Kate­go­rien

Warum Gauck und Schwein­steiger authen­tisch sind, aber man nur Gauck zu Füßen liegt

Published On: 1. Juli 2010Cate­go­ries: Führung

Gauck ist das beste Beispiel: Außer den noto­risch bockigen Linken hätte sich jeder mit ihm anfreunden können. Überall hörte man: „Der ist einfach authen­tisch. Der ist, wie er sich gibt. Und er gibt sich, wie er ist.“ So begeis­tert waren die Kommen­tare, z.B. bei Spiegel Online, dass es mich fast ein wenig irri­tiert hat. Wird da nicht eine Menge hinein­in­ter­pre­tiert? Wer wünscht sich nicht Orien­tie­rung durch eine Führungs­person, der man sozu­sagen blind vertrauen kann – nach dem Motto: Papa wird’s schon richten.

Es kann deshalb nicht das Authen­ti­sche allein sein. Auch ein Schwein­steigermag nach der Authen­ti­zi­täts­regel „ich bin, wie ich bin“ authen­tisch sein, wenn er sich über Fußball­ge­wohn­heiten der Argen­ti­nier auslässt. Auch Herr Wester­welle ist authen­tisch, wenn er, sobald ihm die Aner­ken­nung versagt wird, trotzig mit dem Fuß ausstampft (siehe Reiss Profil: Aner­ken­nung und Rache/Kampf grün). Trotzdem liegt man den beiden nicht zu Füßen.

Bei Gauck kommt noch etwas anderes hinzu: Eine werte­ori­en­tierte Haltung, eine gewisse Dosis Altru­ismus. Es scheint, als sei er nicht nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Als würde er sich nicht verkaufen um jeden Preis. Jedes Wort drehen und wenden.…Als würde es ihm nicht so wie so viele nur um den eigenen Vorteil gehen.

Auch wenn man schon mutmaßen kann, dass allein durch seine kurze Präsi­dent­schafts­kan­di­datur sein Honorar als Speaker noch weiter steigen dürfte. Aber so bewegt und mit Tränen in den Augen, wie er gestern bei den Stan­ding Ovations dasaß, wird er an so etwas wohl nicht gedacht haben.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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