Kate­go­rien

Mein Social Media Expe­ri­ment: „Hilfe, ich kann nicht mehr alles alleine machen“ (Teil 10)

Published On: 20. Oktober 2012Cate­go­ries: Karriere

Was als Spaß begonnen hat, wird langsam ernst.  Ich habe nun über 2.300 Follower bei Twitter und über 1.200 Fans bei Face­book. Bei Google+ sind es nun 703, die mich verfolgen, Pinte­rest, wo ich wirk­lich wenig mache, wirkt sich langsam recht gut aufs SEO aus, Xing bleibt Nebenbei-Projekt: ist es mehr Face­book oder Twitter? Mir ist der Nutzen noch nicht klar, mich nerven nur zuneh­mend all die Leute, die nach der Kontakt­be­stä­ti­gung irgendwas verkaufen und sich anbie­dern.

En passant habe ich im letzten Jahr den Social Media-Auftritt meines Netz­werks Karriereexperten.com stra­te­gisch geplant und zusammen mit Sarah und Silke aufge­baut. Meinen Shop Gruen­der­re­ports, über den ich in den letzten sieben Jahren ganz ohne SEO und mit einer inzwi­schen veral­teten OS Commerce-Plat­t­­form mehr als 4.000 Busi­ness Pläne, Muster­kon­zepte und Tools verkauft habe, lasse ich nebenbei weiter­laufen. Hier SoMe anzu­fangen lohnt sich nicht mehr, das muss von Grund auf erneuert werden.

Ich stelle mir vor, was man aus sowas machen kann, wenn man es profes­sio­neller und inno­va­tiver angeht — genau das plane ich seit fast einem Jahr mit KEXPA.de. Diese Seite startet, so hoffe ich, im November. In den letzten Wochen habe ich dafür Commu­­nity-Tests bei Face­book gestartet, um die Wirkung vernetzter Aktionen auszu­loten. Der Gedanke: Die Commu­nity als exklu­siver Kreis bekommt ausge­wählte Beta­ver­sionen zeit­weise kostenlos und wird dadurch auch als Empfehler gewonnen. Face­book, ansonsten eher auf dem abstei­genden Ast, bekommt so eine neue Funk­tion im Unter­schied zu anderen Netz­werken. Für Kexpa.de, das seit Mai auf Marken­schutz wartet, besteht bereits ein Twitter-Account, aus dem nun langsam mehr werden muss. Mein Slow­­Grow-Prinzip® hingegen, das genau diese Denk- und Arbeits­weise, die ich hier bezogen auf Social Media beschreibe, verkör­pert, ist nach einem halben Jahr Warten nun endlich eine Marke!

Zuneh­mend spüre ich, dass ich die Stra­tegie auch für die Marke „Svenja Hofert“ profes­so­na­li­sieren muss. Längst hat mich meine Mitar­bei­terin Sarah, die karrie­re­ex­pert betreut im Klout-Score mit 55 an meine stagnie­renden 56 heran­ge­pirscht, längst liegt meine Vertriebs- und Koope­ra­ti­ons­part­nerin Silke mit einem Score 62 weit vor mir.

Es gibt eine wunder­bare Zeit des Expe­ri­men­tie­rens, in der alles erlaubt ist und die dem Lernen dient – das ist mein Slow­­Grow-Prinzip®, aber irgend­wann ist die Zeit gekommen für Prozesse. Da ist meine Bench­mark derzeit PR-Doktor Kerstin Hoff­mann, die mir vor einem Monat erzählte, dass sie Mitte November ein Inter­view mit mir bringen würde. Planung über zwei Monate! Wie profes­sio­nell ist das denn? Wow!

