Kate­go­rien

Wie Sie fami­liäre Muster im Job erkennen, auflösen und inner­lich frei werden

Published On: 15. April 2018Cate­go­ries: Aktuell

Im Berufs­leben bildet sich ab, was sich im Fami­li­en­system zeigt. Wie ist das bei Ihnen? Welchem der folgenden Sätze würden Sie eher zustimmen?

  • „Ich hatte immer gute Chefs. Sie haben meine Poten­ziale erkannt und mich geför­dert.“
  • „Ich bin immer an narziss­ti­schen Selbst­dar­stel­lern geschei­tert, die mich klein­ge­halten haben.“
  • „ich habe immer alles gegeben, mehr als hundert Prozent, aber gewür­digt hat es von meinen Vorge­setzten keiner.“

Ihre Antwort könnte auf eine fami­liäre Konstel­la­tion hinweisen. Oft ist einem das nicht bewusst. Auch Führungs­kräfte nehmen gern die Posi­tionen ein, die sie aus ihrem Fami­li­en­kon­text kennen. Immer wieder faszi­nie­rend finde ich dabei, wie sich in allen Manage­ment­teams fast auto­ma­tisch eine eher väter­liche und eine eher mütter­liche Rolle ausbildet. Allein­in­haber suchen unbe­wusst fast immer ein Gegen­ge­wicht zu ihrer Persön­lich­keit, eine Art „Beta“, das Inter­ak­ti­ons­brü­cken zur Beleg­schaft schlagen kann.

Schauen Sie tiefer hinter die sich dabei erge­benden Verhal­­tens- und Bezie­hungs­muster

Schauen Sie tiefer hinter die sich dabei erge­benden Verhal­­tens- und Bezie­hungs­muster, entde­cken Sie höchst­wahr­schein­lich etwas, das Ihnen aus der Familie bekannt ist. Sei es, dass Sie ein Fami­li­en­mit­glied unbe­wusst kopieren oder sei es, dass Sie in eine fami­liär unbe­setzte eine Lücke springen, von der man sich — wenn nicht wert­schät­zende Aner­ken­nung — so doch immerhin ableh­nende Aufmerk­sam­keit erhofft (was bei näherer Betrach­tung im Ergebnis dasselbe ist).

Oft tun Sie das unre­flek­tiert und an soziale Ketten gelegt. Es steuern und lenken Emotionen, Wünsche und Vorstel­lungen aus dem Fami­li­en­kon­text. Viele, die nach „was sind meine Stärken?“ fahnden, suchen in Wahr­heit nach dem, was unter jener Schicht liegt, die die Sozia­li­sie­rung ihnen aufge­spielt hat.

Fragen Sie sich einmal:

  • Was war das Ziel Ihrer Erzie­hung?
  • Was sollte Bildung bei Ihnen errei­chen?
  • Wie steuert sie das heute in ihren eigenen Hand­lungen?

Blicken Sie dabei nicht auf das Ausge­spro­chene, sondern auf die implizit vermit­telten Botschaften.

Menschen erlernen ihre eigene Hilf­lo­sig­keit

Menschen, die nie zur Frei­heit erzogen worden sind, bewegen sich auch dann noch im „Käfig“, wenn sie frei­ge­lassen werden. Ich beob­achte das beispiels­weise bei ehema­ligen Bank-Mitar­­bei­­tern, die mit einer posi­tiven Brille betrachtet nach 20 Jahren plötz­lich alle beruf­li­chen Möglich­keiten hätten, sich aber wie vom Blitz gerührt erst mal gar nicht mehr bewegen (und nur das Nega­tive sehen).

Der Begründer der posi­tiven Psycho­logie Martin Selig­mann nennt das „erlernte Hilf­lo­sig­keit“. Er hat in den 1960er Jahren Expe­ri­mente mit Hunden durch­ge­führt, die zeigten, dass jene Hunde, die niemals einen Schalter für die Öffnung ihres Käfigs kennen­ge­lernt hatten, sich auch dann nicht in Frei­heit begaben, wenn sie bei offener Tür gequält wurden. Jene jedoch, denen ein solcher Schalter bekannt war, verließen ihr Gefängnis durch dessen Betä­ti­gung, wenn sie Pein erwar­teten.

