Inter­view über Führung: “Die Werte sind gleich geblieben, nur leben wir sie anders”

Inter­view über Führung: “Die Werte sind gleich geblieben, nur leben wir sie anders”

Letzte Woche sprach ich mit Führungs­kräf­te­coach Gudrun Happich über die neuen Anfor­de­rungen an die Führung. Dieses Mal geht es um Werte und Motive. Über­ra­schend: Diese haben sich kaum verän­dert. Du siehst dich selbst als Baby­boo­merin, die noch Glau­bens­sätze verin­ner­licht hat wie „sei fleißig“. Ist das bei der jungen Gene­ra­tion, der Gen Y anders? Die Wünsche sind ähnlich. Prof. Holger Rust, Sozio­loge aus Hannover, vergleicht die Werte und Wünsche von Absol­venten seit Jahren. Da hat sich nicht wirk­lich etwas verän­dert. Über­haupt, wenn man sich die Werte anschaut, sind diese über die Welt­be­völ­ke­rung gleich. Es gibt da auch keinen Unter­schied zwischen Mann […]

Der typi­sche Trainer, Berater, Coach — aus der Sicht des Reiss Profils

Je länger ich im Geschäft bin, desto über­zeugter bin ich, dass die Zufrie­den­heit im Job in erster Linie Moti­va­tionen und Inter­essen bestimmen. Und die können so ganz anders aussehen als die Kompe­tenzen. Vorstel­lungs­ge­spräche können nicht mal eine Ahnung davon vermit­teln, was jemand aufgrund seines Moti­va­ti­ons­pro­fils entwi­ckeln könnte. Etwa 200 Profile habe ich seit 2008 ausge­wertet sowie ca. 100, die mir ihr Reiss-Profil aus einer vorhe­rigen Bera­tung mitge­bracht haben. Das ist viel zu wenig für irgend­eine statis­ti­sche Aussage, aber genug, um Tendenzen fest­zu­stellen. Welche Moti­va­tionen prägen welche Jobs? In diesem Artikel möchte ich mich zunächst den Persön­lich­keits­merk­malen von Bera­tern, Trai­nern, Coachs […]

Warum das Niveau Ihrer Aufgabe wich­tiger ist als Sie denken

Gerade ist es „in“, den Wandel der Arbeits­welt zu beschwören. Da geht es um neue Führung und die Gene­ra­tion Y. Über ein Thema habe ich noch nirgendwo gelesen: Das Niveau der Aufgabe. Denn es ist nicht egal, was Sie und für wen Sie etwas tun. Der beste Karrie­rerat in Zeichen der Arbeit der Zukunft: Egal, was Sie tun, tun Sie es auf einem richtig hohen Level bei und für jemanden, der richtig gut ist (inhalt­lich und metho­disch, nicht zeit­lich). Inno­va­tive Arbeit­geber haben gerade am Anfang einer Berufs­lauf­bahn den guten Namen oft einiges voraus. Ausnahme: Ihr Metier und Ihre Kern­kom­pe­tenz sind Methoden. Die lernt man […]

Work-Life-Bilanz: Kranke Karrie­risten, frus­trierte Teil­zeit­muttis und gut gelaunte Unab­hän­gige

„Gibt es das wirk­lich?“ werde ich oft gefragt. Menschen, die entschieden „nein“ sagen, wenn  ein Unter­nehmen ihnen den Wunsch nach 4‑Tage-Woche nicht einräumt.  Die einfach wech­seln, wenn es ihnen nicht gefällt. Ja, das gibt es. Genauso wie das andere: Menschen, die alles für die Karriere geben, sich gegen­seitig mit Anwe­sen­heiten über­treffen, nachts an der Theke ausharren, bis der Vorstand das letzte Bier getrunken hat —  und die Frauen mit Kindern die Karrie­re­chancen abspre­chen. Ich sehe alle Vari­anten in unserem Büro, letz­tere Gruppe oft erst, wenn es nicht mehr geht, nach Burn­outs und anderen Kata­stro­phen. Und so wundert es mich nicht, dass die Antwort auf […]

Die Führungs­kraft von heute ist Mode­rator und kein auto­ri­tärer Sonnen­könig

Studien, wie jüngst die von GFK und FTD heraus­ge­brachte, besagen: Die Gene­ra­tion Y will Frei­raum und keine Chefs, die kontrol­lieren und Vorschriften machen. Status und Autos inter­es­sieren sie wenig, in Groß­städten kommen sie mit dem Fahrrad. Aber wenn Status nicht mehr zieht — wie versteht die jüngere Gene­ra­tion Leis­tung? Ich sprach darüber mit der Karrie­re­ex­pertin Gudrun Happich vom Galileo Institut in Köln, der führenden Expertin für das Top-Manage­ment. Happich begleitet seit 20 Jahren die Entwick­lung von Top-Kräften. Coachst du nur Top-Manager? Meine Ziel­gruppe sind Leis­tungs­träger. Das sind für mich die Top-Manager. Das kann durchaus auch mal jemand ohne Führungs­ver­ant­wor­tung sein. Es […]

Reiss Profile – Hokus­pokus oder mehr?

