Bildungs­burger 2: Besser erst mal eine Lehre, danach kann man sich ein Studium auch kaufen (Streit­ge­spräch)

Bildungs­burger 2: Besser erst mal eine Lehre, danach kann man sich ein Studium auch kaufen (Streit­ge­spräch)

Meine spitze Kolumne über Kauf­stu­dien hat mir viele Protest­mails einge­bracht, ein Nach­klapp findet sich hier. So ganz einver­standen war auch Weiter­bil­dungs­experte Lars Hahn nicht mit meiner These, a.) dass die Ökono­mi­sie­rung zu einer Benach­tei­li­gung von Haus aus schlechter gestellter Menschen führt und b.) dass die Quali­täts­un­ter­schiede in der Bildung, wirt­schaft­lich getrieben, immer größer werden. Bereits vor zwei Jahren hatten wir uns auf einen Bildungs­burger getroffen. Dieses Mal war es eine Bildungs-Zitro­nentarte und ein doppelter Espresso Macchiato im Café Schmidt. Lars Hahn:  Willst du im Ernst eine Lanze für staat­liche Bildung brechen? Das wäre ja die Konse­quenz deiner Aussagen. SH: Mir ging es […]

30. Mai 2014|Tags: , , , |

Kauf­stu­dium: Gut oder schlecht? (Replik auf Kolumne bei Spiegel Online)

Jedes Jahr studieren mehr Menschen privat und geben dafür oft sehr viel Geld aus. Fakt ist: Es gibt immer mehr kosten­pflich­tige Studi­en­gänge und immer mehr Leute, die sich ab rund 7.000 EUR bis rund 70.000 EUR ihre akade­mi­sche Ausbil­dung früher (Bachelor) oder später (Master) erkaufen. Dabei bestehen auf der einen Seite etablierte Elite­schulen, auf der anderen Newcomer, teils ohne inter­na­tio­nale Akkre­di­tie­rung und dazwi­schen eine breite, aber expan­sive Mitte. Fakt ist: In manchen Studi­en­gängen substi­tu­iert Geld die Note. Mindes­tens aber gibt es ohne Geld kein Studium, oder nur mit (z.B. Leis­tungs-) Stipen­dium und nach Ausnah­me­re­ge­lung. Fakt ist drit­tens: Es besteht daneben ein staat­li­ches Bildungs­system, das […]

23. Mai 2014|

Top-5-Tipps für beein­dru­ckende Erfolgs­ori­en­tie­rung im Lebens­lauf

Gehören Sie zu den belieb­testen 10%-Führungskräfte in Ihrem Unter­nehmen? Haben Sie neue Märkte für ein altes Produkt erobert? Recht und Ordnung in eine regel­lose Vertriebs­or­ga­ni­sa­tion gebracht? Einen maroden Fußball­verein finan­ziell saniert? Glück­wunsch, wenn Ihnen nach diesen Beispielen etwas in dieser Art einfällt, dann waren Sie erfolg­reich. Selbst, wenn der Fußball­verein nicht erste Liga spielt. MS Office Heute möchte ich Ihnen die Erfolgs­ori­en­tie­rung im CV nahe­bringen. Womit Sie den lieben langen Tag verbracht haben? Das reißt niemand vom Hocker. Begeis­tern Sie durch Erfolge. Wirk­lich inter­es­sant ist nicht WAS, sondern was Sie erfolg­reich gemacth haben. Das nennt man track record. […]

Karriere-Vitamine: Drei Typen von Durch­­starter-Lebens­­­läufen

Wie steht es um Ihre Karriere-Bonität? Haben Sie einen Triple-A-Lebens­lauf oder das Zeug dafür, eine Karriere auf hohem Niveau zu machen? Triple-A-CVs sind Lebens­läufe, die einem die Tür zu den großen, renom­mierten Unter­nehmen öffnen. Die Bezeich­nung kommt aus dem Rating: AAA heißt Kauf­emp­feh­lung. Was ist also das Gegen­teil eines solchen Türöffner-Lebens­lauf? Ein CV, der Türen schließt.  C‑Rating — wie es derzeit Grie­chen­land hat. Bewer­bern ist oft gar nicht bewusst, dass es solche unge­schrie­benen Kate­go­rien gibt und erst recht nicht, zu welcher sie selbst gehören. Lernen Sie die drei verschie­denen Triple-A-Typen kennen und orten Sie sich selbst. Was sind nun Triple-A-Lebens­läufe? Es gibt […]