Ich bin dagegen, auch wenn ich bisweilen aner­ken­nende Worte aus der Social Media-Szene höre, ein Quar­­tals-Twit­­terer, Face­booker etc. Habe ich Zeit, bin ich online, sonst nicht. Die Auswahl der Retweets und Beiträge war deshalb nicht immer gut genug – noch nicht perfekt genug zur Marke passend, noch nicht perfekt genug im Sinne von unge­wöhn­lich…

Also habe ich diese Woche begonnen, Redak­ti­ons­pläne zu schreiben. Ich will nur noch Beiträge posten und retweeten, die mit neuer Arbeit, Karriere der Zukunft, dem Quer‑, Anders- und Weiter­denken von Themen für Ange­stellte und Selbst­stän­dige zu tun haben und Werte­ori­en­tie­rung  verkör­pern.  Kein plattes So geht´s mehr, nichts drei Mal Wieder­ge­käutes. Dialog soll dabei sein, aber nicht zu viel Kaffee­klatsch.  Ich habe ange­fangen in den vielen Büchern und Medien, die ich lese, die schlauen und denk­wür­digen Aussagen zu unter­strei­chen, was ich zuletzt vorm Abitur gemacht habe (nicht etwa um mich vorzu­be­reiten, sondern aus thema­ti­schem Inter­esse).

Jetzt stehe ich vor dem Problem, das alle kleine Unter­nehmen haben und was in meinem Survival Guide auch gut beschrieben ist:  Im Grunde braucht ein Vier-Frau-Unter­­nehmen wie meins jemanden, der stra­te­gisch denken kann, bereit ist auch operativ mitzu­ar­beiten und dabei Dinge beherrscht, die man in großen Unter­nehmen nicht lernt, weil man da für alles seine Dienst­leister hat.  Jemanden zu finden, dem man nicht erklären muss, wie man Dateien per File­zilla über­trägt, PDFs beschreibbar macht und der gleich­zeitig stra­te­gisch genug ist, selbst Ideen z.B. für die Stra­tegie auf Pinte­rest mitzu­bringen: Das ist, sage ich Ihnen: extrem schwierig. Auch weil die, die viel können, keine Lust auf Opera­tives haben. Und die, die wollen, nicht alles können, was man können sollte.

Deshalb ist mein Fazit: Sie brau­chen auch als kleines Unter­nehmen für jedes einzelne Thema einen Spezia­listen, der/die in ein, zwei Berei­chen richtig gut ist, weil Gene­ra­listen meist oft keine Selbst­läufer sind. Dabei stelle ich fest, dass sich die meisten Free­lancer ihrer eigenen Kompe­tenzen und Grenzen wirk­lich wenig bewusst sind und/oder sich nicht trauen, spezia­li­sierte Ange­bote zu machen. Sowas wie „wöchent­li­chen Redak­ti­ons­plan­auf­stellen und aktive Twit­ter­be­treuung“ wäre ebenso eine Markt­lücke wie das Umwan­deln von Inde­­sign-Layouts in Word oder das Rück­for­ma­tieren von aus Inde­sign erstellten PDFs in Word und dabei zeit­gleich lekto­rieren.

Klar, man verdient mit stra­te­gi­schen Jobs einmalig mehr, dafür mit opera­tiven verläss­lich über längere Zeit­räume etwas weniger. Ich finde: Wer seinen Kunden stra­te­gisch etwas erzählen will, der muss erstens mehr wissen als der Kunde selbst und zwei­tens einen beleg­baren Track Record besitzen. Und den zeigt das Internet besser als jedes Zerti­fikat.

PS: Ich habe inzwi­schen richtig gute Leute gefunden. Und wo? Im persön­li­chen Umfeld.

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Über Svenja Hofert

Ich bin Expertin für die Arbeits­welt der Gegen­wart und Zukunft, und das schon seit einer halben Ewig­keit. Ich coache bei Verän­de­rung, spreche über das, was Verän­de­rung mit uns macht und berate an Wegga­be­lungen. Als Unter­neh­merin habe ich immer wieder erfolg­reich gegründet, aktuell meine Akademie der Verän­de­rung.

Weiter­denken ist dabei mein Motto: Immer etwas aktu­eller, etwas poin­tierter, etwas tief­sin­niger und prag­ma­tisch voraus­schauend.

Viel­leicht kennen wir uns…

… aus dem Bücher­regal, denn seit 1998 habe ich rund 30 Bücher geschrieben, die in bis zu 8 Auflagen erschienen sind.

