Kate­go­rien

Profil schärfen in 5 Schritten mit der Logi­­krätsel-Methode

Published On: 6. Oktober 2015Cate­go­ries: Karriere

magic-cube-378543_1280(1)Die meisten Profile, die ich sehe, sind überfrachtet.Was immer wieder auffällt: Es fehlt die Linie, Infor­ma­tionen sind entweder zu dicht oder zu breit gestreut. Manches wird nicht gesagt, was wichtig wäre. Und immer wieder merken wir: Was wirk­lich wesent­lich für den Leser ist, ist den Profil­in­ha­bern meist gar nicht bewusst.

In der letzten Zeit mache ich öfter mal die Logi­krätsel bei Spiegel Online und dabei ist mir aufge­fallen, dass die Vorge­hens­weise bei Profil­schär­fung Analo­gien zum Lösen eines n Logi­krät­sels hat. Ich habe 5 Schritte ausge­macht, die auf dem Weg zur rich­tigen Profil-Lösung hilf­reich sind.

Erster Schritt: Machen Sie sich ein Bild

Was ist rele­vant für den zu lösenden Fall? Diese Frage steht bei einem Logi­krätsel zuerst auf dem Programm. Wenn Sie Ihr Profil vor sich haben, steht die gleiche Frage am Anfang: Was ist rele­vant für das Profil? Hier wie da lautet die Empfeh­lung: Lesen Sie sich erst einmal alles genau durch. Mind­maps unter­stützen dabei. Sie können auch mit einer Begriffs­wolke arbeiten: Welche Begriffe nehmen Sie größer wahr, welche kleiner, weil sie rele­vanter sind? Schreiben Sie am Ende bis zu sieben Begriffe in unter­schied­li­cher Größe auf, die Ihre Exper­tise beschreiben.

Zweiter Schritt: Ordnen Sie Infor­ma­tionen

Was sind die Haupt­in­for­ma­tionen auf erster Ebene? Was gehört zusammen? Hier erin­nere ich an die Chun­king-Hypo­­­these, wonach das Kurz­zeit­ge­dächtnis nur 7+/-2 Infor­ma­tionen vertragen kann, gerne weniger. Diese 7+/-2 Infor­ma­tionen stellen Sie sich wie Über­schriften vor. Sie sind ideal auf einer Über­sichts­seite zu veran­kern. Beispiel: Die Haupt­in­for­ma­tion ist „Experte für die Schnitt­stelle Finanz-IT-Prozesse im inter­na­tio­nalen Banken­wesen“. Diese bekommt Unter­in­for­ma­tionen, die die Haupt­in­for­ma­tion detail­lierter beschreiben. So erzielen Sie beim Leser eine ideale Merk­fä­hig­keit.

Dritter Schritt: Sammeln Sie alles, was wichtig sein könnte

Nach dieser ersten Asso­zia­ti­ons­übung ist es hilf­reich, bei einem Logi­krätsel noch einmal genauer hinzu­schauen und den Text nach weiteren Hinweisen so durch­forsten. Über­tragen auf Ihr Profil heißt das: Sammeln Sie weitere Infor­ma­tionen, indem Sie ganz genau durch­denken, was Sie alles gemacht haben, beispiels­weise im letzten Projekt. Schreiben Sie einmal alles auf, was Sie an Erfah­rungen gesam­melt haben, wie Sie gear­beitet haben und was Sie erreicht haben. Kürzen können (und sollten) Sie später.

Vierter Schritt: Verdichten Sie Infor­ma­tionen

Jetzt verdichten Sie diese Infos auf einer Über­sichts­seite. So eine Über­sichts­seite, beispiels­weise mit dem Titel „auf einen Blick“ hat die schwie­rige Aufgabe, Ihre Band­breite mit wenigen Worten und Begriffen so zu beschreiben, dass diese für den Leser – den Recruiter – inter­es­sant ist. Sie hat idea­ler­weise mehrerer Rubriken und sagt alles aus: was Sie können, wozu man Sie einsetzen kann, was Sie von anderen unter­scheidet.

