. Was das sein könnte, das gilt es heraus­zu­finden. Erst dann kommt die dazu passende Ausbil­dung. Und wenn sie dann akade­misch ist — auch gut. 😉

    Ich jeden­falls würd keinen Engpass­beruf wählen, nur weils einer ist. Den Fehler haben schon Gene­ra­tionen von Schul­ab­gän­gern gemacht. Ich sag nur: Schwei­ne­zy­klus.

    • Svenja Hofert 27. Februar 2014 at 11:43 — Reply

      Hallo Lars, für mich gehört beides dazu. Wenn ich hier jemand habe, und den Hinweis geben kann, dass momentan zumin­dest die Chancen besser wären, wenn man z.B. Tech­ni­sche BWL mit SP Marke­ting studiert, dann kann man das annehmen oder nicht. Das Problem ist doch, dass viele über die Engpässe nicht mal nach­denken. Man kann sie igno­rieren, sollte sie aber kennen, LG Svenja

      • Lars Hahn 27. Februar 2014 at 13:49 — Reply

        Danke! Neuer Blick­punkt:
        Erst kennen und dann igno­rieren.
        Finde ich gut!

  4. Chris­toph Burger 26. Februar 2014 at 9:01 — Reply

    Schöner Artikel, der aber auch Miss­ver­ständ­nisse provo­ziert. Wer als Tech­niker nicht aufpasst, landet schnell in einer Ecke der Spezia­li­sie­rung, aus der er schwer heraus findet.
    Inner­halb der Berufe gibt es zuweilen eine breite Spanne von konkreten Tätig­keiten oder Kennt­nissen — mit sehr unter­schied­li­chen Konse­quenzen für die Chancen auf dem Arbeits­markt.
    Das Hand­werk sucht häufig verzwei­felt, weil es unat­trak­tive Arbeits­be­din­gungen bietet.

    • Svenja Hofert 27. Februar 2014 at 11:39 — Reply

      Hi Chris­toph, natür­lich gibt es immer beide Seiten, aber am Ende ist gerade für junge Leute PRAXIS extrem wichtig. Manchmal bin ich eben nicht sicher, wer die unat­trak­ti­veren Bedin­gungen hat: die Opti­ker­werk­statt oder die prozess­op­ti­mierte Perso­nal­ab­tei­lung 😉 LG Svenja

    • Lukas 11. November 2015 at 19:50 — Reply

      Das Hand­werk sucht mehr als verzwei­felt, ich habe Metall­bauer gelernt und mit der Zeit eine gewisse Leiden­schaft dafür entwi­ckelt. Das Hand­werk bietet schlechte Löhne das stimmt, aber wenn ich daran denke wie oft ich mit einem Lächeln an die Arbeit gefahren bin, ist das gar nicht so schlimm.
      Ich habe inzwi­schen auch meinen Tech­niker gemacht, da mir mein Fuß häufig Probleme macht. Aber Puste­ku­chen, seit 4 Monaten Flat­tert eine Absage nach der anderen rein. Ich werde ab Januar wohl wieder als Metall­bauer Tätig werden müssen…

  5. Andre Reinicke 26. Februar 2014 at 10:33 — Reply

    Auch ich möchte mich zuerst für den sehr inte­tes­santen Artikel bedanken!

    Zum Thema Berufs­be­ra­tung: ich persön­lich finde es auch sehr schwer, solchen Bera­tungen etwas posi­tives abzu­ge­winnen. Oftmals kommen am Ende Vorschläge raus mit denen man sich garnicht iden­ti­fi­zieren kann. Auch wenn sie an den persön­li­chen Inter­essen ange­lehnt sind. Diese Erfah­rung habe ich sowohl bei compu­ter­ge­steu­erten als auch bei “mensch­li­chen” Berufs­be­ra­tungen erlebt.

    Ich bin der Meinung, dass man durch eine Berufs­be­ra­tung sowieso nur Anre­gungen erhalten kann oder im besten Falle etwas hört, was man zuvor noch nicht kannte. Dies betrifft vor allem junge Menschen und Berufs­ein­steiger.

    Viel wich­tiger als beruf­liche Empfeh­lungen von anderen zu erhalten ist es, eigene Erfah­rungen zu sammeln. Beispiels­weise in Form von Prak­tika oder Projekt­ar­beiten. Denn nur dadurch lässt sich heraus­finden ob ein Job zu einem passt oder nicht. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich um das Friseur­hand­werk oder die Versi­che­rungs­branche handelt.

    VG
    Andre R.

    • Svenja Hofert 27. Februar 2014 at 11:37 — Reply

      Hallo Andre, völlig richtig, nichts geht über prak­ti­sche Erfah­rungen LG SH

  6. Kirsten Mikus 26. Februar 2014 at 12:01 — Reply

    Hallo Frau Hofert,
    ich habe die Tech­ni­ker­aus­bil­dung bevor­zugt, weil sie kürzer war als ein Studium und mir mit den zu leis­tenden Gesel­len­jahren gleich­wertig erschien, leider hatte ich außer Acht gelassen, dass die Beklei­dungs­in­dus­trie “den Bach runter geht”, weil ich meinen Beruf liebte. Liebe macht bekannt­lich blind. Ich kann nur jedem empfehlen, genau auf die Branche zu schauen, sonst macht die Tech­­niker-Ausbil­­dung auch keinen Sinn.
    Ihr Buch zur Berufs­wahl hätte ich gerne vor 30 Jahren gehabt. Einfach groß­artig.
    Kirsten Mikus

    • Svenja Hofert 27. Februar 2014 at 11:33 — Reply

      Liebe KM, oh ja, die Liebe wird unter­schätzt als Einfluss­nehmer auf Berufs­ent­schei­dungen. Da mach ich mal was drüber 😉 Ja, leider konnte man einfach nicht wissen, in welche Rich­tung die Beklei­dungs­technik und Textil­in­dus­trie laufen wird. LG Svenja Hofert

  7. D. Fried­rich 26. Februar 2014 at 13:09 — Reply

    Das eigent­lich erschre­ckende ist, das hier ein Magazin für Karriere und Zukunft diese “neue” Erkenntnis erst am 25. Februar 2014 hat. Das gelernte Betriebs­wirte leicht auszu­nu­zende Tippsen sind weis ich schon seit ich mit 16 meine beruf­liche Erst­aus­bil­dung in Indus­trie gemacht habe. Und soge­nannte Karrier­be­rater die noch nichtmal einen Dübel in die Wand bekommen, könne gar nicht verstehen um was es in der Wirt­schaft geht. Um gute Produkte herstellen zu können braucht es Hand­werker. Und Hand­werker meine ich in diesem Fall nicht als Menschen die mit der Hand arbeiten, sondern Menschen die einen Beruf abge­leitet von “Beru­fung” ausüben und hand­werk­liche Fähig­keiten haben.
    Das ist auch das große Problem der Univer­si­täten und Fach­hoch­schulen. Sie sind nicht dazu da den Menschen den sie ausbilden sitt­lich und mora­lisch zu fördern, was in der dualen Berufs­aus­bil­dung die Pflicht des Ausbil­denden ist.
    Die soge­nannten “Hoch­schulen” sind ein verkom­mener Apparat der Deka­denz und des Reali­täts­verlst wie schlecht die Ausbil­dung in ihnen ist musste ich in meinem Studium erleben. Das Glück der Akade­miker ist, das die meisten Perso­nal­ver­ant­wort­li­chen genauso ahnunglos sind wie sie, sonst wären noch mehr von denen arbeitslos.
    Mit einfa­chen worten kann ich jedem der irgendwas mit … studiert hat sagen: “Tja, hättste was gescheits gelernt…”

    Eine alter­na­tive wäre sich kollektiv um eine Lösung dieser Proble­matik zu kümmern, aber blöder­weise haben das die meisten Indi­vi­dua­listen die halt mal was studiert haben nie gelernt.

    • Ausge­bil­detund­stu­diert 13. Februar 2015 at 15:44 — Reply

      Muss hier leider wider­spre­chen…
      Ich persön­lich habe VOR dem Studium eine gewerb­liche tech­ni­sche Ausbil­dung als IHK-Bester in der Medi­en­pro­duk­tion absol­viert und es hat mir garnichts gebracht ausser schlechten Arbeits­be­din­gungen und einem 10 Euro Brutto Stun­de­lohn.

      Ich wurde nach der Lehre geknechtet und habe mir daher 2x über­legt ob ich in dieser Branche meinen Meister bzw Tech­niker machen will…die Antwort war defi­nitiv nein!
      Heute bin ich froh darüber, denn der ganzen Branche gehts schlechter als jemals zuvor und viele alte Kollegen sind am jammern und leben trotz Lehr­beruf am Exis­tenz­mi­nimum.

      Mein Studium fällt in eine ganz andere Branche und bietet auf den ersten Blick auch keine traum­haften Gehälter, jedoch mache ich mich da nicht körper­lich kaputt und bin keine 10h täglich in dunklen und lauten Produk­ti­ons­hallen einge­sperrt.

  8. Johann 26. Februar 2014 at 15:06 — Reply

    Hallo Frau Hofert,

    ein guter Artikel der meine Meinung voll und ganz abbildet. Da könnte ich direkt noch einmal den glei­chen Kommentar wie vor einigen Tagen posten (siehe http://bit.ly/1dOlnYD
    )

    Was meinen Sie, gibt es denn für BWL eine “Fluch­mög­lich­keit” oder eine Chance sich besser aufzu­stellen? z.B. eine Weiter­bil­dung im tech­ni­schen Bereich?

    • Svenja Hofert 27. Februar 2014 at 11:31 — Reply

      Hallo Johann, denke, dass man immer indi­vi­duell gucken muss, jeder Lebens­lauf ist anders. Grund­sätz­lich aber ist das sicher so, dass man mit Technik/E‑Commerce/IT nie falsch liegt. LG SH

  9. Ralf Witte 27. Februar 2014 at 7:56 — Reply

    Hallo Frau Hofiert, schade das meine Beiträge nicht mehr da sind! Könnte ich eine Antwort dazu haben?

  10. Tim 27. Februar 2014 at 11:38 — Reply

    Hallo,
    da muss ich jetzt einfach mal wieder­spre­chen.
    Ich habe damals Fachinformatiker/Systemintegration gelernt. Dann Berufs­er­fah­rung gesam­melt, meinen Ausbil­der­schein gemacht und bin aktiver Ausbilder und verant­wort­lich für einen Infra­struk­tur­teil­be­reich der IT. Nebenbei 1,5 Jahre meinen IT-Busi­­ness-Mana­­ger/IT-Projek­t­­leiter auch mit IHK Abschluss gemacht. Nebenbei bringe ich ein eigenes Magazin raus und bin Teil von Projekt­ma­nage­ment­fach­gruppen.

    Ich such einen Einstieg als Projek­t­­lei­­ter/­­Ju­­nior-Projek­t­­leiter.
    Mein Problem: Ich habe kein Studium!
    Projekt­leiter in Banken brau­chen ein betriebs­wirt­schaft­li­ches Studium oder Bank­kauf­män­ni­sche Ausbil­dungen.
    Projekt­leiter im Auto­mo­bil­be­reich brau­chen ein Maschi­nen­bau­stu­dium. Reine Projekt-Diens­t­­leister-Klit­­schen wollen ein betriebs­wirt­schaft­li­ches Studium.
    etc. Von meinen bisher ca. 60 Bewer­bungen ist ein Gespräch zustande gekommen. Auf Rück­frage hin war in 90% meiner Rück­fragen zu hören: die anderen Bewerber mit Studium und ganzen Praxis­se­mes­tern wären einfach quali­fi­zierter als ich.

    Fach­kräf­te­mangel? Sehe ich nicht. Ich sehe das die Ausbil­dung mit einem Mix aus Theorie/Praxis ein gutes System ist. Mir der ganze Bachelor- Master­kram aber ziem­lich den Mittel­finger zeigt.

    Bei einem Freund und geschätzem Kollegen sitzen ausschließ­lich Master-Frauen im Call­center (!!) und kloppen ein Ticket nach dem anderen. Der Markt ist über­schwemmt damit.. sich vom Tech­niker in eine Führungs­po­si­tion durch­zu­setzen schwirig. Aus meiner Sicht.

