Kate­go­rien

In der IT ist vieles anders: 8 wesent­liche Bewer­­bungs-Unter­­schiede

Published On: 16. August 2013Cate­go­ries: Führung

Oft kommen Kunden auf der Infor­matik oder Technik zu mir, die sich mit klas­si­schen Bewer­bungs­rat­ge­bern an ihrer IT-Bewer­­bung versucht haben und deren Erfah­rungen im Vorstel­lungs­ge­spräch sich so gar nicht decken mit den „120 Fragen“, die man gemeinhin so liest. Hier ein kleiner Abriss, was bei IT-Bewer­­bungen anders ist:

  1. Foto kann sein, aber auch immer öfter nicht. Und wenn — dann bitte nur mit Schlips und Kragen, sofern Sie als Berater unter­wegs sind, z.B. in der gemeinhin als Beam­ten­dis­zi­plin verschrienen SAP-Bereich (das habe ich nicht ICH gesagt, sondern ein Java-Kunde  ;-))
  2. Üblich ist kein Lebens­lauf, sondern ein IT-Profil, teils Dossier genannt. Dabei handelt es sich um eine Zusam­men­stel­lung der wesent­li­chen Infor­ma­tionen, am besten mit vielen Zahlen und Fakten belegt.
  3. Das IT-Profil umfasst bei Ange­stellten CV, Projekt­liste (Länge je nach Erfah­rung auch mehrere Seiten) und Skill-Über­­­sicht (auch als Matrix). Free­lancer profi­tieren von einer werb­li­chen Kurz­über­sicht und können auf den CV bisweilen verzichten. Persön­liche Stärken und Erfah­rungen gehören rein, wenn es rele­vant ist, z.B. für Schnitt­stel­len­po­si­tionen.
  4. Wich­tiger als Voll­stän­dig­keit ist Rele­vanz: Was befä­higt Sie zur Arbeit in einem Projekt?  Wenn Sie bis 2008 Cobol-Experte waren und danach auf Java umge­sat­telt sind, können Sie die Cobol-Phase strei­chen – oder sehr kurz fassen.
  5. Sie spre­chen mehr noch als andere Bewerber mindes­tens zwei Ziel­gruppen an: Eine, die (fast) nichts versteht (Perso­naler oder Vermittler) und die Fach­ver­ant­wort­li­chen. Mögli­cher­weise kennen die sich aus, viel­leicht auch nicht. Deshalb heißt das: Selbst­mar­ke­ting ist wichtig, Sie müssen über­setzen. Vor allem aber müssen Sie dem Perso­naler die Begriffe geben, nach denen er sucht.
  6. Zerti­fi­zie­rungen geben dem Perso­naler Sicher­heit. Sie mögen davon halten, was Sie wollen und viel­leicht wissen, dass die Prüfung gar nichts über Ihre Fertig­keit und Fähig­keit sagt – HR-Leute lieben gestem­peltes Papier. Und zwar zuneh­mend.
  7. Im Vorstel­lungs­ge­spräch kann es a.) sein, dass persön­liche Fragen über­haupt KEINE Rolle spielen und man nur Fach­li­ches von Ihnen wissen will. Oder völlig formlos Dinge fragt wie „willst du dich auch in XY einar­beiten?“ Erst recht bei Startups und kleinen Firmen. Und b.) kommt das vor: Dass man ganz normal mit Ihnen redet und komi­sche Fragen nach Stärken und Schwä­chen kein Thema sind. Das macht es übri­gens nicht leichter, sich zu verkaufen, nur subtiler… Manchmal wird das Vorstel­lungs­ge­spräch da zum Schlag­ab­tausch des Wissens oder unter­schied­li­cher Heran­ge­hens­weisen wie prak­­tisch-konkret (man macht gern) oder theo­­re­­tisch-abstrakt (man liest gern).
  8. Miss­ver­ständ­nisse sind in Firmen, in dem ihr Kompe­tenz­be­reich noch nicht besetzt ist, üblich. Man weiß, dass man jemand braucht, der etwas Ähnli­ches macht wie Sie, aber was genau? Gute Frage. Deshalb sind oft mehr Gespräche nötig, bevor man „trifft“ als beispiels­weise bei  Bewer­bern aus dem Bereich Finance.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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