Als Kolum­nistin  schrieb ich DER SPIEGEL oder  WELT bilanz, aktuell habe ich beim Psycho­logen-Fach­blatt „Wirt­schafts­psy­cho­logie aktuell“ eine regel­mä­ßige Kolumne. Man findet meine Inter­views zudem im TV sowie in bekannten Medien von ZEIT bis FAZ.

Diesen Blog betreibe ich seit 2006, meinen Podcast gibt es seit 2023. Mit meiner Sonn­tags­ko­lumne WEITERDENKEN bei Substack und mehr als 4.000 Abon­nenten gehöre ich zu den meist­ge­le­senen deutsch­spra­chigen Autoren auf dieser Platt­form.

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6 Kommen­tare

  1. Lars Hahn 20. Oktober 2012 at 15:55 — Reply

    Herz­li­chen Glück­wunsch zu Deinem guten Team. Dass Du es nicht per Stel­len­aus­schrei­bung gefunden hast, versteht sich von selbst. Es wäre viel­leicht auch ein wenig pein­lich, für eine, die die Guerilla-Bewer­­bung propa­giert. 😉

    Was Du beschreibst geht mir genauso. Die nächst Stufe heißt: Stra­te­gi­scher vorgehen. Eine große Heraus­for­de­rung für mich, aber ich nehme sie an. Dinge vorzu­be­reiten, zu planen, bevor ich sie öffent­lich mache, das erfor­dert unter­neh­me­ri­sche Stra­tegie. Dann muss es wohl auch bei Social Media so sein. Wobei: Unter @DerLarsHahn werde ich mir den Luxus leisten, auch weiter zu chatten und bisweilen über die tücki­schen Dinge des Alltags zu twit­tern. Auch dabei werden wir uns sicher noch oft begegnen.

  2. […] durch den Artikel zum Thema Social Media von Svenja Hofert hier meine Gedanken zum Thema […]

  3. Gilbert 20. Oktober 2012 at 19:47 — Reply

    Sehr inter­es­santer Artikel! Hört sich an, wie vor dem nächsten großen Schritt. Gratu­la­tion! Ich bin neugierig, ob man es schafft, mit einer Stra­tegie der geplanten Social-Web-Inter­ak­­tion eine Balance zu halten, damit nicht das, was die Leute am Social Web faszi­niert, total flöten geht. Perfektes zu Marke passendes könnte den Rück­schlag­ef­fekt haben, dass es den “Follo­wern” zu “corpo­rate” vorkommt und sie das authen­­tisch-mensch­­liche, das persön­liche vermissen und woan­ders suchen.

    Klout? Ist das wirk­lich ein aussa­ge­kräf­tiges Bench­mark? Ich finds bisher eher albern.

  4. Svenja Hofert 20. Oktober 2012 at 23:41 — Reply

    keine Sorge, ich werde nie einer dieser Marke­ting­ma­schinen werden, dazu bin ich viel zu intrin­sisch moti­viert (oder einfach ausge­drückt: die Dinge machen mir zu viel Spaß). Im Zweifel tue ich, das was mir gefällt. Nur ein wenig geplanter, ein wenig profes­sio­neller… aber kein prozess­op­ti­mierter Robot. Das kann ich ja selbst nicht leiden 😉 LG Svenja

  5. Tobias 23. Oktober 2012 at 15:12 — Reply

    Hallo Svenja,

    bei G+ bin ich nun an der 1.000er Grenze ange­langt, war total über­rascht, dass hier schon so viel los ist.

    Eigent­lich wollte ich Dich darauf aufmerksam machen, dass einige der Verlin­kungen im Artikel auf Fehler­seiten im Blog führen. (bspw. karriereexperten.com oder pinte­rest.) Die URL ist an die Beitrags-URL des Blogs ange­hängt und wirft daher eine 404-Seite aus. Müsste schnell korri­giert sein.

    Viele Grüße aus Stutt­gart,

    Tobias

    • Svenja Hofert 24. Oktober 2012 at 20:01 — Reply

      Hi Tobias, fein danke, habe ich aktua­li­siert, nur das mit dem Fehler 404 kann ich nicht nach­voll­ziehen. Oder mein­test die die URLS der falsch verlinkten Beiträge? LG Svenja

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