    Grüße,
    Tim

  11. Tobias 27. Februar 2014 at 16:07 — Reply

    Hallo Frau Hofert,

    ich bin 19 Jahre alt, schloss im letzten Jahr die Fach­ober­schule mit dem allge­meinen Abitur (Fach­rich­tung Wirt­schaft) ab und studiere nun seit einem Semester Medi­en­technik. Die Aufnahme dieses Studiums erwies sich aller­dings als falsche Entschei­dung, weshalb ich nun schon seit längerer Zeit auf der Suche nach alter­na­tiven Ausbil­dungs­wegen bin.

    Nur — WIE soll man den passenden Beruf finden, wenn heut­zu­tage so gut wie jedes Studium als “nicht empfeh­lens­wert” einge­stuft wird? Ich bin weder technik-begeis­­tert noch hand­werk­lich geschickt, in den MINT-Fächern sehe ich also keine Perspek­tiven. Geis­tes­wis­sen­schaften? Sollen das Papier nicht Wert sein, auf dem der Abschluss gedruckt wurde. Wirt­schafts­wis­sen­schaften? Kauf­män­ni­sche Berufe werden akade­mi­siert, d.h. den BWLern droht das selbe Schicksal wie den Geis­tes­wis­sen­schaft­lern, richtig?

    Jeder Bereich, der mich inter­es­siert, gilt heut­zu­tage als “nutzlos” bzw. über­füllt. Spra­chen, Kultur, Psycho­logie, vom Medi­en­be­reich habe ich mich ja schon verab­schiedet. Ich könnte mir vorstellen, in Öster­reich Psycho­logie zu studieren um später in der Perso­nal­ent­wick­lung zu arbeiten oder sogar Thera­peut zu werden, aber Psycho­lo­gie­stu­denten werden ja gerne schlechte Berufs­aus­sichten prophe­zeit. Und für fast jeden Inter­na­tional Busi­ness oder Manage­ment Studi­en­gang scheint mein Abidurch­schnitt von 2,3 in Bayern zu schlecht zu sein. Demo­gra­phi­scher Wandel, Akade­mi­ker­mangel? Nein, immer mehr Studi­en­an­fänger und Hoch­schul­ab­sol­venten wirken dem locker entgegen.

    Letztes Jahr bewarb ich mich bei einigen großen Firmen für die Ausbil­bung zum Euro­kauf­mann (Indus­trie­kauf­mann + Fremd­spra­chen­kor­re­spon­dent) und Indus­trie­kauf­mann und wurde auch zweimal zum Vorstel­lungs­ge­spräch einge­laden, bekam aber ansonsten nur Absagen.

    Nun stehe ich wieder vor dem Nichts — zu schlechter Schul­ab­schluss für die Wunsch­stu­di­en­gänge, keine Ausbil­dung, den falschen Studi­en­gang gewählt. Wie soll ich über­haupt noch positiv in meine beruf­liche Zukunft blicken? MINT oder Hand­werker, alles andere ist nutzlos oder scheinbar uner­reichbar für mich… ich habe noch so viel vor im Leben, möchte die Welt sehen, mal im Ausland leben und arbeiten, aber mitt­ler­weile bin ich nur noch frus­triert. Ich war schon immer ein zutiefst nach­denk­li­cher und eher ängst­li­cher Mensch, und je mehr ich mich über verschie­dene Studi­en­gänge und mir Gedanken um meine Zukunft mache, desto stärker zieht dies mein Selbst­wert­ge­fühl in Mitlei­den­schaft. Ich glaube nicht mehr daran, dass ich im “rich­tigen” Studi­en­gang exzel­lente Ergeb­nisse erzielen werde und mich so inter­es­sant für poten­zi­elle Arbeit­geber machen kann.

    Ich weiß nicht wie Andere in meinem Alter damit umgehen, mir jeden­falls wächst die ganze Sache über den Kopf.

    • Svenja Hofert 1. März 2014 at 15:16 — Reply

      Hallo, Psycho­logie würde ich nicht so schwarz­sehen. Und bei allem gilt: Die Ausbil­dung und das Studium sind es nicht allein. Es ist die Frage, was dazu­kommt und wie man den Lebens­lauf gestaltet. Mit 2,3 sieht es auch nicht so schlecht aus 😉 Suchen Sie etwas, wo Sie maxi­male Stärken einbringen können und denken Sie an den nächsten Schritt und nicht das ganze Leben.… dann werden Sie etwas finden. LG Svenja Hofert

  12. Kaffee 27. Februar 2014 at 17:09 — Reply

    Inter­es­sant, dass Sie Ihr Buch schon vor 3 Jahren veröf­fent­licht haben.
    Irgendwie finde ich es lustig, dass jetzt so eine Debatte um dieses Thema in Deutsch­land los geht. Letztes Jahr wurden noch Poli­tiker im Radio zitiert über die tollen Berufs­chancen von Akade­mi­kern (das hab ich übri­gens im Auto gehört, als ich als Kurier arbei­tete, was ich lieber tat, als ewig irgend­welche schlecht bezahlten Prak­tika zu machen nach meinem Bachelor.)

    Leider sind die Bedin­gungen für Hand­werker teil­weise sehr schlecht — in manchen Berei­chen stammen viele Stel­len­an­zeigen von Zeit­ar­beits­firmen, die dann am Ende nur eine stumpfe Arbeit zu bieten haben und die Mitar­beiter rigoros ausnutzen.

  13. Michael.Schirr@gmx.de 27. Februar 2014 at 20:46 — Reply

    Sehr geehrte Frau Hofert,

    diesen Artikel finde ich super. Der Artikel deckt sich auch mit meinen Eindrü­cken, kann dem nur recht geben. Nach meinem absol­vierten BWL Studium, Fach­rich­tung Gesund­heits­wirt­schaft (B. Sc.) habe ich auch keinen adäquaten Berufs­ein­stieg gefunden. Habe nach dem Studium noch ein Prak­tikum gemacht ohne Entloh­nung und Weiter­bil­dung SAP Key User im Modul Control­ling. Vor dem BWL Studium hatte ich noch Wirt­schafts­in­ge­nieurs­wesen studiert, leider ohne Abschluss. Davor hatte ich noch eine Ausbil­dung zum Büro­kauf­mann gemacht und ein Jahr gear­beitet. Bin zwar jetzt seit 2 Jahren im Beruf, aber eben nicht in dem was ich studiert habe. Das ist manchmal frus­trie­rend und depri­mie­rend, weil man sich alles anders erhofft hat. Aber die Realität sieht anders aus. Manchmal über­lege ich noch, ob ich den Master in BWL mache. Wenn ich den Abschluss dann habe bin ich 35, wahr­schein­lich schon zu alt für den Arbeits­markt. Frag­lich ist auch, ob man dann auch wieder die Probleme hat eine Stelle zufinden, das würde ich nicht nochmal in Kauf nehmen wollen. Habe auch schon gehört, dass sich Doktor­randen für Trai­nee­stellen bewerben, das ist doch alles absurd, wo soll das noch hinführen. Es gibt mehr Abso­öventen, wo sollen die nachher alle unter­kommen, also der Quali­fi­zie­rung entsprechend.Die Berufs­be­ra­tung hat mir als Jugend­li­cher auch nicht weiter­ge­holfen, wie schon die Vorredner schrieben. Aus heutiger Sicht würde ich alles anders machen.

  14. Kai G. Werzner 5. März 2014 at 14:20 — Reply

    Sehr geehrte Frau Hoffert,

    Viel­leicht haben Sie recht jedoch stimmt es nicht ganz, ich bin im soge­nannten Fach­kräf­te­mangel des Hand­werks im Metall­be­reich eine soge­nannte Fach­kraft sowohl mit Abschluß bei der IHK als auch HWK mit Berufs­er­fah­rung und Ausbil­der­eig­nung.
    Nun sollte das doch reichen aber nein damals keine Chance darauf hin hab ich halt noch mein Abi nach­ge­holt und studiert Abschluß Magister Uni natür­lich in Geistes- und Sozi­al­wis­sen­schaft.
    Logisch nun braucht man sich erst recht nicht mehr bewerben sofor­tige Aussor­tie­rung — man kann doch nicht gebil­deter sein als der Chef.
    Nun hab ich mich nun mit der Situa­tion abge­funden und werde nun mich selber weiter­bil­dern und promo­vieren, da ja der Fach­kräf­te­manel erst in den nächsten Jahren statt­findet und bis dahin muß ich mich nicht weiterhin vom Jobcenter mit sinn­losen Maßnahmen quälen lassen. Also bleibt mir nur promo­vieren mit Hartz IV.
    Mit freund­li­chen Grüßen
    Kai G. Werzner MA
    Reli­gi­ons­wis­sen­schaftler, NF Erzie­hungs­wis­sen­schaft, Frie­­dens-und Konflikt­for­schung
    Schlosser IHK
    KFZ-Mecha­­niker HWK
    Ausbil­der­eig­nung IHK
    Zusatz­qua­li­fi­ka­tionen im Bereich Kommu­ni­ka­tion z.B. TA, KoBeSu, NLP, Media­tion usw., Team- und Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung

    • Svenja Hofert 5. März 2014 at 14:40 — Reply

      Hallo Herr W., ja das ist leider aktuell das riesen­große Problem: Es wird auf den Punkt gesucht und “zu viel” ist im Zweifel schlimmer als zu wenig. Das geht mir auch sehr an die Nieren, denn das sehe ich öfter. Im Grunde wären Sie doch ideal z.B. für die betrieb­liche Weiter­bil­dung und Entwick­lung gewerb­li­cher Kräfte… Schade, dass wir so Poten­ziale verschenken. LG Svenja Hofert

  15. Hillary Cale 6. März 2014 at 12:43 — Reply

    Liebe Frau Hofert,

    leider muss ich Ihnen sagen, dass ich es schon als “dreist” bezeichnen muss, es dem Bewerber in die Schuhe zu schieben nicht das Rich­tige studiert zu haben. Die derzei­tige Situa­tion auf dem Arbeits­markt ist allein der Tatsache geschuldet, dass die Unter­nehmen immer weniger dazu bereit sind ihre Beschäf­tigten vernünftig aus- und weiter­zu­bilden. Lieber holt man sich das quali­fi­zierte Personal “von der Straße” und lässt die Ausbildung/Weiterbildung von anderen erle­digen. Mit anderen Worten: Gewinne nimmt man gerne mit, in die Zukunft inves­tieren möchte man aber lieber nicht, bzw. lässt das den Staat und somit den Steu­er­zahler erle­digen. DANN muss man als Unter­nehmen auch keine Verant­wor­tung über­nehmen wenn es schief geht und kann über die dummen Bewerber lästern, die sich für das vermeint­lich falsche Studium entschieden haben. Schlimmer noch, es wird das Märchen vom Fach­kräf­te­mangel herauf­be­schwören, weil die “Perso­naler” keinem studierten Mitar­beiter zuge­stehen wollen, dass dieser
    sich erst 2–3 Monate einar­beiten muss, ja eigent­lich nur Kosten verur­sacht und als Absol­vent von der Uni ja gar nicht weiß “wie Arbeiten geht”. (Wurde mir oft von Studie­renden geschil­dert, deren CV zu 100% auf die ausge­schrie­bene Stelle passte).

    Bemer­kens­wert finde ich auch die Auffas­sung der Unter­nehmen, dass Univer­si­täten eine Berufs­aus­bil­dung bereit­stellen (sollen). Das ist noch nie so gewesen und auch nicht Sinn und Zweck einer Univer­sität. Hier sollen Lehre, Wissen­schaft und Forschung, insbe­son­dere Grund­la­gen­for­schung unter einem Dach statt­finden. Wer, wenn nicht die Univer­si­täten soll das sonst für diese Gesell­schaft tun? An der Univer­sität studiert man ein oder mehrere FÄCHER. Einen BERUF lernt man jedoch nur durch Praxis, und DAS ist an einer Univer­sität eben NICHT möglich, weil Univer­si­täten nun mal keine Unter­nehmen sind, auch wenn die Politik im letzten Jahr­zehnt idio­ti­scher­weise versucht hat diese wie Unter­nehmen zu führen. DAS hat sich nämlich als absolut schäd­lich für unsere Inno­va­ti­ons­fä­hig­keit erwiesen, weil nur noch “markt­kon­forme” Forschung gemacht wird, so dass die Grund­la­gen­for­schung buch­stäb­lich “den Bach runter gegangen ist.” Durch das bescheu­erte Anglo-ameri­­ka­­ni­­sche Bachelor- und Master­system, wird die Qualität der Hoch­schulen fast nur noch nach Absol­ven­ten­zahlen bemessen d.h den Durch­satz. Und die Studie­renden wollen “möglichst schnell fertig werden”. So höre ich das jeden­falls dauernd von meinen Studie­renden.

