Ich liebe es, wenn sich irgend­welche Medien auf irgend­welche
Zahlen stürzen. Die Kritik­lo­sig­keit, mit der die Studien präsen­tiert werden,
finde ich immer wieder atem­be­rau­bend!

Neuestes Beispiel: eine Studie der WiWo. Hier
werden die 40 Top-Jobs präsen­tiert – oder zumin­dest dieje­nigen, die die WiWo
dafür hält.

Zunächst einmal: die Top-Jobs wurden ermit­telt aufgrund der
Anzahl der aktuell freien Stellen. Das mag sie zu aktu­ellen Top-Jobs machen,
aber ob sie zukünftig damit punkten können, ist frag­lich. Beson­ders im
IT-Bereich wech­seln die Trends ja bekannt­lich sehr schnell.

Darüber hinaus ist es schon frag­lich, wenn z.B.
Kran­ken­schwes­tern und Ärzte als Inhaber von Traum­jobs darge­stellt werden. Mit
keinem Wort werden hier die Arbeits­be­din­gungen wie z.B. Schicht­dienste erwähnt.
Auch das Gehalts­ni­veau scheint für einen Topjob wenig geeignet. Aber es zählt
offenbar nur die Statistik.

Auch den Arzt­beruf zu preisen erscheint mir höchst
zwei­fel­haft. In Zeiten, wo Ärzte­pro­teste allent­alben an der Tages­ord­nung sind,
der Umbau des Gesund­heits­sys­tems mit unge­wissem Ausgang für die Ärzte in vollem
Gang ist und viele Ärzte bereits wegen der besseren Arbeits­be­din­gungen ins
Ausland gehen, wäre ich mit dieser Empfeh­lung sehr, sehr vorsichtig.
Schließ­lich dauert so ein Studium einige Jahre und wie die Situa­tion dann sein
mag, ist schwer vorstellbar.

Und das sind nur die Beispiele aus dem Gesund­heits­be­reich.

Halten wir also fest: ein unter­halt­samer Artikel, der der
WiWo Aufmerk­sam­keit beschert, muß inhalt­lich kein High­light sein!

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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