Die Brille der anderen
Die Brille der anderen
Wie Führungskräfte ihre Mitarbeiter mit unterschiedlichen Brillen bewerten — und dabei vergessen, dass es verschiedene Wege zum Erfolg gibt.
Fehler auf der Besetzungscouch
Wieso extrovertierte Menschen nicht unbedingt redefreudig sind, während introvertierte sehr offen und kommunikativ wirken können. Dieses führt zu Fehlern bei der Besetzung durch die HR-Abteilung, denn es wurde nur das beobachtbare Verhalten bewertet, nicht aber die Motivation dahinter.
Vom Drama, kein Talent zu haben
Was kann ich eigentlich wirklich gut? Nicht wenige beantworten diese Frage mit: Eigentlich nichts. Manche Tests unterstreichen diese Tatsache auf mitunter grausame Art und Weise. Neulich sah ich bei einer Kundin ein für sie erstmal ernüchterndes Ergebnis — alles Durchschnitt. Weder handwerkliches Talent, noch mathematisches, logisches, kreatives oder sprachliches Verständnis, das über das Normale hinaus geht. Hilfe!? Keine Sorge, kein besonderes Talent zu haben hat nämlich viele positive Seiten. Nur eine kleine Auswahl: Sie müssen sich nicht entscheiden, sondern können verschiedene Dinge machen. Sie können sich Ihren Beziehungen und Freunden widmen oder sinnvollem sozialen Engagement. Sie können viele Dinge halbwegs — ist […]
Ich kann das schon
Als mein Vater sich daran machte, unsere Wohnzimmerlampe anzuschließen, stand mein Atem still. Kann das ein ehemaliger Versicherungs-Prokurist, der genau wie ich grundsätzlich keine Bedienungsanleitungen liest (die intellektuelle Herausforderung des Selbst-Erkundens geht doch über alles!)? Trotzdem, Zweifel. Wo es doch Elektriker gibt. Und einen Grund, warum der Beruf eine Ausbildung erfordert. An bestimmte Themen trauen sich Menschen noch leichter heran als an die Kunst, Erde und Masse zu unterscheiden. Design ist so ein Gebiet, vor allem seit es Photoshop oder noch schlimmer: Windows Paint gibt. Aber immerhin: Solche Programme muss man erst mal bedienen. Eine gewisser Schutzmechanismus für Designer. Schreiben hat […]
Lass dein altes Leben hinter dir
Vor ein paar Tagen habe ich das passende Lied zur beruflichen Neuorientierung entdeckt: Revolverheld mit “Spinner”. Eigentlich besingen die Hamburger Jungs alles, was man bei beruflichen Veränderungen beachten sollte. Erstens: Nur Spinner sind Gewinner. Sie müssen an Ihre Idee glauben und dabei Meinungen (…geht nicht, sinnlos, bist du verrückt, das alles aufzugeben?…) von anderen weitestgehend ignorieren. Das Etikett “Spinner” bekommt man dann automatisch. Dieses auszuhalten und zu tragen, ist die wahre Kunst. Zweitens: Es ist notwendig durch neue Türen zu gehen. Leider erlebe ich es oft, dass Menschen sich das nicht trauen (beispielsweise durch den ersten Punkt zurückgehalten). Die Risiko- […]
Besser alle drei Jahre wechseln
Lange Betriebszugehörigkeiten werden immer seltener, aber es gibt sie noch. Doch auf ewig wird kein Arbeitsverhältnis mehr abgeschlossen. Und das ist auch gut so: Es bringt Arbeitnehmer in unserer schnelllebigen Gesellschaft oft nicht weiter, viele Jahre im gleichen Betrieb zu bleiben. Sie stellen sich auf die Gegebenheiten ein, gewöhnen sich an das Umfeld, passen sich an, fügen sich ein — und bewegen sich nicht mehr. Und ganz oft veralten, schleichend oder schnell, die Kenntnisse. Wenn dann parallel das Gehalt ins Marktunübliche gestiegen ist, macht das die dann oft plötzlich erzwungene Veränderung unmöglich, Wer stellt heute noch einen Marketingleiter ein, wenn dieser nicht weiß, was […]
Flow: Arbeit ohne Zeitgefühl
Läufer kennen den Flow. Bei mir tritt er bei einer Herzfrequenz zwischen 150 und 160 nach rund 10, 15 Minuten auf dem Laufband ein. Dann merke ich nicht mehr, wie langweilig es doch eigentlich ist, zu laufen und nicht voranzukommen. Es ist mir egal. Eine Stunde vergeht, und alles ist gut. Beim Arbeiten gibt es diesen Flow auch: Wenn ich schreibe und Ideen entwickle. Nicht nur mir geht es so: Wer Tätigkeiten ausübt, die dem eigenen Kenntnisstand, den Neigungen und Interessen entsprechen, der vergisst die Zeit. Unterforderte dagegen holt der Bore-out ein: die Zeit kriecht und geht einfach nicht voran, […]
