Kate­go­rien

Im falschen Unter­nehmen ist wie im falschen Film zu sein

Published On: 23. Januar 2013Cate­go­ries: Karriere, Mensch & Orga­ni­sa­tion

Sie sind unzu­frieden im Job? Wenn Menschen sich unwohl fühlen, geht es meis gar nicht so sehr um Tätig­keiten, sondern öfter um das Umfeld. Wenn Sie etwa in einer kühl-distan­­zierten Firma arbeiten, deren Leis­tungs­ethos “Termine, Budget und Planung” lautet, fühlen Sie als flexi­bler und auf Dialog bedachtet Ideen­kopf sich mögli­cher­weise fehl am Platz. Das ist wie im falschen Film zu sein. Sie sind einfach nicht richtig besetzt.

Für diese Fälle habe ich aus dem Riemann-Thomann-Modell meinen “Unter­neh­mens­ver­steher” abge­leitet. Damit können Sie leichter erkennen, wo Ihr Unter­nehmen und/oder Ihre Abtei­lung steht und wo Sie selbst.

Leit­fragen:

  • Spre­chen die Kollegen viel privat in Ihrem Unter­nehmen? Geht man oft mitein­ander aus? (Nähe)
  • Tauscht man sich über Vorge­hens­weisen und Ideen aus? Stimmt man sich gern unter­ein­ander ab? (Nähe)
  • Wird das Einhalten von Vorgaben als positiv ange­sehen und gibt es streng defi­nierte Prozesse? (Dauer)
  • Domi­niert ein prozess­op­ti­miertes, bere­chen­bares Vorgehen mit klaren Vorgaben? (Dauer)
  • Herrscht eine flexible Kultur vor, in der vieles möglich ist? (Wechsel)
  • Wird eher das Abwei­chen von der Norm und indi­vi­dua­lis­ti­sches Verhalten/Herangehensweise als positiv defi­niert? (Wechsel)

Wenn Sie zu allen Fragen sagen können “sowohl als auch” — wunderbar, denn natür­lich liegt Ausge­gli­chen­heit in der Mitte und ist die ideale Führungs­kraft auch kein Extrem­typus, sondern mittig im Kreuz. Doch zwischen Soll und Ist klafft bekannt­lich eine Lücke und die kann so wie im Beispiel aussehen: Da ist die Chefin ein extremer Struktur-Leis­­tungstyp, der wenig Lust zum dialo­gi­schen Austausch hat und die Mitar­bei­terin (Franka) genau das Gegen­teil, kommu­ni­ka­ti­ons­ori­en­tiert und ideen­spru­delnd. Es gehört viel Selbst­re­fle­xion dazu, hier zuein­ander zu finden. Sobald sich um die Chefin gleich­ge­polte andere Team­mit­glieder gesellen, wird es für einen extrem anders ausge­rich­teten Mitar­beiter, hier reprä­sen­tiert durch Franka, so richtig anst­re­gend. Denn: Die Chefin wird Leis­tung aus ihrer Perspek­tive defi­nieren und bewerten, daran kann man sich nur abar­beiten. Führt es zu Stres­sym­ptomen gibt es oft nur einen Weg: einen neuen Job suchen und dabei genau auf das passende Umfeld achten.

 

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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2 Kommen­tare

  1. […] Im falschen Unter­nehmen ist wie im falschen Film zu sein […]

  2. Miriam 27. Dezember 2021 at 20:43 — Reply

    Die Ausrich­tung von Unter­neh­mens­kultur mit beispiel­haften Bran­chen zu unter­mauern ist in der Abbil­dung ziem­lich klischee­haft darge­stellt. Wen wollen Sie damit errei­chen? Spricht für einen sehr einge­schränkten Blick­winkel…

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