6 Karriere-Einbahnstraßen und Wege heraus
6 Karriere-Einbahnstraßen und Wege heraus
Es ging doch lange so gut! Ich musste mich nie bewerben. Es ging immer nur rauf. Und dann geht plötzlich gar nichts mehr! Das kann doch nicht sein! Ich kann nicht zählen, wie oft ich diese Sätze gehört habe. Von Menschen, die auf der Stelle treten, sei es im Unternehmen oder bei der Bewerbung. Was sind typische Einbahnstraßen und wie kommt man wieder raus? Hier eine kleine Orientierungshilfe. 1. Karriere-Einbahnstraße Alpha-Revier Es gibt Persönlichkeiten, die setzen sich über Jahre mit guter Leistung durch. Das sind oft die, die schon in der Schule gute Noten hatten. Sie werden immer wieder befördert, […]
Insecure Overachiever: Die Psychologie unsicherer Leistungsmenschen — und ihre innere Befreiung
(aktualisiert 2.8.2024) Viele Menschen in Leistungsjobs sind große Zweifler an sich selbst. Sie wirken nach außen sicher, aber sind innerlich leicht erschütterbar. Kritik von der richtigen, ihre Karriere bestimmenden Seite reicht aus, um den inneren Motor anzuzünden: Der Leistungsmensch arbeitet dann an sich, um besser zu werden. Er überarbeitet Folien, merzt Fehler aus, investiert seine Zeit. Ursprung: McKinsey Der McKinsey-Berater Matias Dalsgaard prägte für diese Menschen den Begriff „insecure overachiever“, also unsichere Überleister. Die Brandeins übersetzte das, was die Insecure Overachiever ausmacht, 2009 mit „noch wenig gefestigt“. Ihr ehemaliger Autor Wolf Lotter traf es damit gut. Mir gegenüber haben Führungskräfte ein […]
Profil schärfen in 5 Schritten mit der Logikrätsel-Methode
Die meisten Profile, die ich sehe, sind überfrachtet.Was immer wieder auffällt: Es fehlt die Linie, Informationen sind entweder zu dicht oder zu breit gestreut. Manches wird nicht gesagt, was wichtig wäre. Und immer wieder merken wir: Was wirklich wesentlich für den Leser ist, ist den Profilinhabern meist gar nicht bewusst. In der letzten Zeit mache ich öfter mal die Logikrätsel bei Spiegel Online und dabei ist mir aufgefallen, dass die Vorgehensweise bei Profilschärfung Analogien zum Lösen eines n Logikrätsels hat. Ich habe 5 Schritte ausgemacht, die auf dem Weg zur richtigen Profil-Lösung hilfreich sind. Erster Schritt: Machen Sie sich ein […]
Aus dem Quark kommen: Mit agilen Methoden berufliche Veränderungen herbeiführen
„Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ Diese Karrierefrage wird im Vorstellungsgespräch immer noch gern gestellt. Sie ist längst nicht mehr zeitgemäß: Es lässt sich kaum mehr planen, wo man in fünf Jahren stehen wird. Diese Unplanbarkeit macht berufliche Veränderung heute auf den ersten Blick schwieriger. Und einige Menschen blockiert das sogar. Ohne klares Ziel im Blick, ohne Perspektive, bekommen viele den Allerwertesten nicht hoch. Aber auch mit fällt es einigen schwer über das “man müsste mal” hinauszukommen (dazu ein älterer Beitrag von mir hier). Wir müssen unser Denken umstellen. Wer begreift, dass nicht das Ziel oder die Vision der […]
„Ich fühle mich bereichert“: Wenn Manager mit über 40 noch studieren
„Schaffe ich es ohne Studium bis zur Rente?“ Diese Frage stellen sich viele, die nicht studiert haben oder ihr Studium abbrachen. Es sind häufig Praktiker, die es weit gebracht haben, beispielsweise in der IT, der Produktion, aber auch im Vertrieb, mitunter auch im Marketing. In Forschung und Entwicklung und dem Rechtswesen ging es auch schon früher nicht ohne Studium. Nach wie vor ist der Vertrieb für Hands-on-Macher am offensten, doch die Luft wird dünner. Lohnt es sich also ein alter Student zu werden? In den 1980er und 1990ern war es leicht, sich mit Fleiß und Engagement hochzuarbeiten. Viele Praktiker sind […]
