Man müsste doch mal…

Man müsste doch mal…

Man müsste doch mal etwas arbeiten nach zwei Jahren Rumreisen und Rumleben, sagt die 21jährige Tochter einer Berliner Freundin und legt die Beine auf den Tisch. Man müsste aufräumen, sagt der Messi-Mann und suhlt sich in Papier­bergen. Man müsste © Alex­ander Bryl­jaev — Fotolia.com aufhören, abends Rotwein zu trinken, kichert die Frau und gießt sich einen ein. Man müsste doch mal ein Buch schreiben, spricht der Trai­ner­kol­lege in gesel­liger Runde. Ein Krimi! Ich auch, ich auch, ruft jeder eins­kom­ma­fünfte und hebt das Glas. Man müsste einen Blog eröffnen, mal was GANZ anderes machen, endlich Sport treiben, sich von dem […]

An der Fach­kräf­te­angel: Wie Perso­naler im Trüben fischen

© Dron — Fotolia.com Während sich die tech­ni­sche Welt dreht und dreht, bleibt die Welt der Wert­vor­stel­lungen bei vielen im 20. Jahr­hun­dert stecken. Damals gab es Bewerber, die froh waren, über­haupt einen Job zu haben. Die nicht auf die Idee kamen, Fragen zu stellen, von eigenen Forde­rungen ganz zu schweigen. Der Arbeit­geber war wie der gest­enge Vater, der die Regeln vorgibt, dafür aber auch den fami­liären Schutz gewährt, inklu­sive Sicher­heits­ver­spre­chen. Diesen Schutz kann heute kein Arbeit­geber mehr geben, selbst wenn er wollte. Die Folge, die wir gerade sehen: Bewerber sehen sich mehr und mehr als gleich­be­rech­tigte Partner. Das Problem: Unter­nehmen können damit nicht […]

Gefühle vermarkten: Von den “Bösen” lernen

© Serhiy Kobyakov — Fotolia.com Neulich war ich  bei einem LesMills-Kurs, BODYPUMP und oh yeah, da muss ich jetzt gleich ein ™ dran machen, sonst killen die mich. LesMills™, so unsym­pa­thisch es mir ist, verkör­pert für mich doch die Hohe­kunst des effi­zi­enten Dienst­leis­tungs- und mehr noch Gefühls­mar­ke­tings. Vermarktet wird nichts Fass­bares, sondern Emotion, genau­ge­nommen Grup­pen­ge­fühl. Das hat keine Ecken und Kanten, es ist nicht indi­vi­dua­lis­tisch. Wer das Nicht-Perfekte mag, wie ich, jemand für den Club­ur­laub die Hölle wäre, ist davon so abge­stoßen wie von einem Besuch des Cirque de Soleils, der etwas mehr ist als Nichts, zum Gefühl gesellt sich eine stan­dar­di­sierte […]

Sind wir nicht alle ein biss­chen INTRO?

Offen gesagt, beginnt mich die der Hype um die Intros zu nerven. Das ist too much, was jetzt auch noch der Spiegel  mit seinem Focus-artigen, butter­wei­chen Titel „Triumph der Unauf­fäl­ligen“ da brachte. Es freut mich sehr für die wunder­bare Sylvia Löhken und meinen geschätzten Gabal-Verlag. Mit behagt indes nicht, was der Intro-Kult gerade unter der bele­senen Bevöl­ke­rung auslöst. Plötz­lich ist jeder ein biss­chen Intro. Nicht lange her, als die intro­ver­tierten Seiten, die die meisten von uns in einer zeit­weisen Schüch­tern­heit oder gewissen Zaghaf­tig­keit (wieder-)zuerkennen meinen, verschleiert und verdeckt wurde. Inzwi­schen nickt man sich wissend zu: Ja, auch ich brauche das Allein­sein, um meine Ener­gie­re­serven […]

Der kommt sowieso nicht in Frage! Wenn Bewerber aus kultu­rellen Gründen aussor­tiert werden

“Die Unter­neh­mens­kultur ist wie ein Eisberg – das Wich­tigste an ihr ist unsichtbar und unbe­herrschbar.” (Edgar Schein, Erfinder des Karrie­re­an­kers). Diese Woche sprach ich einen perso­nal­ver­ant­wort­li­chen Manager. „Wir merken den Fach­kräf­te­mangel, unglaub­lich, selbst im Marke­ting. Es gibt immer weniger vernünf­tige Bewerber. Naja, die die sowieso nicht in Frage kommen, rechne ich jetzt mal raus. Sie wissen schon, welche ich meine.“ Ich wusste, welche er meint. Doch wissen Bewerber auch, dass sie ein No Go sind und zu denen gehören, die sowieso nicht in Frage kommen? Nicht aufgrund der Quali­fi­ka­tion, sondern aufgrund von Gründen, über die keiner offen spricht. Viele […]

