Kate­go­rien

Gestalten Sie Ihr 2020: Verän­dern Sie Ihre Perspek­tive und dann Ihr Leben

Published On: 31. Dezember 2019Cate­go­ries: Aktuell
Perspektivenwechsel

Zur Jahres­wende wird es wieder viele Trend­mel­dungen geben, Rück­blicke, Voraus­schauen. Ich möchte meine Voraus­schau mit einer Geschichte beginnen, die anders ausgeht als sie anfängt. Es geht um Perspek­ti­ven­wechsel.
Als Narziss in den See schaute, um sich seines Spie­gel­bildes zu erfreuen, fiel ein Blatt in den See und verzerrte sein Antlitz. Im Glauben, häss­lich zu sein, stürzte er sich in den See und verwan­delte sich in eine Narzisse. In einer anderen Vari­ante dieses Mythos ist er von der eigenen Schön­heit so verzückt, dass er selbst ins Wasser stürzt. Es gibt noch mehr Versionen des Narziss-Narra­­tivs. Meist wird er erzählt, um damit die über­trie­bene Selbst­liebe eines Narzissten zu thema­ti­sieren.

Ich aber möchte etwas ganz anderes damit ausdrü­cken, etwas das mit 2020 zu tun hat und den Jahren danach, mit Zukunft und ihrer Gestal­tung. Mit Perspek­tiv­wechsel auch.

Zukunft spie­gelt Gegen­wart, Gegen­wart Zukunft

Die Zukunft spie­gelt sich in der Gegen­wart, die Gegen­wart spie­gelt die Zukunft. Doch was wir sehen, ist oft entweder häss­lich verzerrt oder über­trieben verklärt. Wir sehen, was wir sehen wollen, und wir lieben es schwarz-weiß. Schat­tie­rungen fallen uns schwer zu erkennen. Es gibt dieses sehr alte Kipp­bild von der Ente, die zugleich ein Hase ist. Ich konnte zuletzt immer nur noch die Ente sehen, der Hase war mit den Jahren und wieder­holter Betrach­tung völlig verschwunden. Andere mussten ihn mir zeigen. Es war ein mühsames Sich-Erschließen. Ich kippte immer wieder zur Ente zurück.

Wer mein Seminar „Psycho­logie der Verän­de­rung“ im November 2019 besucht hat (hier weitere Termine), wird jetzt viel­leicht schmun­zeln. Es gab Lacher, denn meine Verren­kungen vor dem Bild – wo ist dieser verdammte Hase, ich seh nur Ente? – zeigten glaub­würdig an mir selbst, um was es da geht, bei dieser Verän­de­rung.

Der verschol­lene Hase

Ich habe den Hasen wirk­lich nicht mehr gefunden, es war keine Show — obwohl oder viel­mehr weil ich dieses Bild, eines der klas­si­schen Kipp­bilder der Kogni­ti­ons­psy­cho­logie, seit 20 Jahren kenne. Wir sehen die Dinge nicht, die wir NICHT gewohnt sind zu sehen. So wie Sie dieses NICHT über­lesen hätten, hätte ich es nicht groß­ge­schrieben. Je länger wir das eine betrachten, desto mehr verlieren wir das andere. Deshalb ist Verän­de­rung so schwer. Unsere Gewohn­heit hält uns fest, sie fixiert den Blick, sie fixiert das Denken. Sie setzt unsere inneren Pole, verschließt Gegen­pole und damit letzt­end­lich auch Verstän­di­gung. Gewohn­heiten brechen, gerade Wahr­neh­mungs­ge­wohn­heiten ist sehr, sehr schwer. Anstren­gend auch.