Der Marathonlauf und andere Karriereirrwege
Marathonläufer wollen besser sein als andere, haben Ellenbogen, sind Kämpfer. Deshalb liebt die Unternehmensberaterbranche den Marathonläufer genau wie den Triathleten und den Zehnkämpfer. Studien beweisen, dass Ausdauersportler beruflich erfolgreicher sind. Ehrgeiz, Biss und Durchhaltevermögen fusionieren in einem Langstreckenläufer. Wenn er seinen Ehrgeiz nicht auf die Straße legt, dann investiert er ihn in ein Unternehmen. Die Mehrzahl der Absolventen und Berufseinsteiger ist weder je Marathon gelaufen noch übermäßig ehrgeizig gewesen. Doch wenn sich das Studium dem Ende zuneigt, bekommen sie es mit der Angst zu tun, gerade jetzt, wo es so wenig Stellen gibt. Hätte ich vielleicht doch noch einen Marathonlauf […]
Wenn der Traumjob ein Phantom ist I
Viele jagen Ihren Traumjob hinterher. Sehr oft handelt es sich dabei um ein Phantom, dem mit zahlreichen Berufsfindungsbüchern auf den Grund gegangen wird. Denn: Was der Traumjob ist oder wie er heißt, wissen diese Menschen nicht. Ich gehe weiter und behaupte: Es gibt ihn meist gar nicht. Die allermeisten Menschen können in vielen und sogar unterschiedlichen Jobs glücklich werden, manche nur zeitweise, weil ihr zentraler Antrieb die Veränderung ist. Viele gestehen sich das aber nicht ein und denken, sie müssten doch…sesshaft werden, einen roten Faden im Lebenslauf haben oder beruflich weiterkommen. Müssen sie nicht. Wer den Lebenslauf für Unternehmen oder seine Bekannten […]
Alpha- oder Streicheltier?
Es gibt genau zwei Gründe dafür, dass Menschen sehr viel leisten. Der eine Grund lautet: “Ich möchte Einfluss haben und anderen die Richtung weisen können”. So denken „Alphatierchen“. Der andere Grund: Es geht um Anerkennung. Man will von allen oder wenigstens einigen „geliebt“ werden. So denken “Streicheltierchen“. In der Schule und im Studium lernen Streicheltierchen für Lob und gutes Feedback, als Angestellte machen sie sich „krumm“. Ihr ganzes Streben ist darauf ausgerichtet, möglichst keine Fehler zu machen und möglichst allen zu gefallen. Das macht sie zum perfekten Mitarbeiter: strebsam, duldsam, leistungsorientiert bis zum Umfallen. Streicheltierchen sind insofern beliebt bei Alphatierchen, […]
Warum schaffen manche es, mehr aus ihrem Leben zu machen?
Kann es sein, dass sich Gestaltungswille und Engagement vererbt? In Mecklenburg-Vorpommern traf ich diesen Sommer die Besitzerin eines Gutshauses. Sie war vor einigen Jahren aus einer Großstadt aufs Land gezogen und hatte in dem Gutshaus eine Pension eröffnet. Für das Restaurant brauchte sie frisches Gemüse und Salat. Ein Nachbar baute Salat für den Eigenbedarf an. Die neue Einwohnerin hätte ihm gern davon abgekauft. Er hätte einfach nur seinen landwirtschaftlichen Betrieb erweitern sollen. Er hätte Ideen entwickeln können, wie sich mit der neuen Chance, den Tourismus vor die Haustür zu ziehen, Geld verdienen ließ. Tat er nicht. Nö, mehr brauche ich nicht”, wiegelte er ab. “So […]
We gut bin ich? Selbsteinschätzung und ihre Tücken
Nehmen Sie das Beispiel Englisch. Der eine Bewerber sagt “ne, bin nicht so gut” und schwupps geht die Schublade auf: schlechtes Englisch, very bad. Der andere trumpft auf “ich bin sehr sicher in Englisch” und meint es auch, da der Selbstbewusstseinspegel höher ist. Dann kommt die Probe aufs Exempel: Fehler über Fehler bei Nummer 2, Bestleistungen bei der 1. Nun besteht das Problem, dass die von sich selbst überzeugten Bewerber meist leichter durch Vorstellungsgespräche rutschen und eher überzeugen, während die Selbstkritischen durchfallen. Schade, dass vieles so subjektiv ist — muss es aber gar nicht. Brainbench.com rückt manch schiefe Selbsteinschätzung auf ein einigermaßen objektives […]