Kate­go­rien

Warum die Frau­en­quote nichts mit Frauen zu tun hat

Published On: 4. Februar 2011Cate­go­ries: Führung

Ja, ich bin für die Frau­en­quote. Und zwar obwohl mir früher im Kinder­garten schon mal ein „Karrie­re­frau“ hinterher geraunt wurde. Was im restrin­gierten Karrie­re­deutsch etwa bedeutet: eine, die sich lieber mit Dingen jenseits des Haus­halts beschäf­tigt, keine von uns also (im dörf­li­chen Umfeld).

Obwohl? Jawohl, obwohl. Ich finde es nämlich auffal­lend, dass es vor allem Karrie­re­frauen sind, die die Quote ablehnen. Mit Ausnahme etwa von Ex-Taz-Chef­­re­­dakeurin Bascha Mika, die gerade passend ihre Streit­schrift plat­ziert hat, aber so ganz oben im Top-Mana­ge­­ment war sie ja auch  nicht. Chef­re­dak­tion ist nicht Top-Mana­ge­­ment. Also keine echte Karrie­re­frau. Also letzt­end­lich richtig in der Menge derje­nigen, die sagen: Yes, we want (die Quote).

Die echten Karrie­re­frauen dagegen wollen keine Quote aus einem einfa­chen Grund: sie kommen auch so ganz nach oben. Ihre Prio­rität ist Leis­tung und Erfolg. Sie möchten sich nicht auf die gleiche lächer­liche Ebene mit den Weichei-Frauen begeben, die im Zweifel lieber zum Sport als zum Meeting gehen oder bei Krank­heit eines Kindes für- und vorsorg­lich zuhause bleiben.

Auf der Karrie­­re­­frau-Ebene argu­men­tiert es sich leicht, dass quali­ta­tive Zeit viel mehr wert sei als quan­ti­ta­tive, das Stünd­chen Kinder­spiel am Wochen­ende also der Stunde jeden Tag vorzu­ziehen sei. Wie die Männer setzen echte Karrie­re­frauen lässig voraus, dass sich das alles ja super verein­baren lasse. In Umfragen gibt es null Problemo in Sachen Verein­bar­keit. Na Leute, logo. Bei entspre­chender Prio­ri­tä­ten­set­zung und dem nötigen Klein­geld ist Karriere auch ganz einfach, denn: Die Karrie­re­frauen ganz oben, Kris­tina Schröder wahr­schein­lich einbe­griffen, haben männ­lich macht- und stimu­lanz­in­stru­ierte Gehirne — siehe Neuro­kar­riere. Sie verstehen die anderen nicht.

Das Posi­tive an einer Frau­en­quote wäre doch gar nicht so sehr Gleich­be­rech­ti­gung. Es geht auch gar nicht um Frauen. Das Posi­tive wäre, dass so eine Quote anderes Denken nach oben bringt — über Frauen, die andere Prio­ri­täten setzen und deshalb der anstren­genden Karrie­re­leiter derzeit den Stin­ke­finger zeigen. Die neben dem Beruf viel­leicht noch ein Hobby haben oder eben Kinder, oder beides. Frauen, die anders denken, weniger leis­tungs­ori­en­tiert, weniger macht­hungrig, ideen­rei­cher viel­leicht, auf jeden Fall flexi­bler. Anders als die eben, die eh schon oben sind.

Dies würde die Herren on Top dazu zwingen, das eigene Verhalten zu über­denken, und viel­leicht auch neue Prio­ri­täten zu setzen. Es würde zu einer stär­keren Durch­mi­schung führen — Diver­sity mal anders! Denn bisher ist es doch ganz klar so: Nach oben kommen die Ehrgei­zigen. Es sind nicht die beson­ders Intel­li­genten oder beson­ders Kompe­tenten. Das einzige Merkmal für Spit­zen­po­si­tionen ist Leis­tungs­ori­en­tie­rung. Das diese oft nicht im Sinne einer guten Unter­neh­mens­füh­rung einge­setzt wird, können wir uns täglich ansehen.