Wir bemerken unser Gefängnis nicht

So erlebe ich es oft auch bei Klienten. Viele sind sich ihres Gefäng­nisses gar nicht bewusst. Und die, die sich als gefangen sehen, etwa im Goldenen Käfig einer gut bezahlten, aber nicht erfül­lenden Arbeit, können sich trotz dieses Wissens nicht befreien. Sie bleiben, ertragen Pein und Sinn­lo­sig­keit. Auch wenn sie tausend­fach Alter­na­tiven reflek­tieren — der Schritt hinaus scheint unmög­lich.

Ein Groß­teil solch unfreier Mitar­beiter formt die Beleg­schaft von Konzernen und Unter­nehmen mit einer nega­tiven und durch Blick auf Defi­zite geformten Kultur. Es sind darunter einige Unter­nehmen, die„agil“ werden wollen. Viele merken gerade, dass Methode ohne Mindset mehr Unge­mach erzeugt als besei­tigt. Manche ahnen schon, dass ein „Skillset“ für Agilität nicht aufge­spielt werden kann – und dass die Sache wohl tiefer geht.

Es entsteht ein großes Delta zwischen Ist und Soll – und ein scheinbar unauf­lös­barer Wider­spruch. Die Sicher­heit eines Unter­neh­mens erspart Mitar­bei­tern persön­li­ches Wachstum! In der Komfort­zone findet kaum Verän­de­rung statt, erst recht keine Persön­lich­keits­ent­wick­lung.

Persön­lich­keits­ent­wick­lung ist emer­gent

Nun ist Persön­lich­keits­ent­wick­lung auch nicht mal so eben gemacht. Es reicht nicht, Herzen auszu­teilen und „tschaka“ zu rufen. Die Sache ist so komplex, wie die Welt nun mal ist, Persön­lich­keits­ent­wick­lung am Ende auch irgendwo emer­gent, es bestimmt der Zufall, wann sie statt­findet.  Man weiß nicht genau, was sie auslöst. Ein Buch zur rechten Zeit, eine Begeg­nung am passenden Ort, ein Coaching, die rich­tigen Fragen, aber auch ein Trauma, das man sich und anderen gern erspart hätte, einer­seits – alles kann unser Denken funda­mental in Bewe­gung setzen und trans­for­mieren. Das alles ist sehr indi­vi­duell, persön­lich – und passt nun gar nicht in die Konzepte von Perso­nal­ent­wick­lung mit Stan­dar­di­sie­rungs­an­spruch.

Eins ist aber klar: Bevor wir durch­starten, müssen wir über­haupt start­fähig sein. Wir müssen aufge­tankt sein, einen inneren Kern haben, eine voll entwi­ckelte, reife Persön­lich­keit sein. Ein Gewissen haben, das es uns ermög­lich ebenso „ja“ wie „nein“ zu etwas zu sagen, das uns spüren lässt, welche Posi­tion und Haltung wir zu etwas beziehen können und wollen.

Nur wenn wir frei sind zu entscheiden, werden wir krank­ma­chende Umfelder verlassen. Nur wenn wir in der Lage sind, die Prägungen der Eltern, Ahnen und des Umfeldes zu erkennen, könnten wir sie annehmen und das abstreifen, das nicht zu uns gehört.

Frei­heit braucht einen Rück­wärts­gang

Martin Selig­mann nutzt die Formel PERMA, um zu verdeut­li­chen, was einen Menschen frei und glück­lich macht:

  • Posi­tive emotion,
  • Enga­ge­ment and flow,
  • Rela­ti­ons­ships,
  • Meaning and purpose,
  • Achie­ve­ment and accom­plish­ment

Doch um dahin zukommen, ist oft eine biogra­fi­sche Klärung nötig, die Refle­xion der Frage „warum wurde ich wie ich bin?“ Als Kinder ziehen wir uns die Emotionen unserer Eltern an als wären sie eine zweite Haut. Mit immer mehr Worten, finden wir dann immer mehr Möglich­keiten, diese anders und alters­ge­recht zu erklären. Es bleiben aber „fremde“ Emotionen. Wir lernen Facetten kennen: erst Trauer, dann Wut. All das ist eng an die sprach­liche Entwick­lung gekop­pelt. Wenn wir nicht aufpassen, führt uns diese weg von uns selbst, wir werden robo­ter­ähn­lich, weil wir das Außen zu unserem Innern gemacht haben. Ich will es mal etwas provo­kant ausdrü­cken: Der SUV erspart uns die Begeg­nung mit uns selbst.

