Kate­go­rien

Was brau­chen Arbeit­geber in der Krise?

Published On: 9. Juli 2009Cate­go­ries: Führung

Gerade flat­tert mir eine Pres­se­mel­dung von Stepstone ins Haus. Darin unter­sucht die Jobbörse, welche Jobtypen es gibt und welche Eigen­schaften derzeit bei Arbeit­ge­bern beson­ders gefragt sind.

Stepstone unter­scheidet fünf Typen. Der Gipfel­stürmer ist der typi­sche Karrie­rist mit Aufstiegs­am­bi­tionen. Wir Perso­nal­profis kennen ihn auch aus dem berühmten Karrie­re­anker von Edgar Schein (“Totale Heraus­for­de­rung” + “General Manage­ment”) oder auch über Studien von Lutz von Rosen­stiel (“Aufstiegs­ori­en­tierte”) kennen. Man kann den Gipfel­stürmer getrost mit dem von Stepstone separat defi­nierten “Schatz­jäger” in eine “Tüte” werfen, denn beide nennen als zentrale Moti­va­tion das Weiter­kommen. Die “Bröt­chen­ver­diener” von Stepstone sind die Sicher­heits­ori­en­tierten von Edgar Schein. Lebens­ge­nießer finden sich bei Schein als “Lebens­stil­ori­en­tierte” wieder. Unab­hän­gige Routi­ni­niers sind bei Schein die “Unab­hän­gigen”. Kurzum: Alles nette und neue Namen, inhalt­lich aber die glei­chen Typen, die es auch schon in den 1980er und 1990er Jahren gab. Wieviel Prozent auf welchen Typ entfällt wird aller­dings nicht klar.

 

Die Über­tra­gung der Jobtypen auf die von den Arbeit­ge­bern gefor­derten Eigen­schaften finde ich indes gelungen. Das gebe ich hier deshalb einfach einmal eins zu eins, also als O‑Ton der Meldung, wieder:

 

1. Flexi­bi­lität zeigen – denn: 36 Prozent  der inter­na­tio­nalen Arbeit­geber möchten die Arbeits­zeit flexi­bler gestalten, um Geld zu sparen. Dies bedeutet große Karriere-Chancen für Lebens­ge­nießer und Unab­hän­gige Routi­niers.

 

2. Eine inter­na­tio­nale Karriere anstreben – denn: 36 Prozent der inter­na­tio­nalen Unter­nehmen möchten Mitar­beiter ins Ausland versetzen, um sie nicht komplett zu verlieren. Dies bedeutet große Karriere-Chancen für Schatz­jäger und Gipfel­stürmer.

 

3. Den Willen zur Weiter­bil­dung zeigen – denn: Beinahe 60 Prozent der Arbeit­nehmer wollen Ihre Wissens­lü­cken in diesem Jahr füllen und planen nicht, die Firma zu wech­seln. Dies birgt große Chancen für Gipfel­stürmer, die sowieso an diesen Themen inter­es­siert sind. Zudem: Um bestehende Mitar­beiter zu halten, setzen viele Unter­nehmen derzeit auf eine Verbes­se­rung ihrer Weiter­bil­dungs­an­ge­bote (47 Prozent) sowie auf den Ausbau der internen Aufstiegs­mög­lich­keiten (58 Prozent).

 

4. Über den Teller­rand schauen – denn: Auch für den Fall, dass der eigene Job in Gefahr ist, gilt es, gezielt auf Stel­len­an­ge­bote von Mitbe­wer­bern des bishe­rigen Arbeit­ge­bers zu achten. Hinter­grund: 27 Prozent der Unter­nehmen sagen, dass Sie gezielt nach entlas­senen Mitar­bei­tern der Konkur­renz suchen.

 

5. Kompro­misse eingehen – denn: 40 Prozent der Arbeit­nehmer erwarten derzeit geringe Gehalts­er­hö­hungen, 23 Prozent rechnen mit gar keiner Erhö­hung ihrer Bezüge. Statt­dessen sollten Mitar­beiter flexible Arbeits­zeiten oder Weiter­bil­dungen in ihren Mitar­bei­ter­ge­sprä­chen einfor­dern. Hier werden sie bei vielen unter­nehmen derzeit auf offene Ohren stoßen.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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One Comment

  1. max paine 25. November 2009 at 20:17 — Reply

    Was AG nicht suchen, sind Mobber, die das Arbeits­klima vergiften und quali­fi­zierte Kräfte verjagen. Nähere Infor­ma­tionen dazu können Ihnen Michaela P. (Multi­­media-Desi­­g­nerin) und Esra Ö. (Chef-Assis­­tentin) geben.

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