    Wenn sich also etwas ändern muss, dann sind das nicht die Berufs­wün­sche der Gymna­si­asten und Hoch­schul­ab­sol­venten, sondern die Einstel­lung der Perso­naler, seine Beschäf­tigten “on-the-job” wachsen zu lassen. Und wenn es etwas gibt, was Hoch­schul­ab­sol­venten mitbringen, dann ist es doch wohl genau diese Bereit­schaft und Moti­va­tion sich weiter­zu­ent­wi­ckeln. Warum ist das für Perso­naler so schwer zu begreifen?

    • Svenja Hofert 6. März 2014 at 13:48 — Reply

      Liebe Frau Cale, das sehe ich genau wie Sie und ich finde es sehr schade, dass durch die Arbeits­markt­tat­sa­chen die Neigung z.B. Geis­tes­wis­sen­schaften zu studieren, im Keim erstickt wird. Nur: Die Perso­naler lasen sich viel­leicht sogar belehren, nicht aber die die Entscheider und Verant­wort­li­chen (Perso­naler sind norma­ler­weise eher Räder im Getriebe). Die Bewer­tung in den Köpfen ist tief und wird mit zuneh­mender Ökono­mi­sie­rung unserer Gesell­schaft immer tiefer: Es ist doch spezi­fisch, dass z.B. Luft­hansa Absol­venten mit nur Geistes-/Sozi­al­­wis­­sen­­schaften weniger für ein Trai­nee­pro­gramm zahlt als az.B. Wiings. Das wird sich vermut­lich nicht schnell ändern, sondern eher langsam — wenn über­haupt. In der Bera­tung muss ich Menschen darauf hinweisen, dass sie mit bestimmten Entschei­dungen sich den Berufs­ein­stieg schwerer machen als mit anderen. Es ist leider so, dass ich immer wieder mit Menschen zu tun habe, die total bereuen, nicht auf ein Fach gesetzt zu haben, dass am Markt gefragt war — aus Mangel an Wissen. Da stehen Sie dann mit ihrem Master und müssen Versi­che­rungen verkaufen… Ich denke hier muss man Mikro- und Makro­ebene trennen. Auf der Mikroebene ist der einzelne Mensch, der sein Leben leben und einen Berufs ausüben will — und Teil des Systems ist. Auf der Makro­ebene wäre es absolut wünschens­wert, dass ein Studium wieder wird, was es mal war.… persön­lich­keits­bil­dend, aber nicht berufs­qua­li­fi­zie­rend. LG Svenja Hofert

  16. Wolf­gang Bengfort 6. März 2014 at 13:13 — Reply

    Zudem punkt­ge­nauen Suchen der Arbeit­geber kommt noch verschär­fend dazu, dass bedingt durch den Bologna-Prozess das Niveau der Ausbil­dung von Bachelor und Master soweit zurück­ge­fahren wurde, dass viele Arbeit­geber mitt­tl­weile lieber einen guten Absol­venten der dualen Berufs­aus­bil­dung einstellen, als einen Bachelor, der 3 Jahre lang durch ein verschultes “Hochschul”-Sytem geprü­gelt worden ist.

  17. Ramona 6. März 2014 at 13:48 — Reply

    Sehr geehrte Frau Hofer,

    danke für den Artikel. Ich habe ich mich sofort darin wieder­ge­funden. Ich bin 29, habe einen Master in Manage­ment und Entre­pre­neur­ship und habe im Ausland meine Studien und Prak­tika absol­viert.

    Außer dass jemand das “Falsche” studiert hat, ist es auch ein Problem nicht “genug” Arbeits­er­fah­rung gemacht zu haben! Wenn ich mich auf den Webseiten — kleiner wie großer — Unter­nehmen umsehe, dann soll man eigent­lich schon alles wissen und können …obwohl man sich doch eigent­lich für eine z.B. Trai­nee­stelle bewirbt. Dass ich mein ganzes Studium (England und Schweden) und Prak­tika (Tansania und China) im Ausland absol­viert habe, könnte sich jetzt als Fehler heraus­stellen! Denn im Ausland gibt es so etwas wie “Werk­stu­denten” nicht!!! Die gibt es nicht einmal in Öster­reich wie mir eine Freundin erzählte. Diese Art von Tätig­keit gibt es nur in Deutsch­land!! Und das vergessen viele Unter­nehmen. Im Ausland sind die Jobs der Studenten eher mager, bzw. bereiten sie einen nicht gerade auf zukünf­tige Tätig­keiten vor.

    Ich verstehe auch warum Unter­nehmen einen “fertigen” Kandi­daten einstellen (so dass man ihm/ihr nichts mehr beibringen muss, dass spart Zeit und Geld)…und doch wird immer wieder bemän­gelt, dass es nicht genug Quer­denker gibt! Die gibt es und die meisten Unter­nehmen haben nur Angst diese einzu­stellen!

    Wie gesagt, wer nicht den rich­tigen Job als Werk­stu­dent hatte und ein Quer­denker ist, scheint auf dem derzei­tigen Arbeits­markt keinen Fuß fassen zu können. Unter­nehmen reden gern von Globa­li­sie­rung und wie inter­na­tional Firmen heut­zu­tage sein müssen…doch ich habe oft den Eindruck, dass den Unter­nehmen noch immer nicht ganz klar ist, was ein globa­li­sierter Arbeits­markt eigent­lich wirk­lich bedeutet.

    Ich hatte gehofft wieder in meine Heimat zurück­kehren zu können. Ich hatte nicht erwartet mit Kuss­hand empfangen zu werden, aber nach 150 Bewer­bungen und die Abhän­gig­keit vom Staat lässt einen zwei­feln ob man alles richtig gemacht hat. Was kann man denn noch tun um einfach eine simple anstän­dige Aufgabe zu bekommen? Und wie schon in den bishe­rigen Beiträgen erwähnt wurde, sind die meisten Bera­tungen nicht das Gelbe vom Ei.

    LG.

  18. Hartz4Betriebswirt 6. März 2014 at 17:06 — Reply

    Trau­riger Artikel, aber leider wahr. Wer BWL studiert hat und auch noch im Ausland war, etwas neben dem Studium gemacht hat und über dem Durch­schnitt ist der hat es beson­ders schwer mit dem Berufs­ein­stieg. Welcher Vorge­setzte stellt schon einen Über­flieger ein, der ihm am Ende noch Konku­renz macht.

  19. […] Ein infor­ma­tiver Beitrag von Svenja Hofert    ………..  weiter­lesen […]

  20. Chris­toph K. 4. Mai 2014 at 13:49 — Reply

    Ich kann dem Gesagten nur zustimmen. Nach meinem Maschi­nen­bau­stu­dium schloss ich ein Pädago­gik­stu­dium an. Als Berufs­schul­lehrer wird man quasi von der Straße wegge­schnappt.
    Dort gibt es auch für Nicht-Lehrer inter­es­sante Aussichten, z.B. für Dipl.-Chemiker als Chemie­lehrer oder Dipl.-Mathematiker als Mathe­lehrer. Leute — werdet Berufs­schul­lehrer.

    • k. A. 3. Mai 2015 at 15:31 — Reply

      Das geht leider nicht, weil meine Fächer­kom­bi­na­tion dafür nicht zulässig ist.
      In NRW muss man bestimmte Kombi­na­tionen (aus 2 Fächern) vorweisen, um an Berufs­kol­legs unter­richten zu dürfen.

  21. […] ein Sabba­tical einlegt, mal „was Soziales“ macht und dann mal wieder Geld verdient? Eine Welt, in der es egal ist, was ich studiere, weil ja eh jeder gebraucht wird (oder auch nicht?)! Und in der das Gehalt auch keine Rolle spielt, weil, weil, … ja, warum […]

  22. Dark­driver 10. Juni 2014 at 13:41 — Reply

    Ich habe in Öster­reich Geogra­phie auf Master studiert. Mein Gedanke war es, einen Beruf auszu­üben, der der Gesell­schaft als Ganzes etwas bringt. Tatsache ist, dass im öffent­li­chen Dienst Einstel­lungs­stopp bis zum St. Nimmer­leinstag herrscht und auch bei anderen Arbeit­ge­bern mit Bezug zur Allge­mein­heit der Rotstift regiert. Gut, ich habe die Zeit der Arbeit­suche versucht so sinn­voll wie möglich zu nutzen und habe noch eine kauf­män­ni­sche Ausbil­dung absol­viert. Wirt­schafts­kom­pe­tenz braucht man heut­zu­tage immer. Trotz meiner stän­digen Weiter­bil­dung und einer geför­derten befris­teten Arbeit von sieben Monaten habe ich keine besseren Chancen auf dem Arbeits­markt. Nun sind es vier Jahre her, seit ich mit dem Studium fertig bin. Die Aussicht auf einen Job (nicht mal auf ein Jahr befristet) und die Möglich­keit, sich beruf­lich und persön­lich weiter­ent­wi­ckeln zu können sind bei 0. Mein Glück war, dass ich während meiner Studi­en­zeit immer in den Ferien Voll­zeit (typi­sche Studen­ten­jobs) gear­beitet habe und gleich nach Studi­en­ende dadurch Anspruch auf Arbeits­lo­sen­geld hatte, denn sonst würde ich heute von Sozi­al­hilfe leben dürfen.
    Als sinn­voll würde ich sehen, wenn die Möglich­keit, dual zu studieren, geför­dert werden würde. Diese Form ist in Öster­reich leider nicht sehr weit verbreitet. Arbeit­geber sollen durch­wegs Teile der Kosten für ein Studium über­nehmen, den von dieser profi­tieren sie ja sehr deut­lich. Warum soll dieses System denn nur für Leute gelten, die “nur” eine Ausbil­dung machen? Damit die Univer­si­täten nicht voll­ständig als Berufs­aus­bil­dungs­in­stru­ment miss­braucht werden, was sie ja wirk­lich nicht sind, könnte man Duale Studien ja erst ab dem Master einführen. Das wäre zumin­dest ein Kompro­miss.
    Dieses Monat bin ich bei zwei Karrie­re­messen und werde versu­chen, durch persön­liche Kontakte meine Chancen zu verbes­sern. Ich glaube, viele Perso­na­le­rInnen wissen nicht, wie facet­ten­reich die Geogra­phie eigent­lich ist.
    All jenen, die ihren Missmut hier kundtun, kann ich nur sagen, dass sie zumin­dest nicht allein sind.

    • Svenja Hofert 10. Juni 2014 at 14:12 — Reply

      Danke für die tolle und wert­volle Stel­lung­nahme. Ihren Vorschlag “damit die Univer­si­täten nicht voll­ständig als Berufs­aus­bil­dungs­in­stru­ment miss­braucht werden, was sie ja wirk­lich nicht sind, könnte man Duale Studien ja erst ab dem Master einführen. Das wäre zumin­dest ein Kompro­miss” finde ich supergut. Das ist nämlich genau im Moment eines der Grund­pro­bleme: Due Unklar­heit darüber, was über­haupt akade­mi­sche Ausbil­dung ist. Das werde ich noch mal aufgreifen. LG Svenja Hofert

  23. der große Zampano 17. Juni 2014 at 15:23 — Reply

    Mit geht es ähnlich wie Herrn Werzner. Trotz hervor­ra­gend abge­schlos­sener Ausbil­dung bekam ich bis auf eine 2jährige Helfer­tä­tig­keit (beim selben Arbeit­geber wie die Ausbil­dung), bei der ich selbst­ver­ständ­lich Fach­ar­beit ausführen musste, keine adäquate Beschäf­ti­gung. Im Gegen­teil ich wurde quasi als inner­be­trieb­li­cher Feind einge­stuft und sämt­liche Versuche zur Weiter­qua­li­fi­ka­tion (z.B. Meister und Tech­niker) wurden syste­ma­tisch vom ehema­ligen Arbeit­geber bzw. dessen Ange­stellten und danach auch vom „Amt“ (mir wurde z.B. mit Einstel­lung der kompletten Leis­tungen bei Beginn einer Meis­ter­aus­bil­dung gedroht) verhin­dert. Kommen­tare wie z.B. „…du bist zu doof dafür.“ (von einem ehema­ligen Lehr­meister) waren an der Tages­ord­nung. Ein früheres Beenden der Ausbil­dung wurde ebenso aktiv verhin­dert (sinn­gemäß: „ich würde nichts wissen und können“). Wahr­schein­lich hätte ich so die persön­liche Einstel­lungs­po­litik („Vettern­wirt­schaft“) im Unter­nehmen gefährdet. Alles was als Stel­len­an­ge­bote nach der 2jährigen befris­teten Beschäf­ti­gung dann vom „Amt“ kam, waren Arbeits­stellen im Bereich von 7/h oder sogar nied­riger.

