Bologna-Bashing: Wie wichtig ist das Auslands­se­mester im Studium wirk­lich? Exper­ten­ge­spräch mit Dr. Eva Reich­mann

Bologna-Bashing: Wie wichtig ist das Auslands­se­mester im Studium wirk­lich? Exper­ten­ge­spräch mit Dr. Eva Reich­mann

Letzte Woche war in diesem Blog von zu bunten Bachelor-Cock­tails die Rede. Heute habe ich die Bildungs­expertin Eva Reich­mann zum Gespräch über das Thema Auslands­se­mester im Bachelor gebeten. Im Mittel­punkt steht einer der Haupt­kri­tik­punkte der Bologna-Kritiker: Die Tatsache, dass weniger Studie­rende ins Ausland gehen als es die Ziel­marken der Experten vorsahen. Ist das wirk­lich  so schlimm?, Frau Reich­mann? Ein Studi­en­auf­ent­halt im Ausland würde durch das neue System verhin­dert, heißt es. Dieser Mangel wird als erstes und am lautesten ange­pran­gert. Tatsache ist, dass noch nie so viele Studie­rende deut­scher Hoch­schulen ein Semester im Ausland absol­viert haben, wie heute. Von einer Verhin­de­rung […]

Von unge­sunden Studi­en­cock­tails und anderen Bachelor-Sünden

Die „Kultur­raum­stu­dien“ der Univer­sität Passau, inzwi­schen zum dritten Mal anders benannt, sind mir immer wieder begegnet und leider trotz des Eigen­lobs der Uni und begeis­terter Studie­render in den Lebens­läufen nicht beson­ders positiv aufge­fallen. Es war in den meisten Fällen schwer, diesen Studi­en­gang den Arbeit­ge­bern zu vermit­teln. […]

Knick in der Optik oder im Text: Wenn Ihre Selbst­dar­stel­lung logi­sche Brüche hat

… entstehen oft Risse in der Empfeh­lungs­kette. Das wirkt sich beispiels­weise so aus: Ich empfehle jemanden weiter, aber die Firma oder Person entscheidet sich nach Klick auf die Website des Empfoh­lenen oder den Profil­ein­trag dann doch gegen eine Kontakt­auf­nahme. Woran liegt das? Oft sind es logi­sche Brüche in der Selbst­dar­stel­lung. Wenn ich jemanden für ein Trai­ning zum Thema Konflikt­ma­na­ger­ment empfehle und bei der Person stehen auf der Website zum Beispiel Outdoor-Camps, ist der Gap, der im Kopf entsteht, einfach zu groß. Stellen Sie sich vor, Sie suchen Würste und finden Obst. Die Wahr­schein­lich­keit, dass Sie dem Obst­bauern eine Wurst abkaufen, […]

Lena schmeißt Studium – darf man so einfach abbre­chen?

Es währte nur ein Semester. Unser Star für Oslo hat ihr Studium der Afri­ka­nistik und Philo­so­phie an der Uni Köln geschmissen. Darf man das? Einfach so? Und die Zukunft? Weiß ja kein Mensch, ob der zweite Anlauf als Sängerin ein Erfolg sein wird. Siehe Blüm­chen. Die war zwar kein Star für Oslo, aber auch ein One-Hit-Wonder, das fortan und bis heute aller­dings Zutritt zu gewissen Parties und damit Kreisen bekam und soviel ich weiß auch noch bisweilen in der Bunte zitiert wird. So kommt man immerhin an Spon­soren für seine Klamotten — wenn es wenig andere Einnahmen mehr gibt. Nun zum […]

Jobfic­tion: Spielen Sie Ihre Zukunft

Sie wissen gerade nicht, wohin der Weg Sie führt, was Sie werden oder beruf­lich machen sollen? Eine Methode ist es, sich nach inten­siver Beschäf­ti­gung und noch besser nach einem gut mode­rierten Gespräch auf drei verschie­dene Alter­na­tiven, z.B. Berufs­ziele fest­zu­legen. Das nenne ich die Jobfic­tion-Übung. Stellen Sie sich vor, Sie stehen an einer Gabe­lung, wie damals Alice im Wunder­land. Von dieser Gabe­lung gehen drei Schilder ab, auf denen etwas steht. Malen Sie einen Weg auf einem Blatt Papier oder auf den Flip­chart und drei leere Stra­ßen­schilder: A, B und C.   In den Stra­ßen­schil­dern sollte nur ein Begriff stehen, Sie wissen ja: […]

