Roboter im Recrui­ting: Wie Bewer­bern bei Online-Bewer­­bungen falsche Tatsa­chen vorge­täuscht werden

Roboter im Recrui­ting: Wie Bewer­bern bei Online-Bewer­­bungen falsche Tatsa­chen vorge­täuscht werden

Sie wundern sich, warum Sie pünkt­lich nach drei Tagen eine Absage auf Ihre Online-Bewer­bung erhalten? So spürbar gewollt auf 9 Uhr und 5 Minuten einge­stellt, dass man die Absicht gera­dezu fühlen kann: Da will der Entwickler einer Recrui­tin­g­soft­ware schlauer sein als Sie. Vorheu­cheln möchte man Ihnen, dass man sich Ihre Bewer­bung gleich als erstes persön­lich vorge­nommen hat, an diesem Montag, Dienstag, Donnerstag. Mensch spielen. Letztes Wochen­ende stol­perte ich über einen Blog­bei­trag von HR-Blogger Stefan Scheller, das Blind HR-Battle. Er ließ Woll­milchsau-Chef Jan Kirchner im HR-Battle gegen Michael Witt, Recruiter bei Voith antreten. Kirchner argu­men­tierte pro Maschine, Witt contra. Kirchner lüftete […]

Persön­lich­keits­tests: Warum sie auch Profis oft täuschen

Auf dem Papier schien er weder leis­tungs­mo­ti­viert noch gewis­sen­haft zu sein, weder analy­tisch noch team­fähig. In sämt­li­chen Persön­lich­keits­test-Skalen unter­durch­schnitt­lich. Im parallel absol­vierten Inter­es­sen­test RIASEC sowie im BIS (Berufs­in­ter­es­sen­test) deutete alles darauf, dass er sich für gar nichts inter­es­sierte. Doch komi­scher­weise waren die Zeug­nisse von Dr. Schmidt, nennen wir ihn einfach mal so, exzel­lent. Überall nur über­durch­schnitt­liche Noten. Er war in namhaften Unter­nehmen ange­stellt gewesen, um ihn warb man als Arbeit­geber. Wie bitte passt das zusammen? Tests werden als Abkür­zung für die Urteils­bil­dung miss­braucht In 15 Jahren habe ich mehr als 100 Verfahren kennen­ge­lernt. Ich habe fünf Persön­lich­keits­test-Zerti­fi­zie­rungen. Doch je mehr Tests […]

24. März 2015|Tags: , |

HR-Barcamp 2015, Teil 2 — Active Sourcing oder: Erzie­he­rinnen triffst du bei Ebay und Program­mierer ganz hinten im Code

Eine Session, alle Blicke nach vorn Der zweite Tag des Barcamps (gestern Teil 1) beginnt bei mir müde. Ich hätte früher ins Bett gehen sollen. Ich treffe Chris­toph Athanas vorm Früh­stücks­buffet (Top-Cate­ring!), der sich für meinen Beitrag bedankt. „Genau das ist übri­gens Barcamp – man weiß nie, wie eine Diskus­sion verläuft.“ Es sei essen­tiell, dass Perso­naler selbst Sessions geben. Und da ist halt manches nicht immer so perfekt. Da hat er Recht! Also, liebe Perso­naler, macht mit beim Barcamp 2016. Das Unper­fekte ist sowieso viel span­nender. Ich erkenne am zweiten Tag, dass es offen­sicht­lich verschie­dene Barcamp-Vari­anten gibt. Manche stehen vorn, geben einen Impuls und mode­rieren eine Diskus­sion, […]

1. März 2015|Tags: , |

Trans­for­ma­tion ist die einzige Exis­tenz­be­rech­ti­gung für HR – und andere Erkennt­nisse des HR Barcamps 2015

Jetzt habe ich kurz über­legt, ob ich noch unten ins Fitness­studio des Ellington Hotels gehe, es ist 22 Uhr. Aber kann ich auch morgen früh noch – bevor der zweite Tag des HR Barcamps 2015 in Berlin startet. Der erste war schon voller Eindrücke, und gibt genug her für einen Beitrag. Das erste Selfie beispiels­weise: Mit und von Jörn Henrik Ast, der mich zu What­chadoo-Gründer Ali Mahl­odji schiebt, der mit seinem Kollegen überall Mozart­ku­geln verteilt. Sonst lauter Leute, die ich nur von Twitter kenne. Chris­toph Athanas zum Beispiel, der eine Orga­ni­sator. Jannis Tsalikis, der zweite, ein echter Enter­tainer (ein High­light […]

