Kate­go­rien

Svenja Hoferts Arbeits­­markt-Klima­­be­richt 8/2009

Published On: 12. August 2009Cate­go­ries: Führung

Kommt die Welle auf uns zu oder nicht? Tatsache ist: Im Moment ist der Arbeits­markt für Berufs­er­fah­rene noch recht gut. Klar: Entschei­dungen ziehen sich hinaus, und bis Sie einge­laden werden, können Monate vergehen. Auch mit schnellen Zusagen tun sich deut­sche Unter­nehmen schwer. Aber nach all den schlimmen Nach­richten über die Wirt­schafts­krise hätte ich persön­lich einen schlim­meren Crash erwartet.

 

Einsteiger

Aller­dings, und darüber schreibt kaum jemand: Berufs­ein­steiger sind im Moment die klaren Verlierer am Jobmarkt. Wer wenig oder keine Berufs­er­fah­rung hat, braucht oft gut ein Jahr oder länger für den Berufs­ein­stieg. Beson­ders schwer ist es im Marke­­ting- und Perso­nal­be­reich. Aber auch Inge­nieure, Physiker und Mathe­ma­tiker ohne Berufs­praxis haben kein Jobwun­der­land mehr vor sich. Für alle heißt es: Erfah­rung sammeln, sich weiter­qua­li­fi­zieren, (vorüber­ge­hend) Abstand nehmen von allzu enga­gierten Zukunfts­plänen.

 

Aufsteiger

Bei den Fach­kräften gilt: Beson­ders schwierig ist es eben­falls im Marke­ting und Personal, vor allem wenn Bewerber nicht spezia­li­siert sind. Auch Control­ling ist kein Selbst­läufer mehr. IT-Fach­­kräfte berichten unter­schied­li­ches, abhängig von ihrer Diszi­plin. Gut nach­ge­fragt ist etwa Busi­ness Intel­li­gence. Jedoch mehren sich – etwa bei SAP — die Zeichen, dass es aufwärts geht. Und wer spürt sowas eher als die Frei­be­rufler? Aller­dings: Die Hono­rare sind erst mal kräftig nach unten gegangen, teil­weise zwei­stellig. Für die Gehälter gilt dies nicht in dieser Form, der Rück­gang ist moderat.

 

Krea­tive

Im Krea­tiv­be­reich häufen sich die Exis­tenz­grün­dungen, da Agen­turen vermehrt abbauen. Jüngstes Opfer: Die ehema­ligen Top-Werber von Springer & Jacoby. Ausge­nommen von der Baisse ist nur der Online-Marke­­ting-Bereich. Und wenn man sich die ausge­schrie­benen Stellen im Marke­ting, etwa bei Otto, so anschaut, kommt man schnell darauf: Ohne das Online- davor geht nichts mehr. Das gibt mir die Gele­gen­heit, Gruß an Kollege Harald R. Fort­mann, auf die Weiter­bil­dung zum Online-Marke­­ting-Fach­­wirthinzu­weisen. Diese erhöht die Chancen deut­lich.

 

Komi­scher­weise sind im Moment auch Webde­si­gner wieder recht gefragt. Könnte sein, dass sich hier der Schwei­ne­zy­klus wieder einmal bewahr­heitet. Jahre­lang war Webde­si­gner eher ein Finger-Weg-Beruf, das haben viele erhört und nun dreht es sich wieder. Was mich wieder mal bestä­tigt: Nicht einfach auf Züge aufspringen, sondern erst mal analy­sieren, wohin sie lang­fristig fahren.

 

Die großen Gewinner sind aber alle jene, die Fach-Know-how haben, die klas­si­schen Wissens­ar­beiter also. Ob Busi­ness Intel­li­gence oder CMMI: Es sind Spezi­al­kennt­nisse, die derzeit am schnellsten Vorstel­lungs­ge­spräche bescheren.

 

Meine These ist ohnehin: In Zukunft werden gene­ra­lis­ti­sche Jobs ausschließ­lich über Netz­werke vergeben werden. Nur noch die Wissens­jobs, die sich anders nicht besetzen lassen, landen im Online-Stel­­len­­markt. Für Gene­ra­listen heißt das: Auf zum fröh­li­chen Netz­werken. Wir sehen uns bei Xing 😉

 

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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