Die neue Intel­li­genzia: Warum heute jeder hoch­in­tel­li­gent ist

Sind Sie hoch­in­tel­li­gent? Ihre Kinder? Bestimmt doch! Wie, etwa nicht? Looser oder…? (Ich scherze!) Mir begegnen eigent­lich nur noch Hoch­in­tel­li­gente. Mütter und Väter haben hoch­in­tel­li­gente Kinder, Lehrer hoch­in­tel­li­gente Schüler. Wer gut in der Schule ist, gilt als hoch­in­tel­li­gent. Wer schlecht ist, aber auch. Dass die Vertei­lung von gefühlter Hoch­in­tel­li­genz irgendwie nicht in die Gauß­sche Normal­ver­tei­lungs­kurve, auch Glocken­kurve, rein­passt – geschenkt. Jeder denkt schließ­lich, er/sie sei anders. Auch 80% aller Führungs­kräfte halten sich wohl für über­durch­schnitt­lich intel­li­gent (was auch nicht sein kann, siehe Normal­ver­tei­lung.…) Aber gut: So wird der IQ zur Massen­ware. Ich vermute, Internet-Tests wie der der Süddeut­schen helfen dem IQ-Mythos auf […]

Was macht eigent­lich …ein Karrie­re­coach, ein Perso­nal­be­rater und wie sie alle heißen?

Was macht eigent­lich ein Karriere-Coach? Spätes­tens seitdem ich die jüngste Pres­se­mel­dung der PR-Agentur von Robert Half belesen habe, scheint mir das eine wich­tige Frage, da sie offenbar nicht jeder so beant­worten würde wie ich. Robert Half befragte für eine Studie Mitar­beiter, wie gut ihre Führungs­kraft als Karrie­re­coach sei. Wenn Sie sich jetzt die Augen wischen, richtig gelesen?, das habe ich auch getan. Der Manager als Karriere-Coach?  Offenbar wurde ein „In-Begriff“ medi­en­wirksam sinn­ent­fremdet. Um noch einen weiteren Aufhänger für die Trend-suchende Medi­en­ge­meinde zu finden, mischte man gleich noch etwas Gene­ra­tion Y dazu. Diese verwöhnte Gene­ra­tion verlangt angeb­lich nach Führungs­kräften, die zugleich […]

Karriere mit Baby­bauch: Wie sehr Vorbild ist Marissa Mayer?

Marissa Mayer scheint ein Vorbild für viele zu sein: Sie macht gerade einen riesigen Karrie­re­sprung von Google zu Yahoo und bekommt in 10 Wochen ihr Baby. Bis dahin soll sie noch mal schnell eine Vision für das gebeu­telte Unter­nehmen entwi­ckeln und präsen­tieren. Kein Mensch redet derzeit darüber, dass allein das schon fast unmög­lich ist, da Yahoo nun mal keinerlei Allein­stel­lung hat und eigent­lich über­flüssig ist. Alle Welt bewun­dert die erste Frau welt­weit, die hoch­schwanger und vor Medi­en­ku­lissen einen Top-Job ange­boten bekam – und diesen auch noch annahm. „Marissa Meyer ist ein Mann“, lese ich gestern im Portrait dieser Dame im Stern – und […]

Sind Sie ein Schnell-das-Inter­esse-Verlierer oder Am-Ball-Bleiber beim Social Networ­king?

Ich erwarte keine unmit­tel­baren Nutzen meiner Social Media Akti­vi­täten. Als eine Kollegin mich fragte, wieviel Umsatz mir denn das Twit­tern und soziale Netz­werken bringe, zuckte ich mit den Schul­tern. Nicht aus Ratlo­sig­keit, sondern weil ich glaube, dass es voll­kommen sinnlos ist, das zu berechnen. Der gefühlte Nutzen reicht mir. Er wächst auch orga­nisch. Und jeder der versucht, die Gesetze orga­ni­schen Wachs­tums, Slow Growings, durch aggres­sive Markt­über­schwem­mung zu brechen, kann nur verlieren. Dieses Denken entspricht in keiner Weise den Grund­sätzen des Marke­tings, die ich gelernt und eine Zeit­lang sogar gelehrt habe. Aber was ich gelernt habe, ist auch alt und […]

Denk­faul oder genial? 5 Arten von Intui­tion

Der Mann mit der großen Tasche über der Schulter: Ist er Manager Accoun­ting oder Post­be­amter? Post­be­amter! sagt mein Begleiter intuitiv. Die Wahr­schein­lich­keit, dass er in einer kauf­män­ni­schen Abtei­lung arbeite, sei ungleich größer, sage ich. Relativ sicher sein könne man sich nur, dass der Surfertyp vom Nach­bar­tisch, der mit der älteren Hotel­di­rek­torin früh­stückt, kein Buch­halter ist, sage ich. Hab ich recht? Zeit für ein paar Gedanken über Intui­tion, ihre Gefahren und Nutzen. Ich lasse in meine Beschrei­bungen die Erkennt­nisse des Psycho­logen und Wirt­schafts­no­bel­preis­träger Daniel Kahne­mann („Thin­king fast and slow“) und des Psycho­logen Gary Klein (z.B. „How people make decis­ions“) […]