Fixiertes Denken

Zurück zu Narziss, der sich spie­gelt. In unseren Zukunfts­bil­dern zeigen sich Emotionen, Ängste und Hoff­nungen, ausge­hend vom Jetzt. Wir suchen ein klares Bild, Eindeu­tig­keit. Ente oder Hase. Schön­heit oder Häss­lich­keit, Vergan­gen­heit oder Zukunft. So entstehen Zukunfts­bilder: bitte eindeutig, nur gut, nicht irgendwie durch­wachsen! Die Zukunft der Arbeit etwa – die einen malen ganz schreck­liche Szena­rien von bösen Daten­kranken, die uns ausspio­nieren und tota­litär umranken. Die anderen zeichnen posi­tive Bilder, in denen die Technik den Menschen befreit und neue Möglich­keiten schafft. Aber viel­leicht gibt es etwas dazwi­schen und noch ganz anderes. Wahr­schein­lich sogar.
Wahr­neh­mung beginnt da, wo ich mich auf sie einlasse. Wo ich in mich hinein­höre und meine eigenen Bilder erkenne. In der einzigen Zeit, die es nicht mehr gibt, wenn wir sie greifen wollen, in der Gegen­wart.

Gestalte das Bild

Wie wäre es mit einer anderen, neuen Vari­ante das Mythos vom Narziss? Als Narziss so dasaß und über sich und die Welt sinnierte, ganz in der Gegen­wart, da sah er, wie sein Gesicht sich verän­derte. Je nachdem, in welchem Blick­winkel er sich betrach­tete, war er mal ein häss­li­cher und mal ein schöner Jüng­ling. Und als er das erkannte, wurde ihm klar, dass er allein entscheiden könnte, wie er sich sehen wollte. Er allein könnte sein Bild gestalten.
Die Zukunft ist jetzt, wir gestalten sie, ähnlich wie wir auch die Vergan­gen­heit anders sehen können – wenn wir uns nur dazu entscheiden. „Es ist nie zu spät eine glück­liche Kind­heit gehabt zu haben“, wird dem wunder­baren Geschich­ten­er­zähler und Begründer der Hypno­the­rapie Milton Erickson zuge­schrieben. Das ist eine ganz andere Aussage als “Es ist nie zu spät für eine schöne Kind­heit”. Gehabt zu haben ist das Entschei­dende. Es lohnt sich über den Unter­schied nach­zu­denken.

So ist es: Die Vergan­gen­heit verän­dert sich mit dem eigenen Blick­winkel ganz genauso wie die Zukunft.
Der neue, frische Blick auf die Zukunft aber, er beginnt im Jetzt. Wenn ich das Jetzt erkenne, sehe ich die Zukunft. Wenn ich die Vergan­gen­heit fest­halte, duckt sie sich weg.
Meine Trends für 2020 entstanden in diesem Denken. Sie beschäf­tigen sich nicht mit Ultra­lear­ning, nicht mit neuen Apps, Tools oder neuen Berufen. Im Mittel­punkt stehen Denk­hal­tungen, die sich in meiner Beob­ach­tung gerade verstärken.

Mindset und Arbeits­welt: Die 5 Trends für 2020

Trend 1: Sowohl als auch

Überall sehe ich neue Verbin­dungen. Langsam erkennen Agilisten beispiels­weise, dass der PDCA-Zyklus und Wasser­fall fast parallel erfunden worden sind, und dass das eine das andere über­haupt nicht ausschließt. Irgendwie verrückt: Dass sogar CFOs das Planen aufhörten oder CEOs die Lang­frist­stra­tegie aufgaben. Das Kipp­bild, es zeigt nur die eine Seite.
Hybrid setzt sich durch, eine Art metho­di­sches Sowohl-als-auch. Ambi­dex­trie im Manage­ment will Inno­va­tion und Bestands­ge­schäft zugleich verfolgen. Explo­ita­tion und Explo­ra­tion. Führen beinhaltet für immer mehr Menschen auch die Fähig­keit zum Folgen. Und Folgen zum Führen.