27. Februar 2015|Tags: |

Recrui­tin­g­di­lemma oder Digi­tal­ro­mantik? Wo stehen wir im Jahr 2025 wirk­lich? (Rezen­sion)

Sie ist schlank und muskulös, sieht gut aus und weint, als sie mit ihrer mega-erfolg­rei­chen Freundin spricht, die vor lauter Arbeit nicht mehr zum Sport kommt… sowas auch. Die ärmste Yvonne aus dem Kapitel „arbeitslos statt Voll­be­schäf­ti­gung“ im Buch „Das Recrui­ting-Dilemma“ von Sven-Gábor Jánszky: Seit drei Jahren aus dem Job, ein Schwer­ver­bre­chen im digi­talen Zeit­alter, in der die Mons­ter­kraken Wirt­schaft und Wandel uns gemeinsam diri­gieren.  So dumm, Yvonne! Eltern­zeit genommen, Landei geblieben, das ist halt die Geschichte der Verlierer am Arbeits­markt im Jahr 2025 (… ich glaube nicht daran, und halte auch nichts von dieser Art Panik­mache). 2025 — das ist die […]

19. Februar 2015|Tags: , , |

Warum gute Unter­nehmen Mitar­beiter nicht kaufen müssen

Diese Woche schrieb mir eine glück­liche Kundin, die einen neuen Job ange­treten ist, folgende Sätze: „Ein tolles Unter­nehmen mit Werten, die tatsäch­lich gelebt werden. Unglaub­lich, wie man dort  die „Ressource“ Mitar­beiter behan­delt. Die Menschen sind  hoch­zu­frieden, gutge­launt und gehen alle sehr liebe­voll mitein­ander um…“ Den Namen der Firma will ich hier nicht nennen, aber drei andere Personen habe ich schon auf das Unter­nehmen hinge­wiesen, da mir die Kundin dafür auch ein expli­zites “Go” gegeben hat. Empfeh­lungs­mar­ke­ting wie ich es, leider, selten betreiben kann. So folgt meine Kolumne heute der Frage: Was macht ein Unter­nehmen empfeh­lens­wert? Dafür gibt es durchaus ein paar klare Eckpunkte, […]

24. Januar 2015|Tags: , , |

6 Zeichen für den Wandel: Was dieses Jahr anders war

Nein, es gibt keinen flächen­de­ckenden Fach­kräf­te­mangel. Und doch, es verän­dert sich was. Was genau? 1. Keine Pause. HR arbei­tete auch Weih­nachten. Vorstel­lungs­ge­spräche am 22.12. oder 5.1.2015? Was ist das? Ich kann mich nicht erin­nern, dass es sowas jemals zuvor gab. Die Winter­pause war noch letztes Jahr gut vier Wochen lang. „Wir treffen uns in der zweiten Janu­ar­woche zum Üben des Vorstel­lungs­ge­sprächs. Reicht doch, Frau Hofert.“ Reicht gerade nicht… Ist das der “demo­gra­fi­sche” Wandel, das neue Bemühen um Fach­kräfte? 2. Schnelle Entschei­dungen waren möglich. Gut, hier gibt es bran­chen­spe­zi­fisch erheb­liche Unter­schiede. Während die einen inner­halb einer Woche alles klar machen, brau­chen […]

23. Dezember 2014|Tags: , , |

Wenn Küchen­psy­cho­logie sich in der Perso­nal­ab­tei­lung breit macht

Der HR-Aufreger der Woche kam von der Deut­schen Bahn, hier eine News von Spiegel Online dazu. Eine Perso­nal­ma­na­gerin äußerte öffent­lich, in einem inzwi­schen zurück­ge­zo­genen Video, dass sie für zahlen­sen­sible Bereiche gern Menschen rekru­tiere, die zwang­haft seien und an einer Angst­stö­rung leiden. Diese seien super pedan­tisch und könnten nachts nicht schlafen, wenn mit den Zahlen etwas nicht stimme. Im Kopf hatte sie wohl die “Grund­formen der Angst” von Fritz Riemann und den para­no­iden Typ (harm­loser: den Dauer-Typ). Gibt es viel­leicht wirk­lich eine Verbin­dung von Zwangs­stö­rung und dahinter liegender Persön­lich­keits­ten­denz und Beruf? Oder ist das alles Unsinn? “Zahlen­men­schen zwang­haft zwang­haft” Controller, Buch­halter, Revi­soren, Finan­cial […]

