Kate­go­rien

Inter­view­technik “Star”: Eine neue Inter­view­technik wird zum Trend

Published On: 4. Dezember 2010Cate­go­ries: Mensch & Orga­ni­sa­tion

(aktua­li­siert 24.06.2012) Immer öfter bereite ich Manager und Fach­kräfte mit einer neuen Inter­view­technik vor. Nicht nur im IT-Bereich scheint diese gerade schwer im Trend. Die Technik heißt STAR. Das steht für Situa­tion, Target, Action und Result.

Wer nur in „strengths und weak­ne­sses“ und nach Hesse/Schrade oder Püttjer/Schnierda denkt, dem kommt das befremd­lich vor. Es geht bei STAR darum, heraus­zu­finden, inwie­weit der Bewerber sich dem Anfor­de­rungs­profil entspre­chend verhalten kann, also wie ausge­prägt im Job benö­tigte Merk­male sind. Das setzt voraus, dass das Unter­nehmen die Merk­male defi­niert hat und verbietet „Muster-Schil­­de­rungen“, denn jede Aufgabe erfor­dert eine andere Persön­lich­keit. Das Gespräch, das dabei entstehen kann, könnte auch wie ein Kreuz­verhör inter­pre­tiert werden – es wird immer konkreter in die Situa­tion hinein­ge­fragt. Für den Perso­naler ist das sehr aufschluss­reich; ober­fläch­liche Vorbe­rei­tung zeigt sich hier. Und auswendig gelernte Antworten funk­tio­nieren schon gar nicht.

Beispiel:

  • Schil­dern Sie einmal eine Situa­tion, in der Sie sich gegen interne Führungs­kräfte durch­setzen konnten? (situa­tion)
  • Was war dabei das von Ihrem Auftrag­geber gesetzte Ziel? (target)
  • Wie genau sind Sie dabei vorge­gangen? (action)
  • Was waren die Ergeb­nisse? (results)

Die Fragen können dann bis ins kleinste Detail führen: Wie genau haben Sie das getan? Welche Eigen­schaften haben Sie dabei genutzt? Welche schwä­cher ausge­prägte Eigen­schaft mussten Sie dabei kompen­sieren? Was ging in Ihnen dabei vor? Auf welche Erfah­rungen haben Sie dabei zurück­ge­griffen?

Eine sehr span­nende Übung als Vorbe­rei­tung für ein Inter­view, die voraus­setzt, sich ein paar Gedanken mehr als üblich über das vermut­liche Anfor­de­rungs­profil zu machen, das einige Firmen offen­legen — andere aber nicht. Auch Bewerber sind mitunter über­for­dert damit, etwas sehr konkret zu schil­dern. Hilf­reich ist es dafür, sich vor einem Gespräch Situa­tionen vor Augen zu führen und diese gedank­lich noch einmal nach­zu­zeichnen. Wenn Sie dies mit der Frage nach dem Ziel (target), der von Ihnen einge­lei­teten Hand­lung (action) und den Ergeb­nissen (results) beschäf­tigen, werden Sie merken, dass die Vorbe­rei­tung allein dadurch eine ganz andere Tiefe bekommt.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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2 Kommen­tare

  1. […] geht mit der STAR-Inter­­view­­­technik. Das ist eine Frage­technik, bei der Sie sich ganz gezielt nach dem situa­tiven Verhalten […]

  2. Heiko Hoep­pener 25. Juni 2012 at 16:44 — Reply

    Hallo Frau Hofert,
    als kurze Ergän­zung möchte ich hier einer­seits unsere „Verdeut­schung“ der Begriffe anfügen und auch noch hervor­heben, dass die Inter­view­technik eben­falls äußert geeignet ist, um über einen Sach­ver­halt Konsens zu erlagen.
    Z.B. im Bereich der Perso­nal­ent­wick­lung, wenn Führungs­kraft und Mitar­beiter eine unter­schied­liche Auffas­sung zum gezeigten Verhalten im Bereich „Planen und Orga­ni­sieren“ haben.
    Geben Sie ein Beispiel dafür, wie Ereig­nisse Ihre Pläne durch­kreuzt haben. Wie sind Sie damit umge­gangen?
    • Situa­tion: Wie war die Situation/Herausforderung?
    • Tätig­keits­be­reich oder Ziel: Was wollten Sie errei­chen?
    • Aktion: Was genau haben Sie in diesem Moment getan oder gesagt?
    • Resultat: Welche Auswir­kung hatte Ihr Verhalten? Welches Feed­back haben Sie unmit­telbar erhalten?

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