Inter­view mit Kerstin Hoff­mann: „Wissen verschenken, um Können zu verkaufen“

Inter­view mit Kerstin Hoff­mann: „Wissen verschenken, um Können zu verkaufen“

Wie viel und was darf ich verschenken? Mit PR-Doktor Kerstin Hoff­mann, die gerade ihr neues Buch „Prinzip Kostenlos“ veröf­fent­licht hat, sprach ich über die Grenzen des Kostenlos-Marke­tings – und seinen Nutzen. Bekomme ich von Ihnen meinen Segen, weiter zu verschenken? Hoff­mann: Aber natür­lich. Deshalb waren Sie ja auch eine Wunsch­kan­di­datin für mein Buch. Weil Sie bereits eine sinn­volle Verschenk-Stra­tegie haben. Ich verschenke seit Jahren z.B. Wissen im Blog, Tools bei Face­book und Bewer­bungs­muster. Manchmal denke ich: Macht man sich damit nicht auch selbst den Markt kaputt? Hoff­mann: Ich finde es gut, dass Sie verschenken. Denn damit kann sich jeder schnell ein Bild […]

Meine Hard­ware im Gehirn ist grad inkom­pa­tibel

„Ich kann das nicht“, sagen Sie. Wirk­lich? Ich nutze hier eine Formu­lie­rung von Franz Hütter, Inhaber von Brain-HR, dessen Vortrag ich am letzten Samstag neugierig gelauscht habe: Ihre Hard­ware im Hirn ist für diese Aufgabe im Moment noch inkom­pa­tibel. Ange­nommen, Sie sollen auf die Bühne und vor 1.000 Leuten spre­chen. Wenn Sie das nicht schon öfter gemacht haben, wird Ihre Hard­ware schon bei dem Gedanken daran streiken und melden: „Ich kann das nicht.” Oder „Ich bin kein Mensch für die Bühne.“ Aber ist es ein Wunder? Sie haben das schließ­lich weder gelernt noch geübt. Das hört nicht gern, wer an […]

Netz­­werk-Nutzen­check: Twitter, Google+, Linkedin — welches für was? (Social Media Expe­ri­ment, Teil 9)

Zwei gute Gründe bringen mich dazu, an dieser Stelle einen Nutzen­check sozialer Netz­werke zu bringen. Erstens wurde ich kürz­lich mit der Head­line „Xing ist out, Face­book wird das neue In-Netz­werk“ zitiert –  was ich zur Jahres­wende 2010/2011 gesagt hatte, also vor mehr als einem Jahr. Diese Aussage stimmt so nicht mehr, mir ist schlei­er­haft, warum Medien sowas mit einer derar­tigen Zeit­ver­zö­ge­rung auspa­cken. Zumal bei so einem Schnell­dreher-Thema. Xing hat sich in den letzten Monaten sehr stark berap­pelt und einiges getan. So hat es z.B. Face­book-ähnliche Funk­tionen einge­führt.  Mir scheinen die Diskus­sionen auf Xing zu Themen etwas sach­li­cher zu sein, wobei die […]

Lebens­ar­chi­tektur: Bauen Sie Ihr Karrie­re­haus

Unsere Antreiber sind oft die wich­tigsten Archi­tekten in unserem Leben.   Vor allem am Anfang bauen sie das Funda­ment dessen, was ich “Karrie­re­haus” nenne. So entsteht oft teils, manchmal ganz zufällig das Modell unseres Berufs­le­bens. Viel­leicht nur, weil die Eltern gesagt haben “am besten wirst du Arzt”. Oder jemand einen gut fand und einem eine Chance gab. Weil man doch was Vernünf­tiges machen musste… Krank wurde… Ein Kind kam…So entsteht Stein auf Stein. Später, oft mit über 40, manchmal auch schon mit 25 Jahren, wollen wir selbst am Bau mitwirken. Die Zufäl­lig­keit gefällt uns nicht mehr. Dafür ist es wichtig […]

