Kate­go­rien

Face­­book-Fanpage: So besser nicht (Social Media Inside, Teil 1):

Published On: 31. Januar 2013Cate­go­ries: Führung

Mensch, Face­book ist mein größer Referrer in Social Networks. Danke Geist & Gegen­wart für den Hinweis, da mal Google Analy­tics zu bemühen.

Hätte ich ja im Oktober 2010, zum Start meines Social Media Expe­ri­ments, nie gedacht: Man kennt mich inzwi­schen als Social Media Aktive. Sind Sie nicht…? Die mit dem Blog, mit Face­book etc. Ich würde besseres Marke­ting machen als sie selbst mit großem Budget, raunte mir jemand zu. Merci. Und nein, ich habe nach wie vor keinen Plan. Ich würde gern, ich liebe Pläne, solange ich sie nicht selbst erstellen muss; also kann ich sie nur dele­gieren. Aber mit den Ergeb­nissen bin ich nie zufrieden (da bin ich Fall­bei­spiel in einem Artikel von der Sorte, „wenn Chefs richtig nerven, weil sie ständig alles umschmeißen.“)

Also habe ich beschlossen, das Social Media Expe­ri­ment 2010–2012 in die Next Gene­ra­tion zu über­führen und es ab jetzt Insi­der­be­richt zu nennen. Der Ehrgeiz hat mich gepackt und so habe ich mir ein Google+-Buch gekauft, das aber leider nur Anlei­tungen enthält und nichts Konzep­tio­nelles. Außerdem sind Teile schon wieder veraltet, z.B. die Aussage, dass Inter­ak­tion nicht wichtig sei. Das finde ich immer schade bei Büchern dieser Art: Anlei­tungen gibt es genug, in guten Blogs und bei Youtube. Ich brauche stra­te­gi­schen Input, Erfah­rungs­werte. Einer meiner häufiger inter­net­ak­tiven Kunden empf­hahl mir Guy Kawa­saki What the Plus. Das werde ich mir jetzt vornehmen.

Bei Face­book habe ich inzwi­schen einen frühen Fehler korri­giert: Meine Fanpage habe ich umbe­nannt. Schon PR-Doktor Kerstin Hoff­mann hatte mir vor rund einem Jahr die Augen geöffnet für die durch zwei x Svenja Hoferts entstan­dene Verwir­rung: Wer mich bei Face­book suchte, kam oft auf meine Privat­seite. Immer mehr Anfragen machten klar: Die finden meine Fanpage gar nicht — Hand­lungs­be­darf.

Auf meiner Privat­seite bin ich aber kaum aktiv, weil ich eine Fanpage habe, die bis vor kurzem eben­falls Svenja Hofert hieß. Inzwi­schen habe ich sie umbe­nannt, dass darf man einmal tun: sven­jaho­fert­fan­page - Verwechs­lungs­ge­fahr gebannt.

Mir ist dadurch klar geworden, worauf man vor allem als „Perso­nen­marke“ achten muss, nämlich auf die rich­tige Entschei­dung: private Face­book­site (a.) stra­te­gisch öffnen oder (b.) echte Fanpage bauen und befüllen. Mit beidem kann man viel errei­chen. Meine Neu-Face­­book-aktive Mitar­bei­terin Maja Skubella hat es mit Vari­ante (a.) inzwi­schen auf weit mehr als 1000 Freunde gebracht. Und es kamen schon einige Kunden auf diesem Weg zu uns. Wer meine Fehler vermeiden möchte, für den haben wir diese Woche bei Face­book einen Selbst­lern­kurs hoch­ge­laden. Es ist eine konzep­tio­nelle Anlei­tung mit dem Ziel indi­vi­du­elle Lösungen zu finden. Ein Vorge­schmack findet sich bei Slideshare

Was funk­tio­niert und was nicht, habe ich durch Auspro­bieren heraus­ge­funden. Einmal fragte ich nach der Meinung zu einem Buch­cover, 122 Kommen­tare — so viel los wie nie. Sogar sonst Inak­tive wurden mobi­li­siert: Helfer­in­stinkt.

Das für mich Nütz­lichste an Face­book sind die Effekte meiner Beta­tests. Das ist eine offene Produkt­ent­wick­lung. Ich bekomme unmit­tel­bare Reso­nanz, Fehler für die der Autor bekannt­lich blinde Flecken hat, werden erkannt und es gibt super-Anre­­gungen. So beschäf­tige ich mich jetzt damit, wie ich meine ganzen Excel-Ideen Mac-kompa­­tibel machen kann. Auch Hilfe bei der Entschei­dung pro/contra Bewer­tungs­system in meinem neuen Bera­­tungs-Shop Kexpa kam von Face­book. In meinem alten Shop Gruen­der­re­ports hatte ich mit Ekomi gear­beitet, etwa 3–5% haben bewertet. Doch Ekomi ist umstritten, denn bisher hatte der Anbiert Bewerter, die weniger als 4 Sterne geben wollten, nicht sofort frei­ge­schaltet. Man konnte nach­bes­sern und den Kunden so zur Rück­nahme der Bewer­tung bringen. Bei mir kam das pro Jahr etwa einmal vor. Meist lag ein Miss­ver­ständnis vor. Aber für Ekomi war das schlechte Presse als es rauskam. Ich fahre jetzt vorläufig ein Drupal-internes Bewer­tungs­system, bis ich eine bessere Lösung habe.

