Kate­go­rien

MBTI oder Big Five: Wie finde ich ein passendes Test­ver­fahren für die Bera­tung?

Published On: 3. Februar 2014Cate­go­ries: Karriere, Mensch & Orga­ni­sa­tion

Wer als Berater, Trainer oder Coach im Karrie­re­be­reich arbeitet, denkt früher oder später über den Einsatz von Test­ver­fahren nach. Die Gründe sind viel­fältig: Zum einen schafft man so einen Mehr­wert für Kunden. Zum anderen sparen Tests oft einige Coaching­stunden – oder schaffen neuen Bedarf bei Bestands­kunden: „aha, ein neuer Test, da komme ich noch mal zu Frau Hofert“. Wer selbst­ständig ist, wird diesen ökono­mi­schen Effekt zu schätzen wissen. Hinzu kommt die marke­ting­re­le­vante „schwarzaufweiß“-Wirkung: Für viele Menschen ist es einfach sehr span­nend zu sehen, wo sie im Vergleich zu anderen stehen und welche Kompe­tenzen sie zu haben scheinen. Zudem lassen sich Tests auch als Basis für die Kompe­tenz­ent­wick­lung nutzen. Aus eigener Erfah­rung sage ich, dass es nicht leicht ist, gesprächs­ba­siert heraus­zu­be­kommen, wie durch­set­zungs­stark oder extra­ver­tiert jemand ist. Extra­ver­sion sieht man nicht. Sie hat auch nicht immer mit „viel Reden“ zu tun. Vor allem Facetten sind schwer zu erfassen. Hinzu kommt die oft verzerrte Selbst­wahr­neh­mung. Wer würde nicht von sich sagen, dass er/sie sich gut in andere einfühlen kann? Aber wie gut wirk­lich – im Vergleich? Das zeigt ein Test. Es spricht also im Karrie­re­kon­text viel für Tests – in Kombi­na­tion mit Gesprä­chen und bei Themen wie Kompe­tenz­ent­wick­lung auch Trai­ning und Rollen­spielen.

Copyright: Svenja Hofert

Copy­right: Svenja Hofert

Doch welcher Test ist seriös? Wer liefert wirk­lich stich­hal­tige Aussagen? Darüber lässt sich kräftig und auch heftig streiten. Teils gibt es regel­rechte Glau­bens­kriege, etwa zwischen den Anhän­gern des MBTI, eher in den USA zu verorten, und denen der Big Five, hier im deutsch­spra­chigen Raum verbreitet. Die MBTIler argu­men­tieren, “ihr” Test sei gar kein Test, sondern ein „Typen­in­di­kator“. So wird der Gete­tes­tete nicht mit z.B. mit einer fertigen Diagnose „entlassen“, sondern darf sich mit seinem Ergebnis, sofern er/sie nicht ganz zufrieden ist, für den „Best Fit“ entscheiden, also einen von 16 Typen, mit denen er sich am meisten iden­ti­fi­ziert. Hm.

Tatsäch­lich misst der MBTI Präfe­renzen, keine Eigen­schaften. Das so ein Test, sorry: Typen­in­di­kator, nicht für die Perso­nal­aus­wahl geeignet und deshalb auch nicht zuge­lassen ist, ist eine logi­sche Konse­quenz. Dennoch ist gerade dieser Test, vor allem auch durch zahl­reiche „Klone“ und kosten­lose oder preis­werte Vari­anten im Netz — zu nennen ist vor allem die David-Keirsey-Version -, sehr beliebt bei Anwen­dern.  Ich habe auch mehr­fach gesehen, dass Firmen ihn auch im Recrui­tin­g­kon­text verwendet haben – dort, wo er an sich nichts zu suchen hat.

Seriös oder nicht? Diese Frage bringt Coachs und Berater mitunter in einen Konflikt: auf der einen Seite ist ein Test (oder auch Typen­in­di­kator) nach­ge­fragt, auf der anderen Seite… mögli­cher­weise in Fach­kreisen umstritten. Auch das von mir einge­setzte Reiss Profile ist sehr beliebt bei Anwen­dern, aber nicht ohne wissen­schaft­li­chen Tadel, vor allem weil Professor Steven Reiss seine Normen nicht offen­legt. Mit der wissen­schaft­li­chen Brille: Frage­zei­chen.

