Die Brille der anderen

Vom Drama, kein Talent zu haben

Was kann ich eigent­lich wirk­lich gut? Nicht wenige beant­worten diese Frage mit: Eigent­lich nichts. Manche Tests unter­strei­chen diese Tatsache auf mitunter grau­same Art und Weise. Neulich sah ich bei einer Kundin ein für sie erstmal ernüch­terndes Ergebnis — alles Durch­schnitt. Weder hand­werk­li­ches Talent, noch mathe­ma­ti­sches, logi­sches, krea­tives oder sprach­li­ches Verständnis, das über das Normale hinaus geht. Hilfe!? Keine Sorge, kein beson­deres Talent zu haben hat nämlich viele posi­tive Seiten. Nur eine kleine Auswahl: Sie müssen sich nicht entscheiden, sondern können verschie­dene Dinge machen. Sie können sich Ihren Bezie­hungen und Freunden widmen oder sinn­vollem sozialen Enga­ge­ment. Sie können viele Dinge halb­wegs — ist […]

29. Mai 2010|Tags: , , , , |

Ich kann das schon

Als mein Vater sich daran machte, unsere Wohn­zim­mer­lampe anzu­schließen, stand mein Atem still. Kann das ein ehema­liger Versi­che­rungs-Proku­rist, der genau wie ich grund­sätz­lich keine Bedie­nungs­an­lei­tungen liest (die intel­lek­tu­elle Heraus­for­de­rung des Selbst-Erkun­dens geht doch über alles!)? Trotzdem, Zweifel. Wo es doch Elek­triker gibt. Und einen Grund, warum der Beruf eine Ausbil­dung erfor­dert. An bestimmte Themen trauen sich Menschen noch leichter heran als an die Kunst, Erde und Masse zu unter­scheiden. Design ist so ein Gebiet, vor allem seit es Photo­shop oder noch schlimmer: Windows Paint gibt. Aber immerhin: Solche Programme muss man erst mal bedienen. Eine gewisser Schutz­me­cha­nismus für Desi­gner. Schreiben hat […]

16. Mai 2010|

Lass dein altes Leben hinter dir

Vor ein paar Tagen habe ich das passende Lied zur beruf­li­chen Neuori­en­tie­rung entdeckt: Revol­ver­held mit “Spinner”. Eigent­lich besingen die Hamburger Jungs alles, was man bei beruf­li­chen Verän­de­rungen beachten sollte. Erstens: Nur Spinner sind Gewinner. Sie müssen an Ihre Idee glauben und dabei Meinungen (…geht nicht, sinnlos, bist du verrückt, das alles aufzu­geben?…) von anderen weitest­ge­hend igno­rieren. Das Etikett “Spinner” bekommt man dann auto­ma­tisch. Dieses auszu­halten und zu tragen, ist die wahre Kunst. Zwei­tens: Es ist notwendig durch neue Türen zu gehen. Leider erlebe ich es oft, dass Menschen sich das nicht trauen (beispiels­weise durch den ersten Punkt zurück­ge­halten). Die Risiko- […]

24. März 2010|

Besser alle drei Jahre wech­seln

Lange Betriebs­zu­ge­hö­rig­keiten werden immer seltener, aber es gibt sie noch. Doch auf ewig wird kein Arbeits­ver­hältnis mehr abge­schlossen. Und das ist auch gut so: Es bringt Arbeit­nehmer in unserer schnell­le­bigen Gesell­schaft oft nicht weiter, viele Jahre im glei­chen Betrieb zu bleiben. Sie stellen sich auf die Gege­ben­heiten ein, gewöhnen sich an das Umfeld, passen sich an, fügen sich ein — und bewegen sich nicht mehr. Und ganz oft veralten, schlei­chend oder schnell, die Kennt­nisse. Wenn dann parallel das Gehalt ins Mark­tun­üb­liche gestiegen ist, macht das die dann oft plötz­lich erzwun­gene Verän­de­rung unmög­lich, Wer stellt heute noch einen Marke­ting­leiter ein, wenn dieser nicht weiß, was […]

10. März 2010|

Flow: Arbeit ohne Zeit­ge­fühl

Läufer kennen den Flow. Bei mir tritt er bei einer Herz­fre­quenz zwischen 150 und 160 nach rund 10, 15 Minuten auf dem Lauf­band ein. Dann merke ich nicht mehr, wie lang­weilig es doch eigent­lich ist, zu laufen und nicht voran­zu­kommen. Es ist mir egal. Eine Stunde vergeht, und alles ist gut. Beim Arbeiten gibt es diesen Flow auch: Wenn ich schreibe und Ideen entwickle. Nicht nur mir geht es so: Wer Tätig­keiten ausübt, die dem eigenen Kennt­nis­stand, den Neigungen und Inter­essen entspre­chen, der vergisst die Zeit. Unter­for­derte dagegen holt der Bore-out ein: die Zeit kriecht und geht einfach nicht voran, […]

