Kate­go­rien

Leise­treter: Der ruhige Weg zum Erfolg

Published On: 22. September 2011Cate­go­ries: Karriere

Charles Darwin war es. Franz Kafka. Albert Einstein.  Anschei­nend mehr Männer als Frauen. Kate Bush, Tori Amos, scheint so, an der Frau­en­front. Was verbindet diese Menschen?

Ihre Intro­ver­sion.

Lassen wir Steve Wozniak, den Apple-Gründer, genial, erfolg­reich, intro­viert, spre­chen:

„Ich erwarb eine zentrale Fähig­keit, die mir meine ganze Karriere helfen sollte: Geduld. Ich meine es ernst. Geduld wird gewöhn­lich völlig unter­schätzt. Bei allen Projekten von der dritten bis achten Klasse lernte ich die Dinge nach und nach… Ich lernte nicht so sehr auf das Ergebnis zu schielen als mich auf den gerade anlie­genden Schritt zu konzen­trieren und ihn so perfekt wie möglich zu machen.“*

Der Ehrgeiz des Genies. Vermut­lich ist Wozniak ein INTJ, der Typ “Master­mind” nach dem MBTI. Jemand, der sich rein­k­niet und seinen Plan mit aller Konse­quenz verfolgt. Natür­lich ist nur ein Bruch­teil der Intro­ver­tierten so. Aber gemeinsam ist ihnen: Sie arbeiten konzen­trierter und verschwenden ihre Zeit weniger mit Ober­fläch­lich­keiten. Berühmt werden sie eher zufällig, gepusht von einem extro­ver­tier­teren Geschäfts­partner oder post mortem. „Tue Gutes und rede darüber“ – für viele Intro­ver­tierte ein Spruch, der ihnen bedroh­lich vorkommt.

Auf meinem Nacht­tisch liegt ein sehr gutes Buch, „Still. Die Bedeu­tung des Intro­ver­tierten in einer lauten Welt.“ Bei Cain finden sich kluge Gedanken und eine Menge neue Sicht­weisen. Was mich jedoch stört: Sie schreibt den Intro­ver­tierten ein wenig zu viel Genia­lität und den Extro­ver­tierten zu viel Phra­sen­dre­scherei zu. Der eine stiller Denker, der andere Laut-Spre­cher. So leicht ist das nicht. Es gibt unter den Intro­ver­tierten nicht nur denk­freu­dige und krea­tive Genies, sondern auch .… empa­thie­freie Viel­redner, Prin­zi­pi­en­reiter und denk­faule Phleg­ma­tiker. Cain beschwert sich über Klischees und beschwört selbst welche herauf. Und nicht zuletzt, das sagt auch Cain, gibt es eine größere Gruppe Ambi­ver­tierter, die von beiden Seiten etwas zu einer Misch­form verbinden.

Lieber allein als im Team

Ob jemand intro­ver­tiert oder extro­ver­tiert ist, sieht man nicht und hört man nicht. Es gibt rede­freu­dige und eloquente Intro­ver­tierte und stille Extro­ver­tierte. Es gibt nach­denk­liche Extro­ver­tierte, und unre­flek­tierte Intro­ver­tierte. Der Unter­schied zwischen den beiden Gruppen ist nur vom In- oder Extro­ver­tierten selbst, durch einen Test oder gute Beob­ach­tung des Verhal­tens zu erkennen: Extro­ver­tierte brau­chen andere Menschen wie die Luft zum Atmen, und auch gemein­schaft­liche Aktionen größerer Gruppen sind für ihre Batte­rien Plus. Intro­ver­tierte brau­chen Ruhe und Allein­sein – auch wenn sie es schön finden unter anderen zu sein; nach einem Event ist Erho­lung ange­sagt. Intro­ver­tierte arbeiten meist lieber allein, Extro­ver­tierte (meist) bevor­zugt mit anderen zusammen. Intro­ver­tierte haben deshalb oft eine größere Neigung zum Schreiben als zum Spre­chen; ihre Gedanken entfalten sie leichter, wenn sie “unter sich selbst sind”; nicht wenige Extro­ver­tierte  dagegen entwi­ckeln ihre Ideen beim Reden. Deshalb ist die moderne Team­kultur mit vielen Meetings für Intro­ver­tierte ein Graus. Sie mögen Austausch durchaus, aber besser dosiert und via Computer. Small Talk können sie viel­leicht halb­wegs, aber Spaß macht er ihnen nicht.