Jaja, ich weiß, das ist noch eine Menge Arbeit. Es gibt genü­gend Leute, die rumlaufen und sagen „ich bin keine Führungs­kraft“ oder „ich bin eben Führungs­kraft“ – und die über­haupt nicht verstehen, was Führung eigent­lich ist. Aber es geht ja um Trends, nicht um Main­stream.
Die Dualität bricht sich Bahn, sie ist sowas wie die Schwester des Holismus, der für mich schwer mit Poldenken vereinbar ist. Aber auch das schaffen einige.
Es gibt eine Vari­ante von Sowohl-als-auch als Dogma. Das ist die Rela­ti­vie­rung von allem. Das meine ich nicht. In jedem Sowohl-als-auch liegt immer auch die Möglich­keit zum Pol, ja zum Extrem, das gegen­steuert und korri­giert, aufrüt­telt und wach­hält. Ich muss hier an das Fließ­gleich­ge­wicht denken. Wenn zu viele Füchse da sind, haben sie die Hasen gefressen. Der Jäger muss die Füchse jagen.

Wenn zu viel Parti­zi­pa­tion und Mitbe­stim­mung zum Mitge­rede wird, wünsche ich mir eine klare Ansage.
Sowohl-als-auch ist also keines­wegs die totale Rela­ti­vie­rung. Im Gegen­teil: Es fordert neue Klar­heit in Entschei­dungen. Wann macht das eine Sinn, wann das andere? Wann braucht es beide Pole? Und wie muss die Ausprä­gung sein, damit sie situativ passt?

Trend 2: Neues Arbeiten

New Work ist zum Geschäfts­mo­dell geworden, seitdem die Utopie des Frithjof Berg­mann zu neuer Blüte gelangte und sich XING das Thema auf die Fahnen… äh den Mdax schrieb. Ich habe diese Woche den schönen Podcast „On the way to New Work“, Folge 100, mit Chris­toph Magnussen und Michael Traut­mann gehört. Offen gesagt wurde ich gegen Ende der drei Stunden-Aufzeich­­nung etwas, nun ja,… unge­duldig.

Meine innere Stimme flüs­terte mir zu „da kippt gerade das posi­tive Bild“. Weil die Inter­viewer zu nett waren, sich zu sehr einlullen ließen, das Gegen­ge­wicht fehlte. Denn Herr Berg­mann hat doch, sorry, auch etwas Stures und Starres. Aber so ist das mit Utopisten, sie halten an ihrer Utopie fest. Ginge auch nicht anders. Und an der Stelle sage ich danke, Greta Thun­berg: Ausge­wo­gen­heit passt nicht zu jeder gesell­schaft­li­chen Rolle.
Ah ja, neues Arbeiten, was ist das? Für mich ist es derzeit vor allem eine Suche nach dem Neuen, die Firmen etwas hilflos mit einge­schränkten Tools wie dem Strength­Finder von Gallup begleiten (hier mein immer noch meist aufge­ru­fener Artikel zu Stärken). Oder den neuen Orien­­tie­rungs- und Poten­zi­al­work­shops. Ich persön­lich habe zu viele Menschen gesehen, die nach einem Poten­zi­al­work­shop bei einem Konzern irri­tierter waren als vorher.

Einige haben danach gekün­digt, und das „Neue“, oft in Mittel­stand oder Startup, brachte eben nicht die Lösung. Aus mehr als 20 Jahren mit dem Thema beruf­liche Verän­de­rung kann ich sagen: Normal. Man findet sein Ding nicht in zwei Tagen und manchmal auch das ganze Leben nicht. Aber eine flexi­blere Arbeits­welt, die Stärken sich entwi­ckeln lässt anstatt sie abzu­schneiden wäre schon mal eine sehr gute Basis. Im Moment gibt es so einen Über­gang, eben ein „on the way“. Es ist nicht klar, was es sein wird, und ich vermute, es gibt auch viel mehr als nur eine Entwick­lungs­rich­tung.
„Was willst du wirk­lich, wirk­lich?“ fragt New-Work-Erfinder Berg­mann. Ich mag die Frage. Aber ich habe auch lange genug mit Poten­zi­al­ent­wick­lung zu tun gehabt, um zu wissen, dass das eine wirk­lich, wirk­lich schwere Frage ist, die nur wenige beant­worten können.
Und es ist frag­lich, ob eine schnelle Antwort über­haupt hilf­reich ist. Geht es doch immer auch darum, über sich hinaus­zu­wachsen. Und treibt die Suche doch oft mehr an, als das erreichte Ziel und das Gefunden-haben. Eine Weile hat mich das Hörbuch von Michelle Obama, „Beco­ming“ beim Auto­fahren begleitet. Es gefällt mir wirk­lich, wirk­lich. Weil Michelle das beschreibt, was ich meine: Wir werden — und wir sollten nie aufhören damit. Womit wir beim nächsten Trend-Thema wären.

