Ganz schön brüchig
Ganz schön brüchig
Durch eine neue Studie der Hans-Böckler-Stiftung wissen wir es endlich schwarz auf weiß: Unsere Berufsbiografien werden immer brüchiger. Einzig die Kernerwerbsphase zwischen 30 und 50 Jahren ist noch halbwegs stabil, wobei auch durch immer mehr Wechsel der Jobs geprägt als zu Vaters Zeiten. Aber auch in mittleren Jahren ist Stabilität kein Wort, das für berufliche Beziehungen herhalten kann. Auch Arbeitslosigkeit von mehr als einem Jahr ist in dieser Phase mit 37% für viele schon normal. Immer schwieriger werden Berufseintritt und Altersübergang, das ist die Gruppe der 51- bis 65-Jährigen. Über 50 gibt es immer mehr atypische Erwerbsverhältnisse, so nennen Experten die Tätigkeit […]
Warum müssen Berufswechsel mit über 35 so schwierig sein?
Heute erschien ein Kommentar zu diesem Thema von mir im Hamburger Abendblatt, den ich hier erweitert veröffentliche: Veränderungen jenseits der 35 werden einem sehr schwer gemacht. Meister-Bafög – eine reine Aufstiegsqualifizierung. Bafög mit über 30? Gibt es nur in Ausnahmen. Bildungskredite? Werden lediglich bis zum 36. Lebensjahr ermöglicht. Jobcenter unterstützen keine Studien und verweisen auf die – durchaus nicht in allen Bereichen — niedrige Arbeitslosenzahl unter Akademikern. Es gibt außerdem kaum Töpfe für die (Kredit-)Finanzierung wirklich wichtiger Zertifizierungen, etwa in der IT. Es muss – und sollte! — ja nicht alles geschenkt sein. Wenn es aber leichter würde, sich […]
Die Pampers-Angestellten
Einige Jahre habe ich überwiegend im Outplacement gearbeitet – und höre auch jetzt immer wieder, wie schädlich es sein kann, dass Konzerne Angestellte „pampern“. Je größer die Unternehmen, je länger die Angestellten in ihnen gearbeitet haben, desto fetter der Wattebausch, mit dem sie rausgeworfen werden. Da gibt es sechsstellige Abfindungen, Weiterbildung satt, 12 bis 24 Monate in Auffanggesellschaften und schicke Outplacementprogramme. Ich finde: Sehr oft zu viel des Guten. Denn: Wer sich nicht bewegen muss, tut es oft auch nicht. Hinzu kommt, dass es gerade Angestellte mit einer ohnehin schon eher sicherheitsorientierten Mentalität sind, die lange in einem Unternehmen […]
Absolvent gesucht
Für einen prominenten Beitrag im Hamburger Abendblatt suche ich einen Absolventen bis max. 30, der gut ausgebildet ist, einen vernünftigen Lebenslauf hat (keine offensichtlichen Fauxpaxs in der Selbstdarstellung!) und trotzdem seit Monaten keinen Job findet. Und wichtig: Er/sie muss in Hamburg/Umgebung wohnen und bereit sein für ein Foto. Nebeneffekt dürfen Jobangebote sein, da es eine größere Story wird. Eine Strategieberatung gibt es kostenlos von mir dazu, so dass das Engagement und die Bereitschaft zur Öffentlichkeit auch mit großer Wahrscheinlichkeit zum Erfolg führt. Bitte nur per persönlicher Mail mit Lebenslauf direkt am mich: hofert@karriereundentwicklung.de Vielen Dank und herzliche Grüße Svenja Hofert
Weg mit den Jobcentern, her mit einem Grundeinkommen
Also erst einmal: Natürlich leben Hartz-IV-Empfänger nicht in Saus und Braus und gar “spätrömischer Dekadenz”. Guido, dein Beitrag mag genau gelesen, nicht so schlimm sein, wie die Presse schreibt — aber der Vergleich hinkt auch, wenn man den WELT-Kommentar im Zusammenhang liest. Was allerdings stimmt und was die derzeitige Debatte an den Tag trägt, ist — ein sehr oft auch mich erschreckendes Ungleichgewicht zwischen Arbeitenden und Nicht-Arbeitenden. Es ist wirklich verführerisch, nichts zu tun, wenn man sieht, wie wenig es sich lohnt. Heute erzählte mir eine Mitarbeiterin von einer Freundin, die ihr Einkommen gerade von 700 auf 900 Euro erhöhen […]
Karrieremacherbuch zum 4. Mal unter den Best-of-Books
Es freut mich mit dem Karrieremacherbuch nun schon zum 4. Mal unter den Best-of-Books von Getabstract zu sein: http://www.getabstract.com/zusammenfassung/12682/das-karrieremacherbuch.html . Getabstract wählt als Neuerscheinungen die Besten aus und stellt seinen Abonnenten Kurzzusammenfassungen zur Verfügung.
