Ei, Du schöne neue Arbeitswelt
Ei, Du schöne neue Arbeitswelt
Eine Massage könnte ich grad jetzt gut gebrauchen. Und wie schön wäre es doch, wenn ich statt der mittelmäßigen Mahlzeiten aus der Mitbring-Küche, im Elbrausch und Dock14 einen Sternenkoch im Büro hätte. Wellness-HR nenne ich die neuen Komfort-Maßnahmen, die gerade überall eingeleitet werden. Auf derart steigenden Mitarbeiterkomfort setzen immer mehr Unternehmen. So entwickelt die Otto GmbH gerade einen Strauß an Maßnahmen, die Gen Y zu binden (Interview dazu folgt in diesem Blog Ende Mai). Das hat der Hamburger E‑Commerce-Riese dringend nötig, ist doch sein äußeres Erscheinungsbild als grauer Riese in der City Nord weniger charmant als ein cooler Loft in der Schanze. […]
Mein Selbstversuch: Das Big Five-Persönlichkeitsmodell
Es stimmt. „Redet gestenreich“ und „weniger von Regeln geleitet, mehr spielerisch“. Richtig ist auch, nettes Detail, dass ich mich eher für Modern Art begeistere als für exakte Landschaftmalerei — denn (wahre) Kunst ist für mich freie Interpretation und weniger getreue Kopie. Letzteres nenne ich Handwerk – im vollen Bewusstsein, dass alles im Leben eine Frage des Standpunkts ist. Ich habe es wieder getan: einen Test gemacht, den Big Five oder OCEAN in einer Profi-Version absolviert. Für Kenner: Die Version Big Five Reflector basiert auf dem NEO Fünf-Faktoren-Modell (Neo FFI). Ich habe den Big Five-Test früher schon in anderen Versionen absolviert. Aber […]
Wie Sie die Employer-Branding-Falle vermeiden und gute Arbeitgeber erkennen
Sie wollen nicht irgendeinen Job, sondern einen guten. Gehen Sie den Tricks des Employer Brandings nicht auf den Leim. Employer Branding bedeutet, dass Arbeitgeber tolle Marken aufbauen, die nach außen viel versprechen, was sie innen leider oft nicht halten. Beeindruckende Webseiten, super(teure) Projekte und Messeauftritte — all das ist oft nur Kosmetik. Um falsche Entscheidungen zu vermeiden, gibt es eine wirksame Vorgehensweise in 4‑Schritten. Ich nenne diese die “kleine Traumarbeitgeberanalytik”. Halten Sie die Ohren im Bekanntenkreis offen. Notieren Sie sich gute Namen und schlechte, wann immer sie diese hören, zumal wenn sie als Student in der Orientierungsphase sind. […]
Interview mit Lars Lorber: Von Barack Obama bis zur Piratenpartei — N‑Typen sind nicht allein
Vor einigen Wochen habe ich den Blog und die Website von Lars Lorber entdeckt. Sprachlich und inhaltlich perfekt ausgereifte Blogbeiträge, durchdacht und mit viel Hintergrundwissen… Interessant, dachte ich mir — und bat zum Interview. Das Interview knüpft an meinem Beitrag über N- und S‑Typen an. Keirsey unterscheidet Introversion und Extroversion, ähnlich wie der Big5. Gibt es Unterschiede in der Auslegung, was E und I bedeutet? Lorber: Ja, aber die sind eher gering: Bei Keirsey und C.G. Jung wird Introversion und Extroversion mehr danach definiert, ob man seine Energie von innen, also von sich selbst, oder von außen, also von anderen, […]
Sind Sie ein N? Überlebensstrategien für Rationalisten- und Idealisten-Temperamente
Als mich mein Lebenspartner über Ostern beim Spaziergang fragte, was ich denke, erzählte ich ihm von meinen Ideen zum Putz- und Kochroboter. Aus meiner Sicht müsste man den Kochroboter als eine Art Aufsatz für den Herd konstruieren. Zuvor hatte ich einen Artikel zum Grundeinkommen in der Schweiz in der aktuellen brandeins gelesen. Mein Gedankensprung vollzog sich von der sich daraus ergebenden wahrscheinlich zwangsläufigen Abnahme an haushaltsnahen Dienstleistungen zu meiner Unlust, selbst zu kochen und zu putzen. Ob mir denn die besonderen Pflanzen nicht aufgefallen seien, fragt mich mein Partner. Äh… Ich bin von Heringsdorf auf Usedom bis ins polnische […]