19. Dezember 2014|Tags: , , |

„Was soll dieser Hype um die Gene­ra­tion Y?“ Jörg Buck­mann über Arbeit, die Schweiz und das Leben

Menschen mit feinem Sprach­witz und eigenem Stand­punkt mag ich ja. Jörg Buck­mann ist so jemand. Im Haupt­beruf Leiter des Perso­nal­ma­nage­ments bei den Verkehrs­be­trieben Zürich, gehört er mit seinem fein­sin­nigen buck­mann­bloggt zu meinen Stan­dard­lek­türen. Dass er ähnlich wie Kollege Zabo­rowski eine gewisse Neigung zur Über­länge hat, macht gerade den Charme aus. Stellen Sie sich also auf ein sehr langes Inter­view ein, das sich aber zu lesen lohnt (ähnlich wie sein Frechmut-Buch, Rezen­sion hier). Auch, weil es ein wunder­bares Lehr­stück über unseren Nach­barn Schweiz ist. Und das Arbeiten dort. Stellen Sie sich einmal vor. Ich bin 45, HR-Mensch mit einer Ader für Marke­ting und Kommu­ni­ka­tion und, […]

9. November 2014|Tags: , , , |

Was ist denn das für ein Typ? 6 Perso­na­lertypen im Vorstel­lungs­ge­spräch

Da sitzt jemand mit Poker­face, der Sie einschüch­tert? Sie fühlen sich psycho­lo­gisch durch­leuchtet und wie auf der Couch? Perso­naler sind durch unter­schied­liche Schu­lungen und Ausbil­dungs­wege, teils auch durch Küchen­psy­cho­logie verschieden geprägt. Unser Schnell­durch­lauf durch die Welt der Perso­naler: Das Poker­face Das Poker­face ist ein Profi, der es über­treibt. Derzeit lernen Perso­naler dem Bewerber nicht zu spie­geln, ob sie eine Antwort gut oder schlecht fanden. Manche über­treiben das und schauen eiskalt drein. Dadurch versu­chen sie die Bewerber zu verun­si­chern, was meist bestens gelingt. Die Küchen­psy­cho­logie dahinter: Wer nicht weiß, was der andere denkt und fühlt, zeigt sich authen­ti­scher. Das ist nur […]

30. Oktober 2014|Tags: , , |

5 Methoden beruf­li­chen Erfolg vorher­sagen – und wann und wo sie Grenzen haben

Die rich­tige Einstel­lung lässt sich nicht berechnen. MS Office Bewerber mögen Unter­nehmen, die offen sind. Unter­nehmen sehen das anders: Am liebsten sind uns Mitar­beiter, die vorher schon das gleiche gemacht haben! So ist die gängige Haltung. Auch Freenet-Vorstand Chris­toph Vilanek bestä­tigt dies in der brand eins. Er begründet die konser­va­tive Einstel­lungs­po­litik mit der Tatsache, dass sich die Bereiche immer spezi­eller und spezia­li­sierter entwickelten.Ist diese Haltung berech­tigt? 5 gelebte Über­zeu­gungen der HR-Abtei­lung – und wie berech­tigt sie wirk­lich sind. 1. Vergan­gen­heit sagt die Zukunft voraus – aber nicht Inno­va­tions- und Führungs­fä­hig­keit Wie viele andere geht auch Vilanek bei der Einstel­lung von Mitar­bei­tern […]

23. Oktober 2014|Tags: , , , |

Wie Profis Vorstel­lungs­ge­spräche führen, und wie Bewerber das Wissen dazu nutzen