Lieber ein großer Fisch im kleinen Teich – Warum Sie klein anfangen sollten, um groß rauszukommen
Bastian Schweinsteiger geht zu Manchester United. Man könnte es als Abstieg deuten, spielte Manchester doch Jahre deutlich schlechter als die Bayern. Genauer betrachtet ist es eine kluge Entscheidung, denn Schweini handelt nach dem Fischteicheffekt (big fish little pond effect), den zuerst der Psychologe Herbert Marsh beschrieb. Der Fischteicheffekt besagt, dass Menschen sich besser entwickeln, wenn die Umgebung ihrem Selbstkonzept dient. Wenn sich also jemand für einen guten Fußballer hält, entwickelt er sich besser, wenn er zu den besseren gehört, also ein großer Fisch ist, als wenn er in einem großen Teich einer von vielen ist. Dank neuer Zukäufe wäre Schweini […]
Abgestempelt: Wie das Image Ihrer Firma Ihre Arbeitnehmermarke gefährden kann – und 5 Maßnahmen dagegen
Was assoziieren Sie, wenn Sie von Google als Arbeitgeber hören? Sie werden vermutlich an ein machtvolles, erfolgreiches Unternehmen denken, eine positive Arbeitgebermarke. An einen Gewinner. Was dagegen löst Karstadt in Ihnen aus? Oh ja, dieses Unternehmen hat es nicht geschafft. Es hat die Digitalisierung verschlafen. Es wurde regiert von unfähigen Managern, verscherbelt von einer Art Schießbudenfigur. Deutsche Bank? Ein unglaubwürdiges Managerduo hat gerade einen Scherbenhaufen und lauter desorientierte Mitarbeiter hinterlassen… Nun stellen Sie sich vor, Mitarbeiter aus Unternehmen, die keine gute Arbeitgebermarke (mehr) haben, bewerben sich woanders. Sie tragen das Image mit, das positive wie das negative. Bei Insidern mit […]
Lebensmuster in der Karriere: Wann sie stören — und wie sie nutzen
Warum passiert Ihnen immer wieder dasselbe? Wieso finden Sie sich stets in ähnlichen Situationen und Konstellationen wieder? Wahrscheinlich gibt es ein Muster, das Ihr Arbeitsleben schon länger prägt. Ich nenne es Lebensmuster, weil es meist sehr früh entstanden ist. Ein Beispiel: Die Eltern von Maria haben ihre Tochter nur anerkannt, wenn sie gute Noten nach Hause gebracht hat. Daraus hat sie gelernt: Ich bin nur etwas wert, wenn ich eine gute Note bekomme. Im Beruf äußerst sich das durch starken Ehrgeiz, aber geringen Selbstwert. Nie ist etwas gut genug. So wundert es nicht, dass Maria irgendwann zusammenbricht. Die Wirkrichtung elterlicher […]
Akademiker, die eigentlich keine sind und Bachelors, die nichts taugen
(aktualisiert 2.8.2024) Jeder soll studieren. Das zumindest war lange die Forderung von Experten, die ein Studium vor dem Hintergrund der Zukunft der Arbeit als Lösung für alle betrachten. Doch je mehr Bachelor- und auch Masterabsolventen ich sehe und höre, desto mehr zweifle ich, dass ein Studium die beste Lösung für sie war. Die Akademisierung führt dazu, dass für Jobs für die früher nur eine Ausbildung nötig war, jetzt ein Master notwendig ist. Das senkt die Qualität. Und entspricht oft nicht den Stärken der Menschen. Dabei würden wir so dringend gute Handwerker brauchen. Akademiker auf dem Papier, aber nicht im Kopf […]
Initiativbewerbung: Drei Schritte, um auf dem verdeckten Stellenmarkt erfolgreich zu sein
Gründe, sich auf dem verdeckten Stellenmarkt zu bewerben, lassen sich gleich mehrere finden. Sie können sich, wenn Sie auf (noch) nicht ausgeschriebene Stellen setzen, Ihre Zielfirmen selbst aussuchen, auf Hidden Champions zugehen, Ihr Arbeitsleben in die Hand nehmen und den Zufall aktiv beeinflussen. Wie Sie dabei vorgehen, ist je nach Hintergrund jedoch unterschiedlich. Aber es gibt sowas wie Best Practice. Erster Schritt: Welche Zielfirmen passen? Bevor Sie loslegen sollten Sie überlegen, warum sie diesen Weg wählen und was das für Ihre Zielfirmen bedeutet. Ich unterscheide drei Gruppen: Gruppe 1 der Bewerber sind in einem Umfeld tätig, das vor allem von […]