Wie Sie Ihre Poten­ziale entwi­ckeln

Was sind denn Ihre Stärken? Wer sich nicht regel­mäßig mit sich selbst beschäf­tigt, ständig Vorstel­lungs­ge­spräche absol­viert oder Tests, kommt bei der Antwort leicht ins Stocken. Über­legen Sie deshalb zunächst einmal anders­herum: Was machen Sie gern? Was fällt Ihnen leicht? Was tun Sie ohne Anstren­gung? … Fällt Ihnen etwas ein? Mir zum Beispiel fällt das Schreiben sehr leicht. Das ist also eine Fähig­keit — oder auch eine Fertig­keit. Eine Fähig­keit wäre es, wenn diese Fähig­keit ange­boren sein sollte (was neuere Forschungen nicht nahe legen, besten­falls ist Talent eine Mischung aus Ererben und Erlernen). Eine Fertig­keit ist es, wenn  etwas erlernt und durch Üben verfes­tigt […]

Sind Sie ein N? Über­le­bens­stra­te­gien für Ratio­na­­listen- und Idea­­listen-Tempe­ra­­mente

Als mich mein Lebens­partner über Ostern beim Spazier­gang fragte, was ich denke, erzählte ich ihm von meinen Ideen zum Putz- und Koch­ro­boter. Aus meiner Sicht müsste man den Koch­ro­boter als eine Art Aufsatz für den Herd konstru­ieren.  Zuvor hatte ich einen Artikel zum Grund­ein­kommen in der Schweiz in der aktu­ellen brand­eins gelesen. Mein Gedan­ken­sprung vollzog sich von der sich daraus erge­benden wahr­schein­lich zwangs­läu­figen Abnahme an haus­halts­nahen Dienst­leis­tungen zu meiner Unlust, selbst zu kochen und zu putzen.   Ob mir denn die beson­deren Pflanzen nicht aufge­fallen seien, fragt mich mein Partner. Äh… Ich bin von Herings­dorf auf Usedom bis ins polni­sche […]

Inter­view: „Das geän­derte Rollen­ver­ständnis ist eine große Entlas­tung für die Männer“

Frauen nutzen die Eltern­zeit oft für eine Neuori­en­tie­rung und als Chance. Männer sorgen derweil fürs Geld. Ihre Möglich­keiten, eigene beruf­liche Träume zu reali­sieren, bleiben eng begrenzt. Ist das nicht unge­recht? Darüber veröf­fent­lichte ich Sonntag einen viel beach­teten Artikel und sprach in der Folge mit Hans-Georg Nelles vom Väter-Blog. Herr  Nelles, finden Sie nicht auch, dass Männer manchmal ganz schön benach­tei­ligt werden? Nelles: Durchaus. Jeder hat ein Recht darauf, zufrieden mit seinem Leben zu sein, dazu gehört es auch, auf eine klas­si­sche Karriere verzichten zu dürfen und andere beruf­liche und private Ziele zu verfolgen. Männer können das aufgrund ihrer […]

Schluss mit der Flash-Moti­­va­­tion — 4 Schritte, wie Sie sich nach­haltig verän­dern

Schnell soll es gehen. Einfach und mit möglichst Anstren­gung. Wir wünschen uns für unsere Verän­de­rung einen Wunder-Diät-Effekt. Ich verliere ein Kilo, indem ich einen Monat weniger esse. Schön. Aber danach ist alles wie immer. Natür­lich ist das Kilo bald wieder drauf, denn ich verän­dere ja mein Essver­halten nicht dauer­haft. Die Diät­rat­ge­ber­in­dus­trie verdient sich Millionen mit der mensch­li­chen Neigung, Flash-Moti­va­tion gegen­über der Nach­hal­tig­keit zu bevor­zugen. Oder anders gesagt: Vorüber­ge­hende Verän­de­rungs-Impulse, die nicht nach­haltig sind, sind inter­es­santer als alles, das ein Verlassen der Komfort­zone verlangt. Man sieht Flash-Moti­va­tion auch als Berater: Manche Verän­de­rungs­wil­lige strengen sich einen Monat an, um einen neuen Job […]

Sind intro­ver­tierte Piloten weniger absturz­ge­fährdet?