Wenn Du was leisten willst, geh ins Fitness-Center
Nein, wirklich, ich zweifle überhaupt nicht an, dass ganz, ganz viele Menschen sehr viel arbeiten. Viel zu viel. Das ist die eine Hälfte. Die andere Hälfte aber schiebt mehr oder weniger einen faulen Lenz: nicht selten in einem Konzern. Dass dort einige den Lenz nur im Frühling mögen und ansonsten an Bore-out leiden, ist bedauerlich (sind doch die Auswirkungen des ich-langweil-mich-so-Syndroms mindestens so schlimm wie die eines Burn-Outs). Es ist grausam, wenn Menschen, die anpacken wollen, dauernd an Grenzen stoßen: was alles nicht geht, keinen Sinn macht, gegen irgendwelche Interessen verstößt. Wer da nicht kündigt, wird zum Besitzstandbewahrer. Ich fasse manchmal nicht, was ich […]
Eine oder lieber keine Antwort
Heute kam via Xing eine schwierige Frage: Der Leser meines Buches “Stellen- und Jobsuche im Web 2.0” wollte wissen, wie er mit Anfragen unerwünschter Personen umgehen solle. Heikel. Grrr. Die Sache ist ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite geht es um Networking — und da kann jeder Kontakt wertvoll sein. Freude, wenn sich wieder jemand meldet! Auf der anderen Seite sieht man schnell, dass bestimmte Kontakte, das eigene Netzwerk eher entgeistern als bereichern und in völlig anderen Sphären zuhause sind (z.B. in der Xing-Gruppe “Geistheiler”). Manche wollen auch nur Kunden von fremden Wiesen abgrasen (oft, sorry, Finanzheinis). So ist […]
Die Antwort auf typische Fragen
Na endlich! Die Antwort auf typische Fragen wie “wann soll ich bei meiner Bewerbung nachfragen”: http://karrierebibel.de/bewerbungsstudie-2010-tippfehler-todsunden-online-profile/
Unmoralische Angebote
Der Arbeitsmarkt zeige sich robust, behauptet die Bundesagentur für Arbeit heute. Solche Aussagen verdecken, was hinter manchen Kulissen passiert. Dort wird teilweise heftig am Gehalt gespart. Besonders deutlich wird dies in der Medien- und Verlagsbranche. Hier scheinen sich die Redaktionen mit grenzwertigen Gehältern und — noch mehr — Honoraren gegenseitig zu unterbieten. 120 EUR Tagessatz, 10 EUR in der Stunde: Und das für gut ausgebildete Akademiker, oft mit Volontariat. Viel zu wenig zu leben — aber es gibt ja aufstockendes Arbeitslosengeld II, aus Steuergeldern finanziert. Möglich ist dies aufgrund der Schwemme hochqualifizierter Neu-Arbeitsloser, die allesamt von der BA aufgefordert werden, […]
Unmoralische Angebote
Der Arbeitsmarkt zeige sich robust, behauptet die Bundesagentur für Arbeit heute. Solche Aussagen verdecken, was hinter manchen Kulissen passiert. Dort wird teilweise heftig am Gehalt gespart. Besonders deutlich wird dies in der Medien- und Verlagsbranche. Hier scheinen sich die Redaktionen mit grenzwertigen Gehältern und — noch mehr — Honoraren gegenseitig zu unterbieten. 120 EUR Tagessatz, 10 EUR in der Stunde: Und das für gut ausgebildete Akademiker, oft mit Volontariat. Viel zu wenig zu leben — aber es gibt ja aufstockendes Arbeitslosengeld II, aus Steuergeldern finanziert. Möglich ist dies aufgrund der Schwemme hochqualifizierter Neu-Arbeitsloser, die allesamt von der BA aufgefordert werden, […]
Wie viel Selbstwirksamkeitserwartung haben Sie?
