Wieder Zeit zum Brot­ba­cken: Unsere Zukunft in einer tech­ni­sierten Arbeits­welt (Rezen­sion)

Wieder Zeit zum Brot­ba­cken: Unsere Zukunft in einer tech­ni­sierten Arbeits­welt (Rezen­sion)

Mensch = gut und besser? Nicht immer. Die Kuh mag ihren Milch­ro­boter lieber. Der massiert gleich die Zitzen und ist außerdem immer verfügbar. Auf den Menschen dagegen muss die Kuh warten. Ich beschreibe eine Szene  aus dem ersten Teil des Buchs „Arbeits­frei“ von Constanze Kurz und Frank Rieger. Beide sind Infor­ma­tiker und als Spre­cher im Chaos Computer Club enga­giert. Das Buch aus dem Riemann-Verlag beleuchtet die Arbeit der Zukunft mit konse­quentem Blick auf die tech­ni­schen Möglich­keiten inklu­sive Besuch in verschie­denen Produk­ti­ons­hallen von Groß­bä­ckerei bis Agrar­pro­du­zent. Man sollte von Infor­ma­ti­kern keine Tech­nik­feind­lich­keit erwarten, jeden­falls nicht in jungen Jahren, denken war an […]

„Ich will aber einen rich­tigen Beruf!“ Warum die Suche nach dem Etikett oft zur falschen Wahl führt

Der exotischste Beruf, den ich mal in einem Roman gelesen habe, war der Event­ma­nager. Sonst kommen in der Belle­tristik und in der Unter­hal­tungs­li­te­ratur, an dieser Stelle  ist Unver­ein­bares vereint, immer nur Autoren, Ärzte, Psycho­logen und Rechts­an­wälte vor. Lehrer selten. Sie eignen sich nicht so gut als Helden. Wie auch Beamte. Sie werden nicht mal Mörder. Schrift­steller kennen einfach nicht mehr. Nicht nur sie. Was denken Sie – was formt einen Berufs­wunsch am aller­meisten? Es ist das, was man kennt, zum Beispiel aus Romanen, dem Fern­sehen und von Zuhause. Das, was einen Namen hat, den auch Tante Ilse versteht, die pensio­nierte […]

16. Dezember 2013|Tags: , , , |

Mein Social Media Fazit 2013: Wie geht Erfolg bei Face­book, Twitter, Google+?

Bin ich erfolg­reich? Ich schaue auf den Magnet-Pfeil, den die „Karrie­re­bibel“ mir geschickt hat (gefällt mir, Weih­nachts­bäume gibt es nun echt genug…). Habe ich an mein Regal gepinnt. Pfeil schräg nach oben. Da soll es lang­gehen 2014. Bitte nicht zu steil, kann ich sonst perso­nell nicht managen. Schauen wir erst einmal mal zurück auf mein Social Media-Jahr. Zum Jahres­ende habe ich ordent­lich Fans bei Face­book gesam­melt. Der Link auf meine Face­book­fan­page unter meinen Kolumnen bei Spiegel Online war nämlich lange falsch gewesen. Ist mir nicht aufge­fallen, hat mich aber wahr­schein­lich Monate oder Jahre in Verzug gebracht (keine Ahnung, seit wann das da stand). […]

10 Jahre — wie nichts: So lange dauert es wirk­lich zu gründen!

Irgend­je­mand erzählte kürz­lich von diesem ehema­ligen Top-Manager eines Dax-Konzerns, der jetzt einen Retreat in schöner Land­schaft betreibt, teure Semi­nare gibt und schon nach einem Jahr voll ausge­lastet sein soll. Ja, so SCHNELL kann es gehen. Leider selten im Bereich der Dienst­leis­tungs­grün­dungen rund um Krea­tion, Trai­ning, Bera­tung, Coaching. Könnte auch eine Story sein. Glauben Sie mir: Es wird viel erzählt, was nicht stimmt. Ich habe tolle Websites gesehen und es war kein Auftrag dahinter. Aber gehen wir mal davon aus, diese Story würde stimmen. Dann ist es so: Die wenigsten Selbst­stän­digen haben derart opti­male Ausgangs­lagen, die bei diesem „Mercedes-S-Klasse der Exis­tenz­grün­dung“ […]

