Kate­go­rien

Woran erkennen Sie einen guten Arbeit­geber?

Published On: 18. Januar 2012Cate­go­ries: Führung

Das möchte ich heute einfach mal in die Runde fragen, denn gerade flat­terte mir eine neue Pres­se­mel­dung des Arbei­t­­geber-Bewer­­tungs­­­por­­tals Kununu ins E‑Mail-Fach. Das Bild zeigt deren Top-10 anhand von Mitar­bei­ter­be­wer­tungen, einige weniger bekannte Namen sind darunter (voll­stän­dige Auswer­tung hier). Dieses Thema hatte ich schon mehr­fach aufge­griffen, so hier bei Wer hat denn hier gefakt? In meiner Praxis zeigt sich immer wieder, dass der Namen eines Unter­neh­mens viel­leicht für den Lebens­lauf wichtig ist, am Ende aber für die Mitar­bei­ter­zu­frie­den­heit kaum eine Rolle spielt. Weitaus wich­tiger ist, wie gut die Führung ist, die im letzten Beitrag Thema war. Die Führung hat Einfluss auf alles, auch auf das Team. Dabei reicht es nicht, wenn einzelne Leitungs­per­sonen “nett” sind, wenn ganz oben keine Klar­heit herrscht. Wir kennen das: Der Fisch stinkt vom Kopf.

Auf Platz Nummer 2 steht die Auto­nomie: Jeder Mensch, auch weniger quali­fi­zierte, braucht seine “eigene Theke”. Das ist eines der Haupt­pro­bleme der modernen Arbeits­welt, die auf die Abschaf­fung von Frei­raum zielt, auf Stan­dar­di­sie­rung. Stan­dar­di­sierte Tätig­keiten lassen keinen Frei­raum. Dabei führt, und das ist die Crux, gerade Inno­va­tion zur Stan­dar­di­sie­rung, die, noch weiter gedacht, irgend­wann keine Menschen­hände mehr braucht. Dann, spätes­tens, ist es Zeit für das Grund­ein­kommen.

Meine Nummer 3 ist die Flexi­bi­lität, die Möglich­keit, auch inner­halb eines Unter­neh­mens zu wech­seln, Home Office-Tage einlegen zu dürfen, die Stunden zu redu­zieren.

Und jetzt sind Sie dran. Was ist Ihnen wichtig?

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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7 Kommen­tare

  1. Claudia Hümpel 18. Januar 2012 at 21:24 — Reply

    Liebe Frau Hofert, wie wahr gespro­chen! Leider erkennen immer noch zu wenig Führungs­kräfte, welchen großen Einfluss diese drei Faktoren (zusätz­lich würde ich noch Trans­pa­renz und Klar­heit dazu­nehmen) auf die Moti­va­tion der Mitar­bei­te­rInnen (und damit unmit­telbar auf den Unter­neh­mens­er­folg) haben!

  2. Lars Hahn 18. Januar 2012 at 21:51 — Reply

    Nummer 3 korre­spon­diert mit den Aspekten von guter Arbeit, die mir in der Bera­tung immer genannt werden: Wert­schät­zung der Person, der Tätig­keiten und der Erfolge. Das kann über Bene­fits wie Auto­nomie und Flexi­bi­lität sein. Die persön­liche Wert­schät­zung durch Führungs­kräfte und Kollegen ist aber nach meiner Erfah­rung mindes­tens genauso wichtig.
    Bisweilen funk­tio­niert auch die ganz profane Wert­schät­zung durch mate­ri­elle Bene­fits. Dienst­handy, Laptop, Nutzung eigener Geräte und sogar Geld. 😉

  3. Svenja Hofert 19. Januar 2012 at 10:04 — Reply

    @larshahn: ja, mate­ri­elle Wert­schät­zung zieht, aber wirkt nur ca. 3 Monate. Frag mich nicht nach der Quelle, ich fülle gerade mein eigenes Wiki und eine Studie, die das nach­weist, ist mir in den letzten Tagen irgendwo begegnet… Auto­nomie kann ja auch mit Gerä­te­nut­zung zu tun haben. Wenn Menschen z.B. nicht ins Internet können, weil der AG es nicht erlaubt…
    @claudiahümpel: Ich denke, Trans­pa­renz und Klar­heit macht einen guten Führungs­stil aus, nett reicht ist. Siehe Kapitän Schet­tino von der Costa — im persön­li­chen Umgang höchst­wahr­schein­lich nett, aber leider über­haupt nicht klar. LG SH

  4. Heiko 19. Januar 2012 at 11:45 — Reply

    Neben den genannten Punkten ist auch die Perspek­tive wichtig, die sich einem Mitar­beiter im Unter­nehmen bietet: Dass er sich entwi­ckeln und an Weiter­bil­dungen teil­nehmen kann, dass sein Talente erkannt und geför­dert werden. Und: Kommu­ni­ka­tion darüber, wohin die Chefs ihr Unter­nehmen steuern wollen. Gerade in der Medi­en­branche, die ja dieses Feld beackert, trifft man immer wieder auf Firmen, wo dies nur schlecht klappt …

  5. Enrico Brie­gert 19. Januar 2012 at 14:50 — Reply

    Führt Inno­va­tion wirk­lich zur Stan­dar­di­sie­rung oder nicht sogar zu mehr Möglich­keiten? Sitze gerade im Zug: die Anzahl der Ticket-Formate hat sich in den letzten 10 Jahren erhöht.
    Ich denke, die Über­zeu­gung opti­male Arbeits­ab­läufe allge­mein gültig defi­nieren zu können, führt zu Stan­dar­di­sie­rung (siehe Taylo­rismus, scien­tific manage­ment).
    PS: Mate­ri­elle Wert­schät­zung verführt, u.U. sogar zu Dingen, die nicht zum eigenen Werte­bild passen. Wenn man Dinge nur des Geldes wegen ausführt, droht eines Tages die Sinn­frage, bis hin zum Burnout. Das Problem mate­ri­eller Anreize besteht auch darin, dass sie an Bedeu­tung verlieren, wenn sie einmal erreicht wurden. Man will dann mehr, haben ja jetzt alle ein Laptop –> hedo­nis­ti­sche Tret­mühle. Und nicht zuletzt wird die persön­liche Wert­schät­zung durch den Vorge­setzten beson­ders wahr­ge­nommen, da er hier bereit ist, seine eigene Zeit für den Mitar­beiter zu inves­tieren und nicht “fremdes Eigentum”.

  6. […] Gehen Sie den Tricks des Employer Bran­dings nicht auf den Leim. Employer Bran­ding bedeutet, dass Arbeit­geber tolle Marken aufbauen, die nach außen viel verspre­chen, was sie innen leider oft nicht […]

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