Eins scheint mir aber klar: Wissen­schaft­lich­keit und subjek­tiver Nutzen für den Kunden haben wenig mitein­ander zu tun. Und Berater, Trai­nern, Coachs geht es eben auch um den subjek­tiven Nutzen ihrer Kunden. Ich befür­worte deshalb eine prag­ma­ti­sche Sicht­weise sowohl des MBTI als auch des Reiss Profile. Diese Publi­kums­lieb­linge liefern eine Gesprächs­grund­lage und erklären vieles, teils verblüf­fend eindeutig, teils mit der Inter­pre­ta­ti­ons­kunst des Klienten selbst. In der konstruk­ti­vis­ti­schen Lesart haben sie durchaus einen Platz. Was jedoch klar ist: Weder mit MBTI noch mit Reiss lässt sich Eignung für einen Job vorher­sagen.

Das ist beim Big Five, den wir in der Version des Big Five Reflec­tors nutzen, anders. Es gibt viele weitere Tests auf dem Markt, teils sind diese stark kommer­ziell vermarktet. Im Grunde darf jeder einen Test entwi­ckeln und diesen vertreiben. Berater sollten ein gesundes Miss­trauen gegen solche Tests mitbringen, vor allem wenn es keinen wissen­schaft­li­chen Ursprung gibt und ausrei­chend Studien (und zwar solche, die nicht vom Anbieter selbst stammen). So wird sich jeder in jedem Test zum Teil wieder­finden – ähnlich wie in seinem Horo­skop. Test­ent­wickler sind oft sehr über­zeu­gend in ihren Argu­menten, weil Laien — und die meisten Berater und Coachs sind das ebenso wie viele Perso­naler -, dem wenig entge­gen­zu­setzen kann. Mit einer “Retest­sta­bi­lität von .87” wird man meist schon schach­matt gesetzt.

Aus wissen­schaft­li­cher Sicht muss ein Test objektiv, reliabel und valide sein. Was heißt das?

Objektiv heißt, dass die Ergeb­nisse unab­hängig vom Versuchs­leiter sind, also von Ihnen. Es darf nicht bei dem einen Kunden ein X und beim anderen ein U raus­kommen. Nicht objektiv sind z.B. projek­tive Test­ver­fahren. Sie erin­nern sich: Fernseh-Psycho­­krimi, 1980er Jahre, die Psycho­num­mern mit den Tinten­k­l­eksen. Ich inter­pre­tiere in Ihren Klecks, dass Sie Probleme in der Part­ner­schaft haben.… Der Kollege sieht einen Mutter­kom­plex. Sehr subjektiv das Ganze. Also nicht objektiv.

Valide bedeutet, dass der Test tatsäch­lich misst, was er messen soll. Das ist nicht mehr ganz so einfach zu beweisen. Man muss dazu wissen, wie der Test über­haupt konstru­iert ist und welche Normen ihm zugrunde liegen. Sonst könnte es sein, dass zum Beispiel das Motiv „Macht“ im Reiss-Test gar nicht Einfluss und Führungs­be­reit­schaft misst, sondern zum Beispiel Durch­set­zungs­kraft. Für Berater ist es sehr schwer, das zu beur­teilen, selbst wenn sie Psycho­logie studiert haben und damit auch statis­ti­sche Kennt­nisse besitzen (man kann das Ganze auswendig lernen und sofort wieder vergessen ;-)). Viele Tests, wie eben auch Reiss, legen zudem gar nicht alles offen und sind somit auch nicht Gänze zu beur­teilen.

Reliabel ist das dritte Güte­kri­te­rium. Ist das Ergebnis verläss­lich? Das heißt, wird es sich bei einem Retest wieder­holen? Natür­lich sagen alle Anbieter dazu: ja! Aller­dings muss man hier im Klein­ge­druckten lesen. So beruft sich die Retest­re­lia­bi­lität, mit der der deut­sche Lizenz­nehmer A.M.T. für den MBTI wirbt, auf einen Wieder­ho­lungs­zeit­raum von einem Monat. In den USA gibt es Studien mit Retests die weiter ausein­an­der­lagen — die Relia­bi­lität war hier sehr niedrig. „In fact, lite­ra­ture shows that your perso­na­lity type will change for 50% of indi­vi­duals simply through retesting.” (Cautio­nary Comm­ents Regar­ding the Myers-Brigg Type inven­tory, Consul­ting Psycho­logy Journal: Prac­tice and rese­arch, summer, 2005).