    Meine persön­liche Bewer­bungs­bi­lanz als Fach­ar­beiter waren dann ca. 50 Bewer­bungen inner­halb von 4 – 5 Monaten. Neben den schrift­li­chen Bewer­bungen, fuhr ich auch die umlie­genden Firmen ab und versuchte persön­lich Kontakt zu den „Entschei­dern“ zu bekommen. Was fast alle Gespräche vereinte, war die Reak­tion seitens der „Arbeit­geber“, wenn diese meine Zeug­nisse sahen. Ein Zitat (Firmen­chef eines Mittel­stän­di­schen Unter­neh­mens) bringt es auf den Punkt. „Wenn ich deine Zeug­nisse sehe sage ich dir sofort, dass du hier nie Arbeit bekommen wirst. Die sind viel zu gut. Noch dazu hast du Abitur. Hau ab und geh studieren. Du bekommst hier nie Arbeit mit deinen guten Noten.“ So war es denn auch. 100% Absagen. Hab mich dann zur Über­brü­ckung um eine Helfer­stelle geküm­mert und bin bei nächster Gele­gen­heit ab zum Studium.

    Da ich als Mensch sehr viel­seitig bin, habe ich entspre­chend meiner anderen Neigungen meinen Magister gemacht. Obwohl ich quasi in das Studium „gezwungen“ wurde, sehe ich jedoch die Entschei­dung zum Studium als das Beste an was mir passieren konnte. Den posi­tiven Wert des Studiums für mich als Mensch vermag ich nicht zu bezif­fern. Ein Studi­en­fach hat auch in einer Spezia­li­sie­rung starke natur­wis­sen­schaft­liche und tech­ni­sche Bezüge. Nur leider kapiert das in der Gegen­wart kein Perso­naler. Beim Besuch von Unter­neh­mer­ver­samm­lungen wurde dann z.B. auf mein „scheiß Studium“ verwiesen. Weiterhin bekam ich zu hören: (Zitate) „Du weißt nicht was du willst.“ Auf Meine Antwort auf die Frage wie denn mein Ausbil­dungs­beruf und meine Studi­en­fä­cher zusam­men­passen würden bekam ich zu hören : „Sie sind ein Lügner”. Weitere Äuße­rung: „Du willst mir doch nicht erzählen, dass du von deiner Ausbil­dung über­haupt noch was weißt.“ Fast alle Vorur­teile zu meinen Studi­en­fä­chern bzw. zu deren Verbin­dungen zum Ausbil­dungs­beruf wären inner­halb kürzester Zeit, z.B. über „Wiki­pedia“ zu klären aber dafür reicht es bei den Entschei­dern wahr­schein­lich nicht. Das beste sind aber z.B. Äuße­rungen, dass ich bei meiner Bildung doch (Zitat) “stin­kend faul” sein müsse, wenn ich keine Arbeit habe.

    Nun bin ich bei ca. 130 abge­lehnten Bewer­bungen. Meine Unter­lagen sind mehr­fach über­prüft, opti­miert und von vielen Seiten her als super einge­stuft. Ich werde versu­chen, so es meine Finanzen zulassen, zu promo­vieren anstatt zu Hause zu verblöden. Meine Kran­ken­kas­sen­bei­träge darf ich natür­lich selber bezahlen, da meine bessere Hälfte zu viel verdient. Meiner Meinung nach leben wir in einer Gesell­schaft, in der Bildung syste­ma­tisch abge­lehnt wird. Gesucht wird ledig­lich Zweck­wissen im Sinne einer korrekt funk­tio­nie­renden Arbeits­drohne. Alles darüber hinaus wird zum Problem und aussor­tiert.

    …und noch ein Kommentar meiner­seits zum Thema Fach­kräfte, deren Bildung bzw. Ausbil­dung sowohl in der Praxis als auch Berufs­schule.

    Ich habe mein Abitur während meiner gymna­sialen Schul­bil­dung absol­viert. Was ich dann jedoch in der Berufs­schule erlebt habe lässt mich bis heute am Begriff „Fach­kraft“ zwei­feln. Teile der anderen Lehr­linge meiner Berufs­schule (Real- bzw. Gesamt­schul­ab­schlüsse) waren in Mathe­matik nach 10 Jahren Schule teil­weise nicht einmal auf dem Niveau der 7. Klasse eines Gymna­siums. Selbiges bezog sich auch auf die extrem schlechte Allge­mein­bil­dung und auf das Verhalten. Berufs­schul­lehrer wurden syste­ma­tisch fertig­ge­macht und gemobbt. Diese Verhal­tens­weisen zogen sich weiter durch alle Fächer und dies führte dazu, dass Teile der Klasse nur ganz knapp durch die Ausbil­dung kamen. Selt­sa­mer­weise sind es diese Personen (in meinem größeren Wohn­um­feld und „Netz­werk“), welche feste Arbeits­ver­hält­nisse haben und in den Unter­nehmen etwas aufsteigen durften. Man verzeihe mir etwaige Fehler, diese sind meiner starken emotio­nalen Einbin­dung im Zusam­men­hang mit dem Thema geschuldet.

  24. E‑Commercler 19. Juni 2014 at 4:14 — Reply

    Hallo Frau Hofert,

    ich könnte auch einen kleinen Tipp gebrau­chen. Also kurz zu meinem Hinter­grund. Ich bin auch Wiwi mit Schwer­punkt Marke­ting.

    Ich habe den Studi­en­gang und den Schwer­punkt auch rein aus Inter­esse gewählt. Nach dem Abschluss hat mich die Realität des Arbeits­marktes einge­holt. Klas­si­sche Marke­ting­stellen vor allem im Stra­te­gie­be­reich sind nahezu utopisch zu bekommen, so dass ich ein Angebot als Trainee im Bereich Online­mar­ke­ting (1 Jahr) ange­nommen habe. Dieses Trai­nee­pro­gramm ist jetzt rum und ich bin auf der Suche nach einer rich­tigen Stelle.

    Ich bin jetzt schon seit etwa 6 Monaten arbeitslos. In dieser Zeit habe ich mich auto­di­dak­tisch stark weiter­bildet. Dies betrifft vor allem den Bereich Webent­wick­lung (HTML, CSS, Java­script, PHP). Mir bereitet dieser Bereich sehr viel Freude und ist auf dem Arbeits­markt auch sehr stark gefragt.

    Bei aktu­ellen Bewer­bungen versuche ich vorzugs­weise in diesen Bereich einzu­steigen. Mein Bruder ist Infor­ma­tiker und hat mir attes­tiert, dass ich mitt­ler­weile gut bin und zumin­dest als Junior Entwickler einsteigen könnte.

    Nun habe ich aller­dings keine Refe­renzen was diesen Bereich betrifft und ich möchte nicht schon wieder unsinnig Jahre mit einer Ausbil­dung oder einem Studium vergeuden, bei der 99% vom Gelernten keinen Nutzen im Beruf bringt. Auf der anderen Seite ist Deutsch­land die Welt der Zeug­nisse. Es könnte sehr schwer werden ohne irgend­welche Refe­renzen in diesen Bereich einsteigen zu können.

    Die Bundes­agentur für Arbeit bietet Ausbil­dungs­kurse für die Dauer von einem Jahr zum Infor­ma­tik­spe­zia­listen an. Sollte ich diese Möglich­keit nutzen?

    Oder sollte ich mich einfach weiter­be­werben und hoffen, dass mich ein Arbeit­geber einstellt. Die Kennt­nisse habe ich. Ich bräuchte nur eine Gele­gen­heit diese unter Beweis zu stellen.

    Danke.

    i

  25. Hanne 30. Juni 2014 at 20:09 — Reply

    Studiert hin oder her, Arbeit finden ALLE schwer.
    Anders gesagt: Arbeit finden alle leicht, wenn sie bereit sind für diese Hunger­löhne zu arbeiten. Mir sind als schlech­testes Angebot 11,20 für ein GF Assis­tenz geboten worden. Ich hätte es ja annehmen können, hab ich aber ausge­schlagen. Für den Fall dies an zu nehmen hätte ich von Jobcenter einen Aufsto­ckung bean­tragen können.
    Eigent­lich bräuchte nur einer von Euch eine sehr gute Idee und wir machen unsere Eigene Firma auf.
    Die Entscheider sind meist betriebs­blind und können mit besser gebil­deten einfach nicht umgehen, da die um ihren eigenen Platz Angst haben müssen, wenn der Neue zu viel weiß.
    Ich habe schon einen job bekommen wo ich meine Fort­bil­dung zum tech­ni­schen Betriebs­wirt und zum syste­mi­schen busi­­ness-coach einfach entfernt habe. Dann noch ein bischen den Lebens­lauf glatt bügeln, dann klappts.
    Mein tip: weg vom Arbeitamt, die Vermitt­lungs­quote liegt bei unter 2 %
    sucht Euch die Stellen selber und RUFT AN, oder geht noch besser mit der Bewer­bung dort vorbei.

    Viel Glück

  26. Björn S. 27. Oktober 2014 at 11:06 — Reply

    Sehr geehrte Frau Hofert,
    ein paar sehr inter­es­sante Punkte spre­chen Sie in diesem Blog­ein­trag an. Ein Teil der Wahr­heit ist der recht geringe Markt­wert von Gene­ra­lis­tentum, wie es oftmals mit akade­mi­scher Ausbil­dung einher geht. Als Baby­boomer, hoch­qua­li­fi­zierter Natur­wis­sen­schaftler mit Praxis­hin­ter­grund und dazu noch einer soliden Grund­aus­bil­dung mit Erfah­rung auch im kauf­män­ni­schen Bereich, erlebe ich aktuell die klas­si­sche Über­qua­li­fi­zier­ten­rolle. Aus über 1.000 Bewer­bungen, mit einem 85% Anteil an Initia­tiv­an­schreiben unter Zuhil­fe­nahme profes­sio­neller Unter­stüt­zung an Geschäfts­lei­tungen und Vorstände, wurde ich zu einem halben Dutzend Gespräche einge­laden. Die Absagen, inter­es­san­ter­weise sehr oft tele­fo­nisch vorab mit Ankün­di­gung der Aussa­ge­lo­sig­keit der folgenden Absa­ge­briefe, spre­chen eine eindeu­tige Sprache: es gibt nur sehr wenige Posi­tionen in Unter­nehmen, die wirk­lich hohe Quali­fi­ka­tion erfor­dern und selbst die werden oftmals lieber “aus der eigenen Zucht” besetzt. Eines meiner persön­li­chen High­lights war der Anruf des Perso­nal­vor­stands eines großen inter­na­tio­nalen Konzerns mit der Bemer­kung: “Wir haben leider die für Sie passenden Posi­tionen vor ein paar Jahren in Europa abge­schafft, weil wir der Über­zeu­gung waren, es gäbe diese Personen in Europa nicht mehr”. Ich hoffe auf zukünf­tige Zeiten, in denen die inter­na­tio­nale Verla­ge­rung eines Arbeits­le­bens einfa­cher durch­zu­führen ist, aber dafür wird sich poli­tisch noch sehr viel verän­dern müssen.

    • Svenja Hofert 30. November 2014 at 15:14 — Reply

      Danke Björn, ja, das ist leider so. Es gibt derzeit nicht genug Posi­tionen für Menschen, die sehr gut quali­fi­ziert sind und dann auch noch gene­ra­lis­tisch aufge­stellt sind. Aber das wird sich ändern. LG SH

  27. Tarkin 30. November 2014 at 10:37 — Reply

    Hallo Frau Hofert,
    mich irri­tiert die Über­schrift ein wenig. Dort steht Tech­niker und Hand­werker. Meinen sie damit Staat­lich geprüfte Tech­niker und Meister/Facharbeiter? Um das einfach darzu­stellen was ich meine (Falls nicht bekannt): Staat­lich geprüfter Tech­niker beherr­schen die Wissen­­schaf­t­­liche-Theorie und haben die prak­ti­sche Kompe­tenz dieses in Real umzu­setzen => Akade­miker sind die reinen Wissen­­schaf­t­­li­chen-Theo­­re­­tiker ohne (In der Regel) prak­ti­sche Kompe­tenz => Der Meister ist der reine Prak­tika ohne (In der Regel) Wissen­­schaf­t­­lich-Kompe­­tenz => und dann gibt es noch den soliden Fach­ar­beiter selbst. Ich denke das sollte man etwas besser beschreiben. Viel­leicht nicht in der Über­schrift, aber im Artikel selbst wäre das sinn­voll.