Es gibt sinn­lose Fragen und sinn­volle. Fragen, hinter denen etwas steckt – und solche die einfach mal so losge­feuert werden. Fragen ist nicht gleich Fragen – und gutes Fragen ist eine hohe Kompe­tenz. Eine Kompe­tenz, die für Perso­naler fast schon über­le­bens­wichtig ist: Sie wollen die Wahr­heit heraus­finden, dem Gegen­über auf den Zahn fühlen, um Fehl­ent­schei­dungen zu vermeiden. Über die unter­schied­li­chen Arten Inter­views zu führen, habe ich bereits mehr­fach geschrieben, zuletzt hier in der Karrie­re­bibel. Neben Fragen wie der berüch­tigten Frage nach den Stärken und Schwä­chen, gibt es auch verschie­dene Frage­tech­niken, also Methoden, um etwas heraus­zu­finden, etwa zirku­lie­rendes Fragen (ein Thema wird […]

10. Oktober 2014|Tags: , |

“Sie waren ja auf der glei­chen Grund­schule wie ich!” Wenn Perso­nal­aus­wahl zu mensch­lich wird

Lasst den Roboter recruiten Mich verfolgen zwei HR-Trau­mata. Meinen ersten Job hatte der Inter­ven­tion einer Sekre­tärin zu verdanken. „Die sieht nett aus, lad die ein“ — so “steckte” man mir, nötigte diese ihren Chef. Für mich eine persön­liche Belei­di­gung, die ich nie ganz verwunden habe. Trauma Nr. 2: Wenige Jahre später stellte ich selbst jemand ein — weil sie irgendwie nett wirkte. Die junge Dame lernte später einen Kollegen kennen; zumin­dest der Mann ist mir 20 Jahre danach immer noch dankbar. Unter Perso­nal­aus­wahl-Gesichts­punkten war das alles höchst unpro­fes­sio­nell. Damals hatte ich keinen blassen Schimmer vom Recrui­ting, hielt aber große Stücke […]

18. September 2014|Tags: , , |

0,3 Prozent: Wie unwahr­schein­lich Einla­dungen auf Vorstel­lungs­ge­spräche wirk­lich sind – und an welchen Schrauben Sie drehen können

„Ich passte 100% und wurde nicht einge­laden“, so höre ich oft von Bewer­bern, die das gar nicht glauben wollen. Wo doch alle vom Fach­kräf­te­mangel reden. Mit diesem Artikel gebe ich Ihnen einen kleinen, anonymen Einblick  in Bereiche und tatsäch­liche Bewer­ber­zahlen. Die Zahlen habe ich entweder direkt von Personen, die dort zum Gespräch waren oder von den Perso­na­lern bzw. aus ihrem Umfeld. Namen nennen möchte ich natür­lich nicht. Projekt­stelle bei einer beliebten NGO: 1.200 Bewerber Posi­tion im Pres­se­be­reich bei einer namhaften Insti­tu­tion: 3.000 Bewerber Marke­ting­po­si­tion bei einem Touris­mus­ver­band: 350 Bewerber Kauf­män­ni­sche Leitungs­po­si­tion bundes­weit: zwischen 70 und 800 Bewerber (höhere Zahlen in […]

1. September 2014|Tags: , , |

Ehrliche Joban­zeigen: Wie sich die Zahl passender Bewerber ganz einfach erhöhen ließe

„Sie werden 90 Prozent Ihrer Zeit hoch­kon­zen­triert mit Excel arbeiten, weshalb eine Leiden­schaft für dieses Tool sowie ein Blick für kleinste Details essen­tiell sind. Sie haben so gut wie keinen Kontakt mit Kollegen. Ihr Vorge­setzter sitzt in Singapur. Diese Einstiegs­po­si­tion wollen wir mit 45.000 EUR vergüten.“ Haben Sie so etwas schon gelesen? Ich nicht. Aber es gibt solche Stellen. Nur, dass man sie erst erkennt, wenn man schon längst im Job arbeitet und sich wundert, wo denn hier  jene Team­fä­hig­keit und jener Unter­neh­mer­geist erfor­der­lich ist, die die Stel­len­an­zeige forderten. Eine Kundin arbei­tete mit einem anderen Kollegen in einem abgeschlossenen,verglasten Raum, das sie […]

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