Seit Oktober 2008 bin ich Reiss-Profile-Master. Vorher habe ich mit anderen Tests gear­beitet; fünf Jahre etwa mit dem Bochumer Inventar zur berufs­be­zo­genen Persön­lich­keits­be­schrei­bung (BIP). Dieser Test war vor allem meinen Kunden zu komplex. Der Fokus auf das Beruf­liche erwies sich als schwierig, denn der Mensch ist nun mal ein Ganzes. Und wenn er sich privat und beruf­lich anders verhält, ist dieses unter­schied­liche Verhalten für die Karrie­re­be­ra­tung rele­vant. Ich stellte zudem fest, dass sich nach drei Jahren weder ich noch die Klienten an die Ergeb­nisse des BIP erin­nern konnten. Es blieb wenig hängen. Das ist bei den Reiss-Profilen anders. Sie veran­kern sich besser; […]

Warum bin ich nicht erfolg­reich? Ein Bewer­bungs­expe­ri­ment im Fach­kräf­te­mangel (Teil 1)

„Warum sind manche Menschen nicht erfolg­reich?“ schrieb ich hier vor einiger Zeit. Daraufhin wandte sich ein junger Wirt­schafts­in­ge­nieur und Master of Science der Wirt­schafts­wis­sen­schaften an mich, der anonym auch schon einige Beiträge bei Kollegin Janson über seine erfolg­lose Jobsuche geschrieben hat. Kein Job trotz Fach­kräf­te­mangel! Er fragte mich, ob ich mir seine Unter­lagen und den bishe­rigen Bewer­bungs­ver­lauf ansehen würde. Ich dürfte darüber in meine Blog schreiben, so lange es ohne Namen sei. Das tue ich hiermit, der Beitrag ist mit ihm abge­spro­chen. In diesem ersten Teil widme ich mich der Analyse der Unter­lagen und der Stra­tegie und mache konkrete Opti­mie­rungs­vor­schläge. […]

Test­be­richt: Der Ever­y­thing DISG®

Den DISG-Test habe ich in unter­schied­li­chen Vari­anten immer wieder gemacht. Jedesmal kam etwas anderes heraus, ich war mal mehr “I”, mal “S”, aber so viel “G” wie dieses Mal hatte ich niemals. Alters­schwäche? 😉 Mein Grund­stil laut dieser Vari­ante ist jedoch „D“. Diese Verän­der­lich­keit der Ergeb­nisse spricht wohl nicht für Stabi­lität im Zeit­ver­lauf. Aller­dings ist der Test auch etwas anders konzi­piert als die Vari­anten, die ich vorher kannte: Es geht um Kommu­ni­ka­tions- und Arbeits­ver­halten in Teams. Der Reihe nach: Auf der Zukunft Personal war ich mit einer werten Kollegin unter­wegs. Mich reizte ein Stand, auf dem der Test DISG mit auf den […]

Jobsuche: Langer Atem, viel Geduld und öfter mal ein “nein”

Heute berich­tete mir  ein Kunde von seinem derzei­tigen “Bewer­bungs-Wasser­stand”: 20 offene Bewer­bungen, davon einige noch aus dem April! Ein halbes Jahr! Ist das noch normal? Leider ja. Demo­gra­fi­scher Wandel hin oder her, die Unter­nehmen lassen sich Zeit. Die Gründe: man wartet vorsichtig ab, wie sich die Konjunktur entwi­ckelt lieber hält man Kandi­daten noch mal einne Weile auf Vorrat, da es derzeit viele No-Shows (Bewerber, die den Job gar nicht antreten) und Abbre­cher (solche, die nach Tagen oder wenigen Wochen fest­stellen, das ist es nicht) gibt man schaut, ob sich nicht doch ein besserer oder billi­gerer Bewerber, im Zweifel besser-billiger findet Betreiben Sie Ihre Jobsuche deshalb […]

Was können Sie verdienen? Gehalts­klas­sen­be­stim­mung in Zeiten größer werdender Scheren

Gehälter schwanken schon aufgrund äußerer Faktoren wie Branche und Region. So bezahlen im mittel­stän­disch geprägten Osten Deutsch­lands Unter­nehmen erheb­lich weniger als im Westen, Zahlen spre­chen von einem Gefälle von 10 Prozent weniger als der Durch­schnitt. Das Gehalts­ge­fälle nach unten kann bran­chen­spe­zi­fisch unserer Erfah­rung im Osten nach noch viel größer sein. Prognosen helfen mitunter wenig, das für sich einzu­schätzen. Gehälter im Westen und Norden liegen bei etwa bei 100 Prozent, wohin­gegen sie Rich­tung Süden zulegen – um rund 10 Prozent, teils sogar mehr. Der Standort – auf dem Land oder in der Stadt, leicht erreichbar oder entfernt — sagt eben­falls etwas über die Gehalts­klasse, in dem […]

Was taugt E‑Coaching?