Diese Woche wurde das Wort “betriebsratsverseucht” von der Duden-Redaktion als “Unwort des Jahres” ausgezeichnet. Mir begegnete zeitgleich ein ähnliches Unwort wieder. Es ist eines der zentralen Karrierebegriffe überhaupt: Die Selbstwirksamkeitserwartung (SWE) — für die Engländer unter uns “perceived self-efficacy” (englisch klingt es nicht ganz so unwortig). Es ist der wissenschaftliche Begriff für einen Teil dessen, was ich in meinem Karrieremacherbuch als Karriere-IQ bezeichne. Es besagt, dass Menschen, die sehr von sich und ihren Kompetenzen und Möglichkeiten überzeugt sind, leichter ihre Ziele erreichen. Sie stecken sich auch höhere Ziele als Menschen mit niedriger SWE, suchen die Herausforderung und sind auch überzeugt, diese zu bewältigen. […]
Lieber die Uschi aus Herne als die Ulrike mit Harvard
Wenn derzeit Stellen entstehen, so im Mittelstand der krisenfesten oder einigermaßen wirtschaftsstabilen Unternehmen. Doch gerade dort sind die internationalen Lebensläufe der modernen Jungakademiker oft weniger angesehen. Top-Bewerber bleiben ohnehin nicht lange, scheint manch ein Personalentscheider zu denken (und hat damit öfter sogar Recht). “Wir brauchen hier kein Marketing, wir wollen verkaufen”, blöffte ein Vertriebsleiter eine Kundin von mir an. Theorie, Strategie? “Lass mal sein, Mädel.” Gefragt sind handfeste und praktisch einsetzbare Fähigkeiten und Erfahrungen. Und bitte keine Allüren von wegen international und so…“Bei uns reisen nur die Manager. Alle Auslandskontakte laufen über das Telefon.” Eine andere typische Schockaussage für Menschen, die neu erlerntes […]
Der verdeckte Stellenmarkt
Einen interessanten Artikel über die verdeckten Stellenmarkt hat der von mir sehr geschätzte Kollege Jürgen Nebel für Channel Partner verfasst: http://www.channelpartner.de/knowledgecenter/management_karriere/285970/index.html?r=156643724145457&lid=63741
Brauche ich große Namen im Lebenslauf?
Heute kam eine anonyme Frage in meinem Xing-Forum an, die ich hier noch mal anders aufgreifen und kommentieren möchte. Es ist eine der häufigsten Fragen zur Karriere überhaupt. Ein junger Consultant wollte wissen, ob große Namen im Lebenslauf wichtig seien. Seine Kollegen agrumentierten, es sei schlecht, wenn er — wie jetzt — bei einer kleinen, unbekannten Consultingfirma arbeitete. Eine Firma, der es nicht mal wichtig war, ob er einen Bachelor oder Master hatte! Die Arbeit aber machte ihm Spaß. Sollte er also die Firma wechseln, um einen besseren Namen im Lebenslauf zu haben? Nein. Auch wenn Status — und dieses Denken und […]