Schwarze Schafe

Etwas anderes ist auch typisch: Viele der beson­ders erfolg­rei­chen Intro­ver­tierten waren in ihrer Kind­heit Außen­seiter. Die Rolle erhielten sie oft, weil sie sich für Dinge inter­es­sierten, die den anderen egal waren, Technik oder Mathe­matik typi­scher­weise — wobei manchmal nicht klar ist, was eher da war: die Ausgren­zung oder das Inter­esse; sagt auch Steve Wozniak in iWoz. Die Vergan­gen­heit als schwarzes Schaf macht sie mitunter eigen­sin­niger, sarkas­ti­scher, manchmal aber auch menschen­freund­li­cher. Weil sie sich nach innen ausrichten, entwi­ckeln sie leichter beson­dere Talente. Sie haben schlech­ter­dings mehr Zeit zum Üben. Intel­li­genter, sagt Cain und zitiert Studien, sind sie nicht.

Yeah, du kannst

In den letzten Jahren und Jahr­zehnten schwappte das extro­ver­tierte ameri­ka­ni­sche Yeah-Denken „Du kannst alles, Haupt­sache du redest genug über dich selbst“ über die Intro­ver­tierten wie eine riesen­große Mons­ter­welle. Die laute Welle hinter­ließ bei ihnen das schlechte Gefühl, sich auch verkaufen und damit verbiegen zu müssen.

Von hier ist es nicht weit zu Selbst­mar­ke­ting und Akquise. Wer als Experte Tipps gibt, propa­giert über­wie­gend die kontakt­freu­dige, lockere „Hier-bin-ich-und-ich-bin-toll“-Haltung. Neulich traf ich einen Intro­ver­tierten, der sich so ein Ich-bin-Toll-Verhalten mit einem Buch ange­lernt hat. Er fühlte sich unwohl damit — und wirkte auch geküns­telt und unau­then­tisch. Ich sage: Weg damit. Das Erlebnis in einem Rheto­rik­trai­ning, an dem ich in den 1990er teil genommen habe, hat mich sehr geprägt. Dort waren nur Verkäufer; am Ende der Woche gab es einen Rede­wett­be­werb. Einer der Teil­nehmer war intro­ver­tiert und zurück­hal­tend, aber auch unheim­lich sympa­thisch. Er redete nicht lange rum. Im Wett­be­werb wurde er zweiter hinter einem kontakt­ori­en­tier­teren Extro­ver­tierten.

Ich selbst kaufe lieber bei authen­ti­schen Leuten, bei denen ich das Gefühl habe, dass sie meinen, was sie sagen. Sobald der leise Verdacht des Auswen­dig­ge­lernten oder Marke­ting­stra­te­gi­schen in mir aufkeimst, juckt es mich in den Fingern, den Verkäufer zu enttarnen. Ich drücke auf den Stopp-Knopf, wenn inhalts­leere Laberei anfängt — und habe damit schon einige Akqui­si­teure ans Ende ihres Lateins gebracht.

Studien besagen, dass der Intro­ver­tierte weniger erfolg­reich seien. Doch was ist Erfolg? Es mag zwar sein, dass die größten Das-schnell-Geld­­ma­cher meist Extro­ver­tierte sind. Aber die genialen Erfinder und krea­tiven Bahn­bre­cher sind so gut wie immer die Intro­ver­tierten. Ihnen kommt das Internet sehr zupass. Das Netz ist DIE Platt­form für Menschen, die lieber auf Abstand mit anderen kommu­ni­zieren und sich gern inhalt­li­chen Dingen widmen.

Befreien Sie sich vom Verkaufs­zwang

Viele Intro­ver­tierte glauben nicht passend zu sein für diese markt­schreie­ri­sche Welt.  Zwei Beispiele, die Sie sicher kennen: “Inhalt ist nur zu 10% wichtig” — welch ein Blöd­sinn! Niemals hat sich mal jemand gefragt, wie und wodurch dieses “Studi­en­ergebnis” zu beweisen wäre. Es wird einfach so ange­nommen und lustig weiter zitiert. Schnee­ball­wissen nenne ich das: einer greifts auf und die anderen werfen es weiter. Schnee­ball­wissen steckt auch in “Es gibt keine Chance für einen ersten Eindruck”. Das stimmt ganz einfach nicht.

Extro­ver­tiert aufladen muss nicht sein

Sie sind eher ruhig und keine natür­liche Laber­ta­sche? Hören Sie nicht auf das, was man ihnen einflüs­tert. Sie müssen nicht auf Netz­­werk-Partys gehen und mit jedem, der nicht schnell genug weglaufen kann, zwei Minuten reden, um Ihr auswendig gelerntes Elevator-Pitch-Sprüch­­lein abzu­lassen. Sie müssen sich nicht (im falsch verstan­denen Sinn) extro­ver­tiert aufge­laden auf Kunden stürzen, um diese für sich zu gewinnen. Es geht auch anders — am besten so wie es Ihnen entspricht.