Trend 3: Neues Lernen

In diesem Jahr habe ich mehr Podcasts und Hörbü­cher gelesen als je zuvor. Es  kamen auch mein Buch „Minds­hift“ (Campus) sowie „Das agile Mindset“ (Sprin­gerGabler) und „Agiler Führen“ Sprin­gerGabler“ als Hörbü­cher auf den Markt. Das erste bei Audible, die anderen beiden bei Argon. Sicher kein Zufall, denn Hören liegt im Lern­trend.
Ganz ehrlich? Ich hielt es für absurd, meine doch recht umfas­senden Wälzer als Hörbuch zu veröf­fent­li­chen. Aber so absurd ist es nicht mehr. Ich dürste selbst immer mehr nach tief­grün­de­rigen Hörbü­chern, denn noch gibt es vor allem Romane und (zu) leicht-verdau­­lich Popu­läres zum Hören.
An sich selbst merkt man die Verän­de­rung ja meist am unmit­tel­barsten. Und so bin ich viel­leicht eine Art-Tren­d­­spiegel. Auch bei unseren Semi­nar­teil­neh­me­rinnen merke ich, dass der Anspruch an Diffe­ren­zie­rung beim Lernen steigt. Lernen muss krea­tiver werden, aber auch indi­vi­du­eller. Die bunten Post-it-Shows und Graphic Recor­ding oder Bikablo-Visua­­li­­sie­rungen kann ich persön­lich nicht mehr sehen. Es ist zum Einheits­brei geworden.

Ich denke, dass Mode­ra­toren, Trainer, Coaches, Berater mehr ihren eigenen Stil finden müssen, ange­lehnt an ihre Ziel­gruppe. Dann gelingt auch Lernen besser. Denn meine These wäre, dass Teil­nehmer an Weiter­bil­dungen sich eher an etwas Indi­vi­du­elles erin­nern als an das 1000. Bikablo-Chart.
Zwar funk­tio­niert emotio­nale Ansprache bei allen und ist Bild­sprache und Narrativ meis­tens gut, aber sonst gibt es doch deut­liche Unter­schiede in der Art, wie Menschen aufnehmen. Die zeigen sich heute viel mehr als früher.
Die derzeit übli­chen Vortrags-Visua­­li­­sie­rungen verdeut­li­chen für mich oft mehr das Mindset des Visua­li­sie­rers als des Spre­chers. Die Gefahr ist, dass so eine Art Massen­er­zie­hung statt­findet, weil sich nicht mehr jeder selbst Gedanken macht. So wie das auch bei Texten ist: Jede Zusam­men­fas­sung zeigt eher das Denken des Zusam­men­fas­senden als des Autors. Weshalb ich sehr kritisch bin, dass sowas wie Blin­kist (um doch mal ein Tool zu nennen) Lernen über Bücher ersetzen kann.

Lernt man doch auch mit dem Mindset des Autors. Oder einer App.

Trend 4: Refle­xion

Mindful­ness ist bei der breiten Masse ange­kommen. Es gibt Mindful Leader­ship und Acht­sam­keits­kurse von der Stange, nunmehr auch in Unter­nehmen wie Google oder SAP. Doch Acht­sam­keit ist nicht Acht­sam­keit.
Nehmen wir nur Apps wie Head­space: Sie mögen gut für Einsteiger sein, doch die Texte sind oft grenz­wertig in ihrer Sugges­tion. Auch hier muss ich an daten­ba­sierte Massen­er­zie­hung denken.