12. Dezember 2013|Tags: , , , |

Was “mit Zukunft” studieren? 4 etwas andere Vorschläge von Nano bis Neuro

Letzte Woche hatte ich in der Bera­tung meinen ersten Nano­wis­sen­schaftler (Grüße ;-)) Grund genug, sich in diese neue Thematik einzu­ar­beiten — und einmal über Fächer nach­zu­denken, die derzeit noch alles andere als gewöhn­lich sind. Aber eine gute Inves­ti­tion in die Zukunft sein könnten. 1. Neuro­wis­sen­schaften Hätte ich heute die Wahl für ein Erst­stu­dium zu treffen, sie würde ganz klar auf Neuro Science fallen: Kein anderes wissen­schaft­li­ches Feld finde ich dermaßen faszi­nie­rend und span­nend! Manche sagen, viel­leicht nicht zu Unrecht, dass Neuro­wis­sen­schaften der Psycho­logie ihren Rang als Wissen­schaft über den Menschen streitig machen könnte. Denn es wird immer deut­li­cher, dass unser […]

Hartz IV und die Rela­ti­vität der Faul­heit — oder: „Ich müsste meinen Keller aufräumen und tu es nicht — Bin ich deshalb ein fauler Mensch?“

Sind Erwerbs­lose faul? Darf es „kein Recht auf Faul­heit“ geben, wie Gerhard Schröder einst formu­lierte? Mehr als 10 Jahre sind seit der Verab­schie­dung der Hartz-Reformen vergangen. Matthias Kauf­mann, Poli­tik­wis­sen­schaftler und Redak­teur bei SPIEGEL ONLINE, hat das Bild der Erwerbs­losen in der Debatte um die Hartz-IV-Reformen in seiner kürz­lich bei Springer VS veröf­fent­lichten Doktor­ar­beit beleuchtet. Ich sprach mit ihm über die Essenz des Buchs, die Rolle der Medien bei den Reformen — und die Rela­ti­vität von Faul­heit. Ich sehe eine Menge bestens ausge­bil­deter, viel­fach sogar promo­vierter Menschen, die keinen adäquaten Job finden. Sie melden sich aber auch nicht arbeitslos. Ist Hartz IV […]

3. Dezember 2013|Tags: , , , , |

Dyna­misch = Arbeits­wütig, kommu­ni­kativ = Quas­sel­strippe. Bewer­be­risch für Anfänger (Rezen­sion)

Manche unserer Kunden könnten Bücher schreiben über das, was sie auf der Jobsuche, bei Bewer­bungen und in Vorstel­lungs­ge­spräche so erleben. So lerne ich manches beliebte Unter­nehmen und die ein oder andere bekannte Persön­lich­keit aus einer Perspek­tive kennen, über die ich niemals unver­schlüs­selt reden darf, würde und kann. Daten­schutz: Ist mir heilig. Schon wieder so ein Enthül­lungs­buch dachte ich, als die Jour­na­listin Fran­coise Hauser mir eine Mail schrieb und mich fragte, ob sie mir ihr Buch schi­cken dürfe. Enthül­lungs­buch, das hundertste — oh ne. Ist aber kein Enthül­lungs­buch. Gott­sei­dank. Das Buch hat ein mittel witziges Cover – und „würden Sie für […]

Work-Life-Bull­shit: Müssen wir unser Leben vor der Arbeit schützen?