Mein Artikel über “Leise­treter” ist (über­ra­schend) der meist­ab­ge­ru­fene in diesem Blog über­haupt. Es geht darin um die Benach­tei­li­gung der Intro­ver­sion in unserem Kultur­kreis. Vor einigen Wochen hatte ich Sylvia Löhken hier zum selben Thema im Inter­view. Sie hat das Buch “Leise Menschen” geschrieben, das ich gerade mit viel Gewinn ausge­lesen habe. Ein für mich — mit dem Blick der Karrie­re­be­ra­terin — zentraler Satz in dem Buch lautet etwa so: “Wenn ich ins Flug­zeug steige und dieses gerät in Turbu­lenzen, würde ich mir ehrlich gesagt wünschen, dass der Pilot ein Intro­ver­tierter ist.” Oh ja! Natür­lich ist Intro­ver­sion nicht das einzige Merkmal, welches ein Pilot mitbringen sollte, bewahre. Aber neben den kogni­tiven […]

Burnout: Auch mal Nein sagen! Multi­tas­king ade!

Gestern habe ich das Antrei­ber­kon­zept vorge­stellt, eines von vielen mögli­chen Burnout-Gegen­giften. Heute freue mich mich den Top-Experten für Burnout im Inter­view zu haben, den geschätzten Kollegen Markus Väth. Er gibt Tipps und sagt: Zwischen Privat und Beruf trennen!  Warum sind auch so viele recht junge Menschen von Burnout betroffen? Schon junge Leute leiden heute unter Burnout. Sie kennen ihre Grenzen noch nicht und bringen einen hundert­pro­zen­tigen Einsatz, ohne viel zu hinter­fragen. Der rebel­li­sche Geist der 68er Jugend ist verschwunden, heute bringt man Leis­tung und wartet auf die Beloh­nung. Das geht schon im Studium oder in der Schule los. Immer mehr […]

5 Mal Treib-Stoff – Was sind Ihre Antreiber?

Vor einigen Wochen bin ich auf ein Tool aus der Trans­ak­ti­ons­ana­lyse gestoßen, das ich lange Zeit vergessen hatte. Inter­es­san­ter­weise begegnet es mir gerade bei der Lektüre von Petra Bocks (sehr gutem!) Buch „Mind­fuck“ noch einmal: Zwei Begeg­nungen – wenn das nichts heißt. Die Trans­ak­ti­ons­ana­lyse des 1970 verstor­benen Psych­ia­ters Eric Berne arbeitet mit den Zuständen Kind-Ich, Erwach­­senen-Ich und Eltern-Ich. Durch einen Wechsel der Perspek­tiven kann jeder sein Verhalten besser steuer. Beispiel: Claudia ist wütend, weil ein Auftrag­geber sie trotz zwei­jäh­riger guter Zusam­men­ar­beit igno­riert. Sie ist mit ihrer Wut im Kind-Ich-Zustand, stampft inner­lich wie ein kleines Rumpel­stilz­chen. Wech­selt sie bewusst in das […]

Intro­ver­sion prägt, aber legt nicht fest: Inter­view mit Sylvia Löhken über leise Menschen

Ich freue mich sehr, Sylvia Löhken für ein Inter­view gewonnen zu haben. Sie ist Kommu­ni­ka­ti­ons­be­ra­terin und Autorin des Buchs “Leise Menschen — starke Wirkung”. Das Inter­view baut auf meinem Artikel vom Samstag auf. Was sind leise Menschen? Spre­chen die weniger als andere? Ich mag die Bezeich­nung “leise Menschen”, weil für so viele der Begriff “intro­ver­tiert” negativ besetzt ist — zu Unrecht übri­gens! “Leise” bedeutet also “nach innen gewandt”, während extro­ver­tierte Menschen nach außen gewandt sind. Das heißt: Leise Intros zeigen messbar mehr Akti­vität im Kopf, während Extros mehr äußere Eindrücke und Rück­kopp­lungen brau­chen. Wie viel Sprache sie jeweils dabei benutzen, ist […]

13. Februar 2012|
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