Hartz IV und die Rela­ti­vität der Faul­heit — oder: „Ich müsste meinen Keller aufräumen und tu es nicht — Bin ich deshalb ein fauler Mensch?“

Hartz IV und die Rela­ti­vität der Faul­heit — oder: „Ich müsste meinen Keller aufräumen und tu es nicht — Bin ich deshalb ein fauler Mensch?“

Sind Erwerbs­lose faul? Darf es „kein Recht auf Faul­heit“ geben, wie Gerhard Schröder einst formu­lierte? Mehr als 10 Jahre sind seit der Verab­schie­dung der Hartz-Reformen vergangen. Matthias Kauf­mann, Poli­tik­wis­sen­schaftler und Redak­teur bei SPIEGEL ONLINE, hat das Bild der Erwerbs­losen in der Debatte um die Hartz-IV-Reformen in seiner kürz­lich bei Springer VS veröf­fent­lichten Doktor­ar­beit beleuchtet. Ich sprach mit ihm über die Essenz des Buchs, die Rolle der Medien bei den Reformen — und die Rela­ti­vität von Faul­heit. Ich sehe eine Menge bestens ausge­bil­deter, viel­fach sogar promo­vierter Menschen, die keinen adäquaten Job finden. Sie melden sich aber auch nicht arbeitslos. Ist Hartz IV […]

3. Dezember 2013|Tags: , , , , |

Bildungs-Burger: Ein belegtes Seminar und zwei Kurs-Cokes, bitte

© Robert Neumann — Fotolia.com Bildungs-Burger für den kleinen Weiter­bil­dungs­hunger, Copy­right: Fotolia.comWir haben ein dickes Problem: Obwohl  aktu­elle Kennt­nisse für Fach­kräfte immer wich­tiger werden, wird Bildung immer weiter priva­ti­siert. Nur das Notwen­digste finan­ziert  heute noch der Staat – Kurse, möglichst billig, schnell aufge­legt und kurz gebraten. Ich sprach mit Lars Hahn von der LVQ in Mülheim an der Ruhr, die auch ein Firmen­profil bei den Karrie­re­ex­perten haben. Die LVQ hat sich bundes­weit durch die erste von der IHK-zerti­fi­zierte Weiter­bil­dung zum Social Media Manager einen Namen gemacht. Ein Kunde, dem ich die Ausbil­dung empfahl, bekam unmit­telbar danach einen Job.  […]

Weg mit den Jobcen­tern, her mit einem Grund­ein­kommen

Also erst einmal: Natür­lich leben Hartz-IV-Empfänger nicht in Saus und Braus und gar “spät­rö­mi­scher Deka­denz”. Guido, dein Beitrag mag genau gelesen, nicht so schlimm sein, wie die Presse schreibt — aber der Vergleich hinkt auch, wenn man den WELT-Kommentar im Zusam­men­hang liest. Was aller­dings stimmt und was die derzei­tige Debatte an den Tag trägt, ist — ein sehr oft auch mich erschre­ckendes Ungleich­ge­wicht zwischen Arbei­tenden und Nicht-Arbei­tenden. Es ist wirk­lich verfüh­re­risch, nichts zu tun, wenn man sieht, wie wenig es sich lohnt. Heute erzählte mir eine Mitar­bei­terin von einer Freundin, die ihr Einkommen gerade von 700 auf 900 Euro erhöhen […]

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