Wie finde ich den Bachelor oder Master, der zu mir passt? Studi­en­wahl in 9 Schritten

Was es inzwi­schen alles gibt! Studi­en­gänge für Klein­tier­me­dizin, für Media­tion, Nach­hal­tig­keit, Tech­no­lo­gie­mar­ke­ting, Sales, Karrie­re­coa­ching sogar… Eine riesige Fülle. Als wissens­hung­riger Mensch würde man sich am liebsten überall einschreiben. Doch all die Möglich­keiten verwirren auch. Ich habe ein neun-Punkte-Programm für eine gute Studi­en­wahl entwi­ckelt, die für alle Alters­stufen funk­tio­niert, also auch für Berufs­er­fah­rene. Beson­ders möchte ich auch die Inter­es­senten von nicht-konse­ku­tiven Studi­en­gängen anspre­chen, also solche, die mit ihrem Zwei­stu­dium nicht direkt ans Erst­stu­dium anknüpfen können oder wollen. Copy­right: Trüf­felpix @Fotolia.com Erstens: Was kommt danach? Zunächst möchte ich Sie anregen, über das „danach“ nach­zu­denken, also das, was im Anschluss an […]

Die Zukunft der Bildung: Futter für die Wirt­schaft oder für den Geist?

Früher gab es vor allem einen Grund zu lernen: Non scholae sed vitae discimus. Wir lernen fürs Leben. Viele berufen sich noch heute noch auf dieses Humboldt­sche Bildungs­ideal. Nach Wilhelm von Humboldt ist das Bedürfnis, sich zu bilden, im Inneren des Menschen ange­legt und natur­ge­geben. Im Humboldt­schen Ideal steht die Persön­lich­keits­ent­wick­lung im Mittel­punkt, durch die Indi­vi­dua­lität möglich wird.  Jedem soll deshalb Bildung zugäng­lich gemacht werden  Mate­ri­elle Ziele gehen damit nicht einher. Ökono­mi­sie­rung der Bildung Doch die Ökono­mi­sie­rung der Bildung schreitet in anderen Berei­chen voran, die Verkür­zung der Schul­zeit auf 12 Jahre („G8“) ist nur ein Zeichen. Leider hat die Wirt­schaft die […]

Was machen mit…? Karrie­re­check Natur­wis­sen­schaften

MS Office „Ich will aber einen rich­tigen Beruf“, ist einer der meist­ge­le­senen Beiträge in meinem Blog im letzten Jahr gewesen. Das Thema treibt viele um, die etwas studieren möchten, was nicht direkt in einen Beruf führt. Der Medi­zin­stu­dent wird Arzt, der Maschi­nen­bau­stu­dent Inge­nieur? Aber der Mathe­ma­tiker? Wenn der nicht weiß, ob er Aktuar werden will oder viel­leicht doch Program­mierer, HR-Spezia­li­siert oder…? Kann man etwas werden, wenn man eigent­lich nichts studiert hat, dass im Arbeits­leben einen festen Namen hat? Dieser Frage will ich mit einer neuen Reihe nach­gehen. In welche Posi­tionen und Funk­tionen führen Studi­en­gänge? Meine größte Hilfe ist Xing, da kann man […]

Wo sich der verdeckte Stel­len­markt wirk­lich versteckt – und für wen sich die Initia­tiv­be­wer­bung lohnt

