Kate­go­rien

Tschüss, Kollegen! Oder was ist ein guter Abschied!

Published On: 11. Oktober 2013Cate­go­ries: Führung

babySie werden kündigen? Oder haben Sie schon? Hat man Sie „raus­ge­schmissen“? In jedem Fall kommt früher oder später die Frage: Wie gelingt mir der Ausstand ange­messen? Zunächst einmal gilt es zu unter­scheiden: Verbinden Sie posi­tive Gefühle mit dem „Gehen“ oder gibt es Wut und Frust?

Sollten Sie gekün­digt worden sein und die Kündi­gung anfechten oder sich in einer juris­ti­sche Ausein­an­der­set­zung befinden, ist der Arbeits­platz kein guter Ort, darüber zu klagen. Sie bringen Kollegen so nur in die Zwick­mühle. Außerdem könnten Äuße­rungen gegen Sie verwendet werden.  Große Feiern sind in so einer Situa­tion nicht wirk­lich ange­bracht. Wundern Sie sich nicht, wenn Kollegen komisch distan­ziert sind, obwohl sie doch ein so tolles Team waren. Wenn Sie gehen und die anderen bleiben, werden sich diese  weit über­wie­gend mit dem Arbeit­geber verbünden, zum Beispiel indem sie einfach keine Stel­lung beziehen. Wurden alle gekün­digt, gibt es dagegen ein „fight for your right to party“, am besten außer­halb der Räum­lich­keiten der „bösen“ Firma, auf die dann alle gemeinsam schimpfen können — was defi­nitiv verbindet.

Haben Sie selbst gekün­digt, weil Sie den nächsten Karrie­re­schritt unter­nehmen oder einen inter­es­san­teren Job  ange­boten bekamen, sieht es ganz anders aus. Im besten Fall freut sich der Chef für Sie mit und die Kollegen ebenso. Dann ist eine Abschieds­party kein Problem. Nur Vorsicht mit Alkohol, norma­ler­weise ist das Trinken im Job heut­zu­tage nur noch außer­halb des Firmen­ge­ländes erlaubt. Waren Sie Führungs­kraft sollten Sie dem Team einen aus geben, ein Restau­rant­be­such wäre eine Alter­na­tive zum mitge­brachten Kuchen.

In beiden Fällen, selbst gekün­digt oder gekün­digt worden, kommt in letzter Zeit eine ganz entschei­dende Frage auf den Tisch. Wem gehören die Adressen von Kontakten und Kunden, mit denen Sie über das Internet verban­delt sind. Schließ­lich sind diese Gold wert und eine Art Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung der Social-Media-Ära.

Solche Kontakte sind nach gängiger Rechts­auf­fas­sung (hier Infos im empfeh­lens­werten Blog von Nina Diercks) solange Ihre eigenen wie Sie in den sozialen Medien (auch) als Privat­person auftau­chen und die Firma die Accounts NICHT bezahlt hat. Anders verhält es sich, wenn Sie einen Twit­ter­ac­count betreuen und für die Firma aufge­baut haben. Diesen können Sie nicht für sich selbst bean­spru­chen.

Nächste Baustelle an der Schnitt­stelle zum neuen Job ist die Abschieds­mail oder die Info­mail an Kunden. Wie sag ich, dass ich gehe? Und wie schaffe ich es dabei, meine neuen Kontakt­daten zu hinter­lassen? (Stich­wort “Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung”). Meist ist es empfeh­lens­wert, vorhan­denen Kunden eine private E‑Mail anzu­bieten und Sie zu bitten, den Kontakt bei Xing oder Linkedin hinzu­zu­fügen. Der neue Arbeit­geber sollte an dieser Stelle noch nicht erwähnt sein – oft ist es stra­te­gisch besser, nicht zu sagen, wohin man gehen wird. Ganz beson­ders, wenn es der Wett­be­werb ist.

Wenn Sie am letzten Tag eine Mail an alle Kollegen senden, achten Sie darauf, dabei alle Ansprech­partner im BCC: zu lassen. Natür­lich soll niemand sehen, an wen Sie Ihre Mail alles schi­cken. Even­tuell diffe­ren­zieren Sie zwischen Kunden oder Geschäfts­part­nern und Kollegen. Und verab­schieden sich von engen Vertrauten natür­lich persön­lich.

Stellen Sie sich vor dem Abschied folgende Fragen, um indi­vi­du­elle Vorge­hens­weisen zu planen:

  • Mit wem möchten Sie privat in Kontakt bleiben?
  • Bei wem möchten Sie sich bedanken oder/und gern persön­lich verab­schieden?
  • Wer könnte später auch geschäft­lich für Sie wichtig sein, bleiben oder werden?
  • Wer sollte später erfahren, wo Sie arbeiten?

Je nach Antwort vari­ieren Sie Ihre Vorge­hens­weise.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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