Will ich mich von einer App beein­flussen lassen? Ich habe sie wieder gelöscht. Acht­sam­keits­apps bringen mich auf die Palme, ebenso wie guru­haftes Yogitum und Welt­ver­bes­sern als Geschäfts­mo­dell. Mit immer denselben, öden Narra­tiven: Früher war es so, dann gab es diese Erleuch­tung und jetzt ist die Welt rosa. Geht´s noch?
All die, die irgendwas entdeckt haben und nun eine Reli­gion daraus machen… Hilfe!
Deshalb freue ich mich über einen flan­kie­renden, sanf­teren, leiseren Trend, der nicht droht zu einer Persi­flage zu werden: Refle­xion nämlich. Refle­xion ist das sich selbst und anderen Zuhören. Die Betrach­tung im Jetzt, das Nach­denken über sich, das Gegen­warts­be­zo­gene, das Entde­ckende, das Neugie­rige.
Refle­xion schaut zurück und urteilt nicht, sondern beschreibt. Eigene Gefühle, eigene Gedanken, Erleb­nisse, Fehl­ein­schät­zungen, alles. Reflek­tie­rend fliegen wir wie ein Heli­ko­pter über die Vergan­gen­heit und blicken auf sie. Was haben wir gesehen und was NICHT?
Deshalb traue ich der Refle­xion eine große Karriere zu.
Reflec­ting Teams etwa sind eine wunder­bare Erfah­rung und Erfin­dung, wie unsere Teil­neh­me­rinnen bei Team­works­PLUS immer wieder erfahren. Einfach nur Wahr­neh­mungen zu teilen, ohne dass sich gleich jemand drauf­stürzt und sie einordnet…. Genial. Probieren Sie es mal aus.

Trend 5: Weiter­ent­wick­lung

Beco­ming heißt das Werk von Michelle Obama. „On beco­ming a person“, schrieb einst Carl Rogers. Wir werden. Ideen werden, indem sie Menschen finden, die sie annehmen. Teams. Orga­ni­sa­tionen. Werden braucht Dran­bleiben und Dran­bleiben fällt schwer. Es fordert Diszi­plin, Hart­nä­ckig­keit, man muss sich ausein­an­der­setzen mit dem Schwie­rigen, das zum Leben gehört, auch wenn einige das so über­haupt nicht sehen wollen.
Mit Weiter­ent­wick­lung meine ich, dass ich beob­achte wie mehr Menschen genau das reali­sieren. Das ist nicht profan. Es gab eine Zeit, da liefen mir viele Leute über den Weg, die tatsäch­lich meinten, man müsste ihr Poten­zial nur so anknipsen. Oder Unter­nehmen, die dachten, Agil würde man mit einem Work­shop. Das hat sich verän­dert. Immer mehr ist klar, dass Verän­de­rung GLEICH Weiter­ent­wick­lung oder Rück­schritt ist, immer.
Ich knüpfe mit diesem Phänomen an eine Beob­ach­tung an, die ich immer wieder gemacht habe in letzter Zeit: Die Beob­ach­tung, dass Menschen auspro­bieren, aber nicht entwi­ckeln. Open Space hier, Coaching­ein­heit da: Es wird probiert wie in einer großen Suppen­küche, aber wenn man satt ist geht man nach Hause. Es wird nichts weiter­ge­trieben.
Das zeigt sich auf persön­li­cher Ebene ganz genauso wie auf orga­ni­sa­tio­naler. So stol­pern wir über lauter vertrock­nete Pflänz­chen, die nicht gegossen wurden. Ich glaube, das hat mit einem falschen Verständnis von „neuer Arbeit“, „Poten­zialen“ und „Verän­de­rung“ zu tun.
Die meisten denken, man brauche nicht viel, nur einen Tages­work­shop, ein Event. Die meisten hoffe, zumin­dest heim­lich, es ginge ohne Schmerzen. Ich glaub das nicht, sorry. Es tut schon weh zu erkennen, dass die Dinge sich auch anders zeigen können als man dachte. Dass man sich in sich selbst geirrt hat (und dann immer auch in anderen), ist keine allzu leichte Erkenntnis.
So gibt es mehr, die sich vor wirk­li­cher Entwick­lung wegdu­cken als solche, die sich dieser stellen. Es ist anstren­gend, dran­zu­bleiben, sich selbst zu diszi­pli­nieren, immer wieder zu hinter­fragen… Miss­erfolge in die Entwick­lung einzu­be­ziehen, Miss­lun­genes als Chance zu sehen, frühere Verlet­zungen aufzu­de­cken. Und all diese Dinge.
Aber es ist auch ganz, ganz toll zu sehen, was es bringt, wenn man sich wirk­lich, wirk­lich WEITER entwi­ckelt. Das bedeutet nämlich, dass die eigene innere Komple­xität steigt. Und je mehr man versteht, desto mehr kann man errei­chen. Jeden­falls wenn man wie ich daran glaubt, dass sich letzt­end­lich das Gute seinen Weg bahnt. In einem selbst und in anderen.

