Kate­go­rien

Wird die Finanz- zur Arbeits­markt­krise und wie über­lebe ich dann?

Published On: 17. Oktober 2008Cate­go­ries: Führung

Einstel­lungs­stopp bei SAP. Kurz­ar­beit in der Auto­mo­bil­branche. Wird die Finanz- zur Arbeits­markt­krise? Dass die laut Angela Merkel größte Wirt­schafts­krise seit den 1920er Jahren Auswir­kungen auf den Arbeits­markt haben wird, scheint Fakt. Doch wie groß diese sein werden, darüber streiten die Experten.

Direkt betroffen sind derzeit Werbe­branche und Medien. Gestern teilte Gruner & Jahr mit, dass man sich von 60 Mitar­bei­tern trennen würde. Das ist einmalig: der Verlag ist dafür bekannt, selbst in den Krisen­jahren 2001–2004 nicht entlassen zu haben. Am 14. Oktober zitiert der ameri­ka­ni­sche Blog Port­folio Mitar­beiter, die eine Entlas­sungs­welle beim ameri­ka­ni­schen Medi­en­kon­zern Viacom (Nickel­odeon, MTV) voraus­sagen.

Es gibt aber auch indi­rekte Auswir­kungen. Immer wieder höre ich derzeit, dass die Finanz­krise als Begrün­dung für ein gerin­geres Einstiegs­ge­halt oder für die Ableh­nung einer Gehalts­er­hö­hung zitiert wird. Zudem werden zuge­sagte Prak­tika abge­sagt oder geplante Einstel­lungen verzö­gert.

Doch wie verhalten in der Finanz­krise? Meine besten Tipps für Sie:

·         Halten Sie sich zurück mit apoka­lyp­ti­schen  Prognosen und zitieren Sie gegen­über dem Arbeit­geber jetzt nicht gleich Karl Marx. Das Unter­nehmen will und braucht Opti­misten – ganz genau wie die Börse.

·         Wech­seln Sie derzeit nur, wenn Sie wirk­lich sicher sind, es beim neuen Arbeit­geber besser zu treffen. Eine alte Regel lautet: Die letzt (einge­stellten), werden die ersten sein, denen man kündigt.

·         Fragen Sie, wenn Sie doch wech­seln wollen oder müssen, das neue Unter­nehmen nach seinen Stra­te­gien in der Finanz­krise. Springen Sie nur auf dyna­mi­sche Motor­schiffe und nicht auf sinkende Dampfer.

·         Arbeiten Sie nicht still vor sich hin, um bloß nicht aufzu­fallen. Kommen Sie aus der Defen­sive: Bringen Sie Ideen, Vorschläge, seien Sie konstruktiv in der Krise, kommu­ni­zieren Sie Erfolge.

·         Fordern Sie eine offene Kommu­ni­ka­tion von Ihren Vorge­setzten. Spre­chen Sie es an, wenn Sie das Gefühl haben, dass sich hinter verschlos­senen Türen etwas zusam­men­braut.

·         Beob­achten Sie die Entwick­lungen in Ihrem Unter­nehmen sehr genau. Bewerben Sie sich lieber früher als später woan­ders, wenn Sie merken, dass sich eine lang­fristig nega­tive Entwick­lung anbahnt.

·         Analy­sieren Sie Ihr Profil und Ihren Markt­wert. Wenn Sie wissen, wo Sie stehen, werden Sie der Krise auch gelas­sener begegnen können – und können Maßnahmen ergreifen.

·         Stei­gern Sie Ihren Markt­wert durch Weiter­bil­dung. Gut ausge­bil­deten Fach­kräften kündigt man nicht so schnell.

·         Nicht einschüch­tern lassen: So lange das Unter­nehmen nicht direkt von der Krise betroffen ist, gibt es keinen Grund für Gehalts­kür­zungen. So wie Mitar­beiter Ihre Gehalts­er­hö­hung niemals mit zu hohen Kraft­stoff­preisen argu­men­tieren sollten, sollten Unter­nehmen die Finanz­krise außen vor lassen. Es geht um Leis­tung, sonst nichts.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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