Meister in Serie: Der Weg in die Karriere-Masterclass
Wie werden sich Karrieren in Zukunft entwickeln? In den 50 Words, die ich vor einigen Wochen angestoßen habe und die u.a. von Change‑X und Patrick Scheuerer aufgegriffen worden sind, kommt der Begriff “Lebensunternehmer” vor. Meines Erachtens müsste er viel zentraler sein als er es in der Bewertung derzeit ist. Denn Lebensunternehmer heißt nichts anders als sich selbst zu steuern, unter anderem auch durch seine berufliche Laufbahn. Das Erfolgskonzept dabei ist es, sich seine Lebensthemen eigenständig nach Leidenschaft, aber auch Zukunftsrelevanz, zu suchen. In meinem Buch “Am besten wirst du Arzt” stelle ich die These auf, dass in Zukunft nicht ein […]
Interview: „Das geänderte Rollenverständnis ist eine große Entlastung für die Männer“
Frauen nutzen die Elternzeit oft für eine Neuorientierung und als Chance. Männer sorgen derweil fürs Geld. Ihre Möglichkeiten, eigene berufliche Träume zu realisieren, bleiben eng begrenzt. Ist das nicht ungerecht? Darüber veröffentlichte ich Sonntag einen viel beachteten Artikel und sprach in der Folge mit Hans-Georg Nelles vom Väter-Blog. Herr Nelles, finden Sie nicht auch, dass Männer manchmal ganz schön benachteiligt werden? Nelles: Durchaus. Jeder hat ein Recht darauf, zufrieden mit seinem Leben zu sein, dazu gehört es auch, auf eine klassische Karriere verzichten zu dürfen und andere berufliche und private Ziele zu verfolgen. Männer können das aufgrund ihrer […]
Der Gender Career Gap oder: Das Recht des Mannes auf ein karrierefreies Leben
„Du musst erfolgreich sein“, mahnen die Lehrer, haben aber nicht ohne Grund einen Job gewählt, in dem Erfolg bei maximaler Gehaltssicherheit (noch) eher individuell definiert werden kann. „Du musst etwas studieren, mit dem Du Geld verdienen kannst“, sagen immer noch viele Eltern, in erster Linie zu ihrem Sohn. So wachsen Jungs auf mit der Vorstellung schon früh bei der Berufswahl daran denken zu müssen, dass später nicht der Spaß an der Arbeit zählt, sondern des Geld. Neben einem Ungleichgewicht bei der Bezahlung – viel Geld für Männerjobs, vor allem Ingenieure, wenig für weiblich geprägte Tätigkeiten — hindern Scheren im Kopf […]
Monster.de-Interview „Berufswahl“ — Am besten wirst du Arzt.…Oder?
Heute führte ich bei Facebook zu “Am besten wirst du Arzt” ein Live-Interview mit der Community Managerin (und Biochemikerin wie ich gerade erfuhr) Eva-Maria Goldmann von Monster. Hier noch mal zum Mitlesen für alle die wichtigsten Fragen und Antworten — mit ein paar Ergänzungen. Monster.de: Was macht man als Jugendlicher, wenn man noch nicht weiß, was man werden will? Wie können die Eltern hierbei unterstützen? Nur 2% sind Interesse-Kinder, die schon mit 7 wissen, dass Sie z.B. Pyrotechniker werden wollen und zielsicher darauf hinsteuern. Der Rest ist orientierungslos oder hängt(manchmal falschen) Vorbildern nach. Berufliches Glück und Persönlichkeit stehen in einem […]
Trendcheck: Der Hype um neue Berufe und was wirklich dahinter steckt
Wow! Das Wort allein macht schon den Unterschied. Feelgood Manager – das hört sich nach guter Laune, Wellness, Wohlbefinden an. Feelgood Manager sorgen sich um die Mitarbeiter, als Zwitter zwischen HR-Mitarbeiter und Eventmanager veeschönern sie nur für ein Berufsleben, das immer privater wird. Ist das ein Job für Sie? Was steckt hinter diesem so beschwingt klingenden neuen Beruf? Mehr als der Hauch des Neuen? Ein Trend vielleicht? Gibt man den Begriff in der Detailsuche bei Xing unter Position (jetzt) oder Position (zuvor) ein, erscheint EIN Ergebnis – und zwar die Feel good Managerin bei Spreadshirt in Leipzig. Leider verrät die […]