Wir werden Robo­ter­ähn­lich, weil wir das Außen zu unserem Innern gemacht haben

Wenn wir von zuhause wenig posi­tive Emotionen kennen, wenn wir nie Sinn kennen­ge­lernt haben und immer nur getan, was andere von uns wollten, dann können wir kaum freie Entschei­dungen treffen. Es Ost schön und befreiend, einen inneren Kern zu entwi­ckeln, den wir deut­lich spüren und der lebendig und wach­send in uns ist. Es ist befreiend, eine Innen­per­spek­tive einnehmen zu können und zu spüren, was unsere eigenen Gefühle sind. Nur dadurch ist es möglich, erst Grenzen zu sehen und dann zu ziehen.

Ich bin oft über­rascht, wenn ich erlebe, wie wenig gerade best­aus­ge­bil­dete Menschen bei sich selbst sind. Sie können das eigene, ihren Kern gar nicht spüren. Sie laufen etwas hinterher, das im Außen ist und nicht im Innen. Manche und das ist schlimm, haben gar kein Innen. Viel wird über das Schul­system disku­tiert, aber dass dieses auch die Aufgabe haben könnte, emotio­nale Reife zu fördern, das sieht derzeit (fast) niemand.

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Garten

Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären ein Garten, lautet eine Aufgabe, die Martin Selig­mann seinen Studenten stellt. Wie sähe ihr Garten aus? Was wächst darin? Ich möchte hinzu­fügen: Was ist ihre Eigenes und keine Blau­pause der Gärt­ne­reien anderer?

In der aufkom­menden Arbeits­welt 4.0 gibt es Einiges, das in diese befrei­ende, selbst­kennt­nis­för­dernde Rich­tung geht. In Fuckup-Nights feiern wir das Schei­tern. Wir wenden unsere Blicke immer mehr auf das Expe­ri­men­tieren. In der agilen Welt werden Menschen zu Vorbil­dern, die nicht mehr brav Konzepte schrubben, sondern einfach machen und loslegen. Sinn­su­cher und Sinn­finder werden Vorvild, Sinn damit zum Massen­thema. Doch nicht jeder kann emotional folgen.

Wir haben keine glei­chen Voraus­set­zungen, aber die glei­chen Möglich­keiten, unsere Wahr­neh­mung zu verän­dern

Ausge­blendet wird die Gefühls­welt, geformt durch die emotio­nale Geschichte der Menschen, geprägt durch Herkunft, verfes­tigt durch Muster. Immer noch gehen wir von glei­chen Voraus­set­zungen aus, die alle hätten. Wir können unsere Gedanken steuern, unsere Aufmerk­sam­keit lenken, ja. Dafür müssen wir aber erst einmal bei uns ange­kommen sein, unseren Kern spüren, eigene Grenzen um uns ziehen, uns von der Umwelt auch abgrenzen können.

So schlimm Trau­mata sind, so unbe­stritten ist das, was wir „post­trau­ma­ti­sches Glück“ nennen. Wer ein Trauma über­windet, ist danach „mehr“ als vorher. Er hat Grenzen gezogen, sich gespürt und fremde Gefühle „ausge­mistet“. Man könnte annehmen, dass der Sinn des Lebens auch darin liegt, voll­ständig zu werden, um als solches Teil des großen Ganzen sein und mit ihm zu wachsen.