Groß und berühmt werden? Machen Sie es wie Michael Mich­alsky

Hätte ein Michael Mich­alsky, Top-Desi­gner bei Adidas, jetzt mit eigener Marke auf dem Weg der deut­sche Marc Jacobs zu werden, guter Kumpel von Karl Lager­feld; hätte ein solcher Typ in einer Groß­stadt aufwachsen können? Sowohl Mich­alsky als auch Lager­feld kommen aus Käffern: Mich­alsky aus Rümpel bei Bad Oldesloe in Schleswig-Holstein, Lager­feld aus Bad Bramfeld bei Hamburg. Beide wohl keine voll inte­grierten Lehrer- und Klas­sen­lieb­linge in ihrer Schule. Mich­alsky beschäf­tigte sich laut eigener Aussage bei das! stun­den­lang mit seiner Frisur, bevor er in die Schule ging, weshalb er dann unter Zeit­druck stand und immer zum Unterrricht trampen musste. Das deutet auf eine […]

Fahr­stuhl nach ganz oben – oder Aufsteigen für Einsteiger

Vor einigen Tagen meldete sich ein Schul­kol­lege via XING bei mir, glei­cher Jahr­gang.  Wir tauschten uns über vorhan­dene und fehlende Erin­ne­rungen aus. Beiläufig erwähnte er den gemein­samen Fran­zö­sisch­lehrer Richen­hagen – und dass der jetzt als CEO neben Klaus Klein­feld arbeiten würde. Ich hatte diese beiden Richen­ha­gens nie in Verbin­dung gebracht. Diese Infor­ma­tion fand ich inso­fern span­nend, da es meiner Erfah­rung nach Ex-Lehrer in der freien Wirt­schaft extrem schwer haben. Ich habe ein paar beraten und auf dem normalen Bewer­bungsweg ging gar nichts. Lehrer stehen nur bei Maklern auf Listen im Kopf, die es nicht geben darf, siehe AGG. Ich googelte […]

Was will die Gene­ra­tion Y? Inter­es­sante Sachen machen!

Vor kurzem habe ich hier über das Buch „Weib­lich, jung, flexibel“ von Feli­citas Pomme­re­ning gespro­chen. Es geht darin um die vielen Optionen, die junge Menschen heute haben und die frus­trie­renden Erleb­nisse bei der Suche nach einem sinn­vollen Job, der einen noch etwas Luft für Frei-Zeit lässt. Ist die Arbeits­welt wirk­lich so desil­lu­sio­nie­rend, wie in dem Buch beschrieben? Ein Zwie­ge­spräch zwischen Pomme­re­ning und mir. Woher kommt es, dass so viele junge Leute nicht richtig wissen, was Sie wollen? FP: Darüber habe ich schon viel nach­ge­dacht… und ich stelle immer  gerne die Gegen­frage: Woher soll man denn wissen, was man will? Woher  wissen Andere das? Das erscheint mir […]

Bildungs-Burger: Ein belegtes Seminar und zwei Kurs-Cokes, bitte

© Robert Neumann — Fotolia.com Bildungs-Burger für den kleinen Weiter­bil­dungs­hunger, Copy­right: Fotolia.comWir haben ein dickes Problem: Obwohl  aktu­elle Kennt­nisse für Fach­kräfte immer wich­tiger werden, wird Bildung immer weiter priva­ti­siert. Nur das Notwen­digste finan­ziert  heute noch der Staat – Kurse, möglichst billig, schnell aufge­legt und kurz gebraten. Ich sprach mit Lars Hahn von der LVQ in Mülheim an der Ruhr, die auch ein Firmen­profil bei den Karrie­re­ex­perten haben. Die LVQ hat sich bundes­weit durch die erste von der IHK-zerti­fi­zierte Weiter­bil­dung zum Social Media Manager einen Namen gemacht. Ein Kunde, dem ich die Ausbil­dung empfahl, bekam unmit­telbar danach einen Job.  […]

Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was….oder: Das Dilemma, zu viele Optionen zu haben

Wir haben die Wahl: Kinder, Karriere, beides, Mann, neuer Mann, Frau, neue Frau, Beruf, neuer Beruf. Man sollte meinen, dass uns all die Möglich­keiten glück­li­cher machen. Das Gegen­teil ist der Fall. Und, oh, Wunder, das betrifft ganz beson­ders uns Frauen. Nach­weis­lich machen uns Möglich­keiten unglück­li­cher als Männer! Denn das Thema Kind ja, nein, wann und wie viele verfolgt uns mit erbit­terter Härte und biolo­gi­scher Unnach­gie­big­keit. Welche der vielen Karriere-Optionen ist meine?  Verpasse ich etwas, wenn ich auf ein Kind verzichte? Verpasse ich etwas, wenn ich auf Karriere setze? Geht mir eine Chance durch die Lappen, wenn ich diesen […]

