Kate­go­rien

Sie glauben doch nicht, dass wir 300 Bewer­bungen lesen?

Published On: 11. November 2010Cate­go­ries: Führung

Ach, Fach­kräf­te­mangel. Wenn er doch nur auch dieje­nigen errei­chen würde, die keinen Inge­nieurs­titel haben, PR- und Marke­ting­leute zum Beispiel, auch Jour­na­listen. Diesen passieren auch in Boom­zeiten allerlei kuriose Dinge:

- Eine Hamburger Touris­mus­firma schickte 283 Absagen im CC: an ihre Bewerber. Dabei wurde ein männ­li­cher Ansprech­partner genannt. Jeder konnte sehen, wer sich sonst noch beworben hat.

- Ein Logis­tik­un­ter­nehmen: Mein Kunde wagte anzu­fragen, wann er denn mit einer Reak­tion rechnen könnte. “Gar nicht”, antwor­tete man dort. “Wir haben 300 Bewer­bungen bekommen, Sie glauben doch nicht, dass wir die alle lesen!”

- Ein Unter­nehmen schickte dem falschen Kandi­daten den Arbeits­ver­trag und ließ ihn unter­zeichnen. Erst eine Woche später kam der Irrtum raus. Aufklären wollte ihn keiner mehr — zu pein­lich. Da beschäf­tigte man doch lieber jemand, der eigent­lich auf  Stapel B (Absage schi­cken) gelegen hatte.

Der Bewerber als Kunde? Als gesuchte und umgarnte Fach­kraft? Von wegen. Das alles (und mehr) fällt unter die Kate­gorie “schlam­pige Perso­nal­ab­tei­lung”. Die gab es schon immer. 1993 bekam ich von einem  großen Lever­ku­sener Konzern ein Absa­ge­schreiben, in dem ich “Herr Hofert” genannt wurde. Nach einer “umfas­senden und einge­henden” Prüfung der Unter­lagen hätte man sich für einen anderen Kandi­daten entschieden. Ich schrieb zurück, dass der Check so einge­hend nicht habe sein können, weil sonst aufge­fallen sein müsste, dass die Bewer­berin eine Frau ist… Heute haben die kleinen und großen Schlam­pe­reien der Perso­nal­ab­tei­lungen (oder abge­ord­neter Prak­ti­kanten) leider sehr viel mehr Publikum. 283 Bewerber werden “not amused” sein, der Image­schaden dürfte beträcht­lich sein.

Beitrag teilen:

Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

Folgen Sie mir gerne auf Youtube und wenn Sie nichts verpassen wollen auch bei Linkedin.

 

4 Kommen­tare

  1. Babak Zand 14. November 2010 at 11:57 — Reply

    Als Anmer­kung möchte ich hinzu­fügen, das es zwar immer noch ein gewal­tiges Aufkommen von Dumm­heit im Bereich des Perso­nal­be­reich gibt, aller­dings wird dieser allmäh­lich mit Licht­bli­cken durch­bro­chen. Immer mehr Firmen, mittel­stän­di­sche Unter­nehmen, sind sich der Tatsache bewusst, das der demo­gra­phi­sche Wandel und das sinkende Bewer­ber­niveu immer weiter sinken. Diese reagieren mit unkon­ven­tio­nellen Anwer­be­me­thoden (Ausschreiben per Twitter oder im haus­ei­genen Blog) und Lock­reize für poten­ti­elle Fach­kräfte (wie z.B. Frei­zeit­aus­gleich, verbes­serte Sozi­al­leis­tungen). Die Firma Compa­media (www.compamedia.de) listet sie in einem Ranking der 100 besten mittel­stän­di­schen Unter­nehmen auf und stellt sie Bewer­bern zur Verfü­gung.

    Schöne Grüße,

    Babak Zand

  2. […] Beispiel: 40 Bewer­bungen, keine Einla­dung bei einer Marke­ting­mit­ar­bei­terin. Oder: 300 Bewer­bungen auf eine […]

  3. […] aber von Unter­nehmen? Deren Fehler bleiben unge­sühnt. Von der bekannten Hamburger GmbH, die über 200 Bewer­bern per CC: absagte, haben Sie in diesem Blog ja schon […]

  4. […] Anek­doten zum Thema „Absa­ge­schreiben“ gibt es auf Svenja Hoferts Karrie­re­blog zu […]

Leave A Comment