In unseren Fami­lien liegen die tiefsten Trau­mata begründet und sie verän­dern ihre Erschei­nungs­form mit den Gene­ra­tionen und den diese beherr­schenden Themen. In jeder Familie gibt es sie — Geld, Mord, Liebe, Verlust, Tod, Verfol­gung, Ausgren­zung -; sie bündeln sich meist auf selt­same Weise. Die Themen wandeln sich, aber die Emotio­na­lität bleibt und entwi­ckelt sich aus elter­li­chen Vorstel­lungen, auch wenn man sich von diesen scheinbar abgrenzt und genau gegen­tei­lige Rich­tungen sucht und annimmt.

Der Leis­­tungs- und Sinnethos hat den Fleiß- und Sicher­heits­ethos abge­löst

Der frühere Fleiß- und Sicher­heits­ethos hat sich in einen Leis­­tungs- und Sinnethos gewan­delt. Die Frei­heit ist also nur eine schein­bare. Wenn Leis­tung und Sinn gesell­schaft­liche Zwänge werden, wie zuvor eben Fleiß und Sicher­heit, haben wir nichts gewonnen.

Was tun? Wir müssen unsere eigenen Grenzen entde­cken und spüren. Das Busi­ness Coaching als Hilfe zur Selbst­hilfe bei der Ziel­er­rei­chung stößt an Grenzen, wenn Menschen keinen inneren Kern haben, sondern eine wabernde Masse aus Außen­ein­flüssen sind. Im Konstrukt der Ich-Entwick­­lung nach Jane Loevinger sind Menschen in Phasen vor einer E6 – oder solche, die Aspekte von E6 noch nicht voll ausge­bildet haben – nicht voll entwi­ckelt. Sie haben noch kein echtes, eigenes Gewissen. Sie folgen anderen, Menschen, Wissen, Regeln, Recht — aber nicht sich selbst.

Schauen wir auf die Zahlen, so ist dies die Mehr­zahl der erwach­senen Bevöl­ke­rung, ca. 60%. Unsere Gesell­schaft hat das so geför­dert, das Bildungs­system zielt in großen Teil nicht auf den mündigen Bürger, sondern die ange­passte Produk­tiv­kraft. Mit anderem Blick, durch die Brille der Digi­ta­li­sie­rung, müssten wir umdenken und Entwick­lung viel mehr fördern.

Das Schwie­rige daran ist, dass einem selbst die eigene Entwick­lungs­phase kaum zugäng­lich ist. Man sieht nicht, was anders und mehr sein könnte, da man ja in der eigenen Realität lebt. Die Welt ist in sich stimmig. Man glaubt eigene Vorstel­lungen zu haben, doch in Wahr­heit hat man ein „Außen­bild“ ange­nommen. Nur wer verschie­dene Phasen eigener Entwick­lung bewusst erlebt hat, kann sie rück­bli­ckend reflek­tieren und erkennen, was danach anders war. Wer diese Sprünge nicht gemacht hat, findet Erklä­rungen für die Rich­tig­keit seiner Welt.

Die Entwick­lungs­phase von Menschen ist auch für Außen­ste­hende alles andere als leicht zu erkennen, da sie von Eloquenz und Bildung über­la­gert sein kann. Es gibt bloß ein paar Indi­zien. Die Frage „wer bin ich wirk­lich?“ wird in einer früheren Phase höchst­wahr­schein­lich wenig facet­ten­reich beant­wortet werden, und wenn doch so scheint sie auswendig gelernt. Auch die eigenen Grund­an­nahmen können kaum reflek­tiert werden, ohne dass gleich eine innere Vertei­di­gungs­hal­tung entsteht.

Wer ist für Reife verant­wort­lich?

Der eigene Garten wird schöner und voller mit mehr Reife. Ich habe einige Antworten von Studenten auf die Seli­g­­mann-Frage gelesen. Viele „Gärten“ waren verbaut von fami­liären Mist­haufen.

Die Beschäf­ti­gung mit frühen Emotionen und Prägungen, mit dem Fami­li­en­system und den Umwelt­er­eig­nissen, die uns prägten, ist somit essen­tiell, um zu reifen und damit zum eigenen Kern zu kommen, ihn das erste Mal wahr­zu­nehmen und die Schön­heit des eigenen Gartens zu erkennen. Es macht Menschen stärker, gesünder, glück­li­cher.