Frauen, die das Spiel im CEO-Ring eigent­lich nicht mitma­chen würden, weil sie lieber mehr Lebens­qua­lität haben, dahinein zu beför­dern, kann doch nur allen gut tun. Solche Diver­sity, die ganz leise über Geschlecht und ethni­sche Zuge­hö­rig­keit hinaus­geht und andere Denk- und Lebens­ent­wurfs­mo­delle in obere Etagen schleust, entsteht aber  nicht von selbst oder durch bitte-bitte.

Disku­tieren Sie mit: Freue mich auf Pro und natür­lich genauso gern auch contra!

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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21 Kommen­tare

  1. Birgit Perman­tier 4. Februar 2011 at 10:28 — Reply

    Liebe Frau Hofert,
    ich bin ganz ihrer Meinung: Wir brau­chen die Quote, weil sich dadurch die Chance ergibt, dass sich die Leit­kultur verän­dert. Eine weib­li­chere Gesell­schaft mit Werten, die am echten Leben orien­tiert sind, wird uns allen nützen. Wenn das dann heißt, dass ein/zwei Gene­ra­tionen die “Unge­rech­tig­keit” einer Quote auf sich nehmen müssen, die natür­lich ein Witz ist im Kontrast zu 3000 Jahren männ­li­cher Bevor­zu­gung auf allen Ebenen, ist das völlig OK.
    Es geht um Balance, ein Gleich­ge­wicht der Kräfte. Das ist gesamt­ge­sell­schaft­lich wich­tiger als die ach so schmerz­haft empfun­dene Unge­rech­tig­keit Einzelner. Das Ziel ist also eine balan­cierte Gesell­schaft, die uns erlaubt zu arbeiten, zu leben, Kinder aufzu­ziehen und mit all dem auch glück­lich zu sein.

  2. Svenja Hofert 4. Februar 2011 at 11:22 — Reply

    Liebe Frau Perman­tioer, danke für die Zustim­mung und Ihre Erwei­te­rung der Argu­men­ta­ti­ons­kette. Herz­liche Grüße Svenja Hofert

  3. Alex­andra Schwarz-Schil­ling 4. Februar 2011 at 13:00 — Reply

    Liebe Frau Hofert, ich bin eben­falls Ihrer Meinung und bin schon lange eine Befür­wor­terin der Quote. Die Angst vieler Frauen eine “Quoten­frau” zu sein und es nicht aufgrund von reiner “Leis­tung” nach oben geschafft zu haben ist wieder so eine der typi­schen Fallen, in die Frauen so gerne tappen. Ich frage mich welcher Mann es nur aufgrund von Leis­tung so weit nach oben geschafft hat. Alle wissen, dass die Fähig­keit zum Selbst­mar­ke­ting und die Pflege von förder­li­chen Netz­werken in der Orga­ni­sa­tion zusammen zwei drittel des männ­li­chen Erfolgs ausma­chen, also keines­wegs die reine Leis­tung. Aber Frauen neigen dazu sich nur über Leis­tung zu defi­nieren. Angeben müssten sie erst lernen und die karrie­re­ori­en­tierten abend­li­chen Essen zur Pflege des Netz­werkes müssten sie auch stärker in Anspruch nehmen. Beides nicht unbe­dingt weib­liche Prio­ri­täten! Ich freue mich auf die Quoten­frauen, ich würde selbst­be­wusst und freudig sagen: Ja, ich bin eine Quoten­frau und wo ist das Problem? Es gibt genug mittel­mä­ßige bis schlechte männ­liche Führungs­kräfte, die es nicht über Leis­tung in ihre Posi­tion geschafft haben.