Tele­fo­ni­sches Coaching habe ich bisher abge­lehnt, es sei denn es geht klar um inhalt­liche Fragen oder wissens­ba­sierte Entschei­dungen.  Was etwa eine Inter­ven­tion auslöst, kann man tele­fo­nisch nur sehr bedingt erspüren. Etwas anderes ist es, wenn ich einen Klienten sehr lange kenne. Da kommt es nun mal vor, dass jemand heute in Barce­lona und morgen in New York ist. Sich zu spre­chen halte ich da immer noch für besser als sich zu mailen.  Meine innere Prio­ri­sie­rung war bisher so: E‑Mail-Coaching geht gar nicht. Empfinde ich als uner­siös. Ich fürchte mich vor den Miss­ver­ständ­nissen, die Worte auslösen. Frühe Erfah­rungen im E‑Training haben mich […]

Sind wir nicht alle ein biss­chen INTRO?

Offen gesagt, beginnt mich die der Hype um die Intros zu nerven. Das ist too much, was jetzt auch noch der Spiegel  mit seinem Focus-artigen, butter­wei­chen Titel „Triumph der Unauf­fäl­ligen“ da brachte. Es freut mich sehr für die wunder­bare Sylvia Löhken und meinen geschätzten Gabal-Verlag. Mit behagt indes nicht, was der Intro-Kult gerade unter der bele­senen Bevöl­ke­rung auslöst. Plötz­lich ist jeder ein biss­chen Intro. Nicht lange her, als die intro­ver­tierten Seiten, die die meisten von uns in einer zeit­weisen Schüch­tern­heit oder gewissen Zaghaf­tig­keit (wieder-)zuerkennen meinen, verschleiert und verdeckt wurde. Inzwi­schen nickt man sich wissend zu: Ja, auch ich brauche das Allein­sein, um meine Ener­gie­re­serven […]

Bologna-Bashing: Wie wichtig ist das Auslands­se­mester im Studium wirk­lich? Exper­ten­ge­spräch mit Dr. Eva Reich­mann

Letzte Woche war in diesem Blog von zu bunten Bachelor-Cock­tails die Rede. Heute habe ich die Bildungs­expertin Eva Reich­mann zum Gespräch über das Thema Auslands­se­mester im Bachelor gebeten. Im Mittel­punkt steht einer der Haupt­kri­tik­punkte der Bologna-Kritiker: Die Tatsache, dass weniger Studie­rende ins Ausland gehen als es die Ziel­marken der Experten vorsahen. Ist das wirk­lich  so schlimm?, Frau Reich­mann? Ein Studi­en­auf­ent­halt im Ausland würde durch das neue System verhin­dert, heißt es. Dieser Mangel wird als erstes und am lautesten ange­pran­gert. Tatsache ist, dass noch nie so viele Studie­rende deut­scher Hoch­schulen ein Semester im Ausland absol­viert haben, wie heute. Von einer Verhin­de­rung […]

Der neue Bildungs­trend: Zerti­fi­kate

© vege — Fotolia.comHilmar Schneider von der IZA hat es vor rund einem Jahr in einem hervor­ra­gendem Papier zur Zukunft der Karriere auf den Punkt gebracht: Es geht nicht mehr um Berufe; es geht um Quali­fi­ka­tionen. Er hielt fest, dass nur der Wandel konstant sei. Der Wert einer Arbeits­kraft wird, wie man jetzt bereits überall sieht und bald noch mehr erkennen wird, durch Bausteine bestimmt, die sich als Module anein­an­der­fügen. Es geht nicht mehr darum, was jemand studiert oder gelernt hat; es geht darum, was ein Mensch kann. Das macht es immer schwie­riger für Perso­nal­ent­scheider Bewerber fach­lich richtig einzu­schätzen. Das Können der Experten […]

Kann man Können lernen und Kompe­tenz wirk­lich messen? Ein Exper­ten­ge­spräch

Stellen Sie sich vor: Ein Fran­chise-Unter­nehmen  mit vielen eigen­wil­ligen Fran­chise-Nehmern, die alle Extra­wün­sche haben, sucht  eine Grafik­de­si­gnerin oder einen Grafik­de­si­gner. Ein wenig kreativ soll sie/er sein, doch nicht zu sehr. Die Firmen­lei­tung weiß: Oft wird ein kommu­ni­ka­tiver Balan­ceakt nötig sein, der  zu bewäl­tigen wich­tiger ist als künst­le­ri­scher Anspruch und Können im Detail. Häufig ist es genau so: Die fach­liche Quali­fi­ka­tion ist nichts als ein Funda­ment – über Kompe­tenzen sagt sie nichts aus. Doch erst Kompe­tenzen machen Fach­wissen lebendig – und für Unter­nehmen nutzbar. Doch wie misst man Kompe­tenzen, die man kaum beschreiben kann, die nicht sichtbar sind, die kein Test […]

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