Im folgenden Video bringe ich die Trends noch mal auf den Punkt, für die die es lieber kompri­miert mögen. Übri­gens hadere ich noch damit auch im Blog auf “Du” umzu­steigen. Es fühlt sich bei YouTube nach anderer Ziel­gruppe an. Freue mich über Meinungen.

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Beitrags­bild: Ewa Studio — Shutterstock.com

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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2 Kommen­tare

  1. Katha­rina 15. Januar 2020 at 17:04 — Reply

    Vielen Dank für diesen wunderbar formu­lierten Input! Ich lese dich gerne und kann inhalt­lich von dir lernen. Als noch etwas jüngere Coaching-Frau bin ich stetig daran inter­es­siert, mich weiter­zu­ent­wi­ckeln und habe mir aus diesem Text schon mind. 3 Punkte ziehen können, die ich vorher noch nicht so gesehen habe und jetzt als neues Wissen verbu­chen kann.
    Vielen Dank und liebe Grüße!

  2. Björn Rudnik 13. April 2020 at 13:43 — Reply

    Wir alle müssen begreifen, dass wir unser Leben und unsere Zukunft tatsäch­lich selbst in der Hand haben. So wie Narziss, der in der dritten Version erkennt, dass er mit seiner Denk­weise, seine Haltung und Sicht­weise über sich selbst beein­flussen kann.

    Im meist hekti­schen Berufs­alltag fällt es uns jedoch oft schwer, zu erkennen, dass wir es sind, die unseren Weg bestimmen. Wir fühlen uns oft getrieben und fremd­be­stimmt von Vorge­setzten, Kunden oder von dem ganzen “System”, dem wir ausge­setzt sind. Wir haben es nicht gelernt, zu reflek­tieren und uns über unsere wahren Wünsche und Ziele bewusst zu werden. Oft bleibt dafür im mit Arbeit, Terminen und Verpflich­tungen über­frach­teten Alltag keine Zeit. Solche Momente der Selbst­re­fle­xion und Selbst­er­kenntnis sollten wir uns aber unbe­dingt regel­mäßig gönnen.

    Unsere Perspek­tive zu verän­dern und uns unserer Situa­tion bewusst zu werden und daraus Ziele und Wünsche für die Zukunft abzu­leiten, ist erst der Anfang. Um tatsäch­liche Verän­de­rung zu errei­chen, bedarf es auch noch an Maßnahmen, die wir zur Ziel­er­rei­chung ergreifen.

    Sich zu beschweren und unzu­frieden mit sich zu sein, ist einfach. Wünsche zu haben und sich Ziele zu setzen, ist einfach. Dinge wirk­lich anzu­pa­cken und nach seinen Wünschen zu verän­dern, darin liegt die wahre Heraus­for­de­rung. Aber alles beginnt mit der Erkenntnis, wir haben unser Leben selbst in der Hand. Alles, was wir uns vorstellen können, können wir auch errei­chen. Wir müssen nur unser Denken ändern und bereit sein, alles dafür Erfor­der­liche zu unter­nehmen.

    Mein Motto lautet: Wage, zu träumen. Setze dir hohe Ziele. Tue alles dafür, diese Ziele zu errei­chen. Dann wird sich auch Erfolg einstellen und du wirst zufrieden mit dir sein.

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