Objektiv, valide, reliabel: In der Wissen­schaft­lich­keit liegt ein weiter Inter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum.  Von Zahlen wie „Retest­sta­bi­lität .85“ kann man sich beein­dru­cken lassen. Wenn man aber nicht weiß, wie genau die Retests aussahen, sagt das wenig aus. Gesunde Distanz ist also ange­bracht, überall dort, wie jemand mit etwas Geld verdienen will, ganz beson­ders. Aber auch sonst: Neben Geld verführt auch persön­liche Eitel­keit zu einer eindi­men­sio­nalen Sicht. Was ist wichtig? Ich finde, dass etwas seine Funk­tion erfüllt. Die kann manchmal ganz einfach sein: Jemanden einen Zugang zu sich selbst zu bieten, Worte und Begriffe für Wider­sprüche finden oder Erklä­rungen, die das Leben leichter machen.Es geht nicht nur um Wissen­schaft­lich­keit, jeden­falls im privaten, persön­li­chen Kontext eines Karrie­re­coa­chings. Recrui­ting dagegen ist eine komplett andere Geschichte, denn hier hat der Test Einfluss auf die Einstel­lung und damit auf Job oder Kein-Job.

Ergän­zung vom 5.2.2014: Ich bin ein abso­luter Adam-Grant-Fan, heute habe ich seinen MBTI-Beitrag in der Huffington Post entdeckt — lesens­wert.

Im nächsten Teil stelle ich Ihnen die derzeit bekann­testen Verfahren vor. Mit unserer Karrie­ree­aka­demie können Career Services und andere Einrich­tungen ein drei­tä­giges Seminar zum Thema “Poten­­zial- und Kompe­tenz­ent­wick­lung“ buchen, indem u.a. auch der Markt­über­blick und die Beur­tei­lungs­kom­pe­tenz geschärft werden. Und wer noch mehr wissen will: In meinem Buch “Meine 100 bestens Tools” gehe ich diesen Dingen auf den Grund und gebe meine ganz persön­li­chen Empfeh­lungen.,

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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4 Kommen­tare

  1. Sascha 18. Dezember 2014 at 23:57 — Reply

    Liebe Frau Hofert,

    die Frage, ob dem MBTI oder dem Big Five oder einem anderen Instru­ment der Vorzug zu geben ist, betrachte ich auch eher von der Nutzen­seite. Der Big Five mag ja wissen­schaft­li­cher sein (woran ich zwei­fele), die Frage ist jedoch, wozu einem diese Erkennt­nisse nützen.

    Der MBTI ist, wie sie ja selber schreiben, kein Test im eigent­li­chen Sinne und dies hat seinen guten Grund. Er hatte ursprüng­lich auch keinen Anspruch auf Wissen­schaft­lich­keit (ande­rer­seits ist nicht erwie­sene Wissen­schaft­lich­keit ja heut­zu­tage beinahe ein Todschlag­ar­gu­ment in bestimmten Kreisen). Ich selber habe ja einen solchen Test spaßes­halber erstellt. Diese ganze Test­kultur halte ich für extrem frag­würdig. M. E. ist dies ein Relikt des Beha­vio­rismus. Carl Jung hat nicht die konkreten Verhal­tens­weisen seiner Mitmen­schen zum Ausgangs­punkt seiner Typo­logie gemacht, sondern ihre bewussten Einstel­lungen. Diese spielen sich aber nur im Kopf ab und können daher schlecht gemessen werden. Tatsäch­lich weicht unser im außen sicht­bares Verhalten oft von unserer inneren Vorstel­lungen von uns und unseren Eigen­arten ab. Jung meinte, er hätte die Typen auch nach ihrem unbe­wusst gezeigten Verhalten grup­pieren können. Er habe sich aber entschieden, sie nach ihren bewussten Einstel­lungen zu beschreiben.
    Sowohl der MBTI als auch der Big Five sind leicht mani­pu­lierbar. Die wenigsten sind blöd genug, sich Eigen­schaften zuzu­schreiben, die in der anvi­sierten Posi­tion uner­wünscht sind. Leider wird der MBTI von vielen Bera­tern miss­bräuch­lich zur Rekru­tie­rung verwandt. Dies verstößt gegen die ethi­schen Richt­li­nien, die bei der Anwen­dung beachtet werden sollen. Dafür ist die Typo­logie des MBTI eine wert­volle Hilfe im Coaching.
    Ansonsten ist das Problem der Typo­logie hinter dem MBTI, dass sie sehr komplex ist und man sie sich nicht im Rahmen eines 3‑Tage-Zerti­­fi­­zie­rungs­­­se­­mi­nars aneignen kann. Tatsäch­lich muss man sich sehr lange damit befassen, um die verschie­denen Funk­tionen von denen Carl Jung spricht wahr­zu­nehmen. Wer dies wagt, erhält jedoch einen erstaun­li­chen Einblick in die mensch­liche Psyche.
    Adam Grants Verwand­lung von einem INTJ zu einem ESFP ist zwar unge­wöhn­lich aber bei genauer Betrach­tung ist der ESFP die Stress­va­ri­ante des INTJs. Also viel­leicht war Herr Grant ja gerade so neben der Rolle, dass er sich nur noch von seiner minder­wer­tigen Funk­tion hat leiten lassen.