Ist es nicht ein wunder­bares Glück, das tun zu können, was man wirk­lich liebt?Erreichen wir so nicht den Gipfel der Zufrie­den­heit? Ich muss Sie leider enttäu­schen. Arbeit kann anstren­gend sein, man kann eine Über­dosis davon bekommen und daran krank werden. Da geht es mir wie der netto-Verkäu­ferin. Leis­tungs­ori­en­tierte Menschen neigen zudem dazu, sich in dieses zwei­fel­hafte Vergnügen namens Arbeit hinein­zu­stei­gern. Prio­ri­täten verschieben sich dann unver­hält­nis­mäßig auf das eine, die Arbeit wird zur großen Liebe einiger Menschen — und manchmal zum Ersatz für anderes. Das Buch „Work-Life-Bull­shit“ von Thomas Vasek stellt die These auf, dass es Unsinn ist, Arbeit vom Leben trennen zu wollen. Ich gebe […]

23. November 2013|Tags: , , , |

Folge deinen Inter­essen und du findest deinen Weg? Nicht immer.

„Finde deine Inter­essen, das wird schon richtig sein!“ So wird vielen Berufs­ein­stei­gern geraten. Die Empfeh­lung basiert auf einer Grund­über­zeu­gung, die diffe­ren­ziert werden sollte. Denn es gibt echte, über Jahre und Jahr­zehnte stabile Inter­essen — und es gibt Ideen und Wunsch­vor­stel­lungen. Beides wird leider oft unter demselben Namen in einen Topf geworfen.  Das „ich inter­es­siere mich für“ wird dann zur Falle, wenn man hier nicht trennt. Echte Inter­essen entstehen meist schon in der Kind­heit. Sie werden teils vom Eltern­haus geformt, teils von der Umwelt. Inter­essen sollen sogar hormo­nell gesteuert sein, was erklärt, dass das mathe­mat­sche Inter­esse bei Jungs und das soziale bei […]

15. November 2013|Tags: , , , |

11 Gründe für eine Ausbil­dung und gegen ein (Sofort-)Studium

Copy­right: MS Office Letzte Woche verbrei­tete sich die kleine Sensa­ti­ons­mel­dung in den Nach­richten, dass es in Deutsch­land erst­mals mehr Studi­en­an­fänger als Lehr­linge gibt. Die intensiv gestreute Botschaft, Akade­miker verdienten mehr und seien seltener arbeitslos, scheint also bei der Ziel­gruppe (den Eltern?) ange­kommen. Aber: Müssen jetzt wirk­lich alle studieren? Nein, gerade zum Berufs­ein­stieg, aber durchaus auch in späteren Lebens­phasen spricht noch einiges für die Lehre, selbst für Abitu­ri­enten: 1. Eine Lehre hilft der Persön­lich­keits­ent­wick­lung auf den Sprung. Mit 17, 18, 19 Jahren hat niemand eine ausge­reifte Persön­lich­keit. Es plagen einen (soziale) Ängste, Unsi­cher­heiten und über­haupt die Frage: was kann ich? Das können vor […]

4. November 2013|Tags: , , , |

Schorn­stein­kar­rie­re­system: Im Fahr­stuhl nach oben

Deutsch­land ist das Land der Regeln und Gesetze. Da gibt es Haupt­ab­tei­lungen und Bereichs­di­rek­toren. Große Unter­nehmen klas­si­fi­zieren Gehälter nach „E4“ und „E15“. Wer was zu sagen hat, möge sich bitte hinten anstellen. Entschei­dungen werden durch mehrere Etagen  nach oben gereicht und am Ende entscheidet keiner (weil dieses System die nicht so Entschei­dungs­starken anzieht und fördert). Der Aufstieg ist strikt regle­men­tiert. Will­kommen im Schorn­stein­kar­rie­ren­system. Das ist Teil 3 meiner Serie. Das Schorn­stein­kar­rie­re­system folgt der Fürsorge- und der Macht­kar­riere. Die Schorn­stein­kar­riere ist in Deutsch­land behei­matet wie die Eiche. Sie wächst und gedeiht immer noch, selbst wenn Behörden etwa verzwei­felt versu­chen, mit Leis­tungs­ge­danken frischen Wind in dieses […]

Die Macht­kar­riere: Bei uns herr­schen Selbst­dar­steller und einfluss­reiche Bereichs­fürsten

