Kategorien
Kompetenzbilanzierung — warum gibt es das nur in Frankreich?
In Frankreich ist es ganz normal: Jeder Mitarbeiter, der ein Unternehmen verlässt, erstellt erst einmal eine Kompetenzbilanz, die alle Fähigkeiten und Fertigkeiten — gerade auch die nicht durch Zertifikate belegten”! — systematisch und individuell erfasst. Das müssen die französischen Unternehmen bezahlen. Dafür bestehen Kooperationen mit akkreditierten Karriereberatern. Die Kompetenzbilanzierung ist dann auch Basis für Weiterbildungsempfehlungen. Schade, dass es das bei uns nicht gibt, hier ist es leider reine Privatsache — also durch Selbstfinanzierung über Karriereberatungen wie die unsere.
Der erste Versuch in Deutschland die Idee der französischen Kompetenzbilanzierung aufzugreifen heißt ProfilPass und ist aus meiner Sicht ein sehr, sehr hilfloser Versuch, der sicher okay ist für “einfache” Berufe, Berufserfahrenen und Akademikern aber nicht gerecht wird. Überhaupt halte ich Standardisierungen, mit denen Arbeitslose, Azubis, Selbstständige und Führungskräfte zugleich angesprochen werden sollen, für nicht tragfähig — und werde hellhörig, wenn der ProfilPass jetzt schon über Volkshochschulen angeboten wird (letztendlich ist dieser “Pass” übrigens nichts anderes als ein Arbeitsbuch). Ist das nicht wieder typisch deutsch: Statt individueller Lösungen bietet man Standards von der Stange. … Wie sehen Sie diese Thematik? Ich bin gespannt.
Einige Adressen für Interessierte:
-
http://www.webkolleg.nrw.de/AnbieterVerzeichnisse/CeKom_NRW/…
-
www.cekom-deutschland.de
-
www.profilpass-online.de
herzlichst
Svenja Hofert
Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeitswelt der Gegenwart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewigkeit. Ich coache bei Veränderung, spreche über das, was Veränderung mit uns macht und berate an Weggabelungen. Als Unternehmerin habe ich immer wieder erfolgreich gegründet, aktuell meine Akademie der Veränderung.
Weiterdenken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktueller, etwas pointierter, etwas tiefsinniger und pragmatisch vorausschauend.
Vielleicht kennen wir uns…
… aus dem Bücherregal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.
Als Kolumnistin schrieb ich DER SPIEGEL oder WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psychologen-Fachblatt „Wirtschaftspsychologie aktuell“ eine regelmäßige Kolumne. Man findet meine Interviews zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.
Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonntagskolumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abonnenten gehöre ich zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren auf dieser Plattform.
Folgen Sie mir gerne auf Youtube und wenn Sie nichts verpassen wollen auch bei Linkedin.