Zwei­drittel aller Stellen werden unter der Hand vergeben. Diese Zahl kursiert seit Jahren, woher sie genau kommt? Wohl eine Schät­zung. Denn messbar ist so etwas nicht: Es gibt keine zentrale Melde­stelle für Jobs, weshalb auch niemand mitbe­kommt, wenn ich Herrn Müller sage, er soll morgen bei mir als Buch­halter anfangen — ohne eine Anzeige aufzu­geben. Es kann sein, dass Stellen ausge­schrieben sind, diese aber trotzdem an jemand aus dem eigenen Kreis vergeben werden. Täglich bekomme ich solche Stellen über irgend­welche Verteiler. Da steht dann „gebt das mal ins Netz­werk“ oder „falls du jemand weißt“. Und bisweilen inof­fi­zi­elle Vermerke wie: Bitte unter […]

Mythos Fach­kräf­te­mangel — und warum sich die Königs­kinder einfach nicht finden können (Rezen­sion)

Eindeutig: Der Fach­kräf­te­mangel ist ein Mythos! Ich kann die gut ausge­bil­deten Menschen nicht mehr zählen, die erfahren mussten, dass es nicht auf ein Studium und Berufs­er­fah­rung ankommt, sondern.… … darauf am rich­tigen Ort zu sein. Und der rich­tige Ort, das ist oft nicht München, Berlin, Hamburg. Der rich­tige Ort ist oft da, wo keiner hinwill, der die Groß­stadt liebt. Kennen Sie Künzelsau? .…darauf zur rich­tigen Zeit die rich­tigen Entschei­dungen getroffen zu haben, zum Beispiel 2008–2009 auf Social Media gesetzt zu haben und 2003–2005 auf Online-Marke­ting. …darauf, die rich­tige Erfah­rung zu haben weil man zufällig zur rich­tigen Zeit die rich­tigen Entschei­dungen […]

Wirt­­schafts-Mix-Studi­en­­gänge: Cock­tails mit Zukunft?

Oft wird Mix-Studi­en­gängen bitter unrecht getan. Sie seien nichts Halbes und nichts Ganzes. Weder Fleisch noch Fisch. Dabei sind es ideale Studi­en­gänge für den kleinen Einstieg in die akade­mi­sche Lauf­bahn per Bachelor – und passend für die vielen inter­dis­zi­pli­nären Jobs, die so in Zukunft entstehen. Was gibt es im Mix-Bereich und wie aussichts­reich sind die Studi­en­gänge? Ein kleiner Rund­gang. Wirt­schafts­in­for­matik und Wirt­schafts­in­ge­nieur­wesen Beides sind Klas­siker, die in den letzten Jahren sehr vielen jungen Menschen den Einstieg in die Arbeits­welt erleich­tert haben. Denn der Vorteil eines Wirt­schafts­in­ge­nieurs (wie Wirt­schafts­in­for­ma­ti­kers) ist seine Kompe­tenz an Schnitt­stellen, etwa im Projekt­ma­nage­ment, wo es um tech­ni­sches und kauf­män­ni­sches […]

Fach­kräf­te­mangel: Akade­miker = gesucht? Vergesst es! Werdet lieber Tech­niker und Hand­werker

Gestern sprach ich mit einem Kunden, der mitt­ler­weile 180 Bewer­bungen draußen hat, ein Akade­miker mit fundiertem betriebs­wirt­schaft­li­cher Studium und inter­na­tio­naler Erfah­rung. Der Mensch ist intel­li­gent und eloquent, es gibt keinen Grund für die vielen Absagen außer den, dass die vorhe­rige Berufs­er­fah­rung etwas speziell war und das sie gerade am Markt nicht exakt abge­bildet ist. Er hat auch keinen tech­ni­schen Hinter­grund. Wirt­schafts­in­ge­nieur würde besser laufen. So, nur mit BWL, beträgt die Einla­dungs­quote kaum 5%. Wenn Menschen meine Einschät­zung zu Lebens­läufen wissen wollen, klafft diese manchmal ausein­ander mit dem, was überall zu lesen ist. „Ich bin doch eine Fach­kraft! Ich habe doch […]