Spiral Dyna­mics und Karriere: Warum Werte uns mehr antreiben als wir denken

Kennen Sie das? Sie reden mit jemandem und dieser Mensch lebt scheinbar in einer ganz anderen Welt. Er denkt, fühlt und handelt anders als Sie. Er sieht alles mit ganz anderen Augen. Seine Werte sind andere. Ihre Sicht der Dinge kann er nicht teilen. Sie fühlen sich als hätten Sie einen voll­kommen anderen EIN-AUS-Gang, im Denken. So ging es mir neulich, als mich jemand ziem­lich böse für meine (humorig gemeinte) emotio­nale-Super­ver­käufer-Kolumne anmachte. Oder das: Sie arbeiten in einem Unter­nehmen, dessen Politik und Führungs­kultur Sie nicht verstehen. Das was das Manage­ment  beschließt, scheint Ihnen unsinnig, eindi­men­sional oder kurz­sichtig. So ging es mir, […]

Fuss­ball & Karriere: Geht es um Tore oder Zahl der Ball­kon­takte?

Mario Gomez hat gestern ein bißchen Show gemacht. So sah das jeden­falls aus, hin und her über die Mittel­linie, um Akti­vität zu demons­trieren. An der Zahl seiner Ball­kon­takte hat es offen­sicht­lich wenig geän­dert. Für seinen Erfolg ist das aber anschei­nend auch gar nicht so rele­vant. Man kann die ganze Zeit raum­stehen und trotzdem zwei Tore machen. Auf die Karriere über­tragen: Man kann in 10 Stunden so viel schaffen wie andere in 60 — Kritik ist einem auch da sicher. Ich habe keine Ahnung vom Fußball. Oh wie pein­lich, Mama, würde mein Sohn sagen, wenn er einmal in meinen Blog anstatt in das LTB-Forum und den Online-Fußball […]

Beruf­liche Neuori­en­tie­rung: „Aber dann gleich was Großes“ — Von der SAP-Bera­­tung zum Möbel­de­sign

Es war nur ein kleiner Anstoß – der aber eine nach­hal­tige Wirkung hatte. „Entweder du leitest gleich die ganze Abtei­lung oder du machst etwas Eigenes. Aber dann gleich was Großes“, hatte ich zu Chris­tiane Kypke gesagt, die bis dahin als SAP-Bera­terin zwar genug Joban­ge­bote hatte, aber ihren Gestal­tungs­willen, ihren Ehrgeiz und Quali­täts­an­spruch nicht ausleben konnte. Ein Jahr später bekam ich eine Mail, in der mich Chris­tiane auf „Wohn­Kon­trast“ hinwies und sich für die kleine Inter­ven­tion bedankte. Die Website und das dahinter stehende Geschäfts­mo­dell fand ich so beein­dru­ckend, dass ich sie zum Gespräch bat.  Zum Beispiel darüber, wie groß oder klein […]

Platt­ge­schnackt oder: Der emotio­nale Super­ver­käufer und seine Grenzen

Das lila Auto war das häss­lichste weit und breit. Ich vermute, es stand in dieser Ecke am Ende des Park­platzes seit Jahren. Als ich in das Auto­haus kam, witterte der Verkäufer seine Chance, es doch noch loszu­werden. Kleine Frau, wird nicht groß nach PS fragen und solche Sachen. Dann begann er mich zu beschna­cken. Tolles Auto. Klasse Farbe. Würde zu meinem Blazer passen. Und über­haupt, damit fiele man echt auf. Und was wolle man denn mehr. Ach, Firmen­wagen? Egal, passt super, bester Wagen, so einen haben die anderen nicht. Nein, danke. Ich ging. Und kam nie wieder. Neun […]

„Erst der Kern, dann die Hülle“ — Inter­view mit Mirko Kaminski über ehrli­chen Wandel und das Unwort Employer Bran­ding

Ist Employer Bran­ding in Wahr­heit nicht HR-Washing? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, sprach ich mit Mirko Kaminski, der fast schon zum Synonym für einen Wandel in der Agen­tur­szene geworden ist. Der Geschäfts­führer der viel­fach ausge­zeich­neten PR-Agentur achtung! scheint überall zu sein, eigener Kanal bei Youtube, 2.819 Follower bei Twitter, Face­book. Überall wirbt er für eine Sache — das Image der Agen­turen zu erneuern, aktive Nach­wuchs­för­de­rung zu betreiben. Was steckt wirk­lich dahinter? Ist das, was Sie im Netz tun, das was es scheint: selbstlos? Sie als Retter des Images der Agen­turen? Kaminski: Das Gegen­teil ist richtig. Für mein Handeln habe ich sehr egois­ti­sche Gründe. Unser […]

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