Studiere nicht, arbeite
It´s not important how good you are but how good you want to be. Paul Arden, der Werber, hat viele kluge Sachen gesagt. Kaum ein Leitspruch als der obige lässt sich besser für die Karriereentwicklung nutzen. Aus Paul Ardens Mund, halt: Feder, stammt noch etwas ziemlich Intelligentes: Studiere nicht, arbeite. Sie sind irritiert? Fragen sich, ob so etwas auch in meinem Buch „Am besten wirst du Arzt“ steht? Ja, tut es. Ist eine solche Empfehlung zeitgemäß in Zeiten der Akademisierung? Ich behaupte: Niemals war sie zeitgemäßer. Ich prognostiziere in Teilbereichen einen phänomenalen Titel-Verfall und das Revival der echten, praktischen Arbeit. […]
Und ewig grüßt die Family: Die Wahrheit über Berufswünsche
Einer meiner Ex-Ärzte war auf Traumjob-Suche. Bei jedem Termin fragte er mich aus: ob ich wüsste…. wie man denn…ob ich Ideen hätte… helfen könnte…? Er wollte unbedingt in der “freien Wirtschaft” mehr Geld verdienen, fühlte sich unterbezahlt. Es wirkte auf mich klar so, dass er keine große Lust hatte, das zu machen, was er gerade machte (mich zu untersuchen). Ich verlor das Vertrauen zum Arzt. „Am besten wirst du Arzt“ heißt mein neues Buch nicht nur deshalb ironisch. Ich meine natürlich nicht, dass Arzt der beste Beruf für alle ist. Ich finde vielmehr, dass man wissen sollte, warum man etwas macht und […]
Schleimen? Lohnt sich nicht
Die gängigen Ratgeber nutzen alle ähnliche Schemata: Sie zeigen uns, wie wir uns vermarkten und anpassen, damit wir einen Job bekommen und Karriere machen. Dass dieses Buckel-Verhalten geradewegs in den Burnout führt, passt nicht ins Konzept. Aber die Arbeitswelt der Zukunft fordert keine stromlinienförmigen Opportunisten, sondern Charaktere. Deshalb ist eine Karriereberatung der alten Schule nicht mehr zeitgemäß. Der Diplom-Psychologe Christoph Burger ist Karriereexperte und Karriereberater der neuen Generation, die ihren Kunden nicht mehr rät, sich (vermeintlichen) Karriere-Regeln zu unterwerfen und die eigene Persönlichkeit zu unterdrücken. „Karriere ohne Schleimspur“ lautet entsprechend seine Devise – und sein neues Buch. Schleimen sich die meisten […]
So sieht der CV von morgen heute aus! Jetzt zum Download — mit Aufruf zum Wettbewerb!
Heute mache ich es kurz. Nachdem ich öfter mal über zeitgemäße Lebensläufe geschrieben und an dieser Stelle unter anderem Visualize.me vorgestellt habe, fragte ich mich: Wie lässt sich ein zeitgemäßer CV mit Bordmitteln — also Word — umsetzen? Wie bringt man komplexe Informationen auf eine einzige Seite? Wie funktioiert das auch für ein IT-Profil, das ja nicht selten 7–10 Seiten lang ist und von einer Übersichtsseite sehr profitiert? Ich beauftragte eine Freelancerin, die ein sehr gutes Gespür für die Umsetzung komplexer Infomationen und das Machbare hat. Hier das Ergebnis, es gibt insgesamt vier Varianten (Sie sehen zwei). Ich finde es super! […]
Karriere-Geschichte: Der Weg von Tante Emma zur Generation Y
Karriere? Och nö. Der Ehrgeiz der Generation Y hält sich in engen Grenzen. Dankbar lehnen sie sich mit Blick auf die Chancen zurück, die ihnen der demografischen Wandel verspricht. Selbst unter BWL‑n sinkt die Zahl der Karriereaffinen rapide. „Seit 2003 brach die Zahl der Jungakademiker mit Führungsambitionen dramatisch ein, von 32 auf heute 23 Prozent“, schreibt der STERN in seiner gestrigen Ausgabe ohne die Quelle zu zitieren. Immer weniger junge Leute sollen laut derselben Quelle führungsgeeignet sein. Ich kann das nachvollziehen, auch bei mir steigt die Zahl der Führungsaussteiger und “lieber-inhaltlich-arbeiten-wollenden” — meist Männer. Der STERN persifliert den karrierefeigen Mann in den 30ern: […]