Kate­go­rien

Geheim­sprache: Was Büro­räume über Unter­neh­mens­kultur und Werte verraten

Published On: 27. Mai 2013Cate­go­ries: Führung

Begibt man sich in Kriegs­ge­biet oder lockere Kaffee­haus­at­mo­sphäre? Wird in dieser Firma zusammen oder gegen­ein­ander gear­beitet? Steht Struktur im Vorder­grund oder infor­melle Macht? Geht es um Leis­tung oder um Krea­ti­vität? Ein Blick in die Büro­räume sagt mehr als 1.000 Worte. Ich habe hier einmal die wich­tigsten Büro­or­dnungen aufge­zeichnet und nach Spiral Dyna­mics geordnet.

rotIn einem roten Unter­nehmen sind infor­melle Regeln wich­tiger als formelle. Jedes Wort hat einen Subtext. Macht setzt sich durch, Berlus­coni lässt grüßen. Viele Konzerne sind immer noch teil­weise rot. In solchen Unter­nehmen setzt sich durch, wer den GRÖSSTEN… Schreib­tisch hat.

 

blauDas Rote wird irgend­wann gezähmt vom Blauen, immer. Mit Blau zieht Ordnung ein und mit den Regeln kommt Gerech­tig­keit. Das Rote muss sich warm anziehen. Chef wird, wer am LÄNGSTEN dabei ist.

 

 

orangeDas Orange besiegt früher oder später das starre Blaue durch Leis­tungs­ori­en­tie­rung. Ziele ziehen ein, Erfolg, Status­sym­bole. Chef wird, wer die meisten Mäuse fürs Unter­nehmen fängt, z.B. als “Verkäufer des Monats”.

 

 

interparesLeis­tung wird irgend­wann uncool, Herr Maschmeyer. Dann kommt das Grüne und bändigt Orange. Wir sind ein Team, gehören zusammen, WIR sind WER. Der Chef ist immer  ein PRIMUS inter pares und selbst­ver­ständ­lich im selben Raum wie alle. Hier fühlt man sich wohl und bei Kununu gibt es einen Bonus­punkt für Atmo­sphäre.

spiralNein, so kollektiv sind wir dann auch wieder nicht. Co-Working ist was für die Pippi Lang­strumpfs des Inter­net­zeit­altes — es macht, was ihm gefällt und kombi­niert Villas kunter­bunt. Spiral­dy­na­misch ist man hier das erste Mal im Second Tier und wirft alles in eine Waag­schale: Koope­ra­tion (grün) mit Indi­vi­dua­lismus (gelb), Zusam­men­ar­beit mit Allein­sein. Und geht mit seiner Geschäfts­idee gleich schon ein biss­chen weiter, social nämlich (Türkis).

© Bilder und Text: Svenja Hofert

Dazu passt das Produkt Frage­bogen Personen- und Unter­neh­mens­ana­lyse bei Kexpa®.

 

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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2 Kommen­tare

  1. Inter­es­sante Sicht­weise auf die Gestal­tung von Arbeits­räumen, liebe Frau Hofert – vor allem die Über­tra­gung auf Spiral Dyna­mics finde ich span­nend. Das Motto „Zeig mir, wie du wohnst, und ich sage dir, wer du bist“, verrät auch im Arbeits­kon­text extrem viel über die Unter­neh­mens­kultur. Span­nend wird das beson­ders bei Umzügen oder Umstruk­tu­rie­rungen!

    So wandte sich vor einiger Zeit ein Unter­nehmen an mich, weil die Inhaber das Gefühl hatten, in einer schwe­lenden Revolte zu stecken und eine Lösung für die Probleme im Team haben wollten: „Wir wissen auch nicht, was ‚plötz­lich’ das Problem ist. Dabei geht es uns wirt­schaft­lich gut, letztes Jahr sind wir in tolle neue Räume gezogen und jetzt das!“

    Was war passiert?
    Nach einem Jahr nach dem Umzug in größer-neu-schick funk­tio­nierten die Teams nicht mehr wie gewohnt. Kein Wunder: Grund­riss, Sitz­platz­ver­tei­lung UND Möblie­rung förderten eine völlig andere Kultur im Unter­nehmen! Der Chef saß plötz­lich „über Kopf“, die Mitar­beiter fühlten sich isoliert und kontrol­liert, die effek­tive Kommu­ni­ka­tion funk­tio­nierte nicht mehr, da wich­tige Teams ausein­ander gerissen wurden, die Möbel betonten plötz­lich Hier­ar­chien, die vorher zwar vorhanden, aber nicht räum­lich markiert waren…

    Für mich als Coach mit dem Back­ground aus Perso­nal­ent­wick­lung und Innen­ar­chi­tektur ist solch eine Situa­tion beson­ders span­nend: In solch einem Fall helfen reine PE-Konzepte nicht weiter, weil die Räume, in denen wir arbeiten, einen oft unter­schätzten Einfluss auf die Zusam­men­ar­beit haben. Das schönste Konzept wird torpe­diert von Raum­struk­turen, die das Gegen­teil zemen­tieren! In der Praxis geht das über die Grund­struk­turen weit hinaus. Aber Spiral Dyna­mics ist ein inter­es­santer Einstieg ins Thema!

    Herz­liche Grüße
    Juli Scheld

    • Svenja Hofert 29. Mai 2013 at 13:56 — Reply

      Danke für Scheld, ja, für Sie ist das ja eigent­lich eine super­in­ter­es­sante Fusion der Themen. Ich finde das Thema wird total unter­schätzt. Sitz­ord­nungen sind sowas von wichtig, nonver­bale Kommu­ni­ka­tion pur mit Wirkung auf alles… LG Svenja Hofert

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