Intro­ver­tierte sind die besseren Manager!

Auch in der Führung wird die Kraft der Intro­ver­sion unter­schätzt. Man fordert Ellen­­bogen-Menta­­lität, perfekte Rhetorik und die Fähig­keit wie Poli­tiker mit vielen Worten nichts zu sagen. Dabei gibt es aktu­elle Studien, die belegen, dass intro­ver­tierte Manager erfolg­rei­cher sind als extro­ver­tierte, wenn sie ein Team aus eigen­stän­digen und selbst­or­ga­ni­sierten Mitar­bei­tern führen. So gesehen gehört den Intro­ver­tierten die Zukunft, denn unsere Arbeits­welt braucht mehr jener Menschen, die nicht für jeden Schritt eine Arbeits­an­wei­sung brau­chen.

*aus dem Buch von Susan Cain zitiert

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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17 Kommen­tare

  1. Erich Feld­meier 26. September 2011 at 15:37 — Reply

    Liebe Svenja,

    auch eine tolle Rezen­sion , gefällt mir
    http://www.geistundgegenwart.de/2011/08/still-die-bedeutung-von-introvertierten.html

    Die Bedeu­tung der leisen Vernünf­tigen kann nicht hoch genug einge­schätzt werden, selbst in Zeiten wie heute, wie folgendes Zitat zeigt:
    “Das ist vernünftig. Aber es reisst *Wähler* nicht gerade zu Begeis­te­rungs­stürmen hin”
    http://www.iiqii.de/gallery/Die-iiQii-Philosophie/JensStoltenberg_wikipedia_org

    Inno­va­tive Grüße,
    EF

  2. […] Im letzten Beitrag habe ich Steve Wozniak zitiert; er sprach von Geduld und Konzen­tra­tion auf den jeweils nächsten Schritt und nicht auf ein fernes Ziel hin. Das ist die Lösung in allen Wissens­be­rufen! Probieren Sie aus, konzen­trieren Sie sich auf den jeweils nächsten Schritt und nicht auf das große Ergebnis am Schluss. […]

  3. burk­hard reddel 2. Oktober 2011 at 13:48 — Reply

    Danke , daß endlich mal jemand etwas gegen Schwätzer sagt und die Inhalte in den Forder­grund stellt. Danke Frau Hofert 🙂

    B.RE

    • Gilbert 4. März 2012 at 21:08 — Reply

      Sehr guter Artikel! Beson­ders, dass Sie wider­stehen, die Intro­ver­tierten und Extra­ver­tierten in ihre respek­tiven Schub­laden zu stecken, indem Sie hervor­heben, dass es unter allen solche und jene gibt. Wenn man sich noch weiter ins MBTI rein­ar­beitet, wird auch klar, wie wichtig die anderen Dimen­sionen (beson­ders P und S) sind, um bestimmte Ausprä­gungen zu zeigen.

      Ich habe jedoch eine Frage: Als INTP “leide” ich nicht so sehr unter den typi­schen Intro­­ver­­­sions-Aspekten (viel­mehr zele­briere ich sie), als unter einem Aspekt, den viele Intro­ver­tierte eben­falls haben: Harmonie- und Zustim­­mungs-Streben. Das ist auch ein Aspekt, der es einem I‑Manager schwer machen kann: Eher als eine Rich­tung vorzu­geben (Director), fügt er/sie sich in das, was sowieso vor sich geht oder was die meisten wollen (es sei denn, es ist den Grund­sätzen konträr). Inter­es­san­ter­weise merke ich das im Privat­leben deut­li­cher, als auf der Arbeit (wo ich mein Arbeits-Anfor­­de­rungs-Ich aus der Tasche hole). Im Privat­leben jedoch, lasse ich mich oft mehr von den Stim­mungen um mich herum anste­cken, als mir lieb ist. Geht Ihnen das auch so? Und haben Sie Hinweise, wie man eine Unab­hän­gig­keit vom “Ambi­ente” trai­nieren kann?

  4. […] zentrale Unter­schied zwischen Intro­ver­tierten und Extro­ver­tierten ergibt sich aus der Antwort auf die Frage, ob jemand eher aus dem Zusam­men­sein mit Menschen oder […]