28. Februar 2010|Tags: , , , , |

Der Mara­thon­lauf und andere Karrie­re­irr­wege

Mara­thon­läufer wollen besser sein als andere, haben Ellen­bogen, sind Kämpfer. Deshalb liebt die Unter­neh­mens­be­ra­ter­branche den Mara­thon­läufer genau wie den Triath­leten und den Zehn­kämpfer. Studien beweisen, dass Ausdau­er­sportler beruf­lich erfolg­rei­cher sind. Ehrgeiz, Biss und Durch­hal­te­ver­mögen fusio­nieren in einem Lang­stre­cken­läufer. Wenn er seinen Ehrgeiz nicht auf die Straße legt, dann inves­tiert er ihn in ein Unter­nehmen. Die Mehr­zahl der Absol­venten und Berufs­ein­steiger ist weder je Mara­thon gelaufen noch über­mäßig ehrgeizig gewesen. Doch wenn sich das Studium dem Ende zuneigt, bekommen sie es mit der Angst zu tun, gerade jetzt, wo es so wenig Stellen gibt. Hätte ich viel­leicht doch noch einen Mara­thon­lauf […]

Wenn der Traumjob ein Phantom ist I

Viele jagen Ihren Traumjob hinterher. Sehr oft handelt es sich dabei um ein Phantom, dem mit zahl­rei­chen Berufs­fin­dungs­bü­chern auf den Grund gegangen wird. Denn: Was der Traumjob ist oder wie er heißt, wissen diese Menschen nicht. Ich gehe weiter und behaupte: Es gibt ihn meist gar nicht. Die aller­meisten Menschen können in vielen und sogar unter­schied­li­chen Jobs glück­lich werden, manche nur zeit­weise, weil ihr zentraler Antrieb die Verän­de­rung ist. Viele gestehen sich das aber nicht ein und denken, sie müssten doch…sesshaft werden, einen roten Faden im Lebens­lauf haben oder beruf­lich weiter­kommen. Müssen sie nicht. Wer den Lebens­lauf für Unter­nehmen oder seine Bekannten […]

Alpha- oder Strei­chel­tier?

Es gibt genau zwei Gründe dafür, dass Menschen sehr viel leisten. Der eine Grund lautet: “Ich möchte Einfluss haben und anderen die Rich­tung weisen können”.  So denken „Alpha­tier­chen“. Der andere Grund: Es geht um Aner­ken­nung. Man will von allen oder wenigs­tens einigen „geliebt“ werden. So denken “Strei­chel­tier­chen“. In der Schule und im Studium lernen Strei­chel­tier­chen für Lob und gutes Feed­back, als Ange­stellte machen  sie sich „krumm“. Ihr ganzes Streben ist darauf ausge­richtet, möglichst keine Fehler zu machen und möglichst allen zu gefallen. Das macht sie zum perfekten Mitar­beiter: strebsam, duldsam, leis­tungs­ori­en­tiert bis zum Umfallen. Strei­chel­tier­chen sind inso­fern beliebt bei Alpha­tier­chen, […]

26. Januar 2010|Tags: , , , |

Warum schaffen manche es, mehr aus ihrem Leben zu machen?

Kann es sein, dass sich Gestal­tungs­wille und Enga­ge­ment vererbt? In Meck­len­burg-Vorpom­mern traf ich diesen Sommer die Besit­zerin eines Guts­hauses. Sie war vor einigen Jahren aus einer Groß­stadt aufs Land gezogen und hatte in dem Guts­haus eine Pension eröffnet. Für das Restau­rant brauchte sie frisches Gemüse und Salat. Ein Nachbar baute Salat für den Eigen­be­darf an. Die neue Einwoh­nerin hätte ihm gern davon abge­kauft. Er hätte einfach nur seinen land­wirt­schaft­li­chen Betrieb erwei­tern sollen. Er hätte Ideen entwi­ckeln können, wie sich mit der neuen Chance, den Tourismus vor die Haustür zu ziehen, Geld verdienen ließ. Tat er nicht. Nö, mehr brauche ich nicht”, wiegelte er ab. “So […]

6. September 2009|

We gut bin ich? Selbst­ein­schät­zung und ihre Tücken

Nehmen Sie das Beispiel Englisch. Der eine Bewerber sagt “ne, bin nicht so gut” und schwupps geht die Schub­lade auf: schlechtes Englisch, very bad. Der andere trumpft auf “ich bin sehr sicher in Englisch” und meint es auch, da der Selbst­be­wusst­seinspegel höher ist. Dann kommt die Probe aufs Exempel: Fehler über Fehler bei Nummer 2, Best­leis­tungen bei der 1. Nun besteht das Problem, dass die von sich selbst über­zeugten Bewerber meist leichter durch Vorstel­lungs­ge­spräche rutschen und eher über­zeugen, während die Selbst­kri­ti­schen durch­fallen. Schade, dass vieles so subjektiv ist — muss es aber gar nicht. Brainbench.com rückt manch schiefe Selbst­ein­schät­zung auf ein eini­ger­maßen objek­tives […]

12. März 2009|
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