    Das Haupt­pro­blem für das Image des MBTI und seiner Typen sehe ich in der Kommer­zia­li­sie­rung des Instru­ments. Ich selber habe Berater getroffen, von denen ich nur abraten kann. Die wenigsten verstehen die Materie und werfen nur so mit dubiosen Wort­hülsen um sich. Der MBTI-Typ darf nicht der Stig­ma­ti­sie­rung dienen. Viele Aussagen zum Verhalten von bestimmten Typen sind schlichtweg Humbug. Es gibt Tendenzen im Verhalten, mehr nicht. Aller­dings kann es sich auszahlen, diese Tendenzen an sich selber zu erkennen und in seinen Mitmen­schen. Wer ehrlich zu sich ist, kann auch Posi­tion finden, die ihm mehr liegen und in denen er tatsäch­lich mehr leistet.
    Falls es Sie inter­es­siert, teile ich Ihnen meine Blog-Adresse mit, da ich mich dort sehr intensiv mit der Typo­logie von Carl Gustav Jung ausein­an­der­setze.

    Ich bin übri­gens keine MBTI-Bera­­terin, da mich die Praxis der Anwen­dung gerade in Europa sehr desil­lu­sio­niert hat. Ansonsten möchte ich Sie auf einen inter­es­santen Beitrag von Peter Geyer von der Gesell­schaft der ange­wandten Typo­logie APTi (Asso­cia­tion of Psycho­lo­gical Type Inter­na­tional) verweisen, der viel besser über die Miss­stände aufklärt.
    http://bit.ly/16wTOHn

    Übri­gens bin ich seit geraumer Zeit eine Anhän­gerin Ihres Blogs und freue mich noch auf viele lesens­werte Beiträge.

    Sascha

    • Svenja Hofert 20. Dezember 2014 at 15:16 — Reply

      Vielen Dank für den Link und den ausführ­li­chen Kommentar. Ich sehe es wie Sie — das ist ein äußerst komplexes Modell und es ist extrem facet­ten­reich. Die Kommer­zia­li­sie­rung stört auch mich am meisten. Außerdem hat der Mensch die Neigung sich selbst und andere in Schub­laden abzu­legen, und mit zu wenig Hinter­grund­wissen geschiegt das sehr schnell. Das fängt bei den 3‑Tage-Zerti­­fi­­zie­rungs­­­kursen an, die Berater in eine Abhän­gig­keit zwingen. Sie müssen das Instru­ment gut finden, haben Sie einmal so viel Geld inves­tiert — Neutra­lität und Distanz geht verloren. Ja, Ihre Blog­adresse inter­es­siert mich sehr. herz­liche Grüße Svenja Hofert

      • Sascha 22. Dezember 2014 at 14:27 — Reply

        Liebe Frau Hofert,

        um ein wenig mehr Öffent­lich­keits­ar­beit für die Theorie hinter dem MBTI zu leisten, schreibe ich auf http://www.16typen.net . Kritik ist immer gerne will­kommen. Ich wünsche Ihnen, eine frohe und besinn­liche Weih­nachts­zeit.

        Sascha Faber

  2. […] ja, stimmt schon: Vorstel­lungs­kraft, Stra­tegie sowie Wiss­be­gier ist Offen­heit für Neues in den Big Five und da hatte ich in allen mögli­chen Big-Five-Versionen immer hohe Werte. Stra­te­gisch begabte […]

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