  5. Svenja Hofert 5. März 2012 at 10:08 — Reply

    Hallo Gilbert, danke für den Kommentar. Bin auch ein INTP (mit Nähe zum E und manchmal J, stabil also nur NT+T) und hab dieses Streben mit zuneh­menden Alter immer weniger. Rich­tungen vorgeben geht auch (wenn es mich auch anstrengt) — ich glaube deshalb, dass es wohl nicht so sehr der Typ ist als die Frage wie man ihn ausfüllt. Kein INTP ist wie der andere, sonst wären wir alle Mark Zucker­bergs 😉 Ich nenne das “auspen­deln”: man kann sich auspen­deln und Verhal­tens­weisen entwi­ckeln, die man sich selbst nicht zuge­traut hätte. Hab ihr ein paar Mal über meine These geschrieben, dass man an Schwä­chen sehr wohl arbeiten kann. Zum Beispiel hätte ich mich immer für extrem chao­tisch gehalten; bis ich meine Struk­tur­seite entdeckt und kulti­viert habe. Es geht: Man muss sich einfach kleine Projekte vornehmen und einfach machen 😉 LG Svenja

  6. Gilbert 7. März 2012 at 23:53 — Reply

    Ja, die Erfah­rungen habe ich so ähnlich auch gemacht. Im Grunde sind es keine Schwä­chen, sondern Eigen­arten (die sich aus Präfe­renzen ergeben), die man wunderbar in Stärken umwan­deln kann, sobald man sie an sich erkennt. Das ist für mich der primäre Nutzen von MBTI. Nur: Dieses Ding mit der “Unter­ord­nung”, Harmonie und dem Mirro­ring der Stim­mungen anderer fühlt sich in mir viel tiefer an, als z.B. meine Neigung, unge­plant in Aktion zu verfallen. Das letz­tere kann ich gut managen, das erste hingegen ist tief in meiner Gefühls­welt veran­kert.

    Wenn Sie auch ein INTP sind, finden Sie viel­leicht hieran Inter­esse: http://www.intp.org/description.html — Etwas veraltet an einigen Stellen, aber ziem­lich tref­fend an anderen.

  7. […] auch einen Tony Robins nicht auf,  breite Massen in seine Vorträge zu ziehen  (die „leise“ Susan Cain war für ihr Buch test­weise in so einer […]

  8. […] Artikel über “Leise­treter” ist (über­ra­schend) der meist­ab­ge­ru­fene in diesem Blog über­haupt. Es geht darin um die […]

  9. […] einen guten Anhalts­punkt dafür, was einer vor sich hat, der sich beispiels­weise von einem eher schüch­ternen Typen zu einem agilen Verkäufer verän­dern will. Da reicht kein einzelner […]

  10. […] ist weiterhin ja auch so: Man merkt selbst nicht, was man gut kann. Gerade die Persön­lich­keits­typen, die viel an sich selbst zwei­feln – oft sind das die beson­ders Begabten – haben für eigene […]

  11. […] über Susan Cains Ansichten zu Intro­ver­sion findet sich auch hier oder hier und natür­lich ausführ­lich in ihrem Buch Still: die Bedeu­tung von Intro­ver­tierten in einer lauten […]

  12. […] bin immer der Meinung gewesen, dass letzt­end­lich nur der Erfolg entscheidet, zum Beispiel bei Bewer­bungen. Wenn jemand beim Vorstand durch­klin­gelt und damit mit […]

  13. […] wenige INTPs arbeiten mindes­tens teil­weise als Blogger z.B. Lars Lorber oder auch Svenja Hofert von oder wie bereits erwähnt A. J. Drenth, Inhaber von […]

  14. […] Hofert hat in diesem klasse Artikel zusam­men­ge­fasst, wie Intro­ver­tierte […]

  15. Raphael Bolius 27. September 2017 at 0:47 — Reply

    Ich bin gerade durch Zufall auf diesen etwas älteren Artikel gestossen. Der Satz hier gibt mir zu denken:

    …In den letzten Jahren und Jahr­zehnten schwappte das extro­ver­tierte ameri­ka­ni­sche Yeah-Denken „Du kannst alles, Haupt­sache du redest genug über dich selbst“ über die Intro­ver­tierten wie eine riesen­große Mons­ter­welle…

    Das Ergebnis der Mons­ter­welle ist ja allge­mein bekannt: Ein US-Präsi­­dent, der ausser laut Reden gar nichts kann und auch gar keine Ahnung von gar nichts hat.

    Ist nicht gerade ermu­tin­gend für Intro­ver­tierte, dass so jemand es in dieses Amt schafft.

    …Das Netz ist DIE Platt­form für Menschen, die lieber auf Abstand mit anderen kommu­ni­zieren und sich gern inhalt­li­chen Dingen widmen…

    Na ja, wenn sie dann Leser finden. 😉 Sorry, ich scheine gerade eine pessi­mis­ti­sche Phase zu haben. Auch das Web ist voll mit seichtem Geplap­pere und Face­book — das ober­fläch­lichste Medium, das ich kenne — macht es nicht besser.

    Intro­ver­tiert zu sein ist also nach wie vor anstren­gend, meine ich.

  16. […] Svenja Hofert, “Leise­treter: Der ruhige Weg zum Erfolg” […]

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