    Viele Grüße Tarkin

    Ps: Das ist jetzt sehr einfach von mir darge­stellt, aber im Kern passt das. Natür­lich gibt es in Praktika/Theorie zwischen diesen Berufen noch einige Unter­scheide.

    • Svenja Hofert 30. November 2014 at 15:12 — Reply

      Danke, Tarkin, der Unter­schied ist mir klar, aber es stimmt: so ganz eindeutig ist die Head­line nicht. Inso­fern ist die Erläu­te­rung sicher­lich hilf­reich für die Leser. LG SH

  28. Alfons Warsch­burger 4. Januar 2015 at 12:03 — Reply

    Sie spre­chen mir aus dem Herzen!

    In den 80er, als ich studierte, machte ich mir auch Gedanken, was wohl am besten auf dem Arbeits­markt ankommen würde.

    Dank guter Mathe — und Physik-Kenn­t­­nissen habe ich mit einem Maschi­­nenbau-Studium samt Prak­tikum begonnen, um dann auf Elek­tro­technik und Infor­matik umzu­steigen, da bereits die erste Nach­frage dank der großen IT — Firma aus den USA mit fast 100 jähriger Geschichte nach Studenten Ausschau hielt. Dank dieser Company konnte ich auch auf staat­liche Hilfe wie Bafög verzichten, was mich dann später auch extrem prägte. Damals fiel mir schon auf, dass extreme viele Jura und BWL oder gar Geis­tes­wis­sen­schaften studierten, ohne ein Ziel vor Augen zu haben.
    Nun , gute 25 Jahren später und dank dem Entschluss mit Ende 20, dies nun nur noch selbst­ständig weiter­zu­führen, kann ich diesen Entschluss nur als richtig bezeichnen.
    Hier kam zu Hilfe, dass beson­ders große Firmen ihre Man-Power redu­zieren mussten und die dann liegen geblie­bene Arbeit durch flexible, externe Kräfte erle­digen ließen. Darin sehe ich seit Jahren auch ein entspre­chenden Trend, da solche Firmen die staat­li­chen Systeme immer mehr unter­laufen wollen, um die share­holder value zu stei­gern.

    Es ist bei den Kunden immer wieder unver­kennbar, wie frus­tiert das eigene Personal ist, da irgend­etwas in der Firma gerade zu Gange ist, seien es Outsour­cing — Über­le­gungen oder Probleme vom Manage­ment vorm Arbeits­ge­richt.

    Insge­samt bin ich der Meinung, dass der Arbeit­nehmer der heutigen Prägung dank der Flexi­bi­li­sie­rung des Marktes bald Geschichte sein wird. Es gibt beson­ders bei uns in der IT mehr Ange­bote als freier Mitar­beiter als für Fest­an­ge­stellte, beson­ders bei anspruchs­vollen Aufgaben, da die Firmen wissen, dass freie Mitar­beiter oft einen weitaus weiteren Hori­zont besitzen, da die Einsätze in der Regel begrenzt sind und neue Aufgaben warten.

    • Svenja Hofert 5. Januar 2015 at 12:39 — Reply

      Danke­schön, AW, für den inter­es­santen Kommentar. Ja, es wird wohl so sein, dass der Arbeit­nehmer der heutigen Prägung in 20 Jahren Geschichte wird. Ich hoffe nur, dass wir alle mitnehmen können, die sich nicht so gut darauf vorbe­reiten 😉 LG Svenja Hofert

  29. Ausge­bil­detund­stu­diert 13. Februar 2015 at 16:24 — Reply

    Hallo,

    ich habe mit 24 eine tech­ni­sche Berufs­aus­bil­dung abge­schlossen und habe dabei parallel die Fach­hoch­schul­reife erlangt, zuvor meinen Wehr­dienst abge­leistet und ein FSJ absol­viert.

    Nun wurde ich als einer der Besten von der IHK und der Berufs­schule geehrt…vom Ausbil­dungs­be­trieb gab es trotzdem nur einen befris­teten Vertrag und einen 10 Euro brutto Stun­den­lohn…

    Die Zeichen standen nicht gut…die Branche wurde durch neue tech­ni­sche Entwick­lungen ziem­lich mitge­nommen, große Kunden sprangen ab und die Wirt­schafts­krise tat eben­falls ihren Rest dazu…

    Nach einem halben Jahr als Fach­ar­beiter wurde mein Vertrag zu glei­chen Kondi­tionen verlän­gert, Kondi­tionen die mir mit eigenem Haus­halt nicht genügten, also kündigte ich und entschloss mich für ein Studium…natürlich immer mit dem Gedanken im Hinter­kopf ”Du kannst alles schaffen was du willst, du hast alle Möglich­keiten dieser Welt”…eben dem stupf­sin­nigen Schwach­sinn der meiner Gene­ra­tion unauf­hör­lich von Eltern, Lehrern usw. in den Kopf gehäm­mert wurde als wir Mitte der 90er noch zur Grund­schule gingen.

    Meine favo­ri­sierten Studi­en­gänge konnte ich alle nicht studieren, da ich ja ‘’nur ” die Fach­ho­schul­reife hatte, so blieb mir nur der Kompromis an einer FH, der Bachelor war auch noch nicht lange da und man wusste eigent­lich so über­haupt nicht was auf einen zukommt…

    Was macht man da? Von den Eltern hat keiner studiert und auch sonst gibt es keine Erfah­rungen im Freundes/Bekanntenkreis…ja studiere was sich lohnt-hörte ich immer wieder…

    Gesagt-getan…und zack war ich einge­schrieben für ein ziem­lich ange­sagtes Fach das irgendwo zwischen Wirt­schaft und Technik ange­sie­delt ist und mit hohen Einstiegs­ge­häl­tern lockte…

    Dann plötz­lich die Realität: Praxis­schock schon in der Theorie!
    Ich besaß nicht­einmal die Mathe­ma­tik­grund­kennt­nisse die unseren Vorle­sungen als abso­lute Grund­lage dienten…es war nicht machbar, nicht mit meiner Mathe-Vorge­­schichte, bei der sich Nach­hilfe schon seit der 8. Klasse wie ein roter Faden selbst bis in die Fach­hoch­schul­reife hineinzog…

    Tja, dann war klar, länger als ein Semester brauche ich mir das gar nicht anzutun, schließ­lich liegen bzw lagen meine Stärken woanders…so kam es zum Abbruch…

    Dann hieß es wieder von vorne anzufangen…Modulhandbücher durch­lesen, Studier­fä­hig­keits­tests absol­vieren, Home­pages der Hoch­schulen durch­forsten , sämt­liche Foren im Internet abklappern.…es half nichts…meine Bewer­bungen waren breiter gefä­chert als jemals zu vor…

    Marke­ting, Ener­gie­ma­nage­ment, Wirt­schafts­recht, BWL, Soziale Arbeit, Medienmanagement…und dann die Kata­strophe: Ich habe Zusagen für alle Bewer­bungen erhalten!

    Wie sollte ich mich nur entscheiden??? Ich wußte es damals nicht und ich weiß es eigent­lich weiß ich es bis heute nicht…mit dem Unter­schied dass ich nun im 7. Semester des Studi­en­gangs Soziale Arbeit stecke und nicht so recht weiß ob ich mir trotz guter Noten nicht ein Ei gelegt habe…

    Die Branche ist schwer zu durchschauen…überall lauern befris­tete Teilzeitverträge…nicht gerade moti­vie­rend für einen inzwi­schen 28 Jährigen der sich zwar einen Master vorstellen kann , aber doch auch mal Geld verdienen will.

    Nun, wie geht es weiter? Horror­ge­schichten überall, jedoch nicht nur an unserer Fakultät…auch befreun­dete Betriebs­wirte, Kauf­leute und Projekt­ma­nager sind betroffen, doch nicht nur die auch die Wirt­schafts­in­ge­nieure mit dem 1er Zeug­niss arbeiten nach 6 mona­tiger Arbeits­lo­sig­keit unter subop­ti­malen Kondi­tionen für einen Dienst­leister…

    Tja was macht man nun? Ende 20, Ausbil­dung, Bachelor, ziem­lich viel gemacht, aber doch nicht genug um sich klar abzuheben…nun nochmal einen Bachelor oder doch lieber Master, MBA oder teure Fort/Weiterbildungen machen die mir auch nichts garan­tieren?

    Spiele nun schon detail­iert mit dem Gedanken einen 10 000 Euro teuren berufs­be­glei­tenden Master zu machen der mich für die betriebs­wirt­schaft­li­chen Aufgaben inner­halb sozialer Unter­nehmen fit macht…ob sich das alles mal monetär auszahlen wird steht wohl eben­falls in den Sternen…

    Nach wie vor frägt die Stimme in mir: Wohin mit mir?
    Dabei sehne ich mich ‘’nur” nach einem festen Arbeits­platz der meinen Stärken entspricht und mir ein bürger­li­ches Leben ermöglicht…war es persön­li­ches Pech? Die anderen hatten damals sogar noch schlech­tere Real­schul­ab­schlüsse und können heute trotz eher schlech­teren Ausbil­dungen und weniger Enge­ge­ment auf teil­weise zufrie­den­stel­lende Gehälter blicken…

    • Leidens­ge­nosse 17. Mai 2016 at 1:50 — Reply

      Will­kommen in der Realität! Viel Spaß im Nied­rig­lohn­sektor.

  30. Michael 6. Juli 2015 at 12:24 — Reply

    Guten Tag Frau Hofert,

    mir selbst geht es ähnlich.
    Ausbil­dung im Hand­werk absol­viert, nach 4 jähriger Gesel­len­zeit die Meis­ter­prü­fung als Jahr­gangs­bester abge­legt und eine länger Zeit im Beruf weiter gear­beitet. Mitte 35 wurde mir klar, dass ich den Job aus körper­li­chen Gründen nicht bis zur Rente weiter ausüben kann. Da ich von meinem gelernten Beruf Schorn­stein­feger komplett weg möchte (gesund­heit­liche Gründe), gibt es für mich auch nicht die Alter­na­tive auf dem gerlernten aufzu­bauen. Momentan habe ich ein Klein­ge­werbe ange­meldet und jobbe nebenzu noch um meine Unkosten eini­ger­maßen decken zu können. Der Gedanke und das Ziel ist eigent­lich immer eine 2. Ausbil­dung bzw. eine Umschu­lung zu bekommen. Nach über 150 Bewer­bungen stelle ich mir langsam die Frage, ob man mit Ende 39 zu alt für den Arbeits­markt ist? Es kann doch nicht sein, dass ein Mensch der den Willen und die Ausdauer zeigt keine Chance mehr bekommt im mitt­leren Alter einen beruf­li­chen Neuan­fang zu starten. Überall wird über Fach­kräf­te­mangel geklagt, nur eine Chance bekommt man nicht. Leider verstehe ich dieses System langsam nicht mehr.
    Dabei sehne ich mich auch nur nach einer Möglich­keit in einem Unter­nehmen eine neue Perspek­tive zu bekommen und letzt endlich einen festen Arbeits­platz. Muss denn heut zu Tage jeder Abitur haben mit anschlie­ßendem Studium um auf dem Arbeits­markt noch einen wert zu haben und hat ein Fach­ar­beiter, Geselle oder Meister keinen Stel­len­wert mehr?
    Meine Erfah­rung ist ganz klar, in den Medien wird es anderst darge­stellt als wie es in Wirk­lich­keit ist und mit 39 ist man zu alt um einen beruf­li­chen neuen Weg einzu­schlagen bzw. die Chancen werden komplett redu­ziert.

    Beste Grüße Michael

    • Leidens­ge­nosse 17. Mai 2016 at 2:11 — Reply

      Abitur und Studium reichen nicht! 5 Jahre Berufs­er­fah­rung. Assess­ment­center bestehen. Mehrere Fremd­spra­chen und bitte nicht über 25 Jahre. Mit 35 geht man heut­zu­tage am besten in Früh­rente. Traurig aber die Wahr­heit.