Copy­right: Chris­tina Hucke Weiter geht es mit dem zweiten Teil meiner Serie über Karrie­re­sys­teme. Vor Jahren habe ich öfter Assess­ment Center mit Studenten durch­ge­führt. Eine meiner Lieb­lings­übungen: Die Teil­nehmer sollten in der Gruppe darüber disku­tieren, ob Bestechung normal und legitim, ja nötig sei, auch wenn ein Unter­nehmen diese offi­ziell verbiete. Nicht über­ra­schend, dass vor allem klas­sisch Karrie­re­ori­en­tierte diese Frage teils flam­mend bejahten. Das sei nötig, gehöre dazu etc. Womög­lich liegt es daran, dass auch viele Karrie­re­rat­geber auf Basis eines Macht­kar­rie­re­sys­tems argu­men­tieren, das vor allem dadurch gekenn­zeichnet ist, dass es unge­schrie­bene Gesetze neben den geschrie­benen Regeln gibt. Welche Werte […]

3 schla­gende Argu­mente gegen BWL als Erst­stu­dium

Die Betriebs­wirt­schafts­lehre ist in der Jobampel ganz unten im roten Bereich ange­kommen in unmit­tel­barer Nähe „schlimmer“ Geis­tes­wis­sen­schaften wie Geschichte. Damit ist erst­mals ein „berufs­qua­li­fi­zie­rendes“ Studium, also eines, das mehr oder weniger direkt für den Arbeits­markt verwertbar ist, weit abge­rutscht. Es ist damit deut­lich hinter Fächer gefallen, die keine unmit­tel­bare beruf­liche Verwen­dung haben, wie etwa Mathe­matik, Physik und Chemie.  Meine These: Der von mir schon 2011 beschrie­bene Trend wird sich fort­setzen. 1. BWL ist wie Bade­zu­satz Betriebs­wirt­schaft­liche Quali­fi­ka­tionen werden mehr und mehr zu einem „Must“ in allen Fächern.  Überall kann man  sie erwerben, als MBA, als betriebs­wirt­schaft­liche Zusatz­qua­li­fi­ka­tion, in Mix-Studi­en­gängen. Es […]

Coaching ohne Handicap: Inter­view mit Jens Jann­asch

Jens Jann­asch ist zerti­fi­zierter syste­mi­scher Coach der Freien Univer­sität Berlin. Ich habe ihn für ein Inter­view in meinen Blog ausge­wählt, weil er etwas Unge­wöhn­li­ches tut: Seit fünf Jahren arbeitet er haupt­be­ruf­lich als Jobcoach in einer der größten Berliner Werk­stätten für Menschen mit Behin­de­rung. Über dieses span­nende Thema hat er auch ein Buch geschrieben. Während des Studiums habe ich als Nebenjob u.a. Menschen mit Down-Syndrom betreut. Kann man Menschen mit Behin­de­rung coachen? Auch aus meiner Erfah­rung in dieser Arbeit stelle ich mir das schwierig vor… Doch das geht. Selbst­ver­ständ­lich auch abhängig von der Schwere der Behin­de­rung. Natür­lich braucht man etwas andere Heran­ge­hens­weisen und mehr […]

Unser Chef sorgt für uns: Die Fürsorge-Karriere

Heute starte ich eine neue Serie über acht Wochen. Auf der Basis von 9Levels habe ich 8 Karrie­re­sys­teme entwi­ckelt. Diese beruhen auf dem Gedanken, dass jede Branche, jedes Unter­nehmen und auch jede Abtei­lung ein eigenes Ökoystem ist, in dem bestimmte Menschen wie Pflanzen blühen und andere eingehen.  Die Zeich­nungen hat mit Chris­tina Hucke auf Basis meiner ersten Ideen, die ich in laien­haften Power­point-Skizzen umge­setzt hatte. © Chris­tina Hucke Ich beginne mit der Fürsorge-Karriere. Diese ist aus dem pupurnen Level abge­leitet. Es handelt sich um das älteste, bei uns zu beob­ach­tende Karrie­re­system. Welche Werte herr­schen im Fürsorge-Karrie­re­system? Im Mittel­punkt […]

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