Hilfe, eine Lücke! Kosme­ti­sche Maßnahmen gegen Schön­heits­fehler im CV

Es gibt hübsche Zahn- und weniger attrak­tive Lebens­lauf-lücken. Nun kann man die Lücke offen lassen und wie Schau­spieler Jürgen Vogel dadurch ein Marken­zei­chen entwi­ckeln — oder sie schließen. Dazu gibt es verschie­dene Methoden. Die eine ist die Kaschier­me­thode. Dabei tarnen Sie Lücken, in dem Sie andere Jobs – z.B. eine Reihe von Jobs im Ausland — zusam­men­ziehen und die nicht belegte Zeit darin verschwinden lassen. Das ist auch aus Sicht der meisten Perso­naler voll­kommen legitim. Wir leben nicht mehr in den 1960ern — und es muss nicht mehr jede Episode ihres Berufs­le­bens nach­ge­wiesen werden. 5 sehr unter­schied­liche Jobs in ihren zwei Jahren […]

Warum denkst du nicht gleich ganz groß? oder: Warum Frauen lieber lang­samer gründen

Warum grün­dest du nicht gleich eine GmbH? Wieso stellst du nicht sofort Mitar­beiter ein? Und über­haupt: Wieso denkst du nicht gleich größer? Das sind typi­sche Aus- und Ansagen, die weit häufiger von Männern kommen als von Frauen. Ordent­li­ches Wachstum, bitte! Slow­Gro­wing schadet der Stand­ort­för­de­rung, die schließ­lich davon lebt, möglichst große Gewer­be­flä­chen zu vermieten. Slow­Gro­wing ärgert die Banken, die wenig Lust haben für geringes Start­ka­pital großen Aufwand zu betreiben. Erst recht wider­spricht Slow­Gro­wing einem Denken, das auf pausen­losen zwei­stel­ligen Zuwachs gepolt ist: Jedes Jahr mehr. Deshalb werden Frau­en­grün­dungen oft belä­chelt. Da wird getöp­fert, Schmuck designt, Marme­lade verkauft. Alles in allem gesamt­wirt­schaft­lich […]

„Damit kannst Du doch nichts anfangen“: Vom Sinn des Studiums ohne direkten Berufs­bezug

„Damit kannst du doch gar nichts anfangen“, hören Studenten geistes- und sozi­al­wis­sen­schaft­li­cher Fächer schon im ersten Semester, was einige zum Selbst­zwei­feln, andere zur Verzwei­feln und dritte zum Fach­wechsel gebracht haben soll. Muss das sein? Ich finde nicht. Es gibt unterm Strich nur wenige Fächer, die Wissen aus dem Studium unmit­telbar abfragen – vor allem sind dies die Inge­nieur­wis­sen­schaften.  Kaum ein Fach ist geeignet, Absol­venten direkt als Arbeits­kraft zu nutzen, das erklärt den Boom der dualen Studi­en­gänge, die aus meiner Sicht vor allem zu einem geeignet sind: die frühere Ausbil­dung zu ersetzen. Denn an die Stelle des ehedem ange­se­henen Indus­trie­kauf­manns tritt […]

Die neue Lust zu Schenken – und: Wo sind die Grenzen des Prin­zips Kostenlos?

Es muss 2006 gewesen sein. Ich kam erst­mals auf die Idee, Dinge im Internet zu verschenken. Zum Beispiel den Karrie­re­anker zur Berufs­ori­en­tie­rung, den ich mir selbst aus Büchern des gran­diosen Ed Schein zusam­men­ge­bas­telt hatte. „Das kannst du nicht tun“, sagte ein status­be­wusster und im Marke­ting erfah­rener Psycho­the­rapie-Kollege. „Das ist doch dein Herr­schafts­wissen.“ Ich empfand das nicht so. Ich will gar kein Herr­schafts­wissen. Es hat mich über­rascht als die Teil­neh­merin eines Semi­nars zu mir sagte, sie habe selten jemand erlebt, der so bereit­willig und offen andere an seinen Erfah­rungen teil­haben lässt. Herr­schafts­wissen? Es ist richtig, dass ich viele Jahre Erfah­rung in […]

Warum Frauen inter­agieren und Männer Links schleu­dern, Social Media Expe­ri­ment (Teil 10)

Mitein­ander reden — geht auch im Netz — Foto: Fotolia.com Gestern unter­hielt ich mich mit einer in Sachen Vertriebs­be­ra­tung kompe­tenten Dame, Silke Loers, über Twitter. Uns ist aufge­fallen, dass es einen entschei­denden Unter­schied zwischen Männern und Frauen gibt – und zwar ziem­lich gleich, aus welchem Busi­ness sie kommen. Männer schleu­dern öfter Links als Frauen. Sie auto­ma­ti­sieren häufiger Prozesse und tweeten gnadenlos syste­ma­tisch nur Dinge von Leuten, die aus ihrer Sicht wichtig sind. Sie wissen, dass man die Influencer ausfindig machen muss, und diese gezielt anspre­chen sollte, um den eigenen Account und Social Graph zu pushen. So sind #FFs, […]

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