  31. Lukas 11. November 2015 at 19:29 — Reply

    Was hier steht kann ich nur bestä­tigen, ich (25) habe eine Lehre im Hand­werk als Metall­bauer für Konstruk­ti­ons­technik abge­schlossen und nach 2 Jahren im Beruf meinen Tech­niker in Maschi­nenbau gemacht. Nun sitze ich seit 4 Monaten schon Zuhause und es Flat­tert eine Absage nach der anderen rein (auf Techniker/Ingenieur Stellen).
    Nun habe ich mich vor kurzem mit meinem Alten Chef unter­halten und was soll ich sagen, der Mann hat mich regel­recht ange­bet­telt wieder in die Schlos­serei zu kommen weil er wohl schon seit längerer Zeit rich­tige Probleme damit hat vernünf­tige Leute zu bekommen. Ich werde jetzt bis Ende Dezember noch versu­chen an einen meiner Quali­fi­ka­tion würdigen Job zu kommen und wenn das nicht Klappt (Wovon ich mal ausgehe, da ich die Hoff­nung langsam aufgebe) dann werde ich wieder in meinen alten Beruf gehen.
    Aller­dings könnte ich mich dies­be­züg­lich in Grund und Boden Ärgern, da mich die Ganze Aktion mit dem Tech­niker auch ne Stange Geld gekostet hat und ich in dieser Zeit ja auch kein einkommen hatte 🙁

  32. Harald Telicsak 18. November 2015 at 19:00 — Reply

    Hallo Frau Hofert,

    Ihr Beitrag ist moti­vie­rend (die Umstände sind Schuld) und depri­mie­rend zu gleich (als Dipl.-Betriebswirt hast du keine Chane!). Welche Möglich­keit bleibt den dann einem noch? Wie viele Zusatz­qua­li­fi­ka­tionen soll man noch machen, damit es den Unter­nehmen passt? Irgend­wann mit ende 30 will man durch­starten und nicht noch eine Umschu­lung machen. War also das Studium nichts wert? Offenbar, den am Arbeits­markt wird meine Arbeits­kraft nicht gebraucht, dann macht alles keinen Sinn mehr.

  33. Prof. Dr. Stefan Georg 2. März 2016 at 14:30 — Reply

    Ich stimme dem Artikel zu. BWL alleine reicht heute oft nicht mehr, in Kombi­na­tion mit anderem Wissen ist BWL aber durchaus sehr hilf­reich. Eine Kombi­na­tion der Betriebs­wirt­schafts­lehre mit einem Teil der Inge­nieur­wis­sen­schaften, wie es beim Wirt­schafts­in­ge­nieur­wesen der Fall ist, kann große Vorteile bringen, weil die Absol­venten nicht nur tech­ni­sches und kauf­män­ni­sches Wissen mitbringen, sondern auch flexibel einsetzbar sind. Ich habe deshalb auch einige Infor­ma­tionen zum Wirt­schafts­in­ge­nieur­wesen zusam­men­ge­tragen und auf meiner Website http://www.wiin-online.de veröf­fent­licht. Bei Inter­esse einfach mal vorbei­schauen.

  34. Leidens­ge­nosse 17. Mai 2016 at 2:03 — Reply

    Unter­nehmen sparen, wo es nur geht! Hoch quali­fi­zierte Absol­venten werden nur noch für Hunger­löhne einge­stellt. Vor allem Jüngere werden dann gerne genommen, weil diese Frisch­linge denken das ist Norma­lität. Ein normales gut bürger­li­ches Leben wie die Baby­boomer Gene­ra­tion es führte ist kaum mehr möglich. Nur noch über Vitamin B. Oder Ihr bringt wirk­lich über­durch­schnitt­liche Leis­tungen und werdet dementspre­chend körper­lich Leiden. Aber es gibt ja noch Alter­na­tiven: Fast­food, Produk­ti­ons­helfer, Scan­ner­kasse etc.
    Der Autorin gebe ich aber Recht das solche Jobs wohl mehr Aussicht auf Anstel­lung haben mit Sinn, leider werden diese auch nicht Leis­tungs­be­zogen bezahlt. Hier schließt sich der Kreis und die Jugend rennt zur Univer­sität.

  35. Tomislav 24. Mai 2016 at 15:21 — Reply

    Hallo Frau Hofert,

    ein sehr gelun­gener Artikel, der die Welt der Akade­miker zum größten Teil wieder­spie­gelt! Beson­ders Erschre­ckend sind die meisten Kommen­tare, die den Status des heutigen Akade­mi­kers auf dem Arbeits­markt leider wieder­spie­geln. Ihren Artikel möchte ich mit meinem Kommentar erwei­tern:

    Ich bin aktuell seit 4 Monaten arbeitslos. Habe eine lupen­reine “Karriere” hinter mir und trotzdem bekomme ich als Dipl.-Ing. mit der Fach­rich­tung Elektrotechnik/Energietechnik keine feste Stelle, obwohl ich dafür aus akuteller Sicht evtl. sogar für einen unbe­fris­te­tetn Arbeits­platz nach Nord­korea ziehen würde (persön­liche Gefühls­lage).

    Mein Werde­gang:
    Real­schule
    3 1/2 Jahre Ausbil­dung zum Ener­gie­an­la­gen­elek­tro­niker
    1 Jahr Fach­hoch­schul­reife
    5 Jahre Studium (Regel­stu­di­en­zeit 8 Semester bzw. 4 Jahre)
    1 Jahr Wissen­schaft­li­cher Mitar­beiter
    4 1/2 Jahre Berufs­er­fah­rung (Zeit­ar­beit)

    Vertie­fung im Studium sowie Arbeits­er­fah­rung im Bereich der Erngieversorgung/Energieverteilung/Planung/Netzstrategie gesam­melt sowie auch heute aktu­eller Berufs­wunsch.

    Studium mit “gut” abge­schlossen, Diplom­ar­beit mit “sehr gut” abge­schlossen. Bishe­rige Arbeits­zeug­nisse “sehr gut” und dazu noch “relativ” jung.

    Die Erfah­rung mit der Zeit­ar­beit war erschre­ckend, weil man in jeder Hinsicht benach­tei­ligt ist, im Vergleich zu den Mitar­bei­tern des Entlei­hers, obwohl man viel mehr Leis­tung erbringt, da natür­lich eine feste Einstel­lung ange­strebt wird. Der Vorge­setzte ist machtlos, da letzend­lich der Vorstand oder die Geschäfts­füh­rung darüber entscheidet. Aber 4 Jahre sind eindeutig zu viel, deshalb habe ich selber gekün­digt, da ich diese Ausbeu­tung nicht mehr ertragen konnte.

    Selbst­ver­ständ­lich habe ich mich im letzten Jahr extern beworben, leider hat es nicht geklappt. Ich wäre sehr gerne in diesem Unter­nehmen geblieben, aber eine erneute Verlän­ge­rung über die Zeit­ar­beit kam nicht mehr für mich in Frage. Heute ist es das Bewerben mein Hauptjob, leider sehr erfolglos und depri­mie­rend… eine feste Stelle (ohne Zeit­ar­beit) zu bekommen ist kaum möglich… der Markt der Zeit­ar­beit blüht.. schreibe ich heute eine Bewer­bung, bekomme ich schon nach spätes­tens 3 Tagen eine Einla­dung zu einem Vorstel­lungs­ge­spräch. Die Kunden sind meis­tens die großen Fische auf´m Markt…die jedes Jahr große Gewinne einfahren. Schreibe ich direkt an ein Unter­nehmen kann ich bis zu 6 Monate auf eine Rück­l­mel­dung warten. Die lassen sich Zeit und suchen selbst­ver­ständ­lich die besten aus, da sie diese Möglich­keit aktuell dazu haben (Angebot/Nachfrage). Gäbe es so einen Mangel an Inge­nieure, müsste doch ein solches Verfahren schneller laufen?!? Hatte zum Teil 3!!! Vorstel­lungs­ge­spräche für die gleiche Stelle im Rahmen des Auswahl­pro­zesses!

    Selbst die Kollegen aus dem Studium hat es nicht wirk­lich besser getroffen. Von 10 Kollegen haben evtl. 5 einen festen Arbeits­platz bekommen. Der Rest, wie bei mir auch, arbeiten im Bereich der Ausbeu­tung… und wech­seln ständig das Kunden­un­ter­nehmen, da Projekt­be­zogen — was bei mir — zum Glück nicht der Fall gewesen ist, da dies evtl. auch einen Umzug erfor­dert, wenn man nicht gekün­digt werden möchte…dadurch wird die Planung im privaten Bereich sehr erschwert…

    Mein Fazit:
    — Ohne Vitamin B wird es sehr schwer.
    — Man braucht sehr viel Glück.
    — Regel­stu­di­en­zeit sowie gute Noten sind heute eine Selbst­ver­ständ­lich­keit ohne Vitamin B. Das Motto “vier gewinnt” im tech­ni­schen Studi­en­be­reich ist schon lange vorbei…

    Hätte ich eine Zeit­ma­schine, würde ich kein Studium mehr beginnen, sondern direkt nach der Ausbil­dung einen Beruf suchen. Ist heute viel wirt­schaft­li­cher. Außer das Studium wird direkt von Mama und Papa finan­ziert. Was für eine Ironie. Unser alter Meister hat damals gesagt wir sollen alle einen Techniker/Meister oder ein Studium machen, da unser großes Unter­nehmen (ABB) keine Azubis aufgrund der internen Krise einstellt (obwohl verplfich­tend für 1 Jahr). Der Schröder hat Hartz 4 einge­führt, so dass unser Meister große Sorge um uns hatte. Er wollte nciht das wir mit so einer guten Ausbil­dung die Straße kehren müssen (laut Gesetz, glaube ich, war jeder Job damals einem 25 jährigen zumutbar, unab­hängig von seiner Quali­fi­ka­tion). Zudem hat er uns von der Zeit­ar­beit gewarnt und uns deshalb diese Weiter­bil­dung ans Herz gelegt, da ja der Grund­ge­danke damals sicher richtig gewesen ist, desto quali­fi­zierter, desto leichter wird es später sein, einen guten, festen und sichern Job zu bekommen.

    Ein Inge­nieur hat heute nicht mehr den Stel­len­wert wie vor 10 oder mehr Jahren. Ausbeu­tung ist heute eher die Regel.

    Das ist meine persönlcihe Erfar­hung sowie die Erfah­rung mit den einen oder anderen Kommil­li­tonen der sich in einer ähnli­chen Situa­tion befindet. Aber es gibt auch den einen oder anderen, der es geschafft hat und heute vom Studium profi­tiert.

    Aber was die Medien heute und vor allem damals verkauft haben war m.M.n. eine vorsätz­liche Täuschung gegen­über jungen Menschen. Trotz Studium sind die Eckpfeiler auf dem heutigen Arbeits­markt für junge Akade­miker kaum noch gegeben:

    1. Unbe­fris­teter Arbeits­ver­trag
    2. Ange­mes­sene Vergü­tung
    3. Entwick­lungs­mög­lich­keiten
    4. Private Planung wie Haus, Wohnung, Auto oder Familie

  36. Dipl.-Ing. für N… 7. August 2016 at 16:02 — Reply

    Ich habe auch schlechte Erfah­rungen mit meinem Abschluss
    Elektrotechnik/Nachrichtentechnik an der TFH in Berlin.

    Das Studium war schwierig und es wurden grund­sätz­lich
    schlechte Noten erreicht. An der TU ist der Noten­spiegel
    noch schlechter, im Studium kommt höhere Mathe­matik vor,
    falls man ein ENB (Endgültig Nicht Bestanden) hat, kann
    man güns­ti­ger­weise noch an der TFH weiter studieren.
    Nach dem Studium, Ende der 1990er Jahre, habe ich viele
    Bewer­bungen geschrieben und immer Absagen bekommen. Die
    kamen manchmal erst Monate später zurück.

    Zu der Zeit hiess es oft es gibt einen Inge­­nieur-Mangel.
    Oder meinte man einen Mangel bei Inge­­nieur-Abschlüssen ?

    Die meisten Stel­len­an­ge­bote verlangen 2–5 Jahre Berufs-
    erfah­rung, Zusatz­qua­li­fi­ka­tionen, PKW-Fahr­er­laubnis.
    Einstiegs­stellen gab es deut­lich weniger. Es gibt wohl
    Firmen die die ersten 2 Jahre eine Ausbil­dung anbieten
    um sich in die kompli­zierte Materie einzu­ar­beiten.

    Inzwi­schen hat man die Studiums-Abschlüsse umbe­nannt,
    davor war es Diplom-Inge­­nieur, heute ist es Bachelor.
    Ich finde es hört sich nicht mehr so gut an.