Bei Face­book bauen sich die Fans eher langsam auf, das sehe ich auch auf der Fanpage von Karrie­re­ex­perten, die nach langer Zeit die 500er-Schal­l­­grenze geknackt hat. Um das u errei­chen, habe ich 2 Wochen lang Anzeigen geschaltet.  “Ohne”  ist es schwierig, das sehe ich auch bei Klienten, trotz hoher Inter­ak­ti­vität: Um Inhalte ansehen zu können, muss man halt kein Fan mehr werden, das macht es schwie­riger, Leute zum Liken zu bringen. Mit Face­­book-Anzeigen muss man  mit rund 50 Cent pro Neu-Fan rechnen. 100 kosten also etwa 50 EUR. Die Ange­bote „Fans kaufen“ etwa bei Fans­lave sind da güns­tiger – aber was bekommt man dafür? Ich werde das „kaufen“ noch mal auspro­bieren. Man kann schließ­lich nur so richtig über Dinge schimpfen, die man sich auch genau ange­schaut hat 😉

Übri­gens scheint Fanzahl und Reso­nanz auch NICHT unmit­telbar aufs Geschäft auszu­strahlen, manchmal bringt eine kleine Commu­nity mehr als 20.000 Servants, die alles liken, was ihr „Master“ so macht. So können Personen, die täglich mehr­mals ihre Commu­nity mit Sprü­chen oder Fotos begießen, oft höhere Fanzahlen nach­weisen. Das scheint sich aller­dings nicht unbe­dingt in Busi­ness umzu­wan­deln, hört man. Stra­tegie ist also wichtig. Und wenn man das bedenkt, ist Masse zwar beein­dru­ckend, Klasse aber wirk­samer.

Beitrag teilen:

Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

Folgen Sie mir gerne auf Youtube und wenn Sie nichts verpassen wollen auch bei Linkedin.

 

5 Kommen­tare

  1. Chris­toph Burger 31. Januar 2013 at 14:43 — Reply

    “Ich habe in meinem Leben keine 5 Minuten einen Plan gehabt” sagte Loriot, der es damit (auch) außer­or­dent­lich weit gebracht hat. Schöne Grüße, Chris­toph Burger

  2. Gilbert 31. Januar 2013 at 22:59 — Reply

    Inter­es­santer Artikel! Das Wachsen einer Facebok-Fanpage ist wirk­lich nicht ganz leicht und schwer zu durch­schauen, was auch das Planen schwer macht. Ich habe auch mal Tests mit dem Bewerben gemacht. Das hat Fans gebracht, aber lange nicht so viel wie durch entspre­chende Multi­pli­ka­toren (i.d.R. größere Fanpages). Außerdem benimmt sich FB noto­risch schlecht gegen­über solchen Peanuts-Spen­­dern wie wir (50 — 250 € die Woche). Ich habe deshalb beschlossen, dort kein Geld mehr zu lassen.

    Den Jackpot hat man geknackt, wenn man es schafft, dass Beiträge hunderte Male auf FB geteilt werden. Das ist dann so mini-viral und bringt echte Fans und Traffic. Aller­dings muss man mit dem “Begießen” durch Sprüche oder Fotos vorsichtig sein, denn wenn man als Spammer wahr­ge­nommen wird, ziehen sich die Fans schneller zurück, als man neue gewinnt. Ein bis zwei Fotos/Sprüche pro Tag sind genug.

    Jeden­falls macht sich die Fan-Base deut­lich bemerkbar im Traffic (= Busi­ness?). FB ist der größte Referral bei mir.

    • Gilbert 31. Januar 2013 at 23:01 — Reply

      PS: Dieser Blog hier ist übri­gens Platz 6 unter meinen Refer­rals. An diese Stelle mal vielen Dank für die Aufnahme in Ihre Blog Roll!

      • Svenja Hofert 1. Februar 2013 at 11:34 — Reply

        hhhhmmmm 😉 Gern geschehen, aus Über­zeu­gung.

  3. Agron 8. August 2013 at 17:53 — Reply

    Hallo.
    Vielen Dank für den Beitrag.
    Ich habe nun nach einiger Zeit mit Mühe und Not einige Fans (47) auf meiner Fanpage. Leider hinter­lassen diese aber keine Kommen­tare und teilen meine Posts auch nicht weiter. Gelikt wird eher selten und wenn, dann immer wieder von den glei­chen Fans. Mal kucken wie sich das in Zukunft so schlägt und weiter­ent­wi­ckelt. Fans kaufen… Da bin ich noch relativ skep­tisch. Habe das auch schon gemacht. Nicht über Dienste wie Fans­lave sondern direkt über Face­book Werbe­an­zeigen. Was mir aufge­fallen ist, dass ich trotz den Einstel­lungen (Ziel­länder: Deutsch­land, Schweiz, Öster­reich) irgend­welche Fans von Ländern erhalte, welche keinerlei wich­tig­keit für mich haben. Sagen wir so, ich kriege Fans von Ländern, welche ich ganz klar bei der Anzeige ausge­grenzt habe. Ausserdem sind die Preise meiner Meinung nach sehr über­teuert für die qualität der Fans.

    Ich lasse mich für die Zukunft über­ra­schen wie es weiter­gehen wird mit meiner Fanpage.

    Gruss

Leave A Comment