Ist unser Bildungs­system dafür verant­wort­lich? Um mehr Bildungs­ge­rech­tig­keit herzu­stellen? Ich meine ja.  Am Umgang mit Prägung und Trau­ma­ti­sie­rung wird sich zum Beispiel auch unsere Inte­gra­ti­ons­fä­hig­keit mehr zeigen als an Verbot oder Erlaubnis eines Kopf­tu­ches.

Sind Firmen für Entwick­lung verant­wort­lich?  Sie kommen gar nicht Drum­herum. Wenn wir lern­freu­dige, reife Persön­lich­keiten wollen, erhalten wir sie nicht, indem wir Lernen als neues Dogma ausrufen. Wir bekommen sie, in dem wir Haltung fördern, freies Denken und die eigene Wahr­neh­mung schärfen. Mittel dazu sind Diskurs und Refle­xion sowie Selbst­er­fah­rungen aller Art, solange sie nicht mit der Unreife von Menschen Schind­luder treiben.

Refle­xi­ons­fragen für Sie

Ich möchte Ihnen zum Abschluss ein paar Fragen stellen, die Ihnen viel­leicht helfen, etwas tiefer in sich hinein zu spüren:

  • Reflek­tieren Sie die Einstel­lung Ihrer Familie zu Beruf und Erfolg: Was hat das mit Ihnen zu tun? Was tut Ihnen an dieser Haltung gut, was nicht?
  • Schauen Sie auf Ihre persön­liche Job-Geschichte: Welche Muster zeigen sich da in den Konstel­la­tionen Chef-Mitar­­beiter?
  • Blicken Sie auf die für Sie unan­ge­nehmen Situa­tionen: Welche Muster zeigen sich in Konflikten? Was kam immer wieder?
  • Iden­ti­fi­zieren Sie Ihr „Flucht-Muster“: Wann verlassen Sie Job, Bezie­hungen oder steigen aus Situa­tionen aus? Was davon tut Ihnen gut, was könnten Sie auch einmal anders machen?
  • Welche Rolle nehmen Sie als Führungs­kraft auto­ma­tisch ein? Und, fast noch wich­tiger: Welche nicht?
  • Wie ist Ihre Posi­tion in Gruppen, ob Gruppe die Bereichs­leiter, der Geschäfts­führer oder im Kolle­gen­kreis? Wenn Sie das mal mit Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel­­fi­­guren aufstellen, was erkennen Sie da? Und was hat es mit ihrer Familie zu tun? Welche andere Posi­tion wünschen Sie sich? Was macht der Gedanke mit Ihnen? Welchen Hand­lungs­im­puls löst er aus?

Beitrags­bild: ®Brian Jackson — Fotolia.com

Beitrag teilen:

Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

Folgen Sie mir gerne auf Youtube und wenn Sie nichts verpassen wollen auch bei Linkedin.

 

3 Kommen­tare

  1. Inge Schu­ma­cher 15. April 2018 at 17:15 — Reply

    Ein tolles Thema Frau Hofert!
    Und so wahr. Ich beschäf­tige mich schon lange mit Persön­lich­keits­ent­wick­lung und lebe meine Beru­fung. Trotzdem hatte ich vor zwei Jahren ein AHA-Erlebnis, das mir zeigte, wie sehr auch ich mich noch selbst begrenze. Diese Erkenntnis hatte zur Folge, dass ich mittem im Februar mit meinem Mann ein Pick­nick an der Ostsee gemacht habe unter dem Motto: Nieder mit den inneren Begren­zungen!

    Die Grenzen, die wir nicht wahr­nehmen, sind die schlimmsten, das haben Sie sehr schön verdeut­licht. Ich trai­niere mich seither darauf diese Grenzen, die viel­leicht einmal sinn­voll waren wahr­zu­nehmen und abzu­bauen. Ich denke, dass Persön­lich­keits­ent­wick­lung dazu unab­dingbar ist und natür­lich auch, aber nicht ausschließ­lich, in Unter­nehmen unter­stützt werden muss.