    Heut­zu­tage ist ja die analoge Unter­hal­tungs­elek­tronik
    verschwunden und vieles basiert auf program­mier­barer,
    digi­taler Elek­tronik. Die Branche hat quasi das Motto:
    “Was funk­tio­niert ist bereits veraltet”. Das bedeutet
    man hat immer mehr Komple­xität mit den Geräten. Damit
    wird ja Auto­ma­ti­sie­rung und Ratio­na­li­sie­rung gemacht.
    Handys werden in Billig­lohn­län­dern herge­stellt.

    Wenn ich nach Stel­len­an­ge­boten für Nach­rich­ten­technik
    suchte, fand ich über­wie­gend Ange­bote von grossen AG’s
    oder Inge­nieur­büros die ja nur excel­lente Abschlüsse
    nehmen oder Perso­nal­ver­mitt­lungen die genau wieder auf
    diese Firmen vermit­teln. Über 3/4 der Stellen waren in
    Baden-Würt­e­m­­berg, NRW oder Bayern.
    Die grössten Sparte ist ja wohl die Auto-Indus­­trie mit
    den unglaub­li­chen Entwick­lungen von Selbstfahr-PKW’s.

    Mit der Arbeit der Agentur für Arbeit war ich an sich
    nie zufrieden gewesen, aller­dings hatte ich tatsäch­lich
    die “tolle” Stelle nach der Studen­ten­zeit über die SiS-
    Stel­len­suche gefunden gehabt, dort waren nämlich auch
    die nicht erst­klas­sigen Stellen vorhanden.

  37. Alex­ander 3. Oktober 2016 at 20:24 — Reply

    Hallo frau Hofer,

    Ich weiß, der Artikel ist schon etwas Älter, jedoch passt er sehr gut zu mir.

    Ich bin gelernter KFZ Mecha­niker, nach der Ausbil­dung jedoch den Job zum Team­leiter Rohr­sys­teme für den Renn­sport.

    Quasi einen Berufs­zweig der keinen Ausbil­dungs­re­le­vanten Bezug hat.

    Ich erhalte wegen Körper­li­cher Beein­träch­ti­gung nun eine Umschu­lung von der DRV finan­ziert. Dabei war ich nun schon bei einem Eignungs­test, diesen schloss ich mit weit Über­durch­schnitt­liche Quali­fi­ka­tion ab.

    Meine Inter­essen und auch Fähig­keiten bestanden jedoch schon immer im Kunst/Design/Grafik, IT, BWL Bereich.

    Unter­mauert durch hohe Räum­li­ches und Logi­sches Denken, Mathe und Konzen­­tra­­ti­ons­­fä­hi­g­keit- Ergeb­nisse in oben genanntem Test.

    Nun stehen mit alle Türen offen,

    Eine neue Ausbil­dung zB.:
    Grafik­de­si­gner
    Tech­ni­scher Produkt­ge­stalter
    Kauf­mann Büro­ma­nage­ment
    Fach­in­for­matik

    Oder auch die Weiter­bil­dung.:
    St.g. Tech­niker

    Ich komme aus BW nahe Stutt­gart und der Arbeits­markt für Grafik­de­si­gner ist sehr niedrig.

    Wäre es Ihrer­Mei­nung nach sinvoller den Tech­niker im Maschi­nenbau gemäß meiner bishe­rigen Lauf­bahn anstreben,

    oder viell doch lieber den Kauf­mann Büro­ma­nag­ment und dazu den Fach,-Betribswirt anstreben?

    Ich bin halt schon 30 Jahre Alt, geistig aber noch Fit wie ein Turn­schuh;)

    Bzgl.: Erkran­kung, die ist Mitt­ler­weile sehr gut verheilt.

    Mit freund­li­chen Grüßen und Danke

  38. […] geschätzte Kollegin Svenja Hofert hat im Karrie­re­spiegel und auf ihrer Website über die verzerrte Wahr­neh­mung in punkto Fach­kräf­te­mangel geschrieben. Die Tendenz ihres Arti­kels: […]

  39. Torben 12. Januar 2017 at 20:42 — Reply

    Ich habe meinen Master in der Tasche und habe mich um einige Stellen schon vorher beworben und einige Beob­ach­tungen gemacht

    1. Viele viele Stel­len­an­ge­bote sind Fake-Stellen. Es wird keiner einge­stellt. Nur Marke­ting und Eigen­wer­bung. Ich war selbst Prak­ti­kant in einem großen unter­nehmen, wo es 70 Stel­len­aus­schrei­bungen gab. Davon wurden nur 8 (darunter prak­ti­kums­stellen) besetzt. Zwischen Ausschrei­bung und Einstel­lung vergingen 5 Monate. Alle anderen Stellen waren perma­nent zu sehen

    2. Die Stellen finden sich überall im Netz. Das macht einen Eindruck, als gäbe es viele Stellen doch wenn man mal bedenkt. Insge­samt gibt es auf allen Seiten wie MONSTER, gigajob usw. zusam­men­ge­nommen nur ein paar Unter­nehmen die zum Beispiel Inge­nieure suchen (darunter viele viele Fakes) und das bei einem Land wie Deutsch­land mit 80 Millionen Einwoh­nern und davon einem Groß­teil der Beschäf­tigten

    3. Es gibt zu viele BWLer Juristen usw. Da gibt es eine Schwemme.

    4. Akade­mi­ker­ar­beits­lo­sig­keit ist niedrig. Doch in Wirk­lich­keit heisst dies: viele Leute mit Master­ab­schluss in etablierten Fächern arbeiten als Post­bote bei DHL und UPS weil sie nach 6 Monaten nix fanden

    5. Viele Akade­miker melden sich nicht arbeitslos. Zu groß ist Stigma und viele von ihnen hätten Anspruch auf Hartz 4 weil sie aus einfa­chen Häusern stammen

    6. Abitur und Studium sind heute das ziel vieler. Auch viele Migranten und Arbei­ter­kinder erhoffen sich einen aufstieg durch Bildung aber am ende gibt es nur Enttäu­schungen

    7. Gute Stellen für Akade­miker werden nicht ausge­schrieben sondern an Leute in den Unter­nehmen vergeben die zum Beispiel Jahre dort arbeiten(gerecht). So gibt es im öffent­li­chen Dienst oft Leute, die nur eine einfache Ausbil­dung gemacht haben und dann aufsteigen und sich dann über die Akade­miker totla­chen

    8. Bezie­hungen sind wichtig. Die Etablierten haben es leicht. So können Leute, deren Eltern als CDU-Poli­­tiker arbeiten, nach einem Germa­nistik oder Philo­so­phie­stu­dium leicht an Kontakte kommen

    9. Sogar in Ballungs­ge­bieten gibt es sehr wenig Stellen. Es wird nur in nied­rigen Segmenten einge­stellt.

    10. Perso­nal­ge­win­nung ist lang­wierig. Stellen werden im Januar ausge­schrieben und zu besetzen ab Februar. Doch es vergehen 6 Monate bis jemand einge­stellt wird.

    11. Das absol­vierte Studium verliert nach 2 Jahren an Wert wenn man keine adäquate Beschäf­ti­gung gefunden hat

    12. In vielen Berei­chen wie dem Einzel­handel greift man aufgrund von echtem Kräf­te­mangel auf Studi­en­ab­bre­cher und Menschen mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund zurück. Nicht aus sozialer Verant­wor­tung sondern weil sonst keiner die Arbeit machen würde.

    13. Stig­ma­ti­sierte Gruppen wie menschen mit migra­ti­ons­hin­ter­grund, dICKE und alte haben es schwer. Und in vielen Unter­nehmen ob national oder inter­na­tional bleibt man lieber unter sich.

    14. Leis­tung lohnt sich nicht ! Wir haben Verhält­nisse wie früher wo Partei­bü­cher und Adels­titel wichtig gewesen sind.

  40. Torben 12. Januar 2017 at 20:46 — Reply

    Viele hätten auch schon am liebsten vor dem Studium eine Ausbil­dung gemacht doch leider gibt es da Restrik­tionen

    Ein Studium kann man so einfach aufnehmen mit ABI und notfalls entscheiden Noten. Bei Ausbil­dungs­plätzen findet Selek­tion vorab statt und auch Herkunft und andere fAKTOREN können schaden.

    Ich kenne viele Migran­ten­kinder die aus der not heraus studieren, weil sie Murat oder Erkan heissen und trotz Abi 1,3 nur Absagen kassieren.

    REWE würde diese Leute in den Märkten aufnehmen (aber nicht in der Verwal­tung) tragisch

    Und wenn Leute wie ich es geschafft haben zu Vorstel­lungs­ge­sprä­chen einge­laden zu werden, dann kommt die Ernüch­te­rung: Man muss gegen 15 hoch­be­gabten und eloquenten Personen antreten und von Asse­se­ment Center will ich nicht spre­chen

    am ende winkt ein Job in Teil­zeit der auf 1 Jahr befristet ist

  41. Hermann Heck­mann 27. Januar 2017 at 20:03 — Reply

    Der Fach­kräfte Mangel ein inter­res­anntes Phäomen.
    Wie kann es den sein das unsere Poli­tiker heut­zu­tage es fördern zu Studieren, wenn diese Leute niemand braucht. Eben­falls bereitet unser voll Abitur über­wie­gend auf das studieren vor. Wiederum muss man bedenken, dass viele Studi­en­gänge als Weiter­bil­dungs­maß­nahmen von Ausbil­dungs­be­rufen zählen. Jedoch geraten die jungen Leute eher dabei in eine “Fort“bildungsmaßnahme ohne baldige wieder­kehr. Außerdem finden diese Leute häufig in den Akade­mi­schen Berufen sowie in Ihren Ausbil­dungs­beruf nicht bzw. nicht mehr hinein.

  42. Nadine Müller 20. Februar 2017 at 15:22 — Reply

    Ihrem Artikel kann ich nur zustimmen. Nach meinem Abitur wusste ich nicht genau, was ich machen wollte. Eine Berufs­be­ra­tung gab es bei mir am Gymna­sium höchs­tens als Grup­pen­vor­trag vor dem ganzen Jahr­gang. Hinterher wussten wir für welche Studi­en­gänge die ZVS wieder einge­führt wird. Toll…

    Mein erster Schritt war es eine kauf­män­ni­sche Ausbil­dung zu machen. Damit war ich eine der wenigen in meinem Jahr­gang, die nicht direkt an eine Uni sind. Mein Abitur ist jetzt 5 Jahre her. Dieje­nigen, die “schon” einen Bachelor haben, hängen in vielen Fällen ein zweites Studium an, weil sie keinen Job finden. Allen voran die BWL-Bache­­lors, während ich mit meiner kauf­män­ni­schen Ausbil­dung immerhin schon einen Voll­zeit Job hatte. Die anderen leben größ­ten­teils immer noch von elter­li­cher Unter­stüt­zung und/oder Bafög.
    Ich wünsche mir trotzdem, ich hätte mir damals die mögli­chen Ausbil­dungen genauer ange­sehen. Es gibt so viele span­nende Ausbil­dungs­be­rufe!
    Könnte ich mich heute noch einmal entscheiden, würde ich defi­nitiv eine andere Ausbil­dung wählen.

  43. Martin Ober­maier 18. September 2017 at 13:57 — Reply

    Ich bin auch der Meinung das eine Berufs­aus­bil­dung mit anschlie­ßenden Fort-und Weiter­bil­dung durchaus sinn­voller sein können als Abitur und ein rein theo­re­ti­sches Studium. Ich habe den Indus­trie­meister für Elek­tro­technik bei x
    und finde es toll die Beruf­liche Erfah­rung mit dem neuen Fach­wissen zu kombi­nieren.