Fünfter Schritt: Präsen­tieren Sie Ihre Lösung

Meist gibt es nicht nur einen Weg zur Lösung. Entschei­dend ist es, Ihren zu begründen. Warum haben Sie es so und nicht so gemacht? Über­tragen auf das Profil bedeutet das: Warum haben Sie es so und nicht anders aufbe­reitet? Fragen Sie sich, ob Ihr Gegen­über Ihre Lösung versteht. Kann er zum Beispiel mit Ihren Begriffen, Ihrem Wording etwas anfangen?

Fazit: Ein gutes Profil zeigt, wer Sie sind und was Sie können, ist aber hirn­ge­recht aufbe­reitet. Ohne über­flüs­sigen Ballast kann das Gegen­über Sie einordnen kann in den eigenen Kontext. Ein gutes Profil bringt Ihre Exper­tise weiterhin so auf den Punkt, dass diese von unter­schied­li­chen Leser verstanden wird: Recrui­tern genauso wie von Fach­ex­perten. Für alle Betei­ligten soll ein profes­sio­neller Eindruck entstehen.

Beispiele für gute Profile? Ich freue mich sehr, dass ich dem Projekt­ma­nager, IT-Experten und Vorstand des Deut­schen Bundes­ver­bandes Infor­ma­ti­ons­tech­no­logie für Selb­stän­dige (DBITS) e.V. Michael Grüne bei seiner Profil­op­ti­mie­rung beraten durfte. Das Ergebnis ist die Auszeich­nung seines Gesamt­auf­tritts durch die Zeit­schrift IT Job Magazin und der Gesell­schaft für Infor­matik (GI) e. V. als IT Free­lancer des Jahres 2015. Glück­wunsch, Michael!

PS: Für den DBITS e.V. haben wir beson­dere Ange­bote in Sachen Profil­schär­fung.

 

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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2 Kommen­tare

  1. Catha­rina 6. Oktober 2015 at 17:26 — Reply

    Hallo Svenja,
    die Sportler duzen 😉

    Ich bin das erste mal durch Zufall auf deinen Blog gestoßen. Ich bin selbst Blogger und Coach — jedoch im Ernäh­rung und Fitness­be­reich. Passend wiederum: Für Menschen mit “Zeit­mangel”. Dein Blog und deine Beiträge gefallen mir sehr gut, sie lesen sich hervor­ra­gend und ich kann sofort die nütz­li­chen Punkte umsetzen. Vielen Dank. Ich werde hier noch weiter stöbern und freue mich auf deine zukünf­tigen Beiträge.

    Viele Grüße aus Berlin,
    Catha­rina

  2. Tom Winter 10. September 2022 at 21:15 — Reply

    Danke. Sehr inter­es­sante Heran­ge­hens­weise, die 100% die Fokus­sie­rung auf das Wich­tigste bringt. Egal, ob beim Vorstel­lungs­ge­spräch oder ganz allge­mein auf deinem XING- oder LinkedIn-Profil: Du entschei­dest, wie du dich dort präsen­tieren möch­test. Es gibt kein Gesetz und keine Regel, die besagen, dass du jede deiner beruf­li­chen Stationen mit allen Details preis­geben und ihnen in einer Selbst­dar­stel­lung gleich viel Raum geben musst. Es gehört schließ­lich zu jeder Selbst­fin­dung und jedem Karrie­reweg dazu, Dinge auszu­pro­bieren. Let it go: Was du loslassen soll­test, um in deiner Karriere voran­zu­kommen https://onlinemarketing.de/karriere/selfimprovement/let-it-go-was-du-loslassen-solltest-um-in-deiner-karriere-voranzukommen

    Und noch ein Hinweis auf: “Jede Frage, die Sie zum Einfügen von Fähig­keiten in Ihren Lebens­lauf haben, werden hiermit beant­wortet https://www.themuse.com/advice/every-basic-question-you-have-about-your-resume-skills-section-answered

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