  2. Susanne Rieger 18. April 2018 at 15:57 — Reply

    Hallo liebe Frau Hofert,

    Sie spre­chen in dem Artikel ein wich­tiges Thema an. Vielen herz­li­chen Dank.

    Ich kann Ihnen nur zustimmen. Das Gefängnis, das wir aufgrund unserer Erzie­hung und unserer Umge­bung mit uns herum­schleppen, können wir oft wirk­lich nicht leicht verlassen. Bei der Erzie­hung wird gerne mit Emotionen gear­beitet, mit Angst, mit Strafe – und auch mit Beloh­nung. Und wie Sie im Beitrag schreiben, leben wir in einer Kultur, in der viel mit Angst gear­beitet wird.

    Das Problem dabei ist, dass das, was wir über unan­ge­nehme Emotionen wie Angst lernen sich tief in unser Gehirn, in unser emotio­nales Gehirn einbrennt, auf das wir über unseren Verstand keinen Zugang haben. In der neuesten Gehirn­for­schung geht man davon aus, dass wir zwei Welt­bilder haben. Eines, auf das wir über den Verstand Zugriff haben und eines, auf das wir nicht über den Verstand zugreifen können, das über unsere Emotionen entstanden ist. Lange ging man davon aus, dass das, was so tief im emotio­nalen Gehirn veran­kert ist, nicht mehr geän­dert werden kann. Doch die neueste Gehirn­for­schung hat heraus­ge­funden, wie das im emotio­nalen Gehirn Gespei­cherte geän­dert werden kann und Methoden entwi­ckelt, mit deren Hilfe das, was so tief über Synapsen in unser Gehirn gebrannt ist, geän­dert werden kann. Eine gute Sache. Ich bin froh, dass wir heute die Möglich­keit haben.

    Damit wir von diesen Möglich­keiten Gebrauch machen können, müssen wir für das Problem als solches natür­lich erst einmal sensi­bi­li­siert werden und das Problem erkennen.

    Ich selbst bin lange davon ausge­gangen, dass mein Welt­bild das Welt­bild aller Menschen ist… bis mir durch das Lesen von Louise Hays Buch „Gesund­heit für Körper und Seele“ gedäm­mert ist, dass ich die Welt auch anders sehen kann, dass ich das Welt­bild prak­tisch von meinem Eltern­haus und von der Umge­bung, in der ich aufge­wachsen bin, geerbt hatte…. Und seitdem arbeite ich an mir und meiner Persön­lich­keit.

    Zwischen­drin war ich verzwei­felt und fragte mich, warum ich keine größeren Fort­schritte mit meiner Persön­lich­keits­ar­beit erziele, obwohl ich das Ganze im Prinzip verstanden hatte. Dank des Konzepts der zwei Welt­bilder, mit denen wir laut neuester Gehirn­for­schung leben, wurde mir klar, dass das Verstehen alleine nicht reicht. Das über Emotionen geprägte Welt­bild kann ich so nicht errei­chen. Das zu verstehen war hilf­reich. Seitdem mache ich mir keine Vorwürfe nach dem Motto „Ja bist du den blöd. Du siehst wo das Problem liegt, und trotzdem gelingt es dir nicht, das Problem zu lösen. Machst immer wieder dieselben Fehler“ mehr. – Ich habe verstanden, dass das aufgrund der Arbeits­weise unseres Gehirns so ist, und bin froh, dass die neuste Gehirn­for­schung das erforscht und sogar Abhilfe, wie z.B. mit der Kohä­renz­the­rapie oder Focu­sing, bietet.

    Und ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass unsere Gesell­schaft die Wich­tig­keit dieses Themas erkennt, dass es in den Schulen und in den Unter­nehmen ankommt.

    Herz­lichst,

    Susanne Rieger

  3. Philipp Apke 20. April 2018 at 12:26 — Reply

    “Der Leis­­tungs- und Sinnethos hat den Fleiß- und Sicher­heits­ethos abge­löst” — besser kann kann man die derzei­tige Entwick­lung in der Berufs- und Karrie­re­ori­en­tie­rung nicht beschreiben. Danke für dieses tolle State­ment!

Leave A Comment