    • Svenja Hofert 3. Oktober 2017 at 16:11 — Reply

      habe den Link geslöscht, da dieser auf eine 404-Seite führte. SH

  44. Diego 28. Dezember 2017 at 5:42 — Reply

    Danke für diesen Artikel!
    Stehe selber kurz vor meinem Bachelor des Wirt­schafts­rechts und sehe keinen “rich­tigen” Weg für mich; hatte ein längeres Prak­tikum in der Scha­den­ab­tei­lung einer großen Versi­che­rung, die mich dann auch als Werk­stu­dent über­nommen hat. Auch wenn mir die Arbeit Spaß macht, zeigt doch die Tatsache, dass ich fast nur mit Versi­che­rungs­kauf­leuten zusam­men­ar­beite, dass auch hier der Bachelor den Kauf­mann ablösen soll.…ansonsten wäre das Prak­tikum nicht ausschließ­lich für Studenten ausge­schrieben.
    Leider sehe ich auch keine wirk­li­chen Weiter­bil­dungs­chancen dort; auch ein Wechsel in eine andere Branche ist bei der hohen “Spezia­li­sie­rung” Scha­den­be­ar­bei­tung eher nicht möglich.
    Werde nun wohl doch umsat­teln (Bachelor mit 23 nächstes Jahr): Sehe als Alter­na­tive einen Verwal­tungs­beruf (Behörde, wurde mir seit dem Abi immer empfohlen; jetzt auch in der Studi­en­be­ra­tung meiner Uni, die Ihren Blog übri­gens mir empfohlen hat!), evt. entdecke ich doch ein Hand­werk für mich, oder einen Gesund­heits­beruf (Pflege, Kran­ken­haus), da meine gesamte Familie hier erfolg­reich aktiv ist (auch wenn die Arbeits­be­di­nungen nicht die besten sind). Eine kauf­män­ni­sche Ausbil­dung würde mich grund­sätz­lich auch inter­es­sieren, aber wenn der Bachelor diese ersetzen soll.….

  45. Florian Spam 17. März 2018 at 23:57 — Reply

    Sehr geehrte Frau Hofert,

    vielen Dank für diesen sehr inter­es­santen Artikel. Ich selbst bin “nur” ein prak­tisch orien­tierter Tech­niker und habe es trotzdem in einem Dax-10 Unter­nehmen in das soge­nannte “Upper-Mana­ge­­ment” geschafft. Natür­lich war es nicht einfach sich immer gegen den Studier­ten­wahn durch­zu­setzen aber mit Glück und der Bereit­schaft sich intern weiter­zu­bilden war es möglich.

    Ich kann junge Leute nur dazu ermun­tern sich auch abseits der Uni umzu­sehen. Es gibt sehr inter­es­sante Nischen­be­rufe und eine duale Ausbil­dung + Praxis + Tech­niker sehe ich als keinen Makel an. Danach Fokus noch auf eine Fremd­sprache und Schu­lungen wie zum Beispiel IPMA-Projek­t­­ma­­na­ge­­ment, SixSigma, … und die Chancen auf dem Arbeits­markt sind gar nicht so schlecht.

    Kleiner Tipp noch am Rande. Gele­gent­lich den Betrieb wech­seln unter­stützt den Karrie­re­ver­lauf unge­mein.

    Eine Frage noch in eigener Sache an Sie Frau Hofert. Wie und wo sehen Sie Weiter­bil­dungen wie zum Beispiel den “Tech­ni­schen Betriebs­wirt IHK”? Sinn­voll für den persön­li­chen Wissens­aufbau oder verge­bene Mühe mit veral­tetem Unter­richts­stoff?

    VG
    Florian Spam

  46. Anna 7. August 2018 at 0:46 — Reply

    Also sollte ich mich mit Ausbil­dung, Studium, Auslands­be­rufs­er­fah­rung jetzt dem Thema Suizid widmen?

  47. Der Benny 19. Oktober 2018 at 13:37 — Reply

    Halli Hallo =)

    Also es gibt ja immer 2 Seiten einer Medaille. Ja es gibt Fach­kräf­te­mangel, aber nicht so wie es von den Medien propa­giert wird.

    Der Fach­kräf­te­mangel ist im medizinischen/sozialen Bereich nicht mehr wegzu­denken (Kran­ken­pfleger, Alten­pfleger), auch im Bereich der Dienst­leister (Friseur, ReFa oder HoFa), das stelle ich gar nicht in Abrede.

    Das Teile des Hand­werks Probleme haben Leute zu finden, da stimme ich auch noch zu, aber das ist nur ein gering­fü­giger Prozent­satz (vorwie­gend die Bauhaupt­ge­werke), aufgrund des aktu­ellen Baubooms.

    Deswegen muss hier schon diffe­ren­ziert werden. 80 Prozent aller Arbeit­geber jammern lieber das sie keine neuen Ange­stellten finden als das man selber aktiv wird und sich auf die Suche begibt.

    Aber kurz zu mir um diesem State­ment ein „Gesicht“ zu verleihen. Ich bin 32 Jahre alt, habe Tischler gelernt und im Zeit­raum von 2014 – 2016 eine Aufstiegs­fort­bil­dung zum staat­lich geprüften Tech­niker mit dem Schwer­punkt der Holz­technik erfolg­reich absol­viert. Ich habe 7 Fach­qua­li­fi­ka­tionen ( 3 TSM-Scheine, 2 TSO-Scheine, ADA-Schein, Fach­kraft für kauf­män­ni­sche Betriebs­füh­rung nach der Hand­werks­ord­nung), die ich während der Lehre und der Fort­bil­dung noch mit absol­viert habe.

    Ich bin seit 28 Monaten „arbeitslos“. Arbeitslos in „“ weil ich mich mit Hand­lan­ger­jobs über Wasser halte. Ich habe in den 28 Monaten 320 Bewer­bungen geschrieben, davon wurde 95 mal reagiert. Von diesen 95 Reak­tionen waren 21 Reak­tionen eine Einla­dung zu einem Vorstel­lungs­ge­spräch. Für diese 21 Vorstel­lungs­ge­spräche bin 1500 Km gefahren auf eigene Kosten, und trotzdem gab es keine weiteren verwert­baren Reak­tionen seitens der Arbeit­geber.

    Ich habe jetzt erst wieder so eine Situa­tion. Vorstel­lungs­ge­spräch bei einem Bildungs­träger absol­viert. Dieser hat eine Stelle als Lehr­meister ausge­schrieben. Es geht darum Arbeits­lose sowohl fach­lich als auch sozial zu betreuen. 1,5 Stunden Vorstel­lungs­ge­spräch absol­viert, zum Abschluss des Gesprächs teilte mir der Arbeit­geber mit, das er sich Ende der Woche bei mir melden werde. Jetzt haben wir das Ende der Woche und was ist passiert? Genau nämlich leider Garnichts.

    Es verlangt doch niemand das etwas sofort entschieden werden muss. Ich verhalte mich immer nach dem Motto „Drum prüfe wer sich ewig bindet“, dieses Recht muss auch Arbeit­ge­bern zuge­standen werden. Dass Arbeit­geber aber ihre eigenen Zusagen miss­achten auch wenn sie nur münd­lich sind und somit meis­tens gar keine Reak­tion erfolgt, dass ist nicht nur Respekt- und Würdelos, sondern weit unter der Gras­nabe

    Dass Arbeit­geber, im spezi­ellen das Hand­werk jammert das sie keine Leute finden, ist meiner Meinung nach selber verur­sacht. Ich kenne noch Zeiten in der Holz­technik, aber das trifft bestimmt auch auf jedes andere Gewerk zu, wo es hieß „Was kein Abitur? So jemand will ich nicht in meinem Betrieb“. Und jetzt wundert man sich das sich die ganze Situa­tion ins Gegen­teil verkehrt hat?, selbst Schuld kann ich da nur sagen.

    Unsere Sozi­al­be­hörden nämlich das Arbeitsamt und das Jobcenter. Mit dem Arbeitsamt hatte ich persön­lich nie Probleme, mir saßen da immer sehr anstän­dige und empha­ti­sche Sach­be­ar­beiter gegen­über, die sich gefreut haben, das sie einen „hoch­qua­li­fi­zierten Arbeits­losen“ gegen­über sitzen haben der sich aktiv bemüht. Beim Arbeitsamt hatte ich auch immer den Eindruck das die Sach­be­ar­beiter dort auch an meinen Eindrü­cken inter­es­siert waren weil sie immer nur „das Gejammer der Arbeit­geber hören müssen“

    Ja ich habe auch schon Erfah­rungen mit dem Jobcenter gemacht, auch hier kann ich nur von meinen subjek­tiven Erfah­rungen berichten. Diese lassen sich soweit zusam­men­fassen „Sie sind faul, dumm, sie wollen gar nicht arbeiten und sie haben es sich im Hartz4 schon bequem gemacht. Wenn Arbeit­geber nicht reagieren ist das die Schuld des Hart­zers. Außerdem finden alle Arbeit wir haben Fach­kräf­te­mangel“

    Morgen werde ich wieder Pakete bei der Post austragen gehen, obwohl dieser Job Ende Januar auch schon wieder vorbei ist, da die Post nämlich eben­falls nur noch befristet einstellt, man benö­tigt ja Hand­langer für das Weih­nachts­ge­schäft.

    So viel zum Thema Fach­kräf­te­mangel im Allge­meinen und speziell im Hand­werk.

  48. Nowak 11. Mai 2021 at 14:47 — Reply

    Guten Tag , ich bin staat­lich geprüfter Tech­niker der Elek­tronik und Daten­ver­ar­bei­tung und bekomme auch keinen Job.
    Viele Unter­nehmen rekru­tieren fort­lau­fend Tech­niker als Ware und spucken die Menschen hinten wieder raus, die Ihnen nicht gefallen haben. Auf den Rücken der Tech­niker wird die Rendite erzielt.
    Die Firmen Hengst, Brunel, Aleona, Ferchau sind nur einige Firmen, die die Tech­niker wie Klopa­pier behan­deln. Gewohnt war man das von Bofrost, die über Ihre vermeind­li­chen Selb­stän­digen mit den Verlusten der Selb­stän­dige Ihr Geld eintreiben durch: Vermie­tung und Verpach­tung der Gefrier­wagen, Wartungs­kosten und Hohe Abschlags­kosten bei Rück­gabe des Equip­ments.
    So ähnlich wird man bei diesen Firmen behan­delt unter dem Denk­mantel einer Projekt­ar­beit. Das Risiko dieser Arbeit trägt natür­lich der Tech­niker und nicht das Unter­nehmen. Sie verleihen die Arbeit an Groß­un­ter­nehmen und verkaufen Sie an Projekten . Abartig hier in Deutsch­land.
    Von wegen Fach­kräf­te­mangel??!! Die Unter­nehmen und Univer­si­täten suchen alle wie blöd, lehnen aber die Tech­niker ab, die nicht zu 100% auf deren Deckel passen. Es geht sogar soweit, dass die Unter­nehmen so viel Geld haben so lange zu warten bis der Rich­tige kommt oder es wird die Stelle neu ausge­schrieben. Alles schon erlebt !
    Die Unter­nehmen sind heute nicht mehr bereit Defi­zite von Neuein­stel­lungen hinzu­nehmen, geschweige dafür zu sorgen, das diese in hrem Betrieb eine kleine Nach­schu­lung erhalten. So siehts aus!
    Ach Ja und mit 55 hat man auf dem Arbeits­markt ausge­dient und darf auf seine Rente warten.
    Wir sind die gebur­ten­stärksten Jahr­gänge mussten uns aber mit allen miesesten Formen des Arbeits­marktes stellen: Befristungen/Projektarbeit, Kürzung durch Stand­ort­wechsel, Aufwei­chung des Arbeit­neh­mer­schutzes. Unsere gebur­ten­starken Jahr­gänge wurden arbeits­recht­lich durch den Dreck gezogen und das gewollt. Arbeits­recht­lich bin ich durch mit Deutsch­land und wer meint mit einem unbe­fris­teten Vertrag wäre man unkündbar der täuscht sich gewaltig. Die Unter­nehmen greifen heute zu perfieden Mitteln um Aufrürer im Betrieb los zu werden. Perso­nal­ge­spräche ist die Suche nach Ihren Fehlern und Kündi­gungs­grund nicht mehr und nicht weniger.
    Super­vi­sion war gestern! Kein Wundern das nur noch wenige Ihre Rente erleben dürfen.
    Ich habe den Eindruck,das der Druck und Arbeits­zwang in Deutsch­land sehr hoch liegt.
    Viele Ange­stellte die Angst treibt Ihren Arbeits­platz zu verlieren und vorzeitig durch die enorme Belas­tung von Angst Über­for­de­rung und unbe­zahlte ÜBer­stunden Ihre Gesund­heit ruinieren. Das vorzei­tige Ableben ist damit schon Mal gesi­chert. Hier gilt es uns vorher auszu­ra­dieren bevor die Rente kommt.
    Also es müssen mindes­tens statis­tisch gesehen 50% unseres Jahr­ganges sterben um eine nach­fol­gende Rente der nächsten Gene­ra­tion zu gewähr­leisten. Ansonsten kann ich mir den Schwach­sinn auf unseren Arbeits­markt nicht erklären. Viel­leicht schafft es ja Coroner die Renten­kassen zu entlasten.

    In diesem Sinne

    Frohes Schaffen!

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