Sie suchen einen weniger fordernden Job? 3 Strategien für den gezielten Rückschritt
Anja ist ein Head von Irgendwas. Sie soll auf der grünen Wiese etwas erschaffen, innovativ sein, Lösungen finden, gestalten. Doch Anja ist „regelorientiert“; grüne Wiese ist so gar nichts für sie. Sie sucht einen überschaubaren Job, in dem sie weiß, was zu tun ist — und nicht jeden Tag wieder alles anders ist. Aufgrund der 1,0 im Abi und des Masters sehen Arbeitgeber aber die ultimative „Leistungsmaschine“ in ihr. Und kapieren nicht, dass Anja das gar nicht will. So sucht sie jetzt einen kleinen Job, der drei Stufen unter ihrem Level ist. Heute möchte ich über die fehlende Abwärtskompatibilität von […]
Wachstumsphasen: Wenn es so wie bisher nicht weiter geht
Jahresende – Zeit über seine eigene Position nachzudenken. Wo stehe ich? Wo steht mein Unternehmen? Wo stehe ich selbst? Ein hilfreiches Tool ist das Modell der Wachstumsphasen nach Larry E. Greiner aus dem Jahr 1972, das das Ökonom 1994 um eine sechste Phase erweiterte. Es eignet sich für eine strategische Analyse des eigenen Unternehmens – ob Sie nun angestellt darin arbeiten oder Unternehmer sind. Greiner beschreibt in seinem Modell sechs Wachstumsphasen, die jeweils mit einer Krise enden, die den Übergang in die nächste Phase vorbereitet. Diese Krise bricht aus, wenn das Wachstum in der jeweiligen Phase abgeschlossen ist. Oder auch: […]
Wochenschau: Wenn ein üppiges Gehalt nicht mehr reicht und das Zeugnis fehlt…
MS Office Von Selbstverwirklichung bis Zeugnis: Diese Woche war eine Woche der Gegensätze. Es erschienen Beiträge und Zitate von mir in Handelsblatt Online, Spiegel Online und in der Karrierebibel. Darüber ging mein Beitrag über die Anzugskraft von Unternehmen im eigenen Blog etwas unter, den ich gerade noch mal etwas überarbeitet habe. Hier der Überblick: Aussteiger: Wenn ein üppiges Gehalt nicht mehr reicht Wenn ein üppiges Gehalt nicht mehr reicht – dieser Beitrag in Handelsblatt Online mit Zitaten von mir spricht Bedürfnisse von Menschen an, die in der derzeitigen Arbeitswelt keine Erfüllung mehr finden. Die Architektin, die Hundekekse backt, […]
Die Anzugskraft der Unternehmen: Was Menschen in Firmen zieht und dort manchmal gefangen hält
MS Office Die einen folgen einem “guten” Namen, die nächsten dem netten Team, wieder andere der Sicherheit. Was zieht Menschen in Unternehmen? Und warum passen sich diese nach und nach dem Unternehmen an — selbst wenn dieses keine ideale Umgebung bietet? Wieso werden sich Hund und Herrchen immer ähnlicher? Weil es etwas über meinen Charakter aussagt, dass ich einen Bichon Frisees oder Rottweiler bevorzuge? Oder weil ich nach und nach werde wie der Hund? Diese Frage kann man sich auch bei der Anzugskraft von Unternehmen stellen, das ist soziologisch die Gravitation. Warum zieht es den einen zu Google, […]
Die verlorene Mitte: Warum wir das Mittelmaß hoffnungslos unterschätzen
Eine von vielen zu sein, ist auch ganz schön… Das Mittelmaß ist nicht besonders angesehen. Deshalb steigen Abiturnoten seit Jahren immer weiter in den Einserbereich — die Mitte geht verloren. Man will den Abiturienten nicht zumuten, durchschnittlich zu sein. Denn dann hätten sie auch keine Aussicht auf einen nicht-mittelmäßigen Studienplatz, da sich auch der Numerus Clausus immer weiter vom Mittelmaß entfernt. Und in Zeiten von Begabtenförderung, Talentmanagement und Performance ist alles im Dreier-Bereich sowieso nicht gut angesehen. Mein Abitur wäre heute eine Katastrophe und war schon damals nur Mittelmaß, Shakespeare hatte mich reingerisssen. Selbst nicht in der Lage, schulische […]