Kate­go­rien

Traum­be­rufe mit Spra­chen — wenig Geld, aber viel Spaß

Published On: 23. Januar 2009Cate­go­ries: Führung

Eins ist klar: Reich wird man als Sprach­genie eher selten. Dafür glück­lich. Etwa wenn man die Kombi­na­tion aus Sprach­ge­fühl und tech­ni­schen Verständnis nutzt, um sich daraus den gefragten Beruf des tech­ni­schen Redak­teurs zu “mixen”. Hier ist die Nach­frage groß und die Gehälter ordent­lich. Sehr viel weniger rosig sind die Berufs­aus­sichten etwa für Über­setzer und Lektoren. Und machen wir uns nichts vor: Wer gar von so schön­geis­tigen Berufs­tä­tig­keiten wie dem Lite­ra­tur­über­setzen träumt, erlangt zwar Ruhm, aber höchst­wahr­schein­lich nie einen auch nur halb­wegs befrie­di­genden Konto­stand. Was für Menschen in diesen Jobs oft am Anfang auch nicht wichtig ist — später leider schon.

Der Traum­beruf hat so seine Macken — und das weiß auch Ulrike Beyler. Die Autorin hat mit “Traum­be­rufe mit Fremd­spra­chen” einen umfas­senden und detail­lierten Ratgeber geschrieben, der zudem anspre­chend zu lesen ist. Sie erlaubt Insi­der­blicke in die Jobpro­file und zeigt , wie Menschen arbeiten. Das gefällt mir beson­ders gut. Dazu beschö­nigt sie nichts: Dozenten verdienen nun mal manchmal nur 15 Euro und Über­setzer müssen sich um die wenigen schlecht­be­zahlten Aufträge balgen. Selbst­stän­dig­keit muss ein Ziel und Perspek­tive sein, wenn man sich für Studi­en­gänge wie Über­set­zungs­wis­sen­schaft inter­es­siert und nicht im Anschluss im Sekre­ta­riat landen möchte. Leider sagt einem das an den Unis und Fach­hoch­schulen keiner. Besser, weil perspek­tiv­rei­cher, ist da die Fach­über­set­zung, das Konfe­renz­dol­met­schen oder auch, zurück zum Anfang, die tech­ni­sche Redak­tion. Beyler, selbst ein Drei-Job-Wunder (Juristin, Über­set­zerin, Perso­na­lerin), stellt auch exoti­sche Jobbilder vor etwa den Termi­no­logen oder den Senior Proof Reader bei Unter­neh­mens­be­ra­tungen. Und sie sagt Studie­renden ganz deut­lich, dass sie sich als Über­set­zungs­wis­sen­schaftler, Philo­logen und Kultur­wirte besser schon sehr früh profi­lieren und einen eigenen Schwer­punkt im Lebens­lauf setzen. Leider tun das nur sehr wenige. Für die, sowie für alle die in diesem Umfeld einen Beruf finden wollen, ist das Buch ein wunder­barer Tipp: span­nenden Lektüre, Aufklä­rung und fundierte Infor­ma­tion zugleich.

Svenja Hofert

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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2 Kommen­tare

  1. octavia 20. Februar 2012 at 13:24 — Reply

    Hallo Svenja. Was raten Sie einem erfah­renen tech­ni­schen Manager (58), der mit dem Gedanken spielt, einen (relativ) sicheren und gutbe­zahlten, aber unge­liebten Job gegen die Tätig­keit als Tech­ni­scher Redak­teur einzu­tau­schen ? Tech­ni­scher Back­ground, IT und Englisch sollten ok sein, das Hand­werk­liche (Nutzung von Spezi­al­soft­ware) ist ausbau­fähig. Alter­na­tive oder Aben­teuer ? Vielen Dank.

    • Svenja Hofert 20. Februar 2012 at 13:41 — Reply

      finde ich erst mal mutig und mutig ist positiv zu sehen. Vorher würde ich einen realis­ti­schen Abgleich machen — Anfor­de­rungen und was habe ich? Dann würde ich, im Sinne meines Slow-Grow-Prin­­zips ein Probe­pro­jekt machen, bevor ich alles auf eine Karte setze. Ja, das ist Alter­na­tive UND Aben­teuer. Wenn Sie wissen auf was Sie sich einlassen kann es ein Gewinn sein. LG Svenja Hofert

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