Kluge Berufs­ent­schei­dungen: Wie Sie Bauch und Kopf zusam­men­bringen

Sich zwischen drei Joban­ge­boten zu entscheiden, ist schon schwer. Unter 70.000 Studi­en­gängen den passenden zu finden, ist dagegen fast unmög­lich. Vor lauter Über­for­de­rung entscheiden sich immer noch die meisten Menschen für die klas­si­schen Studi­en­gänge wie BWL oder Jura. Und obwohl sich die Zahl der Ausbil­dungen von rund 800 auf 345 redu­ziert hat, wählen die Lehr­linge heute noch die glei­chen Berufe wie vor 10 Jahren. Man entscheidet sich für das, was man kennt. Das ist mensch­lich. Unser Gehirn blendet das stän­dige Zuviel an Infor­ma­tionen einfach aus, mehr als fünf bis sieben Infos auf einmal kann es gar nicht zeit­gleich verar­beiten. Das […]

31. Januar 2014|Tags: , , , |

Titel­geil? Oder intrin­sisch moti­viert? Die Wahr­heit über Promo­vie­rende (Inter­view)

Copy­right MS Office Sind Promo­vie­rende Titel­geil? Geht es Ihnen nur um die schnelle Karriere in der freien und damit gut bezahlten Wirt­schaft? Das legt ein Artikel in der SZ vom 27.12014 (“Wenn Wissen­schaft zur Neben­sache wird — Promo­tionen die “nur” der Karriere dienen”) nahe.  Ich sprach darüber mit der Personal- und Bildungs­expertin Dr. Eva Reich­mann — promo­viert, aber absolut nicht titel­geil. Ich möchte aus meiner eigenen Erfah­rung hinzu­fügen: Ich habe nie jemand erlebt, der wegen eines Titels promo­viert hat.  Es waren immer zumin­dest über­wie­gend intrin­si­sche Moti­va­tionen. Andere machen bereits Karriere, während man (noch) promo­viert. Warum tun sich Leute das an? Reich­mann: Eine Promo­tion kostet […]

29. Januar 2014|Tags: , , , |

Posi­tio­nie­rung: Gehen Sie ruhig mehr in die Breite

Spitz oder lieber breit an den Markt? Darüber gehen die Meinungen nach wie vor ausein­ander. Mit meinen Kunden und bei Kollegen erlebe ich seit Jahren dasselbe: Am Anfang versu­chen die meisten, berauscht von all den Ratge­bern und Posi­tio­nie­rungs­experten sich spitz aufzu­stellen, vor allem wenn sie mein Slow­Grow-Prinzip nicht gelesen haben oder dem Braten noch nicht recht trauen mögen… wo doch alle von spitzer Posi­tio­nie­rung spre­chen… kann man doch nicht.…! MS Office Doch dann gehen die Dinge bei den spitz aufge­stellten nicht so schnell wie erwartet. Anfangs­er­folge sind wie Gewinne beim Glück­spiel: Sie befeuern eine Euphorie der Selbst­über­zeu­gung. Wird […]

Selbst­test Berufs­in­ter­essen: Können ist nicht gleich Wollen

Dieses Jahr ist das Jahr, der Berufs­ori­en­tie­rung – so hat es Recru­tain­ment-Chef Joachim Diercks in seiner Blog­pa­rade ausge­rufen. In diesem Rahmen will ich mich mal ganz prak­tisch mit der Frage beschäf­tigen: Helfen Tests dabei? Diese Frage ist immer wieder umstritten. Über die Rela­ti­vität von Inter­essen habe ich bereits hier geschrieben. Inter­essen leiten bei der ersten Berufs- und Studi­en­ori­en­tie­rung. Für die Bewäl­ti­gung des Studiums aber braucht es Kompe­tenzen: kogni­tive, moto­ri­sche oder/und soziale, Hand­lungs­kom­pe­tenzen auch.  Noch wich­tiger sind jedoch Moti­va­tionen: Treibt mich etwas, das Studium durch­zu­halten? Können ist nämlich nicht gleich wollen. Für den späteren beruf­li­chen Erfolg und/oder die Zufrie­den­heit wiederum benö­tigt man […]

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