  4. Svenja Hofert 4. Februar 2011 at 14:26 — Reply

    Liebe Frau Schwarz-Schil­­ling, Sie haben voll­kommen recht: die abend­li­chen Netz­werktreffen als Karrie­re­schmiede sind nicht frau­en­freund­lich und es kann nicht Sinn der Sache sein, sich in alte Systeme zu inte­grieren, sondern man muss neue schaffen. Neulich sagte auf einer Veran­stal­tung ein Mann, glaube er war von Ernst & Young, über alles mögliche würde nach­ge­dacht, aber nicht über inno­va­tive Führungs­kon­zepte — genau. herz­liche Grüße Svenja Hofert

  5. Zorem 4. Februar 2011 at 19:27 — Reply

    Kennen Sie eine Quoten­frau, die ein mittel­stän­di­schen Produk­ti­ons­un­ter­nehmen in Deutsch­land kauft und Chefin wird?

  6. Svenja Hofert 5. Februar 2011 at 10:48 — Reply

    Hallo, das ist keine Quoten­frau im Manage­ment, sondern eine Unter­neh­merin. Großer Unter­schied im limbi­schen System und im Moti­va­ti­ons­profil. Unter­nehmer haben so gut wie immer mehr Risi­ko­be­wusst­sein, sind gestal­tungs­af­finger. DIE meine ich nicht. Aber: Quoten­frauen könnten durch die Erfah­rung im Manage­ment später ein Unter­nehmen über­nehmen, weil diese Erfah­rung Ihnen die Brücke baut, die sie vorher nie gesehen hätten. LG SH

  7. Oliver 5. Februar 2011 at 11:28 — Reply

    Auch ich als Mann bin für die Frau­en­quote. Mir hat vor kurzem das Buch “Die Söhne Egalias” die Augen für die Wich­tig­keit der Gleich­be­rech­ti­gung auch für Männer die Auten geöffnet — kann´s nur weiter­emp­fehlen!

    Oliver

  8. Zorem 5. Februar 2011 at 16:01 — Reply

    Die Frau von Altkanzler Schröder ist in den Aufsichtsrat von Karstadt berufen worden. Sie hat sich bestimmt durch ihre jour­na­lis­ti­sche Tätig­keit und ihre Exper­tise empfohlen.

  9. Michaela Schaaf-Hoffelner 7. Februar 2011 at 13:59 — Reply

    Hmmm — Ihre Ausfüh­rungen in Ehren!

    Aller­dings wenn in den Top — Führungs­ebenen emotional limi­tierte und (offen­sicht­lich) wenig freud­volle Zeit­ge­nos­sin­nenihr Leben fristen, frag ich mich doch wirk­lich ob ich dort hinkommen will — mit oder ohne Quote. Dies erscheint für mich nicht erstre­bens­wert. Und außerdem kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass man selbst dort wiederum nicht wirk­lich selbst entscheiden kann sondern wiederum nach der Pfeife von anderen tanzen muss.

    Ich glaube es gibt auch andere Wege zufrieden und glück­lich an eine Spitze zu kommen. Und wenn das nur bedeutet sich selb­ständig zu machen.

    Was ich aller­dings nicht glaube ist die Verein­bar­keit von Job und Familie. Diesen Mythos müsste man eigen­lich schon längst als eines von Gebrüder Grimms Märchen entlarven.

    lg

    Michaela

  10. Svenja Hofert 7. Februar 2011 at 16:50 — Reply

    Liebe Michaela, das genaue meine ich: Tatsäch­lich sinkt mit dem “Macht­ge­habe” doch meist auch die emotio­nale Intel­li­genz — kämen andere Frauen hoch als die, die jetzt schon oben sind, wächst in der Führungs­etage auch der EQ. Und ja, ich sehe auch keine 100% Verein­bar­keit. Die muss es aber doch auch nicht geben, wenn die Jobs flexi­bler gestaltet werden. herz­liche Grüße Svenja Hofert

  11. Birgitta 8. Februar 2011 at 11:26 — Reply

    Her mit der Frau­en­quote. Nach vielen frühen Jahren, in denen ich mich auch rein über die Leis­tung defi­niert habe und dachte, ich müsste nur besser sein als die Männer (was ich oft war), bin ich inzwi­schen bei dieser Erkenntnis. Und haupt­säch­lich aus dem Grund, dass ich mir eine neue Arbeits- und Gesell­schafts­kultur wünsche, in welcher eben Job und Familie gut möglich ist. Ich kannte ein Paar in Norwegen, beide arbei­teten in höheren Posi­tionen, 2 kleine Kinder. Es war voll­kommen normal, dass auch ein Mann eine Sitzung verliess oder been­dete, weil er sich dann nämlich um die Kinder kümmern musste. Da sind wir hier noch weit entfernt.

    Persön­lich muss ich aller­dings auch bekennen, dass ich mich Bascha Mikas Thesen erwischt fühle. Mit Kind und gut verdie­nendem Ehemann lässt es sich in der Komfort­zone leben. Das Problem liegt auch bei uns Frauen selber. Ich bin fast erstaunt, wie viele sehr gut ausge­bil­dete Frauen auf eine Berufs­tä­tig­keit verzichten. Auch Doris Schröder-Köpf gehörte dazu, schön, dass sie wieder eine Posi­tion hat. Ist mir ziem­lich egal, ob das mit ihrem Mann zu tun hat. Die Männer kommen ja auch durch Bezie­hungen an Ihre Stellen. Nur bei Frauen scheint das irgendwie anrü­chig zu sein.

  12. Svenja Hofert 8. Februar 2011 at 11:33 — Reply

    Hallo Birgitta, wie Bascha Mika schreibt, fängt es schon bei der Wahl der Männer an… Die meisten Frauen bevor­zugen dann eben doch eben die Karrie­re­ge­trie­benen Macht­men­schen, damit sie “sich fallen lassen können”. Öh??? Warum eigent­lich? Nehm ich zum Fallen­lassen doch lieber ein Tram­polin. LG Svenja Hofert

  13. Inter­es­sierter Leser 8. Februar 2011 at 12:19 — Reply

    Es geht nicht um eine Frau­en­quote. Was dieses Land braucht ist eine anstän­dige und soziale “Methode” bzw. Stra­tegie, Müttern das Arbeiten zu ermög­li­chen, sprich Kinder­plätze zu schaffen, die sozial sind, in der Nähe des Arbeits­platzes und vor allem VERFÜGBAR. Dann entwi­ckelt sicher fast jede Frau die Logik, dass zuHause bleiben, nicht das einzig Wahre ist.

    Aber dennoch: gibt es etwas Wich­ti­geres, als einen Menschen heran­wachsen zu sehen und zu einem guten Menschen zu erziehen? Eine Aufgabe im Top-Mana­ge­­ment ist sicher nicht wich­tiger. Aufgaben im sozialen Umfeld viel­leicht. Also: Blick­rich­tung und Denke ändern.

    Mir ist klar, dass der Luxus von nur einem berufs­tä­tigen Eltern­teil nur mit finan­zi­ellen Mitteln gegeben ist, aber das Modell ist nicht wirk­lich verkehrt.

    Herz­lich, ein männ­li­cher Leser, 34 Jahre, oberes Manage­ment.

  14. Zorem 8. Februar 2011 at 14:03 — Reply

    “Für viele Frauen sind Macht und Verdrän­gungs­spiel­chen im Haifisch­be­cken einfach nicht sexy. Es ist bequemer, in kusche­liger Kaffee­runde Sprüche zu klopfen.” sagt Hanne Seel­­mann-Holz­­mann im http://www.harvardbusinessmanager.de/blogs/artikel/a‑743915.html

    Wenn ich die Beiträge der Frauen hier lese, scheint Frau Seel­­mann-Holz­­mann richtig zu liegen.

  15. Michaela Schaaf-Hoffelner 8. Februar 2011 at 14:14 — Reply

    Lieber Inter­es­sierter Leser,

    ich freue mich über Ihre rege Anteil­nahme und kann auch — in Teilen — zustimmen, dass Kinder­er­zie­hung eine wirk­lich wert­volle Sache ist!

    Leider wird diese Aufgabe nicht bezahlt.

    Wir alle wissen, dass der Mensch für seine Leis­tungen irgend­wann einmal eine Aner­ken­nung haben möchte. Im Beruf ist dies eine Gehalts­er­hö­hung, ein Firmen­wagen oder eine bessere Posi­tion.

    Umge­legt auf die Kinder­er­zie­hung — ein glück­li­ches, zufrie­denes und über­durch­schnitt­lich intel­li­gentes Kind?

    Nein tut mir leid.
    So toll sich das auch anhören mag und auch gleich jedes (von den klischee­haften Werten der Gesell­schaft geprägtes) Mutter­herz höher schlagen lässt — es reicht nicht.
    Und ich kann Ihnen aus meiner Sicht auch erklären weshalb:

    auf der einen Seite wird Leis­tung in unserer Gesellschft groß geschrieben — aber nicht nur eindi­men­sional — Leis­tung wird erst dann als groß­artig erkannt, wenn damit ein entspre­chender Status mit ange­mes­sener Entloh­nung einher­geht.

    Auf der anderen Seite wird propa­giert wie toll und groß­artig doch Kinder­er­zie­hungs­ar­beit ist! Natür­lich ohne Status­sym­bole und ganz zu schweigen von der ange­mes­senen Entloh­nung.

    Es ist diese Ambi­va­lenz zu diesem Thema die Frauen (zu Recht) miss­trau­isch werden lässt, und dazu anleitet Grund­sätz­li­ches zu hinter­fragen.
    Eine tolle Leis­tung ohne gebüh­rende nach außen deut­lich sicht­bare Aner­ken­nung? Leider nicht möglich!
    Und inso­fern damit auch leider abträg­lich für das Selbst­wert­ge­fühl derer, die sich in diese Rolle begeben.

    So bin auch ich der Meinung, dass es für jede Frau wichtig ist einen guten Job anzu­streben und auch dauer­haft zu behalten.

    Abge­sehen von Kinder­er­zie­hung.

    Liebe Grüße

    Michaela

  16. Inter­es­sierter Leser 8. Februar 2011 at 18:48 — Reply

    Hallo Michaela,

    ich kehre mal zum Internet-Du, wenn ich darf.

    Ich möchte keinen Streit entfa­chen, sondern eine neue Sicht­weise hinzu­fügen.

    Was Du sagst, erschreckt mich, da es immer im Vergleich endet. Was ist denn, wenn Dein Kollege/Kollegin eine höhere Gehalts­stufe erreicht oder den besseren Firmen­wagen hat. Was ist denn, wenn die Nach­barin, ein Kind mehr hat und trotzdem den cooleren Mini Cooper S fährt.

    Daran darfst Du Dich nicht messen (lassen). Ja, wir leben in einer werte- und kapi­ta­lis­tisch geprägten Welt. Aber das ist keine Ausrede und auch kein Argu­ment, hier mitzu­schwimmen.

    Und wenn sich bei Dir alles um eine deut­lich sicht­bare Aner­ken­nung (sprich: Zaster oder andere Status-Symbole) dreht, würde ich über­denken, über­haupt Kinder zu bekommen, denn auch wenn Du ihnen mit 2 Monaten schon die tollen Hilfiger-Strampler über­streifst: da draußen ist eine Mutti, die kann sogar Hermes-Strampler kaufen und unge­wa­schen wegschmeißen. Eine® ist immer über Dir. Aber eben nur finan­ziell, nicht in Charakter, Erzie­hung, sozialer Verant­wor­tung. Ja, mit ist bewusst, dass diese Schlag­worte nicht zu einem Manager-Gehalt führen, aber Geld ist nicht alles.

    Immer vor Augen halten. (Gilt übri­gens für beide Geschlechter.)

  17. Birgitta 9. Februar 2011 at 10:43 — Reply

    Liebe letzte Beitra­gende,
    wer spricht denn hier ausschließ­lich von Geld und Status­sym­bolen? Es geht auch um eine Aner­ken­nung und ein “Gesehen werden”. Eine Aner­ken­nung im tägli­chen Austausch außer­halb des fami­liären Umfeldes. Ich empfinde die Über­le­gung über­haupt Kinder zu bekommen als echtes Totschlag­ar­gu­ment. Es geht hier ja auch darum Kinder UND Beruf zu verwirk­li­chen. Für Männer ist das ziem­lich selbst­ver­ständ­lich, wir Frauen (müssen) uns darum einen Kopf machen, wie das denn funk­tio­nieren soll. Und wenn der Kopf zu der Erkenntnis kommt, dass es zu Hause ja auch (manchmal) schön sein kann, Mann genü­gend verdient und die Erzie­hung der Kinder ja auch GANZ wichtig ist und nur die Mutter kann das leisten…, dann ist alles gelöst wie schon in den letzten Jahr­zehnten.

    Das ist ein Dauer­thema der letzten Jahre und auch Eltern­geld, Krip­pen­plätze bringen noch keinen echten Umschwung, weil die Gesell­schaft insge­samt noch gar nicht darauf vorbe­reitet ist. Wohl­ge­merkt: Frauen auch nicht. Im weiteren reichen die Plätze und unser Schul­system (Halb­tags) einfach noch nicht aus, dass eine Berufs­tä­tig­keit für beide ober­halb der 1 1/2 Stellen (davon mind. 1 für Mann, max. 1/2 für die Frau) möglich ist.

    Frau­en­quote und neue Arbeits­mo­delle sind der Teil, den die Wirt­schaft bzw. die Arbeits­welt beitragen kann. Ich denke auch, die Gesell­schaft kann es sich in den nächsten Jahren(-zehnten) gar nicht mehr leisten auf die gut ausge­bil­deten Frauen zu verzichten. Mal sehen, was passiert, wenn das deut­lich wird.

  18. Alex 17. Juni 2011 at 11:37 — Reply

    Um Ihnen mal die Augen zu öffnen bitte ich sie einfach auf die Reak­tionen zu ihrer “Frau­en­quote” im Spie­gel­forum zu schaun.

    http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=37924&page=3

    Die vielen Argu­mente GEGEN eine Frau­en­quote könnten Ihre Meinungs­bil­dung sicher noch beein­flussen, wenn dies über­haupt noch möglich ist.

    Vielen Dank

  19. Alex 17. Juni 2011 at 11:57 — Reply

    Kann es sein, dass eine ihrer größten Antriebs­fe­dern ein Gefühl namens NEID ist? Neid auf besser verdie­nen­dere Männer, mit mehr Macht und Einfluss? Sie sollten sich von solchen Gefühlen befreien, dass entlastet unge­mein

    • Svenja Hofert 17. Juni 2011 at 13:50 — Reply

      Danke für den Kommentar. Trotzdem falsch getippt. Ich finde zwar, dass Neid durchaus ein posi­tiver Leis­tungs­im­puls sein kann. Ich persön­lich beneide aber nicht so sehr, sondern bewun­dere: Frauen, die sich durch­setzen zum Beispiel 😉 freund­liche Grüße Svenja Hofert

  20. […] als die Gesamt­heit der Teil­neh­menden bewerten. Dieses Bild zeigt sich auch bei der Frage nach einer Frau­en­quote. Man kann ja in dieser Frage durchaus